FILM: Match Point

Wie heißt es so schön? Woody Allen muss man mögen. Oder eben nicht. Es gibt viele, die die Filme von ihm einfach nicht ertragen können. Warum das so ist, kann ich leider nicht nachvollziehen, weil ich bisher noch keinen geschaut habe, den ich so richtig scheiße gefunden habe. Irgendetwas hatten sie immer. Und deshalb wollte ich auch „Match Point“ unbedingt schauen, sollte es doch ein ganz anderer, völlig untypischer Woody-Allen-Film sein.

Der Ex-Tennis-Profi Chris Wilton heuert in einem edlen Tennisclub als Lehrer an. Schon bald wird klar, dass er auf diese Weise nicht nur seinen Lebensunterhalt erwirtschaften will, sondern anhand der neu erworbenen Kontakte auch seinen sozialen Aufstieg plant. Als er dann Tom Ewett trainieren soll und dieser ihn sogleich in seine Familie einführt, scheint alles perfekt zu laufen. Er bandelt mit Toms Schwester Chloe an, die Liaison verschafft ihm einen lukrativen Job in einer der Familienfirmen, bald ist von Heirat die Rede. Wenn da nicht die schöne Nola wäre. Nola, gespielt von Scarlett Johansson, ist die Freundin von Tom, wahnsinnig scharf, (natürlich, wahrscheinlich kommt Frau Johansson aus dieser Art von Rollen einfach nicht mehr raus) und ein hoffnungsloser Fall, was ihre Karriere als Schauspielerin angeht. Natürlich hat Chris etwas mit ihr und als Tom sich irgendwann dann doch von ihr trennt, haben die beiden schon bald eine handfeste Affäre. Als Nola dann schwanger wird, muss sich Chris entscheiden. Soll er seinen sozialen Aufstieg gegen die leidenschaftliche Liebe mit beschränkten Karriereaussichten aufgeben? Chris entscheidet sich. Zwischen den beiden Welten, Frauen und Zukunftschancen und setzt dabei noch einmal alles auf eine Karte.

Während sich Chris in einer ganz normalen Hollywood-Schmonzette für die große Liebe entschieden hätte, ist Chris bei Woody Allen ganz und gar pragmatisch. Auf brutale Art und Weise beendet er die Affäre mit der schönen Nola. Doch so ganz scheint ihm der „Match Point“ zunächst nicht gelungen zu sein.

Lange, lange habe ich über den Film nachgedacht. Klar, super, dass Woody Allen nicht die immer gleiche moderne „Aschenputtel“-Geschichte erzählt hat. Der Film ist gelungen, keine Frage. Doch trotzdem hinterließ „Match Point“ bei mir eine Unzufriedenheit. Viel zu lang dauerte es, bis Allen zum Punkt kommt. War es wirklich notwendig, das Kennenlernen und gesellschaftliche Leben der Familie in dieser Detailverliebtheit darzustellen? Die immer wieder kehrenden Operbesuche, das ewige Dahingeplänkel zwischen Chris und Chloe, die Hochzeit des Bruders mit dieser anderen Frau, die sicherlich sehr ansehnliche Leidenschaft zwischen Chris und Nola, die meiner Meinung aber vor allem dazu diente, dem (männlichen) Zuschauer (noch einmal) Scarlett Johansson zu präsentieren. Das alles hätte man meiner Meinung nach straffen können, weil es dem Film ein wenig Schnelligkeit verliehen hätte. Eine Schnelligkeit, die er verdient hätte, allein um dem Bild des Tennisspiels (Match Point, gell?) gerecht zu werden.

Film: Margarete Steiff

Mannmannmann, ist ja schön, dass alles so authentisch sein sollte. Aber dieser schwäbische Akzent, der gehört einfach verboten! Und kein Grund, Heike Makatsch jetzt nicht mehr zu mögen. Hat sie gut gemacht, fand ich.

(Ich danke meiner Mutter, die für diesen Film ‚CSI Miami‘ geopfert hat!)

