Three Lions on a shirt,
Jules Rimet still gleaming,
Thirty years of hurt,
Never stopped me dreaming,
I know that was then,
but it could be again

Ich liebe es!

Der kleine Junge mit einem Gutschein-Blatt von McDonald’s in der Hand. Quengelnd: „Die Bahn kommt nicht, dann können wir gar nicht zu McDonald’s gehen.“ Sein Bruder angesteckt. Höchstleistungen bei den Eltern sind gefordert. Beschwichtigen, trösten, ablenken. „Die Bahn kommt doch gleich“, und obwohl nichts zu hören ist, wirklich nichts, lauschen die beiden Jungen gemeinsam mit dem Vater, ob denn die Bahn endlich kommt. Aber es nützt nichts, der Blick des Kleinen wird immer verzweifelter, er bangt um das „leckere“ Essen. Tränen kullern die Wange herunter – das ist wahrer Schmerz. Dann kommt die Bahn endlich, aber: immer noch kein Lächeln auf seinem Gesicht. Einsteigen, abfahren, an der nächsten Station müssen sie auch schon wieder raus. Diesmal ein anderes Problem: Der Größere will den Türöffner drücken. Er tut es auf der falschen Seite, und damit nicht noch mehr Tränen kullern müssen, weise ich ihn darauf hin. Erleichtert schaut der Vater mich an: Endlich angekommen, bereit zum Abendbrot und weitere Tränen vermieden. Freuen sich Eltern eigentlich, endlich mal wieder zu McDonald’s zu gehen? Dieses Ab-und-zu-ist-es-ja auch-ganz-ok-Gefühl beim Biss in den Burger, zuhause gibt’s ja nicht so oft Cola und die Pommes sind ja auch ganz knusprig. Würde mich mal interessieren.

Kettcar – Im Taxi weinen

Na dann herzlichen Glückwunsch.
noch ein ganz kleines Stück Jungs.
das böse fiese Leben erdrückt uns.
Ich mein: Hat nichts zu bedeuten, kostet halt nur Leben.
Meins, deins, seins – ich würd mal sagen von jedem.
Es ist auch nur die Angst, die bellt,
wenn ein Königreich zerfällt in ziemlich genau gleich große Teile.
Past und present future und Selbstmitleid für alle.
Jeder bringt sich selbst nach Haus und fast vernünftig aber raus.
Die Kuh vom Eis und was es heißt,
ab jetzt wird eingetauscht.
Das Gegenteil von gut ist gut gemeint
in Empfindsamkeit vereint. hier.
Befindlichkeitsfixierter Aufstand.
Hetero und männlich, blass und arm
weil wir bleiben wie wir warn
und „Feuer frei und weiteratmen“
das gute Wissen ist nicht billig
zwischen „…glaub ich nicht…“ und „…will ich…“
und das ist lustig wie ein Grab
ist man jetzt wo man nicht mehr high ist,
froh dass es vorbei ist?
Der Tag an dem wir uns
„we’re gonna live forever“ auf die Oberschenkel tätowierten,
war der Tag, an dem wir wussten,
die Dinge, die wir sehen, und die Dinge, die wir wollen, sind 2 Paar Schuhe.
Nur bitte was für ein Verständnis
von Erkennen und Erkenntnis,
wenn ich sage: Geld allein macht auch nicht glücklich.
Aber irgendwie ist es doch besser
im Taxi zu weinen als im HVV-Bus, oder nicht?
Und wer hält was er verspricht,
wenn er nicht glaubt was er sagt?
Ich hab zuerst gefragt!
das Gegenteil von gut ist gut gemeint…

Und vielleicht erzähle ich demnächst auch die Geschichte zu dem Song. Eine traurige …

Die Größe macht’s

‚Das Wetter macht mich in letzter Zeit immer so fertig‘, ‚Die Bahn ist echt scheiße‘ und auch ‚Im Fernsehen sehen die Leute ja immer viel größer aus als in Wirklichkeit‘ – Sätze, für den Fall, dass die Unterhaltung mal wieder lahmt. Einfach einen dieser Sätze sagen. 10 Minuten Gesprächsstoff garantiert. Denn entweder kann man von den letzten verregneten Tagen ganz schnell zu Umweltthemen springen, die schönsten Bahnfahrten diskutieren oder über Promis und andere bekannte Menschen sprechen, die man irgendwann einmal getroffen hat. Die in Wirklichkeit ganz anders aussehen. Wie ich damals am Hackeschen Markt Marcus Kavka begegnete. Und Mr. Stuckrad-Barre und Oliver Korittke in der Volksbühne. Alle erstaunlich klein. Belanglos. Und übersehenswert. Ebenso belanglos und übersehenswert auch mein gestriges Zusammentreffen mit Steffen Seibert. Kennt ihr nicht? Einer der wenigen ZDF-Männer, die ich kenne. Weil er mir irgendwann während irgendeiner Wahlberichterstattung, die ich regelmäßig verfolge, aufgefallen war. Jung, nicht schlecht aussehend. Bis er sich irgendwann die Haare wachsen ließ.

