Vorschlag:

Also, wenn mich jemand fragen würde, so nach Sachen, wem ich mal ne Fernsehshow geben würde, nicht nur für einmal sondern für öfter, vielleicht einmal die Woche, aber zumindest einmal im Monat, also, wenn man mich wirklich mal fragen würde, dann, ja dann würde ich vorschlagen, Jungs, warum lasst ihr nicht mal die Schöneberger ran, zusammen mit dem Pocher, die machen das bestimmt schön unkonventionell, ein paar lustige Sprüche und dann ist das auch mal unterhaltsam (und sogar casting-shows können unterhalten). Nicht immer auf den blöden Silbereisen setzen oder den Deyle, diese pseudojungen Kerle, nee, muss nicht sein. Also, wie gesagt, kann man ruhig mal öfter auf den Bildschirm lassen, die beiden, nicht nur, wenn er durch Zufall erst für den Mediamarkt und sie dann für diesen Obstgarten wirbt. (a propos, obstgarten, gibt es eigentlich leute, die das gerne essen? ich mag ja diese sachen nicht, wo ich erstmal nach der fruchtsoße wühlen muss, selbst umrühren und so, nee, wenn fruchtig, dann schon vorgerührt.
aber mich fragt ja keiner.)
PS: Ich nochmal, ihr könnt Oli Pocher auch einfach ne halbe Stunde lang dumme ‚Choreos‘ nachmachen lassen. Zwischendurch dann fein Werbepausen einplanen, damit ich noch ein bisschen über die Mediamarkt-Werbung lachen kann – reicht.

Verheult vorm Fernseher

Es war einmal ein Problem. Ein großes Problem. Doch dann wurde der Videorekorder erfunden. Und der DVD-Player. Und das Internet, über das man Menschen kennenlernen konnte, die gerne Probleme lösen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Heute abend ist es soweit. Auch wenn Pro Sieben das Ende von ‚Sex and the City‘ erst nächste Woche verkünden wird, werde ich es heute abend schon erleben. Wahrscheinlich schluchzend (der blöde spiegel hat das ende ja auch schon verraten). Und nein, ICH verrate nichts. Wartet ihr nur schön bis nächste Woche. Ts.
PS: Schön war’s. Richtig schön.

FILM: The Incredibles

Erst dachte ich, dass es ein Fehler war. 12,50 Pfund (Pfund!) für ein Kinoticket ausgeben. Kann ich wirklich so viel Geld für einen Animationsfilm auszugeben? Ohne echte Menschen? Ja, ich kann. Und weil den Pixar-Studios hier wieder einmal ein Meisterwerk gelungen ist, bereue ich keinen müden Penny.

Papa Bob war einmal ein Held, der in New York Bösewichte bekämpfte. Doch es kommt anders: Gerichtsstreitigkeiten, undankbare Bürger und eine gnadenlose Presse sorgen dafür, dass Superhelden nicht mehr gefragt sind. So wenig, dass Bob, seine Ehefrau Helen oder auch Elastigirl (gesprochen von Holly Hunter) und der wunderbare Frozone (Samuel L. Jackson!) ihren Job an den Nagel hängen müssen. Bob arbeitet als Versicherungsvertreter und wird immer dicker. Helen bringt Kinder zur Welt. Nachkommen, die ebenfalls mit Superkräften ausgestattet sind und die ihren Arbeitsalltag füllen. Da ist Tochter Violetta, arg selbstzweifelnd, die die Gabe besitzt, sich unsichtbar zu machen. Flash, ein aufgeweckter Junge, dem es nicht erlaubt ist, Sport zu treiben, weil er seine Kräfte nicht unter Kontrolle halten kann. Und da ist Baby Jack-Jack.

Doch besonders Bob ist unzufrieden. Er will sich nicht mit seinem Schicksal als ausrangierter Held abfinden. Deshalb freut er sich, als er irgendwann das unmoralische Angebot bekommt, auf einer einsamen Insel endlich wieder seine Muskeln spielen zu lassen.

Und nein, mehr erzähle ich nicht. Denn ich will nicht zuviel verraten. Nur soviel. Der ganze Plot ist extrem spannend erzählt. Die Figuren sind wundervolle, kleine Charaktere. Alles nicht ganz so süß wie bei Finding Nemo. Aber das würde auch nicht passen. Und auch wenn es natürlich ein Happy End gibt: Reingehen, mitfiebern, freuen und mit strahlenden Augen aus dem Kino gehen. So muss das sein. Egal, wie alt man ist.