FILM: King Kong

187 Minuten im Kino. 187 netto, weil vorneweg gab’s jede Menge Werbung. Und zwischendurch auch noch eine Pause von schätzungsweise 15 Minuten. 187 Minuten, um die Geschichte von King Kong zu sehen, einen Remake des Klassikers aus dem Jahr 1933. Und es war lang.
Auch das Remake spielt in der Zeit der großen Depression. New York. Regisseur Carl Denham (Jack Black) will unbedingt diesen Film drehen. Diesen Film über die unentdeckte Insel Skull Island mitten im Pazifik. Nur mit Mühe gelingt es ihm, eine Hauptdarstellerin (Naomi Watts als Anne Darrow) zu finden, den Drehbuchschreiber (Adrien Brody als Jack Driscoll) zum Mitreisen zu bringen und die Crew des Schiffs zu überreden, ihn zu dieser Insel zu fahren. Dort angekommen treffen sie erst einmal auf eine Menge Eingeborene und schließlich auch auf den großen Affen, der sich sogleich in die blonde Anne verliebt. Als Denham dann in den Unwägbarkeiten des Dschungels seine Kamera und Filme verliert, bleibt nur noch eine Möglichkeit, die Erlebnisse zu Geld zu machen: Der Affe muss mit nach New York und der Weltöffentlichkeit präsentiert werden.
Nun ja, wer hier regelmäßig die Texte über Filme liest, wird vielleicht bemerkt haben, dass diese Art von Kinounterhaltung nicht die meine ist. Viel lieber schaue ich mir die kleineren Filme an, die leisen. Und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich mir diesen Film auch nie angeschaut. Warum? Ich kann das erklären.
Ich schaue mir gerne Filme an, die mir etwas erzählen wollen. Dieser Film will mir nur am Rande eine Geschichte erzählen. Es scheint eher, als ob er gemacht wurde, um dem Volk mal wieder zu zeigen, welche tollen Special-Effekte mittlerweile schon möglich sind. Wie eklig Tiere im Dschungel aussehen können (igitt, Riesenpenisse) und wie toll sich computeranimierte Dinosaurier mit Riesenaffen prügeln können. All diese Szenen waren immer ewig in die Länge gezogen. Die Hälfte der Zeit in diesen Kämpfen hätte völlig genügt.
Ich schaue mir gern Filme an, in denen die Hauptdarsteller mehr als einen Blick können. Könnte sein, dass ich mir nie wieder Filme mit Naomi Watts ansehen werde. Die gute Frau hatte genau einen Gesichtsausdruck drauf und den könnt ihr, liebe Leser, auf allen Filmplakaten sehen. Einziger Lichtblick: Jack Black (Was finden Frauen bitteschön an Adrien Brody? Ist es etwa die Nase????)
Tja. Leider haben sich all meine Vorurteile gegenüber dieser Art von Filmen bestätigt. Und wären da nicht noch diese vielen Kinder gewesen, die allesamt garantiert noch nicht das 12. Lebensjahr erreicht hatten, wäre es vielleicht auch nicht ganz so nervend gewesen. Oder wenn die 14-jährigen Mädels hinter mir, die sich den Film garantiert nur angesehen haben, um heute auf dem Schulhof die „größeren“ Jungs zu beeindrucken. Zugehört haben die nämlich kaum. Lieber traten sie von hinten gegen meinen Sessel und quatschten lautstark. Keine guten Voraussetzungen, aber Peter Jackson hätte sich auch wirklich etwas mehr Mühe geben und sich kürzer fassen können.
Aber sicherlich wird es dem Mann meines Herzens irgendwann wieder gelingen, mich noch einmal in sowas zu schleppen. Und vielleicht ändere ich ja dann meine Meinung. Bis dahin schaue ich mir aber weiter die kleinen Filme an. Und da gibt es im Januar gleich zwei, die ich dringend sehen muss.

FILM: Manderlay

Amerika in den 30er Jahren. Wo „Dogville“ aufhört, knüpft „Manderlay“ an. Grace und ihr Vater verlassen das heruntergebrannte Dorf Dogville und landen bei neuerlichen Jagdzügen der Gangsterbande in Manderlay, einem Grundstück, das verriegelt und umzäunt vor ihnen liegt. Plötzlich klopft eine junge Afroamerikanerin an das Fenster des Autos und bittet Grace ihr zu folgen. Sie tut es und erfährt so, dass die Menschen in Manderlay ein Leben führen, das es seit der Abschaffung der Sklaverei vor 70 Jahren nicht mehr geben sollte. Grace – von Idealismus gepackt – beschließt einzugreifen. Und als die Hausherrin plötzlich stirbt, scheint die Freiheit für alle zum Greifen nah. Doch das Leben wird nicht einfacher. Zu sehr sind die Bewohner gewöhnt, das zu tun, was man ihnen sagt. Zu sehr folgen sie noch immer ihren Ritualen. Doch Grace gelingt es, einige aufzubrechen – zumindest zeitweise.
„Manderlay“ ist der zweite Teil von Lars von Triers Trilogie über Amerika. Ähnlich wie „Dogville“ wurde er in einer großen Halle gedreht, minimalistisch, auf die Personen und wichtigsten Utensilien beschränkt. Wieder führt ein Erzähler durch das Geschehen. Die zentralen Rollen sind allesamt neu besetzt, was bei mir gemischte Gefühle hinterließ, fand ich doch Nicole Kidman in dieser Rolle durchaus passend. Trotzdem hat Bryce Dallas Howard ihre Sache super gemacht. Sie wirkt ähnlich zerbrechlich und es gelang ihr, den Enthusiasmus aber auch die Blauäugigkeit dieser Grace gut zu verkörpern. Allerdings nahm ich ihr nicht ab, dass sie das Geschehen in „Dogville“ mitgemacht hatte. Dafür war sie dann wiederum zu idealistisch und blauäugig. Aber vielleicht sollte das ja auch so sein.
Wie auch bei „Dogville“ hinterließ der Abspann trotz der schlimmen Bilder, die dort gezeigt wurden, ein seliges Lächeln. Das lag zum einen daran, dass ich gerade einen sehr guten Film gesehen hatte. Und zum anderen daran, dass der Abspann, mit David Bowies „Young American“ unterlegt war.

