8 Stunden Sondersendung

Beim Verlassen meiner Wohnung heute morgen bekam ich es noch mit: Die ARD begann gerade ihre Sondersendung. 8 Stunden lang alles zum Bush-Besuch in Deutschland! 8 Stunden! Die Arbeitslosen, Hausfrauen, Kranken und Rentner dürfen dabei sein, wenn der amerikanische Präsident landet, wenn er mit dem Kanzler spricht, wenn die Frauen über dies und das plaudern und gut dabei aussehen. Und wenn Herr Bush und Herr Schröder einmal hinter verschlossenen Türen sprechen, sprich, es eigentlich nichts zu senden gibt, dann reden ‚Experten‘ über den Besuch. Wie sie ihn finden, was er so bringt und wie der Verkehr rund um Mainz so lahm liegt. Spitzensendung. Und morgen in diesem Programm: Der Tag danach: 24 Stunden live von den Straßen Deutschlands. Wie Gerhard Schröder sich auf den gestrigen Tag vorbereitet hat, welche Unterhose er trug, was die H&M-Verkäuferin in Lübeck jetzt von Herrn Bush hält und, weil wir Deutschen ihn ja angeblich so lieben, was Michael Moore so treibt.

Pfleger Mischa lässt grüßen!

Natürlich hab ich heute die Schwarzwaldklinik gesehen. War doch viel zu neugierig, was der Sender der Alten sich da ausgedacht hatten. Und? Klar, es war zu erwarten, dass das ganze eine riesengroße Scheiße war. Viel Rosamunde-Pilcher-Feeling, viel Herzschmerz, viele unsinnige Dialoge, seltsame Handlungsstränge Kann es wirklich sein, dass der alte Knacker Brinkmann, der nicht einmal mehr einige zusammenhängende Sätze aneinanderreihen kann, einen weißen Kittel tragen und bei einer Operation assistieren darf? Hallo? Realität, wo bist du? Und, kann sein, dass ich mich irre, aber wie kann denn bitte eine Operation an der Wirbelsäule stattfinden, wenn der Patient auf dem Rücken liegt?? Irgendwas kann da doch nicht stimmen. Naja. Gut, dass die Serie bereits 1989 beendet wurde. Und hoffentlich kommen die jetzt nicht jedes Jahr auf die Idee, einen Anschlussfilm zu drehen.

Berlinale aus der Entfernung

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Julia Jentsch den Silbernen Bären nur bekommen hat, weil sich dieser Film mal wieder mit der deutschen Geschichte auseinandersetzt. Aber abwarten, reingehen und ein endgültiges Urteil bilden.

FILM: Sideways

Mittlerweile ist es fast eine Woche her, dass ich den Film geschaut habe. Und nun habe ich auch endlich ein bisschen Zeit gefunden, mir ein paar Worte zurechtzulegen, die den Film einigermaßen treffend wiedergeben.

Miles fährt mit Jack, seinem besten Freund aus dem College, eine Woche lang durch kalifornische Weinanbaugebiete fahren. Sie wollen trinken, entspannen, hier und da eine gemütliche Golfpartie spielen. Naja, zumindest Miles möchte das, denn in seinem Leben läuft seit der Trennung von seiner Ex-Frau so ziemlich alles schief. Der Englischlehrer hat eine Therapie hinter sich, schluckt immer noch Psychopharmaka und versucht sich – recht erfolglos – als Schriftsteller. Jack hingegen plant nach der Woche mit Miles zu heiraten. Deshalb will er es nochmal richtig krachen lassen.

Natürlich läuft die Woche ganz anders, als Miles sich das vorstellt hat. Jack schmeißt sich an die Frauen ran, aber auch Miles trifft auf Maya und merkt bald, dass da mehr sein könnte.

