BUCH: Arno Geiger – Es geht uns gut
Es gibt so Bücher, da weiß man direkt nach dem Fertiglesen nicht, wie man sie gefunden hat. Meistens warte ich dann, ob diese nachwirken. Manchmal frage ich dann ausgewählte Vielleser in meinem Umfeld, ob sie diese Bücher auch gelesen haben, um herauszufinden, ob es ihnen genauso gegangen ist. Beides hat irgendwie nicht gewirkt. Weder gab es jemanden, der das Buch gelesen hat (Obwohl das Buch vor der Buchmesse diesen Preis bekommen hatte, im vergangenen Jahr), noch war die Zeit lang oder kurz genug (wer weiß das schon), mir ein wirklich abschließendes Bild zu machen.
Es gab viele Stellen in dem Buch, bei denen ich mich gefragt habe, warum der Autor mich an gerade jenen Ereignissen teilhaben ließ. Ich erfahre viel über die Familie, die in dem Haus gelebt hat, die Beschwerlichkeiten der jeweiligen Zeit, die komplizierten Verflechtungen, die es wohl in jeder Familie gibt. Trotzdem habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendetwas Außergewöhnliches passiert, was mein Interesse so sehr weckt, dass ich dieses Buch erst einmal nicht mehr aus der Hand legen möchte. Wir haben eine sehr oberflächliche Beziehung geführt, das Buch und ich.