Wie recht er hat, …
… der Herr Niggemeier: „(…) Caroline Beil. Die Zahnarztfrau. In ihrem Wohnzimmer. In meinem Wohnzimmer. Dieses freaky fucking face. Unglaublich, aber wahr.“
… der Herr Niggemeier: „(…) Caroline Beil. Die Zahnarztfrau. In ihrem Wohnzimmer. In meinem Wohnzimmer. Dieses freaky fucking face. Unglaublich, aber wahr.“
Gestern abend gesehen und seitdem darüber nachgedacht, wie ich den Film eigentlich fand. Irgendwie seltsam, wenn man sich auch nach über 12 Stunden nicht entscheiden kann, ob er nun gut war oder nicht. Und dann der Beitrag des Wirren, der den Artikel von Diedrich Diederichsen in der TAZ zitiert, den auch ich nicht verstanden habe. Erst daraufhin beschloss ich, doch etwas zu schreiben. Über diesen Film.
Diesen Film, in dem Jim Carrey einen schüchternen jungen Mann Joel spielt, der sich in die verrückte Clementine (Kate Winslet) verliebt. Jeder hat wohl schon einmal in seiner Verzweiflung den Wunsch gehegt, alle Erinnerungen an den anderen mit einem Knopfdruck auszulöschen und so unterzieht sich zunächst Clementine einer solchen Prozedur und als Joel von ihr nicht mehr erkannt wird, greift auch er zu diesen Mitteln. Schön praktisch, so ein Ding.
Und dann sehen wir in langen Ausführungen, wie Dr. Howard Mierzwiak mit seinen Gehilfen alle Erinnerungen in Joels Gehirn löscht, die mit Clementine zu tun haben. Irgendwann wehrt er sich gegen die Prozedur, weil er merkt, wie wichtig ihm die Erinnerungen an die Liebe zu ihr doch sind und er versteckt sich in ihr in seiner Kindheit und anderen verborgenen Orten, so dass der Doktor immer wieder aufs Neue mit der Suche nach ihm beginnt. Diese Szenen geben Jim Carrey die Möglichkeit, ein wenig zu blödeln und ihn in gewohnter Manier auf der Leinwand zu sehen: Als Klassenclown, einen Meister der Grimassen.
Aber diese Rückblicke, die ständige Flucht – sie ziehen sich ungemein lang hin und diese Szenen, in denen ständig Sachen (die Bibliothek, das Haus…) verschwinden und er mit ihr davon läuft, haben mich während des Schauens immer wieder genervt. Aber nicht so sehr, dass ich rausgehen wollte. Denn schließlich hatte ich den Beginn erst nicht verstanden und sollte am Ende erfahren, dass dieser im Grunde das abermalige Kennenlernen der beiden nach ihrer gegenseitigen Löschung darstellte.
Die beiden erfahren schließlich, dass sie einander bereits kannten, indem sie die Kassettenbänder zugespielt bekommen, auf denen sie über den Partner herziehen. Den Partner, den sie gerade erst kennenlernen und in dem sie – noch durch die rosarote Brille betrachtet – noch die Hoffnung auf eine wunderbare Liebe sehen. Das verwirrt sie und lässt andererseits eine erneute Beziehung zu. Diederichsen meint, dass sie es tun, weil sie sich gegenseitig durchschauen und sich deshalb vom anderen retten lassen. Noch ein bisschen romantischer ist die Ansicht, dass sie sich trotz Löschung wiederfinden – wenn das nicht bedeutet, dass sie füreinander geschaffen sind.
Was ich aus dem Film mitnehme, weiß ich allerdings immer noch nicht. Doch gefällt mir vor allem nicht, wie rosarot die Welt doch mal wieder dargestellt wurde. Denn genauso, wie wir es im wahren Leben nicht schaffen, den anderen aus unserem Leben zu verbannen, er verfolgt uns meist ein ganzes Leben, weil es immer wieder Erinnerungen gibt, die wir nur mit ihm verbinden, sind wir nicht in der Lage, uns dann – völlig unvoreingenommen in den anderen aufs Neue – zu verlieben. Das ist leider so. Und nicht zu ändern.
