FILM: Whisky

Jeden Morgen das gleiche Ritual. Nach dem Frühstück in einem Café in Montevideo macht sich Jacobo Köller auf den Weg in seine Sockenfabrik. Kurz vor halb acht wartet bereits Martha auf ihn, die ebenfalls in der Fabrik arbeitet. Gemeinsam betreten sie die Fabrik, während sich Martha ihren Kittel anzieht, schaltet Jacobo die Maschinen an. Sie kocht Tee, serviert ihn und sie wechseln die alltäglichen Floskeln.

Dann kündigt sich Jacobos Bruder Herman als Besuch an, woraufhin Jacobo Martha bittet, für einige Tage bei ihm einzuziehen und sich als seine Frau auszugeben. Sie sagt zu, die beiden treffen die wichtigsten Vorbereitungen, wortlos, die jahrelange Routine durch die gemeinsame Arbeit lässt Blicke als Kommunikation genügen. Nach dem Eintreffen von Herman wird klar, dass die beiden Brüder unterschiedlicher nicht sein können. Herman, der in Brasilien Frau und Kinder hat, kann mit der Wortkargheit des kauzigen, einsamen Bruder wenig anfangen, weshalb er immer wieder das Gespräch und den Kontakt zu seiner vermeintlichen Frau Martha sucht, die dieses Interesse des fremden Mannes sichtlich genießt. Als die drei dann auch noch einen Ausflug zum Meer unternehmen, wird es für Jacobo immer schwieriger, sich auf sein „neues“ Leben einzulassen.

„Whisky“ ist ein kleiner Film aus Uruguay. Er lebt davon, dass die Kamera oft sekundenlang auf Einstellungen verharrt. Obwohl nichts geschieht. Mich hat diese Art der Kameraführung teilweise sehr genervt. Überraschend und gut war allerdings der Schluss. Er endet, wie er begonnen hat. Jacobo kommt am Morgen in seiner Fabrik an. Nur Martha fehlt diesmal. Ein perfekter, verblüffender Schluss.

Der Film wurde von allerlei Feuilletons gefeiert und immer wieder mit den Werken von Aki Kaurismäki verglichen wird. Das kann ich nicht wirklich finden.

For your interest (2)

FILM: Schiller

Das Tolle an Matthias Schweighöfer ist, dass er mit seinen 24 Jahren schon mehr Gesichtsausdrücke drauf hat als der gehypte Schauspieler-Kollege Daniel Brühl. Und der ist schon 27.

Kein Vergleich, obwohl die beiden immer verglichen werden.

Fesselnder Film. Obwohl ich so historischen Kram eigentlich nicht mag.

FILM: Die Dolmetscherin

Früher mochte ich Nicole Kidman nicht. Zunächst nahm sie immer nur als viel zu großes Blondchen neben Tom Cruise. Dann trennten die beiden sich und ab da begann ich, auch sie anders wahrzunehmen. Plötzlich assoziierte mein Gehirn mit dieser ewig schlanken Frau Begriffe wie „Guter Film“, „ernstzunehmende Schauspielerin“ oder einfach nur „die ist gut“. Und wenn diese junge Dame dann auch noch in einem Film mit Sean Penn zu sehen ist, kann man ja gar nicht anders als ins Kino zu gehen.

Silvia Broome arbeitet als Dolmetscherin bei der UNO und hört zufällig ein Gespräch mit, in dem es um ein geplantes Mordkomplott gegen den afrikanischen Diktator Zuwanie geht. Der will in wenigen Tagen vor der Staatenversammlung sprechen. Zwei Secret-Service-Agenten Tobin Keller und Dot Woods gehen dem Fall nach. Sie benötigen nicht viel Zeit, bis sie herausfinden, dass Broome nicht nur eine die gute Sache unterstützende Dolmetscherin ist. Sie selbst stammt aus dem von dem Diktator beherrschten Land und hat durch die brutale Vorgehensweise Zuwanies ihre Familie verloren. Ist Broome glaubwürdig? Ist sie womöglich selbst an dem Mordkomplott beteiligt? Und warum erzählt sie nicht gleich von ihrer Vergangenheit?

‚Die Dolmetscherin‘ ist ein spannender Film in den Kulissen des UN-Gebäudes in New York. Während zu Beginn der Fokus auf der Figur der Dolmetscherin liegt, wird später die Perspektive gewechselt, so dass man von nun an dabei ist, wie die Agenten Puzzle-Teil für Puzzle-Teil aneinander legen, bis sie letztendlich durchschauen, wer hinter dem vermeintlichen Anschlag steckt.

Lohnt sich also doch, mal wieder in einen größeren Film zu gehen. Könnte allerdings auch an Regisseur Sydney Pollack gelegen haben.

FILM: Kebab Connection

Wie kann sie nur? Ja, wie kann Nora Tschirner, die ja selbst ich als Frau irgendwie gut finde, wie kann sie sich nur herablassen und in solch einem Film mitspielen? In einem Film, der sich alle Mühe gegeben hat, jeden noch so dummen Witz in diesem Film unterzubringen. Haha, männliche Türken schieben keine Kinderwagen, haha, und sie essen auch nur Döner, haha, und verstoßen ihren Sohn, wenn dieser plötzlich eine deutsche Frau schwängert, haha.