Ich habe ‚About Schmidt‘ sehr gerne gesehen und deshalb war ich auch sehr gespannt, ob Regisseur Alexander Payne ‚Sideways‘ ebenso gelungen ist. Die Antwort: Zum Teil. Wieder einmal stellt er einen Menschen dar, der nichts mehr mit sich anzufangen wusste. Doch leider vergeht die erste halbe Stunde dieses Films viel zu langsam. Man sieht sehr lang und ausschweifend, wie sich Miles auf den Weg macht, man sieht ihn bei Jacks neuer Familie ankommen und bis die beiden endlich losfahren, ist man eigentlich schon gewillt, das Kino zu verlassen. Aber dann: Glücklicherweise gewinnt der Film danach etwas an Fahrt. Wir sehen, wie Jack bei Stephanie landet, wie Miles intellektuelle Gespräche mit Maya führt und wie auch diese beiden sich langsam aber sicher näher kommen.

Trotz des fehlenden Tempos zu Beginn ist ‚Sideways‘ ein gelungener Film. Witzige Dialoge, viel Wissenswertes über kalifornische Weine und liebenswerte Personen. (‚about schmidt‘ war aber trotzdem besser.)

Bundesvision Song Contest

Unterhaltsam war der Abend, wirklich. Juli aus Hessen haben gewonnen. Ist in Ordnung. Fettes Brot sind mit einem Knaller-Mitgröhllied auf dem zweiten Platz gelandet und der seltsame Masken-Sido landete auf Platz 3. Ich sach das jetzt einfach mal so, aber ich finde, dass das jetzt ruhig jedes Jahr kommen kann.
(wurde laufend aktualisiert)
Kommen wir zu den sicherlich schönsten Bundesländern Deutschlands:
Nordrhein-Westfalen: Mamadee. Nicht meins, aber mein derzeitiges Bundesland. Deshalb: Kein Kommentar.
Hamburg: Samy de Luxe. Super Text, besonders der Refrain. Der hat einfach das Wort „Generation“ genommen, ein paar Worte, die sich darauf reimen (z.B. Generation, Kinderportion, Inspiration…) verwendet und fertig war der Text. Jojo..
Rheinland-Pfalz: Sandy, das Ex-No-Angel. Fast ein bisschen Sandy-untypisch, weil sie sich ja eigentlich so auf die Schmalzschiene festgelegt hat. Hab schon schlechteres von ihr gehört.
Bremen: Lukas Hilbert. Ich mag Bremen doch eigentlich so gerne. Aber Lukas Hilbert ist wirklich untragbar. Aber gut, dass er sich hingesetzt hat.
Bayern: Slut. Shit, shit, shit. Warum bin ich am Donnerstag nicht zum Slut-Konzet gegangen? (ach ja, der job, ich wusste, dass da was war. shit, shit, shit.)
Brandenburg: Virginia Jetzt. Ja, könnte man meinen, passt ja eigentlich genau in das Musik-Schema von Franziska. Nix da. Die sind mir von diesen ganzen Deutschen-Kerle-Bands einfach zu schleimig. Zu glatt. Und nur die können sich 80-Jahre-like von einer kleinen Blondine Blumen auf die Bühne bringen. Bäh. Allein wie die aussehen. Echt nicht.
Schleswig-Holstein: Fettes Brot. Darf ich schreiben, dass ich diesen Song relativ unterhaltsam finde? So kann ich deutschen Hip Hop echt gut ertragen.
Saarland: Klee. Erster Gedanke: Wie sieht die denn aus? Zweiter Gedanke: Oh nee. Ich mag auch die einfach nicht.
Sachsen: De Randfichten. Da mach ich doch mal den Wowi: Kein Kommentar.
Baden-Württemberg: Apocalyptica. Schwierig. Eingängig ist das Liedchen ja schon. Auch nett vorgetragen, keine zitternde Stimme, wie die von Sandy zum Beispiel.
Sachsen-Anhalt: Jansen & Kowalski. ‚Du gehst so steil?‘ Ja, seid wann sind denn solche Worte wieder in? Ziemlich piepsig, die Stimme von Herrn Jansen. Oder Herrn Kowalski. Egal. Gefällt mir nicht.
Hessen: Juli. Ich kann die einfach nicht auseinander halten. Und auch als dieses Lied überlegte ich wieder: Juli oder Silbermond? Tja, irgendwie haben die Musikkonzerne ein bisschen schlecht gecastet. Man soll sie schon auseinanderhalten, damit ich nicht noch die falsche Platte kaufe. Auch wenn die auf auf dieser deutsche-Rockbands-mit-Frauenstimme-Welle reiten, ich mag das Lied. Und ich glaube, das hat auch Siegchancen.
Thüringen: Clueso. Erster Gedanke: Was ist das denn für ein kleiner Junge? Mit Verlaub: Dem fehlt ein bisschen Präsenz, Charisma. Öde.
Berlin: Sido. Geht gar nicht. Diese ganze Pseudo-Street-Coole. Dumm. Übrigens: In der aktuellen Bravo zeigt der kleine Junge sich ohne Maske. Ich weiß jetzt, warum er die Maske trägt. Weil er sonst so dermaßen langweilig wäre wie seine Musik. Jaja.
Mecklenburg-Vorpommern: Deichkind. Nee, echt nicht. Nicht mein Fall.
Niedersachsen: Mousse T. featuring keine Ahnung.. Puh, der Mousse T. macht ja immer schön eingängige Musik. Ich mochte ja zum Beispiel dieses eine Lied von den No Angels ziemlich gerne, welches er produziert hatte. ‚Let’s go to bed‘ hieß das glaub ich. Aber Siegchancen?