FILM: Just a kiss

Erwartet hatte ich einen schönen, kleinen, englischen Film wie ‚Bend it like Beckham‘. Ein bisschen Herzschmerz, ein bisschen Generationenkonflikt, ein bisschen Kulturproblematik. ‚Just a kiss‘ zeigt, dass das nicht immer klappen muss.
Zumindest gab’s ein bisschen Glasgow. (und dafür bin ich ganz bis nach Oberkassel gefahren.)

FILM: Der Stich des Skorpion

Wenn es ginge, dann würde ich deutsche Filme nur noch mit Martina Gedeck oder Jörg Schüttauf schauen. Die Gedeck, die zuletzt in Hunger auf Leben brillierte, der Schüttauf, in ‚Berlin is in Germany‘ schon genial. Und wenn dann auch noch der Matthias Brandt mitspielt, der zuletzt in einem Tatort als Bösewicht auftrat, ist die Besetzung auch schon komplett. Für einen richtig guten Film.
Wolfgang Stein (Schüttauf) saß jahrelang in Bautzen. Republikflüchtling. Bis er freigekauft wurde und abreiste, in den Westen. Im Auffanglager lernt er die Krankenschwester Anne (Gedeck) kennen. Die beiden verlieben sich, heiraten, bekommen ein Kind. Doch die Vergangenheit lässt Wolfgang nicht los. Er betätigt sich als Fluchthelfer und gerät so wieder ins Visier der Staatssicherheit, die vor nichts zurückschreckt. Bei einer Urlaubsreise nach Israel plant sie den Mord an Stein, der auch beinahe gelingt. Beinahe.

Stein überlebt, er sieht dem Fall der Mauer im Fernsehen, und fährt nach Berlin, um Einsicht in seine Akten zu erhalten. Die Akten lesen sich wie ein minutiös festgehaltenes Tagebuch – die Beobachter haben alles mitverfolgt: Vom Durchfall bis zum Orgasmus. Die Akten enthüllen aber auch ein anderes Geheimnis. Stein erhält Antwort auf die Frage, wer damals den Mordversuch an ihm verübte und wer dafür sorgte, dass die Stasi über seine Aktivitäten in Kenntnis gesetzt wurde.

Auch wenn das Thema nicht neu ist und auch auf einem Buch (Ich war Staatsfeind Nr. 1) basiert, ist dem Regisseur ein wahnsinnig berührender Film mit großartigen Schauspielern gelungen, den jeder gucken sollte.

Er läuft demnächst mit Sicherheit in der ARD. Auf jeden Fall kommt er aber am Sonntag nochmal auf Arte. Um 15:50 Uhr.

I do it every (tues)day

Wenn man den ganzen Tag im Büro war, bis spät, und dann nach Hause kommt und den Fernseher anknipst, dann schaut man sich den dicken Calmund an, amüsiert sich über doofe BWLer, die man nun schon seit einigen Monaten nicht mehr treffen muss, zumindest nicht mehr geballt. Nicht mehr diese Blauhemden anschauen, nicht mehr dieses dumme Gelaber hören, diese Profilierungssucht ertragen – großartig. Im Fernsehen kann man sie ertragen, weil sie dort weit sind, weit genug. Dann schaltet man weiter, wie es sich gehört, rüber zu den neurotischen Mädels. Will, dass der blöde Russe endlich verschwindet, dass Mr. Big wiederkommt, dann wär die Welt wieder in Ordnung. Wundert sich nicht über vögelnde Hunde, alles schon gesehen. Was es aber auch alles für Perücken gibt. Und dann noch abendliche Gespräche. Postsexandthecity-Gespräche, wie wir sie immer führen, gleich wenn die Vorschau vorbei ist. Dieser interne Wettstreit, wer als erstes zum Hörer greift, die Nummer wählt. ‚Hallo‘ und man weiß gleich, wer dran ist. Plaudern über das Leben, die Arbeit, die Liebe und so, bis man sich tot müde gequatscht hat. So ist es an einem Dienstagabend.

FILM: Sieben Zwerge

Und diese große Scheiße haben sich nun schon über 3,4 Millionen Menschen in Deutschland angesehen? Ich fass es nicht.

Weicheier!