Eigentlich war ich ja bei Andy Warhol, aber weil inmitten der Kultur-Meile in Düsseldorf dieser rote Klotz stand, war ich neugierig. Zu Neugierig. Und beschloss, nach dem Ausflug in die Pop Art auf jeden Fall nochmal vorbei zu schauen.
Da stand er nun. Der rote Klotz. Aufschrift: Faszination Handelswelten. Mehr nicht. Die Metro präsentiert sich, schön bunt, hip. Laute Musik, viele Bilder, viele, viele Computer, auf denen Videofilmchen zeigen, wie toll der Konzern ist, wie vielseitig man in einem Konsumtempel doch denkt. Und was die Zukunft bringt. Tja. Und wir auch sehen sollten, mit welchen Sinnen wir die vielen bunten Marken alle aufnehmen. Wie wichtig doch das Korkenknallen, der Geruch von Gewürzen und das Aussehen von wohlgeformten Früchten für unseren Genuss ist, gab’s – Kindheitserinnerungen werden wach – Ahoj-Brausepulver zum selber testen. It’s prickeling in England, wie Hape derzeit sagt. Nein: It’s prickeling in Düsseldorf. Auf meiner Zunge. Und wie ich vorhin erfahren habe, kann man damit auch ganz andere Körperteile zum Prickeln bringen.
1. Bist du eine Nachteule?
Ja.
2. … und warum?
Gehe meist nicht vor halb eins ins Bett. Obwohl: Ist man dann gleich eine Nachteule?
3. Mit welchem Gedanken bist Du gestern eingeschlafen?
Ach ist das schön, dass hier jemand neben mir liegt.
4. Letzte Nacht gut geschlafen?
Ja, siehe oben.
5. Kannst Du Dich an Deine Träume erinnern?
Wenn ich wach werde und es ein intensiver Traum war, ja. Manchmal werde ich auch von meinen Träumen wach und bin ganz erschrocken. Und gerädert. Dann ist es meist auch nicht so einfach, den Tag gut zu beginnen.
6. Was war der letzte Traum an den Du Dich erinnern kannst?
Keiner. Nach einer Viertelstunde ist die Erinnerung meist hin.
7. Mit welchem Gedanken bist Du heute morgen aufgewacht?
Schön, dass ich mich heute nochmal umdrehen und ankuscheln kann.
Gefragt von: Cult 7
Was ging vor einiger Zeit ein Raunen durch die Medienlandschaft. Wie konnte Frau Salm das nur tun? Einen Fernsehsender zu einem solchen Kommerzschuppen umbauen, der zwar Geld macht, aber völlig ohne Anspruch ist. Und dabei noch den armen Menschen das Geld aus der Tasche zieht. Seit ich hier wohne, habe auch ich schon die Sogwirkung der Moderatoren, tja, wie soll ich diese Personen nur nennen, erfahren. Sie machen es verdammt gut, besonders häufig habe ich den so genannten Robin Bade gesehen, bei dem ich nach 10 Minuten Dauerberieselung und einiger Bier im Kopf ebenfalls nah dran bin, um endlich zum Hörer zu greifen. Klar, hab ich die richtige Lösung. Und was bemerke ich jetzt? Mittlerweile hat jeder Kanal des Nachts eine dieser Ich-ruf-an-damit-ich-was-gewinne-Sendungen. Ob Sat.1 mit ihrer Quiz Night oder RTL mit ihrem Nachtquiz – mittlerweile hat jeder Sender erkannt, dass man hier locker ein paar Cent verdienen kann. Immerhin besser, als wenn billig ausschauende Damen sich zu bekannten Titeln aus den Achtzigern räkeln. Das ist war nett fürs Auge, aber die Kassen klingeln davon nur bedingt.
Und auch das öffentlich-rechtliche zieht wahrscheinlich bald nach. Man nehme eine gutaussehende, wenn möglich blonde Frau, die gern und viel redet, auch am Telefon, denke sich ein paar dumme Fragen aus, auch gern die Bilderquiz-Variante und schalte eine Telefonleitung frei und schon kann’s losgehen. Ein großes Herz sollte sie auch noch haben, denn kann man die Frage nach Daniel Lopes durchgehen lassen, wenn der freundliche Herr am Telefon den Namen des ehrenwerten Herrens nicht ganz korrekt ausspricht. Gar nicht so einfach, so ein Job. Da schalte ich doch lieber zum Domian um. Oder aