Franzis Früchtchen (11)

Ich bin ja ein sehr ungeduldiger Mensch, weshalb mir diese Phase gerade überhaupt nicht in den Kram passt. Dinge müssen sofort passieren, Unpünktlichkeit mag ich eigentlich nicht, auch wenn ich mittlerweile auch gerne mal dazu neige, ein paar Minuten zu spät zu kommen. Aber dafür gibt es ja diese praktischen Telefone, mit denen man diese Verspätung dann ja schnell mal ankündigen kann.

Mit dem Prinzip „Natur“ ist diese Form von Bescheidgeben nicht so richtig vereinbar. Die macht halt, was sie will. Das ist sicherlich gut, aber wie gesagt, für mich – formulieren wir es mal vorsichtig – ungewohnt. Zumal ich sicherlich auch einige Fehler gemacht habe. Denn in fast allen Büchern steht, dass man den genauen Termin nicht verraten soll, weil einen sonst alle ständig nerven. Mit Anrufen, Nachfragen. Und man sich vermutlich selbst am verrücktesten macht.

Doof ist aber auch, dass die Ärzte diese Panikmache noch befördern. Da ist das Früchtchen gerade mal ein paar Tage über dem errechneten Termin, schon wird einem gesagt, wann man sich für die Besprechung der Einleitung der Geburt in der Klinik einzufinden hat. Nicht einmal der errechnete Termin wird da hinterfragt.

Bedeutet: Das Abwart- (mmh, Himbeerblättertee) und Ablenkprogramm läuft auf Hochtouren. In meinem Lieblingswochenguide bei Alphamom.com gibt es eine Liste von Dingen, die zum Zeitvertreib von den Usern empfohlen werden. Mal sehen, wie viele ich davon schon erledigt habe..

1) Go out for dinner and a movie with your partner. Every night. See every crap movie out there if you have to. Ich hab in Vorbereitung viele der Oscar-Filme noch schnell gesehen und letzten Donnerstag war ich auch im Kino. Soll ich mir jetzt wirklich noch diesen Schweiger-Film anschauen? Und dieses Justin-Bieber-Ding??? Erbarmen!

2) Cook and freeze meals, or place orders for meal delivery service. Or drop hints to people who call to see if that pesky baby is here yet that FOOD IS APPRECIATED. Ich mag kein eingefrorenes Essen, oder besser: Ich mag kein aufgetautes Essen. Und für zweiteres nutze ich jetzt einfach dieses Blog: Wer demnächst Babygucken will, bringt bitte was zu essen mit!

3) Bake cookies, breads, brownies.
Brötchen gebacken, Kuchen gebacken, allerdings ist das schon ne Weile her. Gute Idee!

4) Pamper yourself with a face and hair mask. Overly lotion feet, wrap in saran wrap, don socks. (Don’t walk though, you’ll slide.) Done.

5) Scrapbook and organize all the photos you’ve been meaning to scrapbook and organize. Heb ich mir noch auf.

6) SLEEP. Und dann bin ich wie heute wieder um 6 Uhr wach und kann nicht mehr schlafen?

7) Walk the mall and eat your weight in pretzels.
Bevorzuge Kuchen in allen Variationen. In Düsseldorf übrigens nicht sonderlich beliebt: Schweineohren OHNE Schokolade. Gibt es so gut wie nie.

8) Stock up on liquor. You know, “for the family to celebrate.”
Done. Aber nicht erst jetzt.

9) Read a book that has absolutely nothing to do with babies or pregnancy.
Done. Mehrfach. Nur der Murakami sträubt sich noch ein bisschen.

10) Get a manicure and pedicure. (Also suggested: chew all your nails off…then go get tips put on…then chew THOSE off.)
Das wäre noch was für heute Nachmittag :)

11) Get a massage.
Morgen Nachmittag?

12) Create and listen to your labor music mix. Practice finding your happy place.
Happy place? Mmmh.

13) Mow the lawn.
Wirrr ‚aben gar kein RRRasen.

14) Give the pets baths and toenail clippings.
Wirrr ‚aben gar keine Tierre.

15) Wash your car.
In der Tat noch ein gutes Todo. Ich mag nur seit einer Woche nicht mehr so gerne Auto fahren.