Vorm Fernseher

Alt, aber immer wieder gerne. Wie Thomas Gottschalk Kevin Kuranyi (uuh, schreibt der sich so?) in der Mercedes B-Klasse (B-Klasse??? Was es alles gibt…) ankündigt. Und wie dieser dann verkünden darf, dass er derzeit für Microsoft Werbung macht. Als ob es nichts Besseres gibt, worüber man reden könnte. Und der Rest? Indiskutabel. Und dann auch noch in Düsseldorf.
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Und dann noch in „Der Tunnel“ reingeschaut. Dieses „Fernsehereignis“ hatte ich damals wohl mit Absicht verpasst. Aber die bezaubernde Nicolette Krebitz (Apropos, ich kenne da jemanden, der hätte ihr vor ein paar Jahren die Welt zu Füßen gelegt. Immer noch?), der immer gleiche Heino Ferch. Ich hab ein bisschen die Fliegerbrille aus „Die Luftbrücke“ vermisst. Der kann wohl auch nur ein Gesicht.
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Und weil ich ja die ganzen Wochen ohne war, danach auch noch „Genial daneben“. Hab ich noch nie richtig geguckt. Musste jetzt auch flüchten. Ich kann ja dieses Gekreische von Hella von Sinnen nicht so richtig ertragen. Und – vielleicht besser spät als nie – der Helge Schneider… Aber vielleicht wird der ja auch einfach witziger?
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So, nun reicht’s aber. Ich geh ins Bett.

FILM: L’Auberge Espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg

Man kann durchaus behaupten, dass ich das Schreiben dieses Textes vor mir her geschoben habe. Am Mittwoch war ich im Kino, heute ist Samstag, klar, ich habe gearbeitet, aber es gab schon Filme, da hatte ich wirklich Lust, etwas zu ihnen zu sagen.
Schon den ersten Teil wollte ich eigentlich nicht sehen und tat es dann doch, weil er im genialen Freiluftkino in Duisburg lief. Damals verbrachte der 25-jährige Wirtschaftsstudent sein Austauschsemester in Barcelona und lernte viele tolle Menschen kennen. So wie es wohl jeder Student in einem seiner Auslandssemester tut. Deshalb war der Film womöglich auch ein Erfolg. Und weil ja alle älter werden, dachte man sich, dass auch die Geschichte von Xavier die ehemaligen Studenten interessieren könnte.
Xavier, mittlerweile 29 Jahre alt, der sich im ersten Teil damit verabschiedete, nun in die schreibende Zunft zu wechseln, schlägt sich mit allerlei Auftragsarbeiten herum. Hier eine Liebesgeschichte für die Tageszeitung, dort eine kleine Lokalgeschichte oder ein Drehbuch für eine Weihnachtsschmonzette. Privat hangelt er sich von einer Liebschaft zur nächsten, immer auf der Suche nach der noch größeren, tolleren Liebe. Klar, da ist er wie viele 30-Jährige von heute.
Spannender wird sein Leben, als er den Auftrag erhält, ein Drehbuch in englischer Sprache zu verfassen. So trifft er nämlich Wendy wieder, die hinreißende Engländerin, mit der er in Barcelona die WG geteilt hat. Als sich die gesamte Bande (haha, welch Scheißwort, aber Clique ist noch doofer) dann in St. Petersburg bei der Hochzeit von Wendys Bruder wiedertrifft, kapiert Xavier endlich was er wirklich will.
Der Film ist nett. Und das meine ich genau so wie Frauen Männer bezeichnen, mit denen man zwar wunderbare Gespräche führen kann, die aber ansonsten langweilig sind.

