Sprachlos

Wenn aus Ungeduld Ärger wird.
Über alles.
Den heutigen Tag.
Den morgigen Tag.
Den Rest der Woche.
Den nächsten Montag.
Und des Jahres.
Schlecht geschlafen.
Viel zu viel nachgedacht.
Kurz sein. Oberflächlich. Nichts anmerken lassen.
Keine langen Erklärungen.
Will nicht verletzen.
Oder verletzt werden.
Höchstens 4 Worte pro Satz.
Zählen Zahlen als Wort?
Mist.

Warten

Ungeduldig bin ich. Und dass nicht nur, als Antwort auf die Frage, welche Schwächen ich habe. Ich bin immer ungeduldig. In allen Lebenslagen. Deshalb hasse ich das Warten. Es macht mich krank.

Ich will am liebsten gleich wissen, ob mich eine Firma haben will. Entweder es passt. Oder eben nicht.

Ich will nicht warten, bis die Nudeln endlich durch sind. Rein ins Wasser. Und wenn es Soße gibt, dann sollen sie genau dann fertig sein, wenn die Soße es auch ist.

Ich will nicht warten, bis der Tee lange genug gezogen ist. Deshalb trinke ich ihn wahrscheinlich auch immer anregend. Tee rein, Wasser drauf, Tee raus. Fertig.

Ich will nicht warten, bis das verdiente Geld vom vorherigen Monat endlich auf meinem Konto ist. Ich habe gearbeitet und dann sollte es gefälligst auch da sein. Am besten bar auf die Hand. Dann weiß ich wenigstens, das ich was getan habe.

Ich will nicht auf E-Mails warten. Ich will sie bekommen, wenn ich online gehe. Und nicht erst dann, wenn der andere es geschafft hat, sie zu schreiben.

Ich will gleich wissen, was ich geschenkt bekomme. Und mir nicht diese gemeinen Sprüche anhören: „Ich schenke dir was ganz tolles“ – und dann nicht erfahren, was es ist. Das ist gemein. Dafür bin ich zu neugierig.

Ich will endlich das Ergebnis meiner Diplomarbeit wissen. Denn ich habe nun schon viel zu lange darauf gewartet. Fast fünf Monate. Das ist wirklich zuviel.

Und ich will nicht auf liebgewonnene Menschen warten, die sich in der Welt herumtreiben. Viel zulange hab ich auch darauf gewartet. Was soll das bringen?

Noch weitere 6 Tage.

Kopfgespräche

Nu isses schon wieder 14 Tage her. Und ich könnt schon wieder. Bin ich lieb?
Das kleine Engelchen sagte: „Na klar, bist du lieb. Du magst ihn doch.“
Das kleine Teufelchen sagte: „Scheiß drauf. Mach, was du willst!“
Zum Engelchen sage ich: „Ich weiß nicht. Wahrscheinlich hast du recht, kleines Engelchen.“
Und zum Teufelchen sage ich: „Und wenn das Warten nicht gelohnt hat, dann wünsch ich mir’s. Ein Anruf genügt.“
Basta.

Wetten dass…?

Wetten, dass es niemanden gelingt, diese Show totzuschreiben? Ich weiß nicht, was in den vielen Deutschen vorgeht, die sechsmal im Jahr den Samstagabend mit Thomas Gottschalk verbringen. Früher war es ja gut, damals, als ich vorher mit meinem Bruder in der Badewanne saß, wir mit Indianern auf den Schwämmen, die Flöße waren, spielten, und dann eingewickelt in Bademantel und dicke Decke Chips essen durften und Orangensaft tranken. Und es war auch noch in Ordnung, als wir dann separat badeten und trotzdem den Samstagabend mit den Eltern gemeinsam verbrachten. Mittlerweile sind diese Zeiten Jahre her und nichts hat sich verändert. Nur, dass Thomas Gottschalk ein bisschen älter geworden ist, noch mehr dummes Zeug labert und nicht mehr ganz so schräge Klamotten trägt – man wird ja älter. Er überzieht immer noch. Die Witze stammen aus dieser Zeit und es macht einfach gar keinen Spaß zuzugucken.

Jede Kritik an diesem Format, an diesem Mann prallt einfach nur ab. Egal, wie viele Zeitungen meckern. Die Deutschen lieben ihren Thommie. Obwohl er nicht mal mehr hier wohnt.
Sind es die vielen Super-Stars? Sind es seine blonden Locken? Und noch viel schlimmer: Werde ich auch irgendwann auch mit meinen Kindern vor dem Fernseher sitzen und diese Sendung schauen?