16) Learn to knit and make a hat.
Zählen zwei Mützen, diverse Paar Socken, zwei Elefanten, ein Hase und eine süße Schildkröte?

17) Cover mattress in plastic in case water breaks in bed.
Die Unterlage, die ich fürs Baby gekauft habe, tut es doch auch, oder?

18) Decide plastic is too noisy when rolling huge ass around to get comfy, take chances.
Done.

19) Clean out forgotten cabinets — under the sink, the Tupperware drawer, etc.
Das Badezimmerschrankaufräumen und klassische Kühlschrankputzen hatte ich mir eigentlich für die Anfangszeit der Wehen vorgenommen. Na, vielleicht änder ich diese Pläne noch.

20) Lie on nice cool bathroom floor and clean the grout with a toothbrush.
Mmpf.

21) Have sex. It’ll be your last chance for weeks, such as it is.
Soll ja auch wehenfördernd sein, liest man überall.

22) Window shop for a celebratory “you’ve lost at least some of the baby weight” outfit for later.
Done. Macht aber nicht glücklich.

23) Take a nap without apology or hesitation.
Donedone.

24) Hide things in house that may be inappropriate for visiting grandparents and family members. Bringt mich auf eine Idee.

25) Get a carseat inspection at the local firehouse.
Denke drüber nach.

26) Charge anything and everything that resembles a phone or a camera.
Meine täglich Zubettgehroutine.

27) Make a decision regarding your nether regions: get waxed? get help from partner? or decide that if you can’t see it, it clearly no longer exists or matters?
Done. Könnte mich aber auch nochmal umentscheiden.

28) Alphabetize your CDs and arrange DVDs by genre.
Kommt auf die Liste für übernächste Woche.

29) Buy some guilty pleasures on iTunes and make a kickass one-hit-wonder playlist.
siehe 28.

30) Write thank-you cards for any gifts you’ve already received.
Done.

31) Re-wash, re-fold, re-organize the baby clothes.
Och nö, oder?

32) Assemble swings, bouncy seats and other battery-operated baby gear, make sure you have at least one full set of (RECHARGABLE) batteries for everything.
Done.

33) Pack a diaper bag.
Och nö, oder?

34) Start an ambitious new project that is guaranteed to remain unfinished for the next six months once you go into labor halfway through it.
Ich soll allen Ernstes beginnen, die Briefmarkensammlung meines Vaters nach all der Zeit endlich mal zu sortieren??

35) Go out for ice cream cones.
Done!

36) Clear out one shelf in kitchen for bottles, breastpump parts, baby food and plastic dishes.
Jetzt schon?

37) Fill and re-order Netflix queue.

38) Sign up for an infant CPR class.
Das bringt Unglück!

39) Take a dry-run test-drive to the hospital (or several, at different times of the day.)
Done.

40) Knit an umbilical cord cozy.
Dann doch lieber noch eine Schildkröte.

Na gut, ein bisschen was geht dann ja noch.

10_2011

They call it Frühling

Frühling, endlich. Auch wenn mich das vor neue Herausforderungen stellt. In Stiefel reinzukommen war kein Problem. Sich jetzt aber die einzigen flachen und dem Wetter angemessenen Schuhe jetzt ständig zuzuschnüren, stellt mich jedes Mal wieder auf die Probe. Und warm ist mir doch eh schon laufend.

Stricken geht nicht mehr so gut, die Finger tun weh. Über die Gründe will ich hier nicht sprechen. Frauen werden wissen, was Sache ist.

Deshalb: gelesen. Auch weil ich während der häufiger werdenden CTG-Sessions was zu tun brauche.

Beschlossen, noch mal ein paar Dinge zu tun, zu denen man bald nicht mehr kommt. Deshalb: Kino. „Almanya“ ist so ein toller Film. So warm und herzlich und am Ende auch ein bisschen traurig. Kaum zu glauben, dass das ein deutscher Film ist. Festgestellt, dass er für den Deutschen Filmpreis nominiert ist und auch gesehen, dass „Vincent will Meer“ da im Rennen ist. Deshalb dann auch diesen Film geschaut. Dieser Film ist so sehr ein deutscher Film, ja, Florian David Fitz spielt den Tourette-Geplagten wahnsinnig gut, aber sonst? Mal wieder ein Roadmovie, mal wieder sind ein paar Kranke unterwegs. Oh ok, Heino Ferch spielt mal einen Fiesling. Leider ist auch der am Ende dann aber geläutert. Mensch, deutscher Film, das muss doch alles nicht immer so sein.

Die Woche endet im Zoo. Wuppertal. Sehr hügelig dort. Aber das ist ja gut.

Dass ich keine Lust mehr habe, muss ich wohl nicht erwähnen.

Schaum

Gestricktes: die Schildkröte

Darf ich vorstellen: Herr Schildkröte

Ich würde sagen, das war bisher das schwierigste Strickprojekt, an dem ich mich in den vergangenen Wochen versucht habe. Schwierig, weil man soviel zusammennähen musste und das am Ende doch zu einer ziemliche Fummelarbeit wurde und ich schon Sorge hatte, dass die Unterseite des Panzers doch zu klein geraten ist. Denn das schöne an dieser Schildkröte: Sie kann den Panzer ablegen. Deshalb ist es extrem wichtig, dass man die Beine und den Körper nicht zu dick mit Wolle vollstopft (so ganz ist mir das nicht gelungen, weil der Hintern doch recht dick geraten ist). Genutzt habe ich wieder einmal Sockenwolle. Allerdings hätte ich dünnere Nadeln nehmen sollen oder eben doch andere Wolle, denn der Körper ist ein bisschen löchrig geraten. Derzeit überlege ich, noch eine zu stricken, diesmal aber ein anderes Garn – Baumwolle und bunt! – zu verwenden.

Schildkröte, nackt

Wer auch auf die Idee kommen sollte, diese süße Schildkröte zu stricken, dem sei diese Anleitung empfohlen. Und wer mag, kann sich hier in diesem Flickr-Set umsehen – es gibt von Sheldon, so der offizielle Name, schon einige Exemplare.

(Hach, Internet.)

9_2011

Das reicht jetzt

Und wieder eine Woche rumbekommen. Seit Donnerstag sinkt die Lust täglich, den Bauch mit mir rumzuschleppen. Mühselig. Anstrengend. Nervend. Immer wenn ich eine Mutter mit Kleinkind und flachen Bauch sehe, frage ich mich, ob das bei mir auch wieder so sein wird. Derzeit kann ich mir das nicht vorstellen. Aber ich sehne mich nach normalen Hosen und Schuhen mit Absätzen.

Mittwoch war Twitwoch. Und als ich am Morgen gesehen hatte, dass wieder ein paar Plätze freigeworden sind, meldete ich mich kurzfristig noch an. Wer weiß, wann man demnächst Zeit (und einen Babysitter) für sowas findet. Ging um die Zukunft des Journalismus (Jaja, mal wieder) und diskutiert haben Roland Tichy, Thomas Koch und Markus Hündgen. Nach einer Stunde und vielen der üblichen Argumente war Schluss und das Wiwo-Buffet eröffnet und am Ende bereute ich es doch, so lange an den Stehtischen rumgestanden zu haben. Trotzdem gut gewesen.

Mit großem Gewinn übrigens das Video mit Zeitonline-Chef Wolfgang Blau zu den sieben Mythen über den Onlinejournalismus geschaut. Kann ich euch nur empfehlen, wenn ihr euch dafür interessiert.

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Ich bin übrigens ein Glanzlicht!

Strickoutput (der Überblick) diese Woche: hoch. Nicht nur den Elefanten fertig gestellt, sondern gleich noch einen zweiten produziert. Plus Socken. Plus einen Hasi.

Mittlerweile sind viele der Strickreste aus dem vergangenen Jahrzehnt aufgebraucht und ich schaue mich nach neuer Wolle um. Aber: Ist nicht so einfach. Ich kenne beispielsweise hier in Düsseldorf kein einziges Fachgeschäft, was mich in die großen Kaufhäuser getrieben hat, die aber nur Wolle von Schachenmayr und ihre Eigenmarken führen. Und selbst da muss man aufpassen, nicht irgendwelche extrem künstlichen Garne zu kaufen. Hat sich dieses Geschäft mittlerweile ebenfalls ins Internet verlagert? Wer in einem Zeitschriftenladen nach Strickzeitschriften sucht, findet dort nur Dinge, die extrem unmodern und altbacken sind. Die coolen Muster und Anleitungen habe ich bisher nur im Internet gefunden. Vermutlich muss ich dort auch neue Wolle bestellen. Seltsam.

Samstag: Geht’s-schon-los-Anrufe.

Hasi

So. Und nun drückt die Daumen, dass das Früchtchen bald mal genug hat vom Leben im Bauch.

Gestricktes: der Elefant

Elefant

Der geneigte Mitleser wird bereits gemerkt haben, dass ich mich in den vergangenen Tagen einer längst verlorenen geglaubten Fähigkeit gewidmet habe: dem Stricken. Zum Eingewöhnen begann ich mit Söckchen, darauf folgten Mützchen und nachdem ich mich bei Ravelry angemeldet habe und dort ganz wunderbare Muster gefunden habe, entstand in den vergangenen drei Tagen ein Elefant.

Gefolgt bin ich dabei dem Muster von Susan B. Anderson. Besonders knifflich für mich: die Ohren. Grund: Die musste ich häkeln und ich habe wirklich drei Versuche gebraucht, um das einigermaßen ordentlich hinzubekommen. Häkeln fand ich as irgendwelchen Gründen immer doof. Und da es hier auch noch im Kreis ging, ich also regelmäßig Maschen hinzufügen musste, kam ich ganz schön ins Schwitzen.

in progress

Nun gut. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, wurde gefragt, ob ich auch Aufträge annehme (Egopflege, yeah!) und bin nun auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Ein Hase? Eine Schildkröte? Oder einfach das Elefantenmuster abwandeln und ein Schweinchen draus machen? Mal sehen. Über Musterempfehlungen freue ich mich übrigens sehr.

Fertig

8_2011

Selbstgebackene Brötchen

Schon wieder eine Woche um und wenn ich am Ende gefragt werde, was ich so gemacht habe, kann ich das immer gar nicht so genau sagen. Geschlafen, spazierengegangen, ein paar Leute getroffen, Akupunktur, gestrickt, gekocht, gelesen, gebacken (Brötchen!), all die Dinge, die man sonst nicht macht.

Fotoshooting. Man muss die Körperformen ja verewigen.

Geärgert. Über diese Guttenberg-Geschichte und darüber, dass der Aufschrei der Wissenschaft dann erst so richtig am Wochenende losging. Der Umgang mit dem Fall ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für alle, die selber jahrelang an ihrer Doktorarbeit gesessen haben, sondern auch für die Wissenschaft an sich.

Und: Kann man als Journalist ernsthaft dafür sein, wenn geistiges Eigentum mit Füßen getreten wird? Oder Verleger? Offenbar.

Mich vorbereitet. Also gedanklich. Und beschlossen, dass ich jetzt einfach all die Dinge auch ausprobiere, von denen so viel gesprochen wird. Also habe ich mir Himbeerblättertee gekauft. Und viel gelesen. Natürlich bereitet mich das nicht wirklich vor, aber zumindest kann ich mir ein bisschen besser vorstellen, was wohl demnächst auf mich zukommt. Und wer sich fragt, was man da so liest: Internet. Es gibt so viele Mama-Blogs. Und fast in allen gibt es Geburts- und Schwangerschaftsberichte, Notizen über die erste Zeit. Internet ist toll.

Apropos: Da ich jetzt ja neuerdings wieder stricke, habe ich mich natürlich auch in Strickblogs rumgetrieben. Zu denen kann man, wenn man Mama-Blogs liest, ganz automatisch gelangen, scheint nämlich mit dem hormonell bedingten Nestbautrieb zusammenhängen, dass wir Dinge selber machen wollen. Und da gibt es wirklich viele tolle Dinge zu entdecken. Auf Empfehlung dann auch mal bei ravelry.com angemeldet. Ich muss mich ja mal schlau machen.

Set: Mütze und Socken

Oscar’s. Ganz viele Filme geschaut.

So war’s beim Webvideopreis

Eigentlich verrückt, dass wir erst ins Jahr 2011 kommen müssen, damit endlich einmal eine Kategorie im Internet gewürdigt wird, die sich seit Jahren rasant entwickelt. Zum einen, weil die Masse sie konsumiert und zum anderen natürlich, weil die Produktion mittlerweile so einfach geworden ist, dass wirklich jeder in der Lage ist, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und diese Produkte dann ins Internet zu stellen. Die Rede ist natürlich von: Videos. Und der Grund für diesen Text ist die gestrige Verleihung des ersten deutschen Webvideopreises im Rahmen der Webvideotage, formally known als das Videocamp.

Nach einer Nominierungsphase sichtete eine fünfköpfige, videoerfahrene Jury die Vorschläge und erstellte eine Liste mit preiswürdigen Beiträgen für verschiedene Kategorien. Das tolle: Nicht nur die Jury bestimmte einen Sieger für die jeweilige Kategorie, auch das Publikum konnte abstimmen.

Doch bevor ich ein bisschen was zu den Preisträgern schreibe, muss ich würdigen, was die beiden Organisatoren da innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben: Markus Hündgen und Stefan Evertz. Zehn Wochen (?!) haben sie sich genommen, um die Preisverleihung, die übrigens in dem alteingesessenen Astra-Kino in Essen stattfand – gibt es eigentlich bessere Locations für solche Veranstaltungen als alte Kinos? – aus dem Boden zu stampfen, mit Showacts, Einspielern und Buffet plus Getränke danach. Toll.

Doch weil es bei solchen Preisverleihungen immer am schönsten ist, neue Perlen des Netzes zu entdecken, möchte ich euch die Preisträger nicht vorenthalten, vielleicht entdeckt ihr ja auch einen neuen Liebling, den ihr in Zukunft verfolgen wollt.

Kategorie Persönlichkeit: EbruZa
sehr charmante Schminktipps bei Youtube („Schminkt euch ab!“)

Publikumspreis: Holger Kreymeier (Fernsehkritik.TV)
Kannte ich bisher nicht, in dem Einspieler bei der Verleihung besuchte Kreymeier ein Supertalent-Casting, das war zumindest witzig…

Kategorie Serie: 140 Sekunden
Tolles, noch recht junges Projekt (gibt erst zwei Folgen), in dem in 140 Sekunden Geschichten hinter den 140-Zeichen-Botschaften auf Twitter erzählt werden.

Publikumspreis: Trendpiraten
Sehr professionell gemachte Serie, die einfach, aufwändig und witzig das Internet erklärt. Dahinter steckt aber auch eine professionelle Medienagentur.

Kategorie Animation: Du bist Terrorist
Na, da konnte nur einer gewinnen: Andreas Lehmann, der dieses Video im Zuge der Debatten um die Vorratsdatenspeicherung gemacht hat. Fast zwei Millionen Abrufe bei Youtube, übrigens.

Publikumspreis: Du bist Terrorist

Kategorie Dokumentation: Road-Blog 2010 (mopeten.tv)
Kannte ich nicht, fand ich aber sofort toll. Eines dieser Beispiele, warum es meist einfach nur einer guten Idee bedarf und das mit der Umsetzung dann schon klappt, wenn man wirklich will.

Publikumspreis: Freddy
Sehr berührendes, wirklich schön gefilmtes Video von Roman Mischel (der übrigens auch ein sehr empfehlenswertes Blog zum Thema Videojournalismus schreibt) über den 30-jährigen Doktoranden Freddy mit Glasknochenkrankheit. (Hintergründe zum Dreh)

Kategorie Fun: Frohes Fest 2010
Zwei Kölner blicken auf das vergangene Jahr zurück und singen es auf „We are the world“ von Michael Jackson. Ja, das ist sehr witzig, ein bisschen schade, dass hier keine „neue“ Idee oder so ausgezeichnet wurde.

Publikumspreis: Frohes Fest 2010

Kategorie Talk: dctp.tv
Den Preis konnte nur einer bekommen: Philipp Banse. Einer der wenigen tollen Interviewer, der sich wirklich vorbereitet und im Gespräch zuhört.

Publikumspreis: 50 Menschen – eine Frage
Vermutlich haben die Kollegen der Berliner Morgenpost ihre ganze Social-Media-Power genutzt, um die Abstimmung zu gewinnen. Keine Frage, gut gemachtes Video. Ich finde Konzepte, die sich jemand anderes ausdenkt und die man allenfalls anpasst, guckenswert, aber einen Preis haben sie nicht verdient.

Kategorie Freie Musik: Herr Tischbein
Das ist toll. Bitte alle angucken!

Publikumspreis: TOS – You Upperclass
Aufwändig produziert, auch sehr nett, allerdings nicht ganz so massentauglich. Muss ja auch nicht. Wollte nur vorwarnen :)

Spezialpreis der Jury: Folge Magazin
Absolut berechtigt. Tolles Format!

c/o-Pop-Sonderpreis: City Light Thief – Punkt.Aus?Ende!
Zu recht ausgezeichnet, schon allein, wie sich die Jungs aus Grevenbroich gefreut haben! Und auch hier: Da hatten ein paar Jugendliche eine Idee, mit Hilfe von Facebook haben sie sich Statisten für das Video gesucht und herausgekommen ist wirklich ein tolles Video.

Grey-Nachwuchspreis: Coldmirror
Coldmirror ist ein wahres Web-Phänomen. Die 26-Jährige aus Bremen hat einen Youtube-Channel, der knapp 255.000 Abonennten aufweist, ihre Videos wurden fast 80 Millionen Mal abgerufen und bei Twitter hat sie mehr als 46.000 Follower. Was Grey mit ihr vorhat, klang ein wenig, sagen wir mal, seltsam. Mal sehen, was draus wird.

Die Fotos von der Verleihung gibt es hier.

7_2011

Wartezimmer

Es gibt keinen Laden, in dem ich mich überforderter fühle als Babyläden. Diese ganzen verschiedenen Flaschen, technischen Geräte, von denen man nicht weiß, ob sie nützlich sind oder großer Unfug. Trotzdem noch ein paar Dinge besorgt und mit einer erfahrenen Mutter durch den dm gelaufen, um zu erfahren, was sie nützlich fand und was nicht.

Unergiebige Recherche zum Thema Wickeltasche.

Apropos Duisburg. Da war ich nämlich und war sehr überrascht, dass die Stadt gar nicht so hässlich ist wie immer alle tun. So großflächig und dann dieses riesige Theater.

Endlich auch das Buch von Sarah Silverman fertig gelesen: „The Bedwetter“. Hatte ich damals in San Francisco begonnen und irgendwie die letzten 15 Seiten nicht fertig gelesen. Obwohl ich es ganz gut fand, damals. Sehr ehrlich und irgendwie in einem witzigen Tonfall, auch wenn sie über Dinge schreibt, die ihr eigentlich ein bisschen unangenehm sind.

Socken

Viel gestrickt. Zwar immer nur das gleiche Modell, aber dafür wieder ein bisschen Übung bekommen, auch bei den kleinen Kniffen (Wie vermeide ich, dass sich beim Fersenstricken ein Loch bildet etc.). Damit das nicht zum Strickblog mutiert, bei Flickr ein Gestricktes-Set angelegt. Aber hey: Ich bin schwanger, ich darf das! (Probier ich als nächstes mal Mützen?)

Quarkplätzchen. Quarkbällchen. Quarkquark.

Und Kiwi.

Endlich alle Nominierungen für den Axel-Springer-Preis in der Kategorie „Online“ gesichtet und aussortiert. Jetzt muss ich mich nur noch endgültig entscheiden.

Überlege, ob ich mittlerweile bereit wäre, wenn das Früchtchen kommt. Es darf ja mittlerweile, weil alles soweit fertig ist. Hin- und hergerissen zwischen „Och, ein paar Tage gehn schon noch“ und „Ich will wieder meine Schuhe ordentlich zubinden können“. Mmmpf.