Gestern dann also, auf dem Weg zum Frankfurter Bahnhof kam er uns entgegen. Im blauen Nadelstreifenanzug. Und überraschenderweise von angemessener Größe.

Die Videothek an der Ecke. Heißt immer noch so, obwohl mindestens die Hälfte der verfügbaren Filme mittlerweile auf DVD zu haben sind. Unsortiert. Am Tresen, die Frau mit blondem Zopf und blauem Polo-Shirt. Mein Tipp: Ende 30, Brille. Ich ging davon aus, dass das Personal in solchen Etablissements zumindest in Sachen Filmen bestens ausgebildet ist. Erwartete, dass sie mir auf meine Frage nach „Before Sunrise“ gleich alle Filme aufzählt, in denen Schnuckel Ethan Hawke bisher mitgespielt hat, gefolgt von der Liste mit Julie Delpy. Und mich hätte sie auch wirklich damit beeindrucken können, genauso, wie ich Menschen begeistert betrachte, die mir aus einer Zeitschriftenwand von mindestens 200 verschiedenen Exemplaren mit einem Handgriff die richtige heraussuchen, auch wenn der Titel noch so abseitig ist. Oder Kassierer, die genau wissen, dass der Frosch-Toilettenreiniger mit Zitronengeruch gerade ausverkauft ist, aber in der nächsten Woche wieder reinkommt. Spätestens. Oder CD-Verkäufer im Mediamarkt. „Kenn ich nicht“ war ihre Antwort. Und auch als ich sie darauf hinwies, dass da so ein Nachfolger jetzt in die Kinos kommt, blieb sie sprachlos. Nicht mal ein „Ham wa nicht“ kam ihr über die Lippen. Und da die Datenbank auch nicht weiterhalf, zog ich weiter. Mit einer Träne im Auge und der Gewissheit, mir nun wohl eine andere Anlaufstelle für Filmabende in dieser Gegend suchen zu müssen.

So nah

Wenn man nach langer Zeit mal wieder mit jemanden telefoniert, von der man lange nichts gehört hat, weil man sich ein wenig verloren hat und dann wieder dieser Moment da ist, dieser Moment, in dem man sich so nah fühlt, wie damals, als wir gemeinsam die Schulbank drückten und gemeinsam den gleichen Jungen anhimmelten, die gleiche Musik hörten und es immer wieder zu Dialogen wie ‚Hab da ne neue Band entdeckt – total cool‘ und der andere darauf antwortete ‚die find ich auch klasse‘ kam, wenn dieser Dialog dann wiederkehrt, obwohl man sich seit Monaten nicht gesprochen hat, dann weiß man, dass da mehr sein muss als nur das dünne Band der gemeinsamen Schulzeit.

Prinzenrolliges

Eine wirkliche Leistung ist es, wenn man die Kekshälften so auseinander klappt, dass sie ganz bleiben, um dann genüsslich die Schokolade abzulecken.

Tipp des Tages

Düsseldorfer werden. Einfach und bequem.

Lieber Herrenwelt,

sorry, Jungs, was ihr jetzt lesen müsst, wird bitter für euch sein, aber da müsst ihr jetzt durch. Sicher könnte man die Szenerie – Frau, allein im Café, nippt ab und zu an ihrem Milchkaffee, liest – als eindeutiges Zeichen dafür deuten, dass diese auf der Pirsch ist. Nur darauf wartet, endlich angesprochen zu werden. Und eine kurze Frage, ob sie Lust auf einen kleinen Plausch am Sonntagnachmittag hat, ist auch durchaus erlaubt. Aber bedenkt doch bitte folgende Regeln:

1. Ein kurzer Plausch ist ein kurzer Plausch ist ein kurzer Plausch. Schließlich habt ihr die Gute gerade beim Lesen gestört und das hat sie nicht unbedingt nur, um sich die Zeit zu vertreiben, bis sie endlich angesprochen wird.

2. Wenn sie demonstrativ wieder in ihr Büchlein schaut, kann das durchaus ein Zeichen dafür sein, dass sie nicht mehr reden möchte. Vielleicht hat sie nun genug kommuniziert, vielleicht ist sie von euch gelangweilt, vielleicht ist sie heute auch einfach nicht in Flirt-Stimmung. Kann alles sein.

3. Dass der kurze Plausch beendet ist, solltet ihr dann auch hinnehmen und nicht versuchen, sie unentwegt weiter in Gespräche zu verwickeln. Deutliche Anzeichen, wie Nicht-mehr-vom-Buch-aufschauen oder der demonstrative Griff zum Handy sind auch so zu verstehen: Das Gespräch ist vorbei. Schluss. Aus.

Ach ja, wenn ihr in dem Gespräch die Bemerkung fallen lasst, dass Meg-Ryan-Liebesschnulzen eure Lieblingsfilme sind, dann könnt ihr’s eigentlich sofort vergessen. Also lieber mal öfter ins Kino gehen- auch wenn man bei blonden Dummchen landen will. Sicher ist sicher!

Sätze. die die Welt bedeuten (5)

„Beide kommen mir aber nicht so vor, als ob sie an Gewicht verlieren würden…“