Immer wieder

„Jetzt soll sich die Politik einschalten“, sagt die sympathische Moderatorin im ZDF-Frühstücksfernsehen. Ja und alle fordern, dass der Kanzler den Fall zur Chefsache machen soll. Ein Notpaket für den deutschen Einzelhandel müsse geschnürt werden.

Da wird jahrelang nicht reagiert, alles bleibt, wie es ist und wenn dann kein Geld mehr da ist, dann kommt der Staat und hilft ein bisschen aus. Aber dass die Zukunft vielleicht gar nicht mehr in diesen großen Kaufhäusern liegt, liegen kann, zumindest nicht in dieser Form, daran wird nicht gedacht. Hauptsache, alles bleibt, wie es ist. Prima.
(ja, ich weiß, dass da Tausende an Arbeitsplätzen dran hängen.) < / motzmode >

Wundern

Lange hat es gedauert, bis ich mich daran gewöhnte. Immer wieder schaltete ich um 23:15 den Fernseher ein, um dann hilflos davor zu sitzen, nicht zu wissen, wo ich hingehörte.
Als dann ein (nein, kein würdiger) Ersatz da war, fühlte ich mich wieder ein bisschen aufgehoben. Erstmal und wurde doch enttäuscht. Zu weiblich, zu lieb, ohne Zynismus.

Seit einigen Wochen nun bleibt der Fernseher aus. Meistens. Wenn ich nicht bei Charlotte einkehre. Manchmal, wenn ich dann noch ein bisschen verweilte und vor dem Schlafen noch einmal durch die Programme zappte, sah ich sie beim Kuschelsender vorbei. Landete bei den Nachrichten, die jetzt News heißen und doch nicht besser sind. In solchen Momenten denke ich zurück. Kurz. Zurück zu den alten Zeiten, als der Wochentagsabend noch in Ordnung war. Und ich mit Harald ins Bett ging.

FILM: Shrek 2

Jetzt war es also soweit, nach Findet Nemo im November 2003 mal wieder ein Film mit ohne echten Menschen. Computeranimiert. Süß war’s. Lustig, weil nette Anspielungen. Zu gerne hätte ich den Film im Original gesehen, um die Stimme von Antonio Banderas zu hören. So war nur Benno Fürmann zu hören. Sowieso war der gestiefelte Kater die beste Figur. Meiner Meinung nach.

FILM: Super Size Me

Fürs Protokoll: Ich bin kein Heavy User. Und auch kein Super Heavy User. Alle paar Wochen gehe auch ich in eines der Fast Food Restaurants (by the way, der Wrap bei Burger King schmeckt überraschend gut). Ich find es auch doof, dass Kinder verfetten, weil sie sich zu wenig bewegen und zu viel Mist in sich hineinstopfen. Was für Scheiße sie da unter anderem essen, zeigt dieser Film. Populistisch. Polemisch. Und mit erhobenen, moralischem Zeigefinger. Anscheinend kann man Dokumentationen nur auf diese reißerische Weise ins Kino bringen. Schade. Aber dass Fast-Food-Essen nicht besonders gesund ist, wusste ich auch schon, bevor ich diesen Film gesehen habe.

FILM: Der Untergang

Eigentlich sollte ich mich nicht darüber ärgern, dass ich gestern im Kino neben diesen Proll-Kids sitzen musste. Die – bevor der Film losging – nett fragten, ob wir nicht noch einen Platz weiter rücken, damit die Sechserbande sich auch zusammen niederlassen könnte. Und weil sie so nett gefragt hatten, rückten wir leise, nicht ohne kurz darüber nachzudenken, doch noch ganz die Reihe zu wechseln.

Wir blieben. Und bereuten, als nach einer halben Stunde Film plötzlich das Handy meines Sitznachbarn klingelte und er – völlig ohne Scham – ranging, kurz berichtete, dass er gerade im Kino saß und sich dann, so um zehn bei ihm/ihr melden würde. Ich konnte nicht anders und musste den jungen Herrn darum bitten, sein Handy auszuschalten, was er nicht tat, zumindest aber das Gespräch beendete.

Aber ich habe mir vorgenommen, mich nicht darüber zu ärgern, schließlich muss man sich ja eigentlich darüber freuen, dass diese Kids, die nicht den Anschein machen, viel im Kopf zu haben, sich einen solchen Film anschauen. Sich ein Bild über die Geschichte machen wollen. Verstehen, was in den letzten Tagen im Hitlerbunker passierte. Aufnehmen, wie eigentlich intelligent wirkende Menschen einer Idee verfallen, einer Person und ihrer Idee.

Das Wechselspiel zwischen der Darstellung der Person Hitlers, der Begeisterung für diese Person und der von ihr ausgehende Wahnsinn, der nicht vorhandene Respekt vor Leben, Menschen und dem Volk, das ihm zu dem gemacht hatte, was er war, gelang. Immer dann, wenn man begann, darüber nachzudenken, dass er ja doch ein ganz normaler Mensch gewesen sein muss, folgte eine Szene, in der er wieder einmal seinen Hass freiem Lauf ließ und man nur angewidert auf die Leinwand schauen konnte.

Die Besetzung des Films – großartig. Corinna Harfouch überzeugte in der Darstellung der furchtbaren Magda Goebbels, die mit kaltblütiger Berechnung ihre sechs Kinder mit Blausäure umbrachte, Alexandra Maria Lara gab die junge Sekretärin und die von mir nicht gemochte Juliane Köhler gab die naive Partymaus Eva Braun. Selbst die kleinste Nebenrolle schien perfekt ausgesucht. So muss das sein.