Na gut. Hier also meine persönliche Top 3:
3. Fettes Brot – Emanuela
2. Juli – Geile Zeit
1. Slut – Why pourquoi (gewinnen werden die ja leider nicht.)

Kino-Nachtrag

Nicht dass Marlboro jemals gute Werbung im Kino gebracht hat, aber das, was man da heute sehen konnte, war so dermaßen schlecht. Irgendwie aufgehippter Kram, schnelle Schnitte, seltsame Überblendungen und dann doch nur diese beschissenen Cowboys mit Kippe auf dem Pferd. Ts.

FILM: Kammerflimmern

Ich kann mir nicht helfen, aber ich mache es immer wieder. Immer wieder gehe ich in diese deutschen Filme, weil ich hoffe, dass irgendwann mal wieder einer dabei ist, der gut ist.
‚Kammerflimmern‘ erzählt die Geschichte von Paul (Matthias Schweighöfer), der in recht jungen Jahren bei einem Autounfall seine Eltern verliert. Jahre später arbeitet er als Rettungssanitäter in Köln und scheint davon besessen zu sein, Menschen zu helfen. Irgendwann trifft er auf die schwangere November (Jessica Schwarz), die ihn an die Frau erinnert, die ihn immer am Ende seiner Alpträume anlächelt und die Arme entgegenstreckt.
Noch immer kann ich mich nicht entscheiden, ob dieser Film nun ein gelungener ist oder nicht. Gut waren die Schauspieler, es gab den einen oder anderen witzigen Dialog (Er nimmt sie von hinten und fasst ihr an den Bauch: ‚Ich glaub, die Kleine mag mich‘ – Sie: ‚Ich glaub, dass ist mein erster Dreier.‘), aber irgendwas fehlte. Ein gutes Ende, vielleicht, ein bisschen mehr Handlung und ein bisschen weniger Surreales – ich weiß es nicht. Aber überzeugt hat mich ‚Kammerflimmern‘ (wieder einmal) nicht.

FILM: Vom Suchen und Finden der Liebe

Was für ein Scheiß-Film. Man fragt sich, was die Herren Dietl und Süßkind denn da zu sich genommen haben, als sie die irre Idee hatten, einen Film über die Liebe zu machen?