Ich hoffe, dass mir das erspart bleibt.

FILM: Love Actually

Ganz ehrlich: ein wirklich grässlicher Weihnachtsfilm. Mit viel Liebe, Herzschmerz und Weihnachten. Denn zu Weihnachten sagen wir die Wahrheit und gestehen denen die Liebe, die wir am liebsten haben.

Genau das will uns „Love Actually“ sagen. Viele verschiedene Paare finden sich. Von der Büroangestellten, über Porno-Lichtdouble bis hin zu dem Jungen, der seine Schulkameradin vergöttert. Nicht zu vergessen der Premierminister, der sich letztendlich in die vorher gefeuerte Sekretärin verliebt. A propos Premierminister. Dieser wird von Hugh Grant gespielt und ich muss ja zugeben, dass ich mir nach „4 Hochzeiten und ein Todesfall“ keinen Film von ihm angeschaut habe.

Aus Prinzip. Ähnliches tue ich mit Filmen von Leonardo di Caprio (ich bin wahrscheinlich die einzige, die „Titanic“ nicht gesehen habe), Tom Hanks und Julia Roberts. Aber ich komme vom eigentlichen Thema ab.

Auch in diesem Film gefällt mir Hugh Grant gar nicht, überhaupt hätte man diese Geschichte aus dem sowieso mit Handlungssträngen überfüllten Film weglassen können. Ein durchgeknallter Premierminister, der Single ist und sich dann in die Sekretärin verliebt – wie rührend. Natürlich darf auch eine Gaga-Tanzszene vor Augen der strengen Mitarbeiterin nicht fehlen.

Nein. Auch die Tatsache, dass das Regisseur Richard Curtis eine Menge Stars für den Film gewinnen konnte, tröstet nicht darüber hinweg, dass „Love Actually“ nichts für mich war. Schade. Oder auch nicht.

FILM: Finding Nemo

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich mir einen Trickfilm im Kino angesehen habe. Ja, ich habe Monster AG nicht gesehen, ebenso wie die Toy-Story-Filme und auch Skretch oder wie er hieß gingen von mir ungesehen in die Kinosäle und wieder hinaus. Alles ein großer Zufall also, dass ich heute Nachmittag mit einer lieben Freundin ins Kino ging und mir diesen Film anschaute. Was soll ich sagen, zwei Worte geben treffend wieder, wie ich ihn fand: So süß! Und ich bin mir ganz sicher, die Kinder vor mir haben lauter gelacht als ich…

Es geht um den Clownfisch Marlin, der seinen Sohn Nemo sucht. Der wurde von einem Fischer gefangen und in dessen Aquarium in Sydney gebracht. Auf dem langen Weg nach Sydney begegnet Marlin Dory, die an eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses leidet. Gemeinsam nehmen es mit drei Haien auf, die keinen Fisch mehr essen wollen, durchqueren ein Rudel von Feuerquallen, treffen die total durchgeknallten Schildkröten (so süß!!!).
Und was ein echter Kinderfilm ist, so hat auch dieser ein Happy End, in dem sich Vater und Sohn wieder haben und gemeinsam mit Dory wieder im Korallenriff leben.

„Finding Nemo“ ist unheimlich liebevoll erzählt, hat wunderbare Dialoge mit viel Wortwitz und die Figuren sind sehr detailgenau gezeichnet.
Vielleicht leihe ich mir jetzt auch mal die Vorgänger aus. Sie scheinen gut zu sein…

Der Bindestrich

Auch ich neige mittlerweile dazu, ihn öfter mal anzuwenden. Es ist zwar noch nicht so schlimm, wie bei anderen, insbesondere Kollegen. Welch wunderbarer Grund: „Die Lesbarkeit sollte neben der Verständlichkeit stets oberste Maxime beim Schreiben sein. Eine Wortkette aus mehr als 30 Buchstaben erweist sich für das lesende Auge bisweilen als Stolperstein und führt zu Irritationen. Ein sinnvoll gesetzter Bindestrich kann Abhilfe schaffen und den Lesefluss glätten.“ (spiegel.de)

