Alle Jahre wieder

Diesmal durfte ich fahren. Zum Abholen. Am Bahnhof: Der Blick in verwirrte Gesichter. „Bist du schon wieder gewachsen?“ – „Oder sind das die Stiefel?“ – Sicher. Es sind die Stiefel. So wie in den letzten Jahren auch schon.

„Gut bist du gefahren.“ Ja, heil sind wir angekommen.

Die alljährliche Kartoffelsuppe. Nicht mit Würstchen drin – schließlich wird heute ja noch genug gegessen. Dafür mit angegrillten Brotstückchen. Gleich beim Betreten der Küche kommt einem der Geruch entgegen – sie sind leider ein bisschen angekokelt.

Das Kaffeetrinken. Liebevoll gebackene Plätzchen, Stollen – in diesem Hause ohne Butter oben drauf. Das wird lange diskutiert. Dann das Ende der ersten Runde – ein Teil der Familie geht in die Kirche. Der Rest bleibt hier, verteilt die Geschenke unter dem geschmückten Baum, kocht oder wartet.

„Musst du das jetzt machen?“ – „Ja, Vater, ich muss. Ihr wollt mich schließlich das ganze Weihnachtsfest hier haben.“

Jahresendzeitfragebogen 2003

Zugenommen oder abgenommen? zu. Aber ich arbeite dran.
Haare länger oder kürzer? kürzer. Wie gut, dass man immer wieder die Bilder aus dem letzten Jahr vorgezeigt bekommt.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Kurzsichtiger wahrscheinlich. Hab ich aber nicht checken lassen. Sicher ist sicher.
Mehr ausgegeben oder weniger? Wahrscheinlich mehr. Obwohl ja nur phasenweise.
Der hirnrissigste Plan? Pläne waren im Rahmen. Trotzdem nicht alle erfüllt.
Die gefährlichste Unternehmung? Mmh. Eine Woche ohne Schokolade?
Der beste Sex? Bester würde ich nicht sagen. Aber verdammt guter.
Die teuerste Anschaffung? Anfang des Jahres: Mein Sofa.
Das leckerste Essen? Beim Thailänder bei mir um die Ecke.
Das beeindruckenste Buch? South of the border – west of the sun. Von Haruki Murakami.
Der ergreifendste Film? Ergreifend? Der beste war schon der neueste P.T. Anderson Punch-drunk love.
Die beste CD? Blumfeld: Jenseits von Jedem.
Das schönste Konzert? Es kann nur einen geben: Robbie.
Die meiste Zeit verbracht mit…? … meiner Diplomarbeit. Da kommt niemand ran…
Die schönste Zeit verbracht mit…? Wie könnte ich da ein Ranking machen. Mit den meisten war es nett. Auf ihre jeweilige Art.
Vorherrschendes Gefühl 2003? Ungeduld.
2003 zum ersten Mal getan? Die Abschlussarbeit geschrieben.
2003 nach langer Zeit wieder getan? Den Sommer am See verbracht.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Krankheit, Liebeskummer, Depressive Stimmungen
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Mein Können.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Wie soll ich das beurteilen?
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Ich habe mich gestern wirklich sehr gefreut. Sowas hab ich noch nie bekommen. Und die Stimmung stimmte auch.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? ?
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Kann ich wirklich nicht beurteilen.
2003 war mit 1 Wort…? Besser

„Wenn Du schreiben willst, dann halt´s Maul und schreib!“ – Henry Rollins

Sprachlos

Wenn aus Ungeduld Ärger wird.
Über alles.
Den heutigen Tag.
Den morgigen Tag.
Den Rest der Woche.
Den nächsten Montag.
Und des Jahres.
Schlecht geschlafen.
Viel zu viel nachgedacht.
Kurz sein. Oberflächlich. Nichts anmerken lassen.
Keine langen Erklärungen.
Will nicht verletzen.
Oder verletzt werden.
Höchstens 4 Worte pro Satz.
Zählen Zahlen als Wort?
Mist.

