Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich mich darüber freue, dass mich der Türsteher mit den Worten „Oder seid ihr schon über 21?“ nach meinem Ausweis fragt.

(Nein, nicht getuggt, ich finde doch um diese Uhrzeit den „Create a story“-Button nicht so schnell.)

Über Verdrossenheit

Wenn ich den „SPIEGEL“ in den vergangenen Wochen gelesen habe, dann habe ich meistens hinten begonnen. In Tageszeitungen erwische ich mich dabei, möglichst schnell die Politikseiten hinter mir zu lassen, um mich anderen Themen zu widmen. „Christiansen“ schaue ich schon seit Monaten nicht mehr und wenn ich mir den „STERN“ anschaue, dann habe ich das Gefühl, dass es nicht nur mir so gehen kann: Erste Geschichte nach dem Vorgeplänkel ist nicht etwa eine Inlandspolitikgeschichte, sondern mit „Die Rückkehr der Taliban“ eine Geschichte aus dem Ausland.

Klar, könnt ihr sagen, man kann auch ohne leben. Gerade ohne Christiansen und Co. Aber was ich sagen will: Während ich mich in den vergangenen Jahren gerne mit den Positionen der einzelnen Akteure auseinandergesetzt habe, versucht habe, nachzuvollziehen, was sich da auf dem politischen Parkett so tut, welche Themen gesetzt sind und welche Vor- und Nachteile der einzelnen Reformvorschläge haben, ist mir Inlandspolitik mittlerweile so egal geworden. Ein Jahr Große Koalition – und mein politisches Interesse ist verschwunden. Für mich ist diese Regierung immer noch ein Fremdkörper, der nicht zu meiner Haltung, meiner Stimmung, meinen Ansichten passt. Das Treiben in Berlin ist wie eine zu dick geratene Vanillesoße, die wie ein dicker Klumpen auf der roten Grütze liegen bleibt. Es interessiert mich nicht, welcher der vielen CDU/CSU-Ministerpräsidenten mal wieder gegen Frau Merkel schießt und womit. Es interessiert mich nicht, auf welchen Kompromiss sich die Damen und Herren bei den verschiedenen Reformpaketen einigen werden. Oder dass mal wieder einer vor einem höheren Renteneintrittsalter warnt. Diese Große Koalition hat in mir eine sonderbare Haltung geschaffen. Ich beobachte das mit Schrecken. Besonders, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass nur ich dessen überdrüssig bin.

Befindlichkeitsscheisse (11)

Natürlich war Tomtom dabei, auf dem Weg zum Kino. Und leider konnte das Spielzeug nicht dabei helfen, eine Kinokarte zu ergattern. Für Borat. Scheint ein guter Film zu sein. Warum? Ankunftszeit: 19.50 Uhr. Relativ zügig Parkplatz gefunden. Trotzdem: Ausverkauft. Next try on Thursday.

Über Tomtom

Der Mann meines Herzens hat ein neues Spielzeug. Es ist schwarz, hat eine weibliche Stimme und hört auf den Namen Tomtom. Tinatina wäre logischer, aber bei Spielzeug für Männer kommt es ja nicht auf Logik an. Hauptsache, es ist ein technisches Gerät, hat ein Display und man kann darauf rumdrücken. Neben diesen Eigenschaften hat Tomtom noch ein weiteres Feature: Es zeigt einem den Weg. Seitdem er es hat, begleitet es uns auf jeder Fahrt, die wir gemeinsam und mit dem Auto unternehmen. Leider haben wir bisher nur Fahrten innerhalb Düsseldorfs gemacht. Also, mal holt er mich von der Arbeit ab, dann fahren wir zum Supermarkt.

Man kann nicht sagen, dass Tomtom unnütz ist. Nein. Durch das Spielzeug habe ich einen schnelleren Weg zur Arbeit gefunden, auch wenn ich dorthin eigentlich meist mit der Bahn fahre. Und wahrscheinlich auch nur noch neunmal. Aber so richtig hilfreich ist es auch nicht. Den Weg zum Supermarkt kenne ich leider sehr genau, Tomtom wollte sogar einen Umweg fahren. Als mich der Mann meines Herzens vor kurzem vom Hauptbahnhof abholte, ließ er mich zehn Minuten in der Kälte stehen, weil das Spielzeug einen viel zu langen Weg angeboten hatte, den er natürlich gefahren ist. Und als wir zu einem Restaurant fahren wollten, brauchte Tomtom sehr lange, um einen wegweisenden Satelliten zu finden. Als er ihn gefunden hatte, hatten wir das Ziel bereits erreicht.

Und dann kam er, der Tag, den er fieberhaft erwartet hatte: Zug fahren mit Tomtom. „Dann kann ich endlich mal sehen, wo wir langfahren“, waren seine Worte und das Glitzern in seinen Augen sagte mir, dass an diesem Tag ein sehr sehnlicher Wunsch in Erfüllung gehen sollte. Aber enttäuschen muss ich euch nun schon: Als er am Abend zurückkam und berichtete, dass Tomtom im Zug wohl ebenfalls keine Satelliten findet, hatte er keine Tränen in den Augen. Obwohl ich fest damit gerechnet hatte.

Alkohol ist auch eine Lösung

Sie leiden an Husten und Schnupfen? Das muss nicht sein. Einfach mehr als einen Gin Tonic trinken und abwarten. Schon nach wenigen Schlucken ist die Nase frei. Der Rest ist Prophylaxe.

(Dank an Sebas für diesen hausfraulichen Tipp.)

Befindlichkeitsscheisse (10)

Da freut man sich, das erste Mal an diesem Tag eine freie Nase zu haben und Gerüche wahrzunehmen (Kaffeeduft, beispielsweise), da setzt sich in der S-Bahn mir gegenüber ein nach Bier stinkender Penner. Na, vielen Dank auch.

Einmal Jackson Pollock sein

Leidensfähig

Nachdem in der vergangenen Woche gleich drei Kollegen mit einer Erkältung durch die Gegend liefen, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ich durch die Gegend schniefte. Und natürlich konnte ich den gestrigen Feiertag dann auch richtig genießen. Ich trank Tee, litt ein bisschen vor mich hin und verkündete dem Mann meines Herzens nicht ohne Stolz, was ich mir da eingefangen hatte: den gemeinen Männerschnupfen. Ich jammerte, so gut ich konnte!

Nun scheint eine solche Krankheit durchaus Neid hervorzurufen. Denn als der Mann am Abend aus meiner Sicht solidarisch hüstelte, erklärte er, jetzt ja hoffentlich nicht vom gemeinen Männerhusten befallen zu sein. Pffh. Hab ich halt nur nen Frauenschnupfen.

Hammer-Bahndurchsagen

„Wegen verspäteter Vorleistung kommt die S1 heute 20 Minuten später.“

Penislesung


(Auch wenn es so aussieht, nein, der Staubsauger war nicht an.)

(Ich glaube, Charlotte Roche fährt mit dieser Lesung bereits seit einhundert Millionen Jahren durch Deutschland. Und endlich habe ich es auch mal hinbekommen, mir das anzusehen.)

Ich glaube, Heinz Strunk hat den schönsten norddeutschen Akzent der Welt.