Das Kondom des Grauens

Normalerweise sind wir alle immer auf der Suche nach dem zweiten Socken. Deshalb haben wir sehr bald begonnen, nur schwarze zu tragen – damit es nicht zu sehr auffällt, wenn man mal einen anderen als den zweiten anzieht.
Auch suchen wir immer wieder nach der Brille, obwohl sie auf der Nase sitzt und nach der Haarbürste, die plötzlich in der Schreibtischschublade verborgen ist oder der Tampon, weil auch dieser sich in den tiefsten Weiten der Handtasche versteckt hat.
Was aber tun, wenn das Kondom weg ist? Das Gummi, welches allein den Auftrag hat, den Austausch von Körperflüssigkeiten zu verhindern? Das Verhüterli, welches immer zwischen dem Stellungswechsel noch prachtvoll auf ihm saß, perfekt und angegossen.
Einfach weg. Verschwunden. Nicht auf dem erschöpften Partner, nicht auf dem eigenen Körper, nicht in ihm drin. Keine Spur auf dem Bettlaken. In den Bettritzen, unter dem Bett.
Auch nicht nach mehrfachen Suchen.

DVD: Coldplay

Wer einmal bei einem Konzert von Coldplay war, weiß, dass die Jungs aus England einfach grandios sind. Das haben nun auch die Amerikaner mitbekommen, die Coldplay zunächst auf ihrer Tour durch die Staaten und dann auf den letzten MTV American Music Awards feierten. Jetzt ist endlich die DVD zur legendären Tour erschienen.

Sicher, nicht jeder mag die beiden CDs von der Band um Chris Martin. Vielen erscheinen die Songs zu kuschelig, langsam und für ein gutes Konzert eindeutig ungeeignet. Bei dieser Band, die sich übrigens an einem englischen College zusammenfand, liegt man mit dieser Einschätzung jedoch falsch: Wer dann doch auf einem der Konzerte in Deutschland im letzten Winter war, war schier begeistert. Denn die Band schafft es, mitzureißen. Kuschelsongs werden plötzlich rockig, schnelle Beats wechseln sich mit langsamen perfekt ab. Zusätzlich eine wohl abgestimmte Lichtshow und einen Chris Martin, der auf der Bühne wirklich alles gibt!

Sitzt er am Klavier, wie bei „The Scientist“, hat der 26-Jährige eine solche Präsenz, dass es einem kalt dem Rücken herunter läuft. Tanzt er auf der Bühne bei „Trouble“ wild umher, möchte man einfach nur mit ihm tanzen. Wild. Auf der Bühne alles geben!
Aber auch andere Songs bringen auch auf der DVD die phänomenale Stimmung des Konzertes rüber. Besonders schön „Trouble“ und Everything’s not lost“. Bei „Yellow“ bekommt der Zuschauer neben der Band zusätzlich noch eine perfekte Lichtshow geboten.

Auf der DVD ist außerdem eine 40-minütige Reportage über den Konzert-Verlauf, in dem die Jungs immer wieder auf ihre Aktion „Make trade fair“ hinweisen. Grund: Chris Martin reiste im Februar diesen Jahres für Oxfam herum und unterstützte eine Kampagne zur Änderung der Welthandelsgesetze. Seitdem trägt er auf allen Konzerten auf der rechten Handrücken „Make trade fair“.

Wer selbst das Glück hatte, Coldplay einmal live zu sehen, wird verstehen: Diese DVD ist bestens geeignet, in Erinnerungen zu schwelgen und leise vor sich hin zu träumen.

Der Eindringling

Für eine kurze Zeit war sie da. Auf leisen Pfoten hat sie sich in mein Badezimmer eingeschlichen, lag einfach da. Auf dem Waschbeckenrand, neben der Zahnpastatube. Auch als ihr Besitzer längst wieder am anderen Ende der Stadt war. Komisches Gefühl. Und bei jedem Gang ins Badezimmer beäugte ich sie kritisch. Sie bewegte sich nicht. Gehörte sie da wirklich hin? Sollte ich sie nicht einfach mit zu den anderen Zahnbürsten tun, die für liebe Freundinnen reserviert waren?
Ich traute mich nicht, glaubte, dass, wenn ich sie bewegte, etwas kaputt machen könnte. Etwas, was ich selbst noch gar nicht definieren konnte. Ein paar Stunden später legte meine eigene Zahnbürste zu ihr. Einfach so. Sie vertrugen sich gut.
Als sie am Dienstagmorgen wieder das Haus verließ, hatte ich mich gerade an sie gewöhnt. Mal sehen, ob sie mich bald wieder besucht. Willkommen ist sie.