Es gibt so Momente im Leben, da sehne ich mich nach der Anonymität von keinem Leser.
(Back to the roots: Wo ist eigentlich mein Offline-Tagebuch geblieben?)

Enthüllung!

Nachdem ich diese Meldung gelesen habe, dachte ich mir, dass ich es nicht länger verheimlichen sollte:

Ja, ich bin seit 28 Jahren unverheiratet und erwarte auch kein Kind. Mein Lebensgefährte und ich haben uns „nichts in die Hand versprochen“. Trotzdem halten wir es ganz gut miteinander aus. „Wir wollten es nicht nach außen tragen“, bestätigte der Lebensgefährte in einer ruhigen Minute. Ich kann mir sehr gut vorstellen, Kinder zu haben, möchte vorher aber noch „schlicht und ergreifend“ leben.

Bei Rückfragen erreichen Sie mich unter der bekannten E-Mail-Adresse.

Reinhard Lüke in der Frankfurter Rundschau über ein Spezial des so genannten Medienmagazin „Zapp“:

Und so drängt sich der Verdacht auf, dass sich hier in Zeiten von Radler-Sponsoring und peinlicher Wut-Verschiebung in der ARD das einzige hauseigene Medien-Magazin in Form dieses Schattenboxens mal eben eine generöse Auszeit nimmt, weil es sich über den eigenen Laden derzeit schlecht reden lässt.

(Ach ja: Stefan Niggemeier kommt auch drin vor.)

Film: Ins Leben zurück

Sehr eindringlicher Film über eine Frau, deren Tochter vor acht Jahren verschwunden ist, einfach so, von einem Tag auf den anderen. Seitdem gibt es keine konkrete Spur. Während sich der Vater mittlerweile von der Hoffnung verabschiedet hat, dass Lilli jemals wieder auftaucht, hat die Mutter die Hoffnung noch nicht aufgegeben, immer wieder überkommen sie Albträume. Als sie in einer alten Zeitschrift ein Foto einer jungen Frau sieht, glaubt sie, ihre Tochter wiederzuerkennen. Sie reist nach Schweden, um das Mädchen auf dem Bild zu finden.
Der Film erzählt die Suche dieser Frau mit all ihren Ängsten, ihrer Verzweiflung und ihrem unbändigen Willen, ihre Tochter wiederzufinden. „Ins Leben zurück“ lebt vor allem von der Leistung Martina Gedecks. Und wenn sie am Ende am Hafenbecken Göteborgs steht, dann können schon mal ein paar Tränen fließen.

Vorhin das erste Mal die Killerpilze gehört. Ich hätte nicht gedacht, dass der Sänger schon den Stimmbruch hinter sich hat.

Neulich in der Bahn

Die Horde Dreißiger. Sie tragen schwarze Poloshirts, auf denen in pinkfarbener geschwungener Schrift „Golden Girlies“ steht. Die meisten trinken Sekt, andere nuckeln an einer Plastikflasch „Adelskronen“, eine geht herum und schenkt in kleine Plastikbecher Selbstgemischtes mit Multivitaminsaft. Ich denke an die Zeiten, in denen wir den Korn mit Sprite verdünnten oder Wodka in Frühstückssaft kippten. Die Mehrzahl ist sonnenbankgebräunt, die künstliche Sonne hat bereits Spuren in ihren Gesichtern hinterlassen. Je länger die Fahrt, desto röter ihre Wangen, desto höher der Geräuschpegel. Ihr Kichern, Kreischen, ihre Worte, sie dröhnen nicht nur in meinen Ohren. Ganz verloren sitzt ein kleines Mädchen mit rosa Haarspangen im langen Haar. Angestrengt starrt sie in den Bildschirm vor ihr. Die Kopfhörer fest auf den Ohren, immer tiefer sinkt sie in den Sitz.

Als eine von ihnen die blechernde Musik („Boom, boom, boom, boom, I want you in my room“) lauter dreht, um sie drei Sitze weiter noch hören zu können, steht der erste Fahrgast auf.

Buch: Thommie Bayer – Singvogel

Gestern im Zug habe ich eines der schlimmsten Bücher des Jahres durchgelesen. Nur weil ich hoffte, dass es doch noch eine Wendung in dieser wahnsinnig vorhersehbaren Geschichte gibt. Die einzige Überraschung war, dass es sie natürlich nicht gab. Absolut seichter, klischeebeladener Scheiß.

Durchsage

Das nächste Mal, wenn ich mit meinem Bruder durch Bremen laufe, werde ich ein T-Shirt mit den Worten „Ich bin nur seine Schwester“ tragen.

Welcher Fetisch soll’s denn sein?

Die einen halten sich an ihrem Holsten fest, die anderen an ihrem Rasierer.

Ach, diese moderne Technik

Eben am Telefon.

– Freundlicher Pressesprecher: Wie lautet denn Ihre E-Mail-Adresse?
Ich sag sie ihm.
– Freundlicher Pressesprecher: Groß- oder kleingeschrieben?