Ein Film, den wirklich jeder gesehen haben sollte. ‚Langweilig‘ urteilte nur einer der Burschen neben mir, während sie viel zu schnell die Kinosessel verließen und den Blick auf den Abspann störten. Ein einzelnes Urteil, dem die anderen nicht zustimmten. Und damit hat man ja schon etwas erreicht.

Dittsche

Die sonnengelbe Farbe perlt. Wegen des FCKW. Und das Haargel von den Fußballern geht in den Kopf hinein. Soso. Gut, dass er wieder da ist.

Gestern war so ein Tag, da bin ich am Fernseher hängen geblieben. Aber nicht bei trashigen Serien. Nein, diesmal ließ mich die Sat.1-Schnulze auf dem Bett verweilen. Ein echter Die-beiden-kriegen-sich-dann-doch-Liebesfilm und dann auch noch mit der auf den Kuschelsender abonnierte Sophie Schütt, die – so las ich irgendwann einmal in einer Zeitung – so authentisch sei. Das würden die lieben Zuschauer mögen. Und jedes Mal bin ich wieder überrascht. Dann kommt dieser Moment, in dem sich die beiden gegenüber stehen, diesmal in der starker-Regen-Variante, und sie aufeinander zu gehen und sich dann finden. Schrecklich vorhersehbar, aber doch berührend. Trotzdem nicht zu empfehlen.

Tja, und wenig später dann verirrte sich die gefühlsduselige Franziska dann auch auch noch ins ZDF zu dem kleinen Film ‚Julietta‘. Ein junges Mädchen aus Stuttgart zwischen zwei Männern in Berlin. Der eine hat sie während ihrer Bewusstlosigkeit vergewaltigt, der andere ist ihr drogenumwobene Freund. Natürlich ist sie dann schwanger und muss sich entscheiden. Ich mag ja deutsche Filme gern. Und so war auch dieser irgendwie berührend und zumindest so mitreißend, dass ich wissen wollte, wie es ausgeht. Sie entschied sich für das Kind. Für die neue Stadt. Und gegen ihren Freund. Empfehlen kann man diesen Film aber allemal.

FILM: Coffee & Cigarettes

„Wenn man cool ist, ist man cool, und ‚Coffee & Cigarettes‘ ist definitiv cool.“ So äußerte sich ‚Variety‘ über diesen kleinen Film von Regisseur Jim Jarmusch.

Und damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Ein paar Schachteln Zigaretten, jede Menge Kaffee und ein paar bekannte Gesichter. Der eine trinkt Kaffee, um sich vorm Zahnarzt zu drücken, der andere geht hin. Andere werden von Bedienungen genervt, obwohl sie lieber allein sein wollen. Zwei eingefleischte Musiker plaudern über alte Zeiten und machen sich was vor. Gegenseitig. Andere wiederum führen angeregte Unterhaltungen über physikalische Probleme. In 11 verschiedenen Szenen werden kleine Geschichten erzählt, unabhängig voneinander. Cool. In jeder Hinsicht.

Mal ehrlich!

Nein, ich wollte doch nichts über den eigentümlichen Sebastian Deyle schreiben, der seit heute mit einer ebenso eigentümlichen Sendung im Ersten zu sehen ist. Aber es geht nicht anders. Es muss raus! Was für ein Kerl! Und welche Stationen hat der Mann mit seinen jungen 26 Jahren schon hinter sich gelassen: Marienhof, Die D-Promi-Zweitverwertungssendung Quizfire. Dann mal eben den Schautzer weggewischt und nun also das: Für dich tu ich alles! Der Mann hat es geschafft, spricht er doch laut seiner Webseite sogar schwäbisch, bayerisch, badisch und sächsisch! Der Mann hat richtig Talent.

Respekt, Herr Deyle. Aber muss es denn sein, dass sie – wie vor zwei Wochen in der BAMS – auf ihren werten Kollegen herumhacken? Frau Schöneberger weiß nicht, wann sie die Klappe halten soll? Ja, wo liegt denn da der Unterschied zwischen Ihnen beiden? Was Frau Engelke sich antut, sei grauenhaft? Was Sie sich antun etwa nicht? Und über Carsten Spengemann muss man gar nicht reden? Stimmt, Herr Deyle, ebenso, wie man über Sie nicht reden muss!

Ruf mich an!

Beim nächtlichen Durchzappen bei meinem Lieblings-Neun-Live-Moderator gelandet. Und dann, als Robin mal wieder mit seiner sonoren Stimme vor sich hin säuselte, ja, er säuselte, weil es schon halb zwei ist, lieber mal ne ruhige Kugel schieben, dachte er sich wohl. Aus seinem wohl geformten Mund kamen Worte wie: ‚Rufen Sie jetzt an, sie verpassen sonst die Chance, 5000 Euro zu gewinnen‘ in allen Variationen. Und was zerstörte diese leicht erotische Stimmung zwischen Robin und mir und all den anderen der hundert Zuschauern, die um diese Uhrzeit an seinen Lippen hingen?? Der Arme musste niesen. Einfach so. Vorbei die Stimmung. Aber es menschelte noch ein bisschen mehr, dort im 9live Zuhause. Was für ein Moment.