Da war einmal ein Mimi Nachtigall (allein dieser Name), der sich unsterblich in eine kleine Gesangsstudentin verliebt. mit ihr in den kommenden sieben Jahren ihrer ach-so-unsterblichen Liebe groß raus bringen will. Und als seine Liebste unter dem Namen Venus Morgenstern Erfolge feiert, ist’s mit der Liebe auch schon vorbei. Der gute Mimi ist darüber dann aber doch sehr traurig und irgendwann so verzweifelt, dass er sich auf einer griechischen Insel umbringt, mit Alkohol und Schlaftabletten. Tja, bis dahin ging der Film sogar einigermaßen. Doch dann passiert das Unfassbare: Heino Ferch steigt als vielgeschlechtiges Wesen mit Titten vom Himmel und holt ihn zu sich. Doch auch als toter Mann kann Mimi seine Liebste nicht vergessen. Sie ihn aber auch nicht und als sie entdeckt, dass sie ihn immer noch so sehr liebt, dass sie ihm auf die griechische Insel folgt, erfährt sie, dass er sich umgebracht hat. Die Arme ist verzweifelt, folgt ihm ins Reich der Toten, um ihn zurückzuholen. Klappt aber nicht, weil sich die beiden doch wieder in die Haare bekommen. Wie gesagt, das mit den aufgewärmten Lieben klappt halt nicht.
Ganz schlimm, dieser Film. Und irgendwie entlarvt dieser Film auch noch die schöne Alexandra Maria Lara, die anscheinend auch nur einen Blick drauf hat: Diese großen Augen, die ganz furchtbar leidend gucken. Passte bei ‚Der Untergang‘ genauso wie bei diesem Klamauk.

FILM: Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse

Und hier haben wir wieder einmal ein Beispiel für eine seltsame Übersetzung eines Filmtitels, heißt der Schinken doch im Original „Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events“. Doch viel lieber möchte ich ein paar Worte über den Film verlieren, der es geschafft hat, zwei Oscar-Nominierungen einzuheimsen.

Bei einem Hausbrand kommen die Eltern der hochbegabten Baudelaire-Kinder ums Leben. Violet, Klaus und Sunny bleiben als Waisen zurück und sollen ihr Leben von nun an bei Graf Olaf, einem verrückten Schauspieler verbringen. Der ist allerdings nur auf das satte Erbe der drei aus und versucht von nun an mit allen Mitteln an dieses zu gelangen.

Natürlich ist die Handlung noch vielfältiger, denn die drei bleiben nicht nur bei dem bösen Schauspieler, sondern werden immer wieder zu anderen „Verwandten“ geschickt, weil es Graf Olaf immer wieder gelingt, diese auszulöschen, um die Vormundschaft zurückzugewinnen und das Erbe einzusacken.
Tragende Figur des Films ist John Jim Carrey, der den Grafen spielt, der immer wieder in andere Rollen schlüpft, um den Kindern näher zu kommen. Einmal gibt er den Wissenschaftler, ein anderes Mal den Seefahrer mit Holzbein, immer wieder ist seine unverwechselbare Mimik erkennbar. Ja, er spielt sicherlich gut, mein Fall ist er dennoch nicht, weil er mir nach ungefähr einer Stunde ziemlich auf die Nerven gegangen ist.

Alles in allem ist der Film gelungen. Die Handlung ist spannend erzählt, die Bilder sind ungewöhnlich – das Ergebnis ist ein schönes Märchen. Trotzdem war er nicht so ganz mein Fall. Warum der Film in dieser seltsamen Optik erzählt werden musste, blieb mir unverständlich bzw. konnte ich mir nur damit erklären, dass er vor allem Tim-Burton-Filmegucker anlocken sollte. Ob diese zufrieden sind, kann ich nicht sagen, aus mir unerklärlichen Gründen habe ich bisher keinen seiner Filme gesehen. Wird nachgeholt. Demnächst.

1000 Folgen

45 Minuten sind eindeutig zu lang für die Lindenstraße. Und dann dieses ganze pseudo-rückblickhafte, furchtbar. I’m too young for that.