Seenot

Tausende Gedanken schossen in meinen Kopf, als ich heute am einzigen zum Baden freigegebenen See lag und mir die Sonne auf den nackten Bauch schien: Werden diese Bauchnabelpiercings nicht verdammt heiß?

Warum sind die Mädels hier sogar am See geschminkt (nein, nicht nur die Augen, sondern Make up) und warum kann ich jetzt nicht an meinem Da-war-ich-im-letzten-Sommer-ständig-See in Potsdam liegen.

Tja. Und dann bin ich eingeschlafen. Das ging dort übrigens auch immer gut.

Premium Content: Herrenkleidung

Sobald die Sonne uns mit warmen Strahlen verwöhnt, drehen die meisten von uns durch. Reißen sich die Klamotten vom Leib, was mal hübsch, mal weniger schön anzusehen ist. Das ist nicht allzu schlimm, haben doch die meisten es nicht geschafft, während der langen Frühlingszeit die überflüssigen Pfunde abzutrainieren.

Schlimm ist es allerdings, wenn der eine oder andere seine Umwelt mit furchtbarem Stil belastet. Ja, Ihr lieben Männer, diesmal soll es wieder einmal um euch gehen. Nur noch mal vorneweg: Es ist völlig in Ordnung, wenn auch ihr uns mehr als einen Vorgeschmack auf euren stählernden Körper bieten wollt. Doch solltet ihr hierbei auch das richtige Maß wahren.

Fehler Nr. 1: die Hosen. Sind kurze Hosen drin? Ja, aber im Zweifel: Nein. Bedenkt, dass diese nie kürzer als bis zum Knie gehen sollten.

Fehler Nr. 2: Die Socken. Auch hier gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Zu kurzen Hosen niemals Socken, nein, auch schon gar nicht die sportlich weiße Variante, die sich irgendwie immer noch in euren Kleiderschränken herumtreibt. Geht einfach nicht! Umfragen im Bekanntenkreis kamen im Übrigen zu dem Ergebnis, dass Füßlinge bei Kerlen irgendwie schwul rüberkommen würden – eine Meinung, die ich nicht unbedingt teile, müssen eben diese halben Socken für die Umwelt nicht unbedingt sichtbar werden.

Fehler Nr. 3: Das Schuhwerk. Hier teilt sich die Meinung der Damenwelt. Es gibt Herren, die durchaus über die körperliche Ausstattung verfügen, Sandalen oder gar Flip Flops zu tragen. Und es gibt Frauen, die völlig darauf abfahren, genau wie es andere gibt, die jede Form von offenen Schuhen in der Männerwelt verurteilen. Wichtig ist nur eins: Wenn offene Schuhe, dann auf jeden Fall ohne Strümpfe!

So, und wenn ich morgen immer noch einen von Euch mit diesen verdammt kurzen Hosen in Kombination mit Tennissocken sehe, dann gibt’s was.

Wuschelig

Bereits im vergangenen Jahr empfingen mich die Kollegen jeden Morgen mit einem freundlichen Lächeln. Zunächst glaubte ich an ihre ganz hervorragende Laune, die Sonne schien, es war warm, keine Vorfälle also, warum man die Kollegen bei dem morgendlichen Gang durch die Gänge mit einem finsteren Gesicht begrüßen musste. Viele grinsten auch, als sie mich sahen. Darüber machte ich mir meist keine Gedanken, war ich doch auch viel zu sehr damit beschäftigt, den aufgeheizten Körper wieder einigermaßen auf Zimmertemperatur herunterzukühlen. Fahrrad am Morgen macht nun mal einen roten Kopf.

Eine sehr liebe Freundin begrüßte mich in ihrem morgendlichen Überschwang eines Morgens mit den Worten, wo ich mich denn rumgetrieben hätte. Sie zeigte auf meinen Kopf und wunderte sich über mein Haupthaar, welches ich meist – aus Mangel an Zeit – vom kühlen Fahrtwind auf dem Rad zu einem 1A-Wuschelkopf werden ließ.

Und nachdem mich heute die Sonne wieder einmal mit ihren warmen Strahlen begrüßte, schwang ich mich dynamisch auf mein Rad, was den Kollegen heute morgen dann zu einem ‚Na, Fahrrad gefahren?‘ hinreißen ließ. Wie es auf meinem Kopf aussah, erklärt sich von selbst.

Jeanette vs. Roxette

Das finde ich auch komisch an der Bravo. Wenn bei den CD-Empfehlungen immer dabei steht, welcher Musik die gerade vorgestellte denn ähnelt. Sollte Musik nicht irgendwie einmalig sein? Ist alles andere nicht nur ein Abklatsch des Originals?