Warten

Ungeduldig bin ich. Und dass nicht nur, als Antwort auf die Frage, welche Schwächen ich habe. Ich bin immer ungeduldig. In allen Lebenslagen. Deshalb hasse ich das Warten. Es macht mich krank.

Ich will am liebsten gleich wissen, ob mich eine Firma haben will. Entweder es passt. Oder eben nicht.

Ich will nicht warten, bis die Nudeln endlich durch sind. Rein ins Wasser. Und wenn es Soße gibt, dann sollen sie genau dann fertig sein, wenn die Soße es auch ist.

Ich will nicht warten, bis der Tee lange genug gezogen ist. Deshalb trinke ich ihn wahrscheinlich auch immer anregend. Tee rein, Wasser drauf, Tee raus. Fertig.

Ich will nicht warten, bis das verdiente Geld vom vorherigen Monat endlich auf meinem Konto ist. Ich habe gearbeitet und dann sollte es gefälligst auch da sein. Am besten bar auf die Hand. Dann weiß ich wenigstens, das ich was getan habe.

Ich will nicht auf E-Mails warten. Ich will sie bekommen, wenn ich online gehe. Und nicht erst dann, wenn der andere es geschafft hat, sie zu schreiben.

Ich will gleich wissen, was ich geschenkt bekomme. Und mir nicht diese gemeinen Sprüche anhören: „Ich schenke dir was ganz tolles“ – und dann nicht erfahren, was es ist. Das ist gemein. Dafür bin ich zu neugierig.

Ich will endlich das Ergebnis meiner Diplomarbeit wissen. Denn ich habe nun schon viel zu lange darauf gewartet. Fast fünf Monate. Das ist wirklich zuviel.

Und ich will nicht auf liebgewonnene Menschen warten, die sich in der Welt herumtreiben. Viel zulange hab ich auch darauf gewartet. Was soll das bringen?

Noch weitere 6 Tage.

Kopfgespräche

Nu isses schon wieder 14 Tage her. Und ich könnt schon wieder. Bin ich lieb?
Das kleine Engelchen sagte: „Na klar, bist du lieb. Du magst ihn doch.“
Das kleine Teufelchen sagte: „Scheiß drauf. Mach, was du willst!“
Zum Engelchen sage ich: „Ich weiß nicht. Wahrscheinlich hast du recht, kleines Engelchen.“
Und zum Teufelchen sage ich: „Und wenn das Warten nicht gelohnt hat, dann wünsch ich mir’s. Ein Anruf genügt.“
Basta.

Wetten dass…?

Wetten, dass es niemanden gelingt, diese Show totzuschreiben? Ich weiß nicht, was in den vielen Deutschen vorgeht, die sechsmal im Jahr den Samstagabend mit Thomas Gottschalk verbringen. Früher war es ja gut, damals, als ich vorher mit meinem Bruder in der Badewanne saß, wir mit Indianern auf den Schwämmen, die Flöße waren, spielten, und dann eingewickelt in Bademantel und dicke Decke Chips essen durften und Orangensaft tranken. Und es war auch noch in Ordnung, als wir dann separat badeten und trotzdem den Samstagabend mit den Eltern gemeinsam verbrachten. Mittlerweile sind diese Zeiten Jahre her und nichts hat sich verändert. Nur, dass Thomas Gottschalk ein bisschen älter geworden ist, noch mehr dummes Zeug labert und nicht mehr ganz so schräge Klamotten trägt – man wird ja älter. Er überzieht immer noch. Die Witze stammen aus dieser Zeit und es macht einfach gar keinen Spaß zuzugucken.

Jede Kritik an diesem Format, an diesem Mann prallt einfach nur ab. Egal, wie viele Zeitungen meckern. Die Deutschen lieben ihren Thommie. Obwohl er nicht mal mehr hier wohnt.
Sind es die vielen Super-Stars? Sind es seine blonden Locken? Und noch viel schlimmer: Werde ich auch irgendwann auch mit meinen Kindern vor dem Fernseher sitzen und diese Sendung schauen?

Ich hoffe, dass mir das erspart bleibt.