„Das Leben ist kein bunter Teller.“ Sagt Hubertus Heil, SPD-Generalsekretär auf Phoenix. Zur besten Sendezeit. Recht hat er.

Harry Potter und der Feuerkelch

Am Samstag, als es bereits zu spät war, dem Mann meines Herzens nach Göttingen zu folgen, entschloss ich mich, nicht mehr zu warten. Denn eigentlich wollte ich den Film ja mit der Frankfurter Freundin schauen (Ob sie mir jemals verzeiht?). Schlappe 9,90 Euro kostet die Abendvorstellung mittlerweile, wer dann noch Popcorn und ein Getränk für das 145-Minuten-Drama ordert, muss mindestens 16 Euro hinlegen. Taten aber genügend Menschen, so dass ich um viertel nach acht zwischen allerlei Pärchen („Bist du Fan oder musstest du mitgehen?“), Kindern (über zwölf) und Cliquen („Will noch jemand Eis?“ – „Hier!“) saß.
Ich erspare mir an dieser Stelle den Inhalt des Films zu rekapitulieren, denn ich glaube, dass bei den Potter-Filmen gilt: Wer die Bücher nicht gelesen hat, guckt sich den Film auch nicht an. Insbesondere bei diesem vierten Film muss ich auch sagen, dass die Lektüre wirklich notwendig war. Viel zu sehr kam es mir so vor, als ob durch das Geschehen gehetzt wurde. Deshalb wirkten die Dialoge oftmals furchtbar platt, die Handlung sprang vor sich hin und wirklich Spaß machte das Schauen dadurch nicht. Trotzdem schaffen es die Regisseure immer wieder, den Film so zu inszenieren, dass ich nicht wütend aus dem Kino gehe. Klar, war das Buch besser, das vierte war übrigens mein liebstes bisher, aber der Film war schon auch gut. Sehr zu empfehlen übrigens die Szenen, in denen Harry auf Lord Voldemort trifft, aber jetzt bin ich ruhig, denn sonst verliere ich mich nur in Details.

„Die Luftbrücke“ auf Sat.1. Großes Gefühlsdrama in historischem Gewand. Hätte man auch in 90 Minuten erzählen können. Aber nein, muss man groß ausschlachten. Morgen dann der zweite Teil. Puh.

FILM: In den Schuhen meiner Schwester

Unter normalen Umständen hätte ich mir diesen Film nicht angeschaut. Aber es gab dann aus beruflichen Gründen einige Argumente, sich diese Schmonzette mit Cameron Diaz doch anzuschauen. Übrigens, es gibt mehrere Szenen, in denen sie ihren gestählten Körper in einem knappen Bikini durch die Kulisse bewegt, ein Muss für alle Cameron-Diaz-Fans. Wahnsinnig durchtrainiert, diese Frau, muss man schon sagen.
Maggie und Rose sind Schwestern, ihre Mutter ist früh gestorben, zu ihrer Stiefmutter konnten sie nie so richtig ein Verhältnis aufbauen, so dass das Band zwischen den beiden eng ist. Wäre da nicht die Verwandschaft – unterschiedlicher können diese Frauen kaum sein. Maggie, die Draufgängerin, die ständig ihren Job verliert, dafür aber keine Probleme hat, einen Mann aufzutun. Rose, die Anwältin, die ein biederes Leben führt, und sich zum Trost mit jeder Menge Schuhen eindeckt. Nur diese zu tragen, das traut sie sich nicht.
Als Maggie dann Roses neuste Eroberung flach legt und Rose die beiden erwischt, kommt es zum großen Streit zwischen den beiden. Maggie flüchtet zu ihrer Großmutter nach Florida und Rose hängt den Job an den Nagel und kommt ihrem ehemaligen Kollegen beim Essen näher. Doch so richtig gelingt es Rose nicht, glücklich zu sein, zu sehr fehlt ihr die Schwester, die trotz aller Strapazen ihre beste Freundin ist.
Klingt herzzerreißend? Ist es in Teilen auch. Trotzdem gelingt es dem Regisseur Curtis Hansen, dessen andere Filme (z.B. The Wonderboys) immer noch auf dem Muss-ich-sehen-Stapel liegen, nicht ins Peinliche, Überdrehte, Nervende abzudriften. Eine Schmonzette, die nur zum Teilen eine ist, und die man sich deshalb durchaus anschauen kann. Vielleicht geh ich ja doch wieder öfter in so genannte Frauen-Filme…