Kein Wortwitz, keine intelligenten Witze, nichts. Einfach nur eine platte Geschichte von einem türkischen, jungen Mann, der davon träumt, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu drehen (bitte lachen sie hier, im Kino hat das schließlich auch geklappt). Deshalb dreht er eine lustige Werbung für die Dönerbude seines Onkels. Natürlich streiten sich die beiden, weil der Sohnemann nicht damit klar kommt, dass sein lieber Vater ihn verstoßen hat. Und dann reden sie auch die ganzen neun Monate nicht miteinander, obwohl sie sich doch so sehr lieb haben. Und als die Schwangere dann kurz vor der Niederkunft auch noch an der Schauspielschule genommen wird, sitzt der Vater mit im Theater. Ja, ja, die Tränen können auch bei einem türkischen Mann fließen.

Dann geht alles ganz schnell. Die Wehen setzen ein, der Schwiegervater bringt die gute schnell ins Krankenhaus, die beiden versöhnen sich noch schnell bei einer Zigarette und schon gibt’s den Endspurt zwischen den beiden Liebenden, die mit ein bisschen Shakespeare auch die Versöhnung hinbekommen. Dann noch schnell die Hochzeit, türkisch natürlich, das war’s.

Fassungslos bin ich allerdings immer noch. Warum konnte ich nicht lachen? Warum war der Film so schlecht, obwohl Fatih Akin am Drehbuch mit rumgeschraubt hat? Warum macht die Nora das? Und warum muss ich auch immer wieder mit Emily in solche beschissenen Filme gehen? Was denkt die nur von mir?

Fragen über Fragen. Ich geh lieber schlafen.

Anschauen!

Ja, ich weiß, so langsam nervt es. Die Zeitschriften sind voll von Werbung, die Redakteure schreiben sich die Finger wund, gibt ja fast keine Zeitung/Zeitschrift mehr, in der kein Schreiberling diese neue Serie angekündigt hat, die morgen auf ProSieben startet. Selbst Klohäuschen bleiben nicht verschont. Trotzdem: Ich will euch allen diese tolle Serie ans Herz legen. Und vergesst Sex and the City! Jeder Artikel, der dir weismachen will, dass die Vorstadtfrauen irgendwas mit den Singlefrauen aus New York zu tun haben, lügt. Klar, es sind auch vier an der Zahl, aber das war’s dann auch schon.

So, Bildungsauftrag erfüllt genug Werbung gemacht: Anschauen. 21:15! (Wer guckt schon Fußballspiele, in denen Bayern München mitspielt? Pah.)

mannmannmann

Aus der Reihe Schauspieler, die sich auch mal so richtig lächerlich machen wollten: Vin Diesel. Wie gesagt, läuft am Donnerstag an.

FILM: Unbreakable

Das war er also, mein zweiter Film mit Bruce Willis (der erste war Pulp Fiction), den ich auch nur geschaut habe, weil der Mann meines Herzens drauf bestanden hat. War gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Kann aber auch an Samuel L. Jackson gelegen haben.

FILM: Flammend Herz

Dieser Text könnte auch die Überschrift haben ‚Warum ich das Bloggen mag‘. Denn wenn ich nicht bloggen würde, hätte ich nicht mitbekommen, dass derzeit (noch bis Montag) hier in Düsseldorf ein kleiner Dokumentarfilm läuft. Vor einigen Monaten hatte ich nämlich bedauert, dass der Film in einigen Städten aber nicht hier läuft. Und dann trudelte am Donnerstagabend eine Mail in mein Postfach. Ein Hinweis, für den ich mich nochmals bedanken möchte.

In ‚Flammend Herz‘ geht es um drei alte Männer. Sie haben eins gemeinsam: Sie sind tätowiert. Und zwar nicht nur am Arm oder Bein oder auf dem Rücken, nein, sie sind am ganzen Körper tätowiert. Der Film erzählt ihre Geschichte, die Geschichte einer langjährigen Freundschaft, die durch die blaue Tinte entstand. Sie erzählen von den Vorurteilen, mit denen man ihnen begegnet ist, von ihren homosexuellen Neigungen, von den Problemen, die sich in der eigenen Familie ergeben haben.

Kleiner Film, den man auch mal gut nachts auf Arte schauen kann. Schön.

Ne Stunde vorm Fernseher

Wieder was gelernt: Stefan Aust kauft gerne mal für 250 Euro Lebensmittel ein. Er trägt selbst auf seinem Gestüt eine Spiegel-TV-Mütze. Beim Autofahren ist er gerne mal einen Apfel. Natürlich auch mit Spiegel-TV-Mütze.

Ansonsten hätte man meinen können, dass Herr Lamby auf ein Jobangebot wartet. Seichte Fragen, schmeichelndes Gequatsche. Und nicht mal einen reitenden Herrn Chefredakteur.

Dann fange ich morgen mal an, das Oliver-Gehrs-Buch über Herrn Aust zu lesen.