Schwierig wird es nur, wenn bei der neuesten Hymne von Jeanette Biedermann daneben steht: Wie Roxette. Da weiß ich wirklich nicht, was schlimmer ist.

Kartoffeln

Und dann frage ich mich manchmal, wie das denn damals war. Damals, als irgendjemand auf die Idee kam, die Dinger, die wir heute Kartoffeln nennen, in heißes Wasser zu werfen, warten, bis sie weicher werden. Und sie dann zu verspeisen.

FILM: Being John Malkovich

Wie konnte ich diesen Film damals nur NICHT im Kino sehen? Ich könnte mich dafür immer noch treten.

Craig Schwartz ist Puppenspieler und damit wenig erfolgreich. Er hat eine Frau, die besessen von ihren Tieren ist und diese auch in der gemeinsamen Wohnung hält. Ihr zuliebe sucht er sich einen richtigen Job, einen Job als Archivar im siebeneinhalbten Stock eines Bürogebäudes. Fasziniert versucht er bei seiner Arbeitskollegin zu landen, die ihn, nachdem er seine wahre Berufung kundtut, abblitzen lässt. Zu allerlei Gefühlswirrung sorgt seine Entdeckung: Eine Tür, die direkt in den Kopf von John Malkovich führt. Er offenbart sich seiner Frau, die dieses Spielzeug zugleich ausprobieren möchte und glaubt sehr schnell ihre Zweigeschlechtigkeit entdeckt zu haben. Mit seiner Arbeitskollegin vermarktet er sehr bald den Trip in John, der bei dem ganzen Verkehr in seinem Kopf sehr schnell merkt, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmen kann.

Was wäre, wenn? Ja, wenn wir in der Lage wären, in den Körper eines anderen zu schlüpfen. Ihn beherrschen könnten, ihn so beeinflussen könnten, dass er nur die Personen liebt, die wir auch lieben. Eine ähnliche Geschichte kam vor einigen Monaten mit „Vergiss mein nicht“ ins Kino, dem – unverkennbar – ebenfalls ein Charlie-Kaufman-Skript zugrunde lag.

Schön aber auch, dass die Moral eine ähnliche ist: Wahre Liebe kann man nicht erzwingen. Und das ist doch ein schönes Schlusswort für einen verregneten Sonntag.

‚Kopf oder Bürger‘

„Dies ist der Aufruf zur Gründung einer solidarischen Kfz-Versicherung. Die Gefahren im Straßenverkehr sind inzwischen ein kollektives Risiko geworden, zu dessen Absicherung künftig alle Bürger ihren Beitrag leisten müssen. Wir denken an eine Bürger-Kfz-Versicherung, von der sich nur jene Zeitgenossen befreien können, die – amtlich nachgewiesen – keinen Führerschein besitzen und niemals die Fahrerlaubnis erwerben wollen. Diese Bürger-Kfz-Versicherung wird als monatlicher prozentualer Zuschlag auf das Erwerbseinkommen nebst Einnahmen aus Mieten und Kapitalerträgen erhoben. Denn alle sollen vorsorgen für die Risiken im Verkehr – nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit. Eine Beitragsbemessungsgrenze entfällt, ebenso entfallen auch alle bisher gewährten Rabatte für unfallfreies Fahren. Schließlich kann jeder eines Tages Unfallopfer werden; er ist dann auf die Solidargemeinschaft angewiesen.“
So beginnt der Kommentar in der heutigen FAS im Wirtschaftsteil auf S. 26. Sehr treffend, wie ich finde.

Das Beste von heute

Nach einem Samstagnachmittag Eins Live fühlt sich der Kopf ganz matschig an. Seltsam zugedröhnt, nur eine Flucht hilft. Später, zurück in der Wohnung, erst keine Musik und dann wieder diese klare, fast dunkle Stimme im Ohr. Sie breitet sich aus, schafft diese Vertrautheit, ich werde ruhiger. Jetzt ist wieder alles gut.

Ich zeig dir meine Stadt

Immer wieder der Blick auf den großen Fluss. Die bunten Lichter von der anderen Seite des Ufers, der Trubel, alles lässt uns kalt. Weil der Blick auf den Strom schon glücklich macht.

FILM: The Stepford Wives

Wer in diesem Sommer noch einen Film auf seiner Muss-ich-sehen-Liste braucht, der ganz unten stehen soll, also die Notlösung, wenn sonst nichts Gutes mehr kommt und die Sonne auch weiterhin nicht vor den Wolken hervorkriecht, dann seid ihr in diesem Film ganz, ganz hervorragend aufgehoben. Wirklich gelernt habe ich aber, dass Nicole Kidman ein wunderbar verständliches Englisch spricht. Nur mal so am Rande.
Und bevor Ihr dann doch ins Kino rennt, lest diese Kritik. Reicht völlig.