FILM: Love Actually

Ganz ehrlich: ein wirklich grässlicher Weihnachtsfilm. Mit viel Liebe, Herzschmerz und Weihnachten. Denn zu Weihnachten sagen wir die Wahrheit und gestehen denen die Liebe, die wir am liebsten haben.

Genau das will uns „Love Actually“ sagen. Viele verschiedene Paare finden sich. Von der Büroangestellten, über Porno-Lichtdouble bis hin zu dem Jungen, der seine Schulkameradin vergöttert. Nicht zu vergessen der Premierminister, der sich letztendlich in die vorher gefeuerte Sekretärin verliebt. A propos Premierminister. Dieser wird von Hugh Grant gespielt und ich muss ja zugeben, dass ich mir nach „4 Hochzeiten und ein Todesfall“ keinen Film von ihm angeschaut habe.

Aus Prinzip. Ähnliches tue ich mit Filmen von Leonardo di Caprio (ich bin wahrscheinlich die einzige, die „Titanic“ nicht gesehen habe), Tom Hanks und Julia Roberts. Aber ich komme vom eigentlichen Thema ab.

Auch in diesem Film gefällt mir Hugh Grant gar nicht, überhaupt hätte man diese Geschichte aus dem sowieso mit Handlungssträngen überfüllten Film weglassen können. Ein durchgeknallter Premierminister, der Single ist und sich dann in die Sekretärin verliebt – wie rührend. Natürlich darf auch eine Gaga-Tanzszene vor Augen der strengen Mitarbeiterin nicht fehlen.

Nein. Auch die Tatsache, dass das Regisseur Richard Curtis eine Menge Stars für den Film gewinnen konnte, tröstet nicht darüber hinweg, dass „Love Actually“ nichts für mich war. Schade. Oder auch nicht.

FILM: Finding Nemo

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich mir einen Trickfilm im Kino angesehen habe. Ja, ich habe Monster AG nicht gesehen, ebenso wie die Toy-Story-Filme und auch Skretch oder wie er hieß gingen von mir ungesehen in die Kinosäle und wieder hinaus. Alles ein großer Zufall also, dass ich heute Nachmittag mit einer lieben Freundin ins Kino ging und mir diesen Film anschaute. Was soll ich sagen, zwei Worte geben treffend wieder, wie ich ihn fand: So süß! Und ich bin mir ganz sicher, die Kinder vor mir haben lauter gelacht als ich…

Es geht um den Clownfisch Marlin, der seinen Sohn Nemo sucht. Der wurde von einem Fischer gefangen und in dessen Aquarium in Sydney gebracht. Auf dem langen Weg nach Sydney begegnet Marlin Dory, die an eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses leidet. Gemeinsam nehmen es mit drei Haien auf, die keinen Fisch mehr essen wollen, durchqueren ein Rudel von Feuerquallen, treffen die total durchgeknallten Schildkröten (so süß!!!).
Und was ein echter Kinderfilm ist, so hat auch dieser ein Happy End, in dem sich Vater und Sohn wieder haben und gemeinsam mit Dory wieder im Korallenriff leben.

„Finding Nemo“ ist unheimlich liebevoll erzählt, hat wunderbare Dialoge mit viel Wortwitz und die Figuren sind sehr detailgenau gezeichnet.
Vielleicht leihe ich mir jetzt auch mal die Vorgänger aus. Sie scheinen gut zu sein…

Der Bindestrich

Auch ich neige mittlerweile dazu, ihn öfter mal anzuwenden. Es ist zwar noch nicht so schlimm, wie bei anderen, insbesondere Kollegen. Welch wunderbarer Grund: „Die Lesbarkeit sollte neben der Verständlichkeit stets oberste Maxime beim Schreiben sein. Eine Wortkette aus mehr als 30 Buchstaben erweist sich für das lesende Auge bisweilen als Stolperstein und führt zu Irritationen. Ein sinnvoll gesetzter Bindestrich kann Abhilfe schaffen und den Lesefluss glätten.“ (spiegel.de)