FILM: Sex and the City

Man kann wirklich nicht sagen, dass das ein guter Film war. Der Anfang – zog sich ewig in die Länge und man hoffte sogar schon darauf, dass bei der Hochzeit zwischen Carrie und Mr. Big, der plötzlich nur noch John hieß, irgendwas schief geht. Kam ja auch so, nur viel spannender wurde es nicht. Viel mehr plätscherte die Handlung stetig vor sich hin. Die Frauen tauschten sich über ihre Probleme aus, die sich nicht mehr um ihr Singleleben, sondern eher um ihr Beziehungsleben drehten. Charlotte war glücklich, Miranda nicht so, weil Job und Familie schwer unter einen Hut zu bringen waren, Samantha gab die managende Hausfrau und lechzte einfach nur nach dem scharfen Nachbarn und Carrie war nach der Pleite mit der Hochzeit ziemlich unglücklich. Und trotzdem und ich schiebe es einfach mal darauf, dass ich gestern einen extrem emotionalen Tag gehabt haben muss: Nach der Pleite mit Mr. Big kam ich aus dem Heulen nicht heraus. Die traurige Carrie im Hotelbett in Mexico, das einsame Silvester-Essen, die Geburt von Charlottes Tochter, die Versöhnung von Steve und Miranda, alles Tränen-Content. Aber wie gesagt: Hat nichts mit der Qualität des Filmes zu tun. Ich heul ja manchmal auch bei Pilcher-Schnulzen.

FILM: Ein fliehendes Pferd

Zwei Schulfreunde treffen sich im Urlaub wieder. Sie führen komplett verschiedene Leben. Der eine: seit 16 Jahren verheiratet, seit zwölf Jahren Urlaub am Bodensee, Lehrer, das Glück in der inneren Ruhe in der Natur suchend (und ein bisschen findend). Der andere: Typ Lebemann, deutlich jüngere Freundin, macht, was ihm Spaß und gerade in den Sinn kommt. Die Paare treffen aufeinander. Die Verheirateten entdecken sich selbst und irgendwann auch wieder einander.
Eine durchaus überzeugende Katja Riemann, ein den Unsympath sehr gut verkörpernder Ulrich Noethen, ein ausladender Ulrich Tukur. Gute Besetzung also für einen eher so najaen Film. Bisschen viel Fantasie eines gealterten Schriftstellers dabei.

Film: Heimatkunde

Der ehemalige Titanic-Chef und Vorsitzender der PARTEI, Martin Sonneborn, ist 2006 einmal um Berlin gelaufen. Er hat mit Einheimischen in Ost und West gesprochen, mit Familienanschluss gewohnt und an den brandenburgischen Imbissbuden gespeist. Aus diesen Erlebnissen ist dieser Film entstanden. Ein ruhiger Film, mit vielen tollen Einstellungen, zum Teil recht aufwändig gedreht. Ein Film, der sich nicht lustig macht, mit einem Protagonisten, der die Menschen einfach reden lässt. Eigentlich ein untypischer Film für einen ehemaligen Titanic-Macher.
Dooferweise hat die DVD eine Macke gehabt. Sie weigerte sich mehrfach, ins nächste Kapitel zu springen, da musste man immer händisch eingreifen. Und noch dooferweise bin ich am Freitagabend zehn Minuten vor Schluss eingeschlafen. Lobend zu erwähnen: Die kleinen Begegnungen im Bonus-Material sind teilweise noch sehenswerter als die im Film.

Film: Spielzeugland

Wie schreibt man eigentlich richtig über einen Kurzfilm (14 Minuten), ohne Gefahr zu laufen, sogleich die komplette Handlung zu verraten? Schließlich passiert ja nicht so viel.. Na, ich versuch es mal.

1942. Deutschland. In einem Haus lebt Heinrich mit seiner Mutter, der Vater ist an der Front, die jüdischen Nachbarn, darunter ein kleiner Junge, werden in wenigen Tagen abgeholt. Um ihren Sohn vor der Wahrheit zu schützen, erzählt sie ihm, dass die Nachbarn eine Reise ins „Spielzeugland“ antreten werden. Ein Land, in dem die Teddybären riesengroß sind. Doch diese Geschichte schreckt den kleinen Heinrich nicht ab, er will seinen kleinen Freund begleiten. Aus Mut, Trotz und Verbundenheit. Seitdem lebt Heinrichs Mutter in der Angst, er könnte tatsächlich mit der jüdischen Familie verschwinden.

So, und nun muss ich aufhören, mit der Beschreibung des Inhalts, weil ich sonst womöglich zu viel verrate. Jochen Alexander Freydank erzählt hier eine wunderbare Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Geschichte von einer Generation, die keinen Unterschied macht, zwischen Juden und Nicht-Juden, eine Geschichte von Trotz, Warmherzigkeit und Nächstenliebe. Er schafft es, innerhalb von 14 Minuten so viele schöne Bilder zu zeigen. Sie schwappen langsam über den Zuschauer – das ist ihm wirklich gut gelungen.

Leider kenne ich mich nicht mit Kurzfilmen aus und kann schon gar nicht beurteilen, was die Kategorien für einen Oscar-Gewinn sind. Falls auch hier gilt, dass Deutsche immer dann nominiert werden, wenn sie sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und gewinnen, wenn sie es besonders gut tun – voila. Letztendlich ist diese Frage vielleicht auch egal. Weil Jochen Alexander Freydank wirklich eine schöne Geschichte aus dieser furchtbaren Zeit erzählt hat.

Film: Juno

Wenn ich mit 16 schwanger geworden wäre, dann wäre ich sicherlich nicht so verdammt cool und emotionslos durch die Gegend gelaufen wie Juno. Einmal Sex gehabt, gleich schwanger geworden. So kann es gehen. Juno will das Kind zur Adoption freigeben und sucht mit ihrer ebenso durchgeknallten Freundin ein passendes Adoptionspaar aus, dem sie das „thing“ – wie sie immer sagt – nach der Geburt anvertrauen will. Dooferweise findet Juno in fortgeschrittener Schwangerschaft heraus, dass nur Jennifer Garner das Kind wirklich will und ihr Ehemann noch nicht bereit für diesen Schritt ist. Und dann passiert das, womit ich nicht gerechnet hatte: Trotz großer Krise und dem Verlust des Glaubens an die große Liebe verbunden mit dem großen Glück entscheidet sich Juno, ihr Kind Jennifer Garner zu überlassen.
So richtig warm wurde ich mit diesem Film nicht. Erstens: weil mich Juno und ihre altkluge Art nervte. Zweitens: weil ich offenbar die vielen popkulturellen Anspielungen, auf die mich der Liebste hinwies, wegen fehlender Kenntnisse nicht verstand. Drittens: weil Juno wirklich erst nach der Geburt heulte. Wenigstens dann. Pah.

FILM: Fleisch ist mein Gemüse

Das Foto zeigt die Schlussszene des Filmes. Sie steht nicht im Buch, sie wurde hinzugefügt und man sieht die Protagonisten: Gurki („Swing times are good times“), Heinz Strunk, Anna Fischer als Freundin von Heinz und der Film-Heinz. Sie tanzen und singen den Hit von Heinz und Anna, deren Namen im Film ich leider schon wieder vergessen habe. Diese Schlusszene ist ziemlich gaga. Leider bestätigte dieser Film auch eines der Vorurteile, die ich gegenüber Buchverfilmungen (von Literatur kann man in diesem Fall ja wirklich nicht reden) hege. Ich fand den Film mittelmäßig, zu viel Gaga, zu wenig Wortwitz, zu wenig Leid des Heranwachsenden. Schade.

Film: Wall-E

Wie schön das war, dass auf dem Rückflug von Dubai die Maschine so neu war. So konnte ich frei entscheiden, welchen der vielen Bewegtbildangebote (Happy-Go-Lucky, Wall-E, „Die Kürbisschlampe“ von „How I met your mother“, ja, die deutsche Version, eine Folge „30 Rock“ und die 50-minütige Zusammenfassung vom Glastonbury-Festival 2008) ich in den nächsten sechs Stunden konsumieren würde.

Doch Wall-E war nicht irgendein Film, den man mal eben so wegguckt. Denn dieser Film ist – obwohl animiniert und so – einer dieser Filme, an den man auch Tage später denkt und sich über die vielen kleinen Details freut. Wie Wall-E das erste Mal auf die hübsche, schnörkellose Eve trifft, wie sie sich kennenlernen, wie er ihr in seinem kleinen Container seine kleine Welt und Träume zeigt und sie so gar nichts damit anfangen kann. Wie verzweifelt Wall-E ist, als Eve plötzlich nicht mehr ansprechbar ist, wie er sie hegt und pflegt und versucht, zum Leben zu erwecken. Und dann ist da noch Mo, der kleine Roboter, der die ganze Zeit damit zu tun hat, de Dreck von Wall-E aufzusaugen (Am besten die Szene in der Raumschiffmüllhalde, wo Mo Wall-E die Hand sauber macht). Und die Roboterschar, die wegen technischer Defekte aussortiert wurden.

Einziger Nachteil: dieses aufgesetzte Gutmenschentum. Bewegt euch, schreit dieser Film. Und: Passt auf die Erde auf. Das nervt ein klitzekleines Bisschen. Lässt sich aber ziemlich gut verdrängen, wenn man ganz schnell wieder daran denkt, wie Eve am Schluss völlig verzweifelt versucht, Wall-E wieder herzurichten und sie dann schließlich Händchen halten. Hach, Roboterliebe kann so schön sein.

Film: Happy-Go-Lucky

Poppy ist eine ziemlich nervige 30-Jährige: Immer glücklich, durch nichts aus der Ruhe zu bringen, macht ständig Scherze. Wahrscheinlich muss man sich diese unerträgliche Unbeschwertheit zulegen, wenn man Grundschullehrerin ist. Poppy lebt in London, gemeinsam mit ihrer Freundin Zoe, ebenfalls Grundschullehrerin, und sie macht, was ihr gefällt. Geht aus, baggert den Bibliothekar an, Trampolinspringen, Flamencotanzen. Und sie nimmt Fahrstunden bei Scott, dem Gegenteil von Poppy: Er ist griesgrämig, unentspannt, unzufrieden. Doch auch wenn er sich nichts anmerken lässt, scheint er Poppy ganz heimlich für ihre Entspanntheit zu bewundern.
Auch wenn diese Poppy mit ihrer extremen guten Laune zwischenzeitlich ziemlich nervt, ist das ein schöner Film. Weil er zeigt, wie schön das Leben sein kann. Weil die Personen so echt wirken. Weil er auf doofe Liebesklischees verzichtet. Und so ein schönes Ende hat.

FILM: The Neighbor

Auf dem Weg nach Dubai gab’s aufgrund des Alters des Flugzeugs leider nur die Bordfernseher, so dass nur ein Film lief: „The Neighbor“. Ein Film, den ich unter normalen Umständen wohl nie geschaut hätte, aber irgendwie muss man ja die Zeit totschlagen, wenn die Babys schreien und man nicht schlafen kann. Der Stoff: Wohlhabende Businessfrau führt die perfekte Beziehung und will ihren Nachbarn loswerden, weil sie ihre Wohnung vergrößern will. Schließlich plant sie mit ihrem perfekten Freund die Hochzeit und darauffolgend einen guten Satz Kinder. Doch der Nachbar will nicht so recht aus seiner Wohnung ausziehen und ist sowieso ein Künstler und führt ein nicht ganz so durchgeplantes Leben. Zur Hochzeit seiner Ex-Frau begleitet ihn die hübsche Nachbarin und dort lernen sich die beiden kennen und auch ein bisschen lieben. Doch bis zum Happy End gibt’s noch die ein oder andere Hürde zu nehmen. Fazit: Solide Schnulze ohne große Tiefen.

The Mentalist

Keine neue Lieblingsserie, aber doch nicht so schlecht, wie ich zunächst dachte. Der Typ ist Patrick Jane, ein ehemaliger TV-Star, der nun mit seinen hellseherischen Kräften der Polizei bei ihren Ermittlungen hilft. Das macht er auf höchst verschrobene Art. Er eckt mit seinen Ermittlungen an, wo er nur kann, geht immer den unkonventionellen Weg – und weil es sonst ja keinen Spaß machen würde, löst so alle möglichen Fälle. Unterschwellig ist er aber immer auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau und Tochter. Ein smarter Typ mit einer dunklen Vergangenheit – mir ist das alles ein bisschen zu glatt (blond, blauäugig, puh). Oder vielleicht auch zu wenig trashig (wie im Fall von Horatio). Trotzdem geht von dieser Serie eine gewisse Faszination aus. Welche, kann ich nicht so genau sagen. Wollte nur vorbeugen, dass ich eventuell doch noch zum Fan werde.