‚Die Dschungelshow ist eine Studie über die Wehleidigkeit der Männer‘ kommentierte die Nick und traf den Nagel auf den Kopf. Wehleidig sind sie alle zusammen und damit meine ich nicht nur den kleinen Willi, der große Angst vor Spinnen hat. Der Spengemann weint die ganze Zeit rum, weil er seine Freundin vermisst, Jimmy Hartwig kann plötzlich nicht mehr tauchen und der dicke Harry verpisst sich einfach.

Soviel zur Dschungelshow. Doch es gibt diese Weicheier auch außerhalb des Urwalds. Oder was auch immer das ist. Sie klagen über Rückenschmerzen, nicht mal das Auto fahren macht mehr Spaß. Sie pumpen sich lieber mit Schmerzmitteln zu, anstatt endlich ins Krankenhaus zu gehen oder trauen sich erst gar nicht, mal beim Onkel Doktor vorbeizuschauen. Sie können kein Blut sehen, Frauen weinen sehen oder Wahlen gewinnen.

Ach, was ist nur aus euch Kerlen geworden? Und viel schlimmer: Was soll nur aus uns Mädels werden? Wer rettet uns vor bösen, wilden Spinnen? Wer beschützt uns vor vermeintlichen Einbrechern, die sich des Nachts durch die leisesten Geräusche ankündigen? Und wer hält Händchen, wenn wir irgendwann einmal für Nachwuchs sorgen?

Ich weiß nur eins: So kann das nicht weitergehen.

FILM: Elling

Und nachts lief dann auch noch Elling. Die Fortsetzung hatte ich mir im Mai angesehen und war nicht wirklich begeistert. Zu sehr nervte mich irgendwann das störrische Verhalten der Hauptfigur. Gestern Nacht wusste ich dann auch endlich warum. War es im ersten Teil vor allem die liebenswerte Art, mit der Elling und Kjell Bjarne miteinander umgingen, fehlte diese im zweiten Teil völlig. Wunderbar, wie die beiden so langsam das Stadtleben erkunden, wie Elling zum ersten Mal zu einer Lesung geht, einen Freund gewinnt und sich als Sauerkrautpoet einen Namen macht. Dieser kleine Film ist schlicht und ergreifend schön.

FILM: The door in the floor

Vorneweg: Nein, ich habe das Buch nicht gelesen. Was nicht daran liegt, dass ich John Irving nicht mag. Ich habe zwei oder drei gelesen, sie auch gemocht, besonders, weil sie immer so schön abgedreht waren. Trotzdem verspürte ich keine Lust, mir weitere von ihm zu besorgen. Auch ganz gut, denn so konnte ich mir diesen Film völlig unvoreingenommen anschauen, so dass er sogar gefiel.

Ted und Marion Cole leben in einem wunderschönen Anwesen nahe am Meer. Ruth, die kleine, blonde Tochter, konnte die Ehe der beiden nach dem tragischen Tod der beiden Söhne nicht retten. Deshalb schlägt er vor, sich über den Sommer auf Probe zu trennen. Damit der erfolgreiche Kinderbuchautor ein wenig unabhängiger sein kann, holt er sich über den Sommer einen kleinen Assistenten Eddie, der vornehmlich dafür da ist, ihn in der Gegend umherzukutschieren. Der entdeckt aber schnell die Faszination, die von Marion ausgeht und es dauert nicht lange, bis sich das ungleiche Paar ihren sexuellen Gelüsten hingibt.

Am Ende des Films verschwindet Marion und verlässt somit nicht nur ihren Mann und den jugendlichen Lover Eddie, sondern auch ihre Tochter. Eddie kehrt zurück an die Uni, Ruth wird von nun an von der Familie des Gärtners umhegt. Ted wird zur tragischen Figur des Films, dem es nicht gelingt, aus diesem Leben auszubrechen. Zu dem Schmerz um den Verlust seiner Kinder gesellt sich nun auch noch der Schmerz um den Verlust seiner Frau. Er wird seine Strategie des Verarbeitens nicht ändern. Er wird weitermachen wie bisher, sich in weitere, unzählige Affären mit seinen Aktmodells flüchten.

Ein wirklich schöner Film, über den man auch noch Stunden später nachdenken kann. Sehenswert ist er aber auch vor allem wegen Jeff Bridges und Kim Basinger, zwei wirklich ausgezeichnete Schauspieler, die die tragenden Rollen dieses Beziehungsdramas übernommen haben. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass die Dame Basinger schon 50 Jahre auf dem Buckel hat. Respekt!