Franzis Früchtchen (10)

Sonne

Und plötzlich sind all die Bäuche weg. Mit dieser, also meiner Schwangerschaft verhielt es sich nämlich so. Am Anfang, also als man noch nichts sah und sich so langsam damit auseinandersetzen musste, dass nun irgendwie alles anders werden könnte, da sah ich sie plötzlich ständig. Frauen mit Bäuchen, unterschiedlich großen Bäuchen. Mal so leicht gewölbt, dass ich nicht sicher war, ob da nun ein Baby heranwächst oder es sich doch nur um einen gut gepflegten Pizza-Bauch handelt. Mal so kugelrund, dass jeder Zweifel unangebracht war. Plötzlich, so könnte man meinen, war die ganze Welt schwanger.

Das ging dann auch noch ein bisschen so weiter. Still und heimlich verglich ich die Größen des Bauches mit dem meinigen und konnte mir doch kein richtiges Bild davon machen, wie viele Wochen besagte Damen mir Voraus waren. Doch zu den unzähligen Schwangeren gesellten sich zunehmend auch andere. Frauen, die Kinderwagen vor sich her schoben. Und ich Woche für Woche besser darin wurde, auf die Entfernung zu erkennen, um welche Kinderwagenmarke es sich denn handelte. (Jetzt wo die Wetten so langweilig geworden sind, könnte es sich lohnen, mit diesem Fachwissen bei „Wetten dass..?“ vorstellig zu werden.) Mamas und Papas, die mit kleinen Kindern an der Hand am Rhein entlang spazierten und mit ihnen Schiffe guckten. Oder die ihre Babys trösteten, wenn diese in lauten Cafés lautstark herumjammerten.

Und jetzt also das: Die Bäuche sind weg. Spaziere ich durch Düsseldorf, treffe ich niemanden mehr mit dickem Bauch. Keine Frau scheint derzeit mit mir schwanger zu sein. Cafés, Restaurants, das Schwimmbad, selbst die Promenade am Rhein erscheinen für meine Leidensgenossinnen eine Tabuzone zu sein. Stattdessen nur noch: Mütter mit Kindern, vereinzelte Väter, die einen Kinderwagen vor sich her schieben oder Großmütter, die offenbar die frisch gebackenen Eltern ein bisschen entlasten und mit den Enkeln eine Runde um den Block drehen.

Das Verrückte ist: Ich weiß ja, dass es sie gibt. Denn in Babyläden, beim Arzt oder bei der Akupunktur, da gibt es sie ja, die Schwangeren mit viel Zeit weil in Mutterschutz. Und so gerne würde ich wissen, womit sie sich die Zeit des Wartens vertreiben. Draußen rumlaufen tun sie offenbar alle eher nicht.

6_2011

Pause

Die erste Woche, in der ich so richtig zuhause angekommen bin. Länger geschlafen, mehr auf den Körper gehört, also auch öfter geschlafen, gekocht, spazierengegangen.

Viel gelesen, allerdings fast nur im Internet. Zum Beispiel diese Geburtsberichte von Tina Cassidy, einer Journalistin und Mutter, die ihr zweites Kind auf natürlichem Wege zur Welt bringen wollte, nachdem sie das erste per Kaiserschnitt gebar. (Rührend vor allem die Kommentare ihrer Mutter, Oma und Opa. Lohnt sich.) Sowieso mal wieder viel in Blogs gelesen und meinen Feedreader aufgefrischt.

Durch die zahlreichen Nominierungen für den Axel-Springer-Preis in der Kategorie „Online“ gewühlt und immer noch nicht alle gesichtet. Das Projekt für Woche sieben.

Vor mindestens zwölf Jahren habe ich mit dem Stricken aufgehört, glaube ich. Zuletzt habe ich mich meist der Sockenproduktion hingegeben, weil überschaubar in der Arbeit und praktisch (warm!) und so. In der vergangenen Woche habe ich damit wieder angefangen, besser gesagt: ausprobiert, ob ich das eigentlich noch kann. Und das Gute: Babysocken stricken ist ja noch überschaubarer. Nun noch ein paar andere Muster ausprobieren und drüber nachdenken, ob ich mich auch an anspruchsvollere Dinge herantrauen sollte.

Das erste Mal: Akupunktur.

Socken