FILM: 5 mal 2

Szenen einer gewöhnlichen Ehe. Nur rückwärts erzählt. Zu fünf Zeitpunkten. Erste Einstellung: die Scheidung. Kein Wunder, dass man die beiden von nun an wie ein Voyeur betrachtet. Über die gesamte Zeit beschäftigt den Zuschauer eine Frage: Woran ist diese Beziehung gescheitert? Und zu jedem Zeitpunkt gibt es Anhaltspunkte. Ja, so könnte es gewesen sein.

Gibt sie ihm keine zweite Chance, weil er sich nach der Scheidung ein letztes Mal nahm, was er wollte, obwohl sie sich dagegen wehrte? Ist es der Moment, in dem er sie vor seinem schwulen Bruder samt Bettgenossen bloß stellt. Weil sie ihm erlaubte, an einer Orgie teilzunehmen? Und er ihr später in der Küche vorwirft, dass sie immer alles Zwischenmenschliche so rosarot sehen würde. Oder liegt es daran, dass er eben nicht in der Lage ist, ihr in guten und schlechten Zeiten beizustehen. Weil er sie bei der Geburt, die eine viel zu frühe und schwierige ist, alleine lässt. Kann es sein, dass er in der Hochzeitsnacht zwar betrunken eingeschlafen ist, aber dennoch bemerkt hatte, dass sie noch einmal nach draußen gegangen ist. Und er sie vielleicht auch dabei beobachtete, wie sie es am Fluss mit dem Amerikaner treibt. Oder galt die Ehe bereits gescheitert, weil er sich nur auf sie einließ, weil er der anderen müde geworden war und nach Abwechslung, mehr Rundungen und ein wenig mehr Pep in der Beziehung gierte.

Wir wissen es nicht. Aber genau dieses Gieren nach dem Grund, dieses Finden von immer wieder anderen Indizien für das Scheitern der Zweisamkeit macht diesen Film so sehenswert.
(das der hauptdarsteller auch sehr sehenswert ist, verschweige ich mal lieber. kann ja nicht immer nur mit solchen fakten argumentieren.)

Flammend Herz

So ist das nun einmal, wenn man in Düsseldorf wohnt. Da liest man, dass ein Film anläuft, von dem man schon einmal Anfang des Jahres gehört hatte. Ich wollte ihn mir anschauen, ja. Und dann sucht man im Netz, guckt nach Hinweisen, wo dieser Film denn laufen könnte und dann stellt man fest, dass man für derartige Aktivitäten einfach mal in der falschen Stadt wohnt. Nicht mal in Köln läuft er. Ach ja.

FILM: Evil

Erik fliegt von der Schule, weil er immer wieder seine Mitschüler zusammenschlägt. Das liegt wohl daran, dass ihn sein Stiefvater regelmäßig verprügelt. Um ihn vor weiteren Repressalien zu schützen und auch, weil er sonst keine Chance auf ein Abitur hat, schickt ihn seine Mutter aufs Internat. Dort herrscht allerdings ein durch und durch totalitäres System: Die älteren Schüler sorgen mit allen nur möglichen Methoden für Zucht und Ordnung. Je mehr die Jüngeren leiden um so besser. Hauptsache, alle gehorchen den streng vorgegebenen Regeln.

Erik teilt sich ein Zimmer mit dem nicht sehr sportlichen,aber intellektuellen Pierre. Die beiden werden schnell Freunde und versuchen gemeinsam, einen Weg durch die Internatswelt zu finden. Ohne Gewalt. Das gelingt nicht immer. Und als dann noch Eriks Verhältnis zu dem Küchenmädchen Marja an die Öffentlichkeit kommt, sind die Tage für die beiden im Internat gezählt.

Evil ist ok. Mehr nicht. Was will er sagen? Dass keine Gewalt auch keine Lösung ist? Dass man in bestimmten Situationen dann doch einfach mal zuschlagen muss? Dass dann, wenn man nicht mehr weiter weiß, ein Anruf genügt, dann kommt der Anwalt, droht ein bisschen mit der Journaille, die mal eine aufdeckende Reportage bringen könnte? Dass man, wenn man etwas wirklich will, es auch schaffen kann? Was auch immer. Diesen Stoff habe ich bereits 100 Mal gesehen. Nichts Neues, aber diesmal aus Schweden. Wo wir auch schon zum Besten an diesem Film kommen: Dem Hauptdarsteller Andreas Wilson, der wirklich gut gespielt hat. Ich sag nur: Diese Lippen!

Pflicht?

Bei Berichten über das englische Königshaus ist es offenbar Pflicht, irgendwo unterzubringen, dass die ‚Queen not amused‘ ist. Vorhersehbar. Langweilig. Und ich bin wirklich not amused.

Haariges

Vorhin, als die Fernsehpreisverleihung von gestern im ZDF lief, da fiel es mir endlich ein. Seit die neuen Folgen von „Dittsche“ liefen, hatte ich mir immer wieder eine Frage gestellt: Warum schaute Schildkröte eigentlich so anders aus? Dann, als der Einspielfilm zur Kategorie „Beste Comedy“ lief, fiel es mir endlich auf: In den alten Folgen trug Schildkröte das Haar zurückgekämmt, seit neuestem lässt der Gute sein Haar jedoch galant auf die Schultern fallen. Jaja, der Herr von Welt trägt das Haar nun naturbelassen.

Naja. Er hat zumindest gewonnen, gegen Scheibenwischer und den viel zu klein geratenen Olli Pocher. Und die Martina Gedeck auch. Bei der kam übrigens der meiste Applaus. Zu recht.

Weitere Erkenntnisse des gestrigen Abends in Köln: Wenn Thommi mal nicht moderiert, läuft er auf und ab. Wie ein Löwe in seinem Käfig. Nur dass seine Mähne dank stark fixierendem Haarspray nicht mitwippt. Die Haarfarbe des Kanzlers ähnelt der von Udo Jürgens sehr. Und wer glaubte, dass weibliche „Promis“ immer exzellent rasierte Beine haben, der irrt.

Dienstags halb zehn in Deutschland

‚Warum rufst du mich jetzt an?‘ fragte ich in den Hörer hinein, wirklich verwirrt. Das konnte doch nicht sein Ernst sein. Und es konnte wirklich nur ein Typ sein, der es wagen konnte, mich am Dienstag (DIENSTAG!!!) um halb zehn anzurufen. Denn auch wenn ich in irgendeiner Frauenzeitschrift schon erfahren hatte, was sich in den letzten Folgen rund um die New Yorker Damen so ereignet, muss ich mir doch auch nochmal in Echt und Farbe anschauen, wie Steve sich vor Schreck die Nase an der Wand blutig haut und dann von Mirandas Lover verarztet wird: Einfach zwei Tampons in die Nase.
‚Ich ruf dich danach an‘ wimmelte ich ihn ab, nur um wenig später von einem weiteren Herren angeklingelt zu werden. ‚Ich dachte, ich meld mich mal wieder‘ sagte er und auch ihn musste ich auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten. ‚Die müssen noch viel lernen‘ dachte ich bei mir und gab mich wieder den Herzschmerz von Carry hin, die sich eben noch darüber freuen konnte, dass Mr. Big weich geworden war. Hach, fast wären Tränen gekullert, und dann war’s schon vorbei.

Tja, natürlich hab ich nicht zurückgerufen, zumindest nicht sofort. Vorher musste ja erst einmal die aktuelle Folge diskutiert werden. Ja, da hagelt es nicht nur positive Kritik! Verarbeitung muss sein. Und das geht nun einmal wirklich nur mit einer Frau!

The weekly Dittsche

Ah ja. Die Klitschkos hat der Uran angesprungen. Deshalb haben die Atomkraft. So wie mit Obelix, damals.

Und damit Ingo nicht so wird wie Karstadt, könnte Dittsche wirklich öfter mal ne Wurst essen. Finde ich.
Ein reiner Vorschlag. Reiner Vorschlag.

Alt wird er

Herr Gottschalk wird alt. Sehr alt. Spricht von Cosma Shiva Hagen und sagt Cosima. Liest die paar Fragen ab, die er seinen Gästen stellt, man merke an, dass es sich eh nur um drei, vier flache Small-talk-Aufhänger handelt. Und dann die Altherrenwitze, das Betatschen der Gäste, der ebenfalls alternde Otto, der niemals ergrauende Udo Jürgens, Sophia Loren.

Trotzdem freu ich mich mal wieder auf die morgige BILD, in der wir dann wahrscheinlich alle ganz genau lesen werden, was das für ein Typ war, der da am Ende laut rumpöbelte. Das alles, während die bezaubernde Alexandra Maria Lara am Seil hing. Zumindest in der BAMS steht heute ja schon eines der wichtigsten Details: Vorbestraft isser. Und „Tu Buße“ hat er gerufen. Wir dürfen gespannt sein.

FILM: Was nützt die Liebe in Gedanken

Ich hatte mir mehr erhofft. Wirklich. Schön anzusehen, aber doch irgendwie langweilig. So langweilig, dass man zwischendrin getrost eine Weile völlig abwesend sein kann und dann sofort wieder rein kommt, in den Film. Ohne irgendwas verpasst zu haben.

Das große Lesen

3. Follett – Die Säulen der Erde
2. Die Bibel
1. Tolkien – Der Herr der Ringe
Schlimm.

(und es hat einen grund, warum bei diesem eintrag nix verlinkt ist.)