Noch 100 Seiten bis Dumbledore stirbt. Das dürfte heute doch zu schaffen sein.
FILM: Die Stille nach dem Schuss
Gerade gesehen. Ein weiteres Kapitel deutscher Geschichte. Terroristen, die in der Bundesrepublik gesucht wurden, tauchen im Osten unter, werden dort von den „Behörden“ versteckt. Das geht so lange einigermaßen gut, bis 1989 die Mauer fällt.
Rita Vogt ist die tragende Person in diesem Film von Volker Schlöndorff. Sie sagt sich von ihren Terroristenfreunden los, um ein Leben im Osten zu führen. Angepasst, an die Idee glaubend. Sie trifft auf Tatjana, ein Mädchen, was mit ihrer gescheiterten Ehe zu kämpfen hat. Sie trinkt und muss, als Ritas Identität aufzufliegen droht, ins Gefängnis. Rita hingegen erhält eine zweite Chance. Durch ihren Job lernt sie als Begleiterin eines Ferienlagers Jochen kennen. Die beiden verlieben sich ineinander. Doch dann will er, dass sie ihn heiratet und nach Moskau begleitet. Doch das geht nicht.
Ja, mir hat der Film gefallen. Irgendwie. Auch wenn mir ein wirklicher Höhepunkt gefehlt hat. Die Handlung schien so vor sich hin zu plätschern. Erst war Rita hier, dann dort und dann noch einmal woanders. Ich weiß nicht, ob der Film vielleicht gewonnen hätte, wenn man tiefer in die Psyche dieser Figur Rita eingedrungen wäre.
Scotty ist tot.
Und die dazu wirklich beste Zeile hat meiner Meinung nach die Tagesschau gemacht: Scotty im Alter von 85 Jahren „raufgebeamt“.
Wo geht’s denn hier nach Wolmirstedt?
Es ist schon seltsam, wie sehr die vorbeifahrenden Autofahrer auf das lokale Wissen einer am Straßenrand Wartenden vertrauen. Zuerst der Barleber See, dann die Tankstelle gestern. Heute war es dann der Weg nach Wolmirstedt. Ungefähr wusste ich den Weg, doch als die beiden bemerkten, dass die herkömmliche Straße dorthin gesperrt sei, musste ich wiederum passen. Vielleicht sollte ich mir ein Schild umhängen. „Bitte nichts fragen, habe eh keine Ahnung“. Oder beim nächsten Mal einfach mit „Nix verstehen“ antworten. Hat ja eh den selben Effekt.
„Wissen Sie, wo hier eine Tankstelle ist?“, frage sie aus ihrem Auto heraus. „Keine Ahnung“, antwortete ich, „Ich weiß lediglich, dass auf dieser Hauptstraße durch den Ort keine ist.“ Alles war gesagt, dachte ich. Bis diese Frau folgendes erwiderte: „Ja, aber was sollen wir denn jetzt machen?“
Und dann war heute der erste Tag, an dem keiner beim ansässigen Fleisch- und Wurstwarenhandel anstand.
….
„Ich will nicht mehr“, sagt er. Die Antwort darauf ist wahrlich schwer.
Und sonst?
Potter lesen. Erst auf Seite 124.
(Natürlich war das Buch gestern um halb elf in meinem kleinen Heimatörtchen bereits ausverkauft. Aber die nächstgelegene Stadt war um einiges besser bestückt. Hinter mir erstand dann ein Mann um die 40 ebenfalls ein Exemplar. Er sah nicht so aus, als ob er Vater ist.)
…
Und dann ist da immer wieder diese unendliche Stille. Drückend lastet sie auf allen. Worte bleiben unausgesprochen. Was soll man auch sagen. Man ist da. Einfach nur anwesend. Er redet kaum noch. Es strengt an, wie so vieles in diesen Tagen. Dünn ist er geworden, zu dünn würde meine Oma sagen, wenn sie sich darum noch sorgen könnte. Doch die, die hat andere Sorgen. Dinge wie die frisch gewaschenen Socken beschäftigen sie, die richtige Länge ihrer Oberteile. Oder der Sitz ihrer Dritten. ‚Das könnt ihr nicht verstehen‘, sagt sie immer, wenn wir ihr zureden, dass sie gut gekleidet und der Termin mit dem Zahnarzt bereits gemacht ist. Kleine Sorgen sind für sie große, denn letztere hat sie nicht mehr.
Ungläubig schauten meine Eltern, als ich ihnen die Zeitung zeigte, in der der Name meines Weblogs stand. „Und warum steht das da drin?“, fragte die Mutter ungläubig. „Schwer zu sagen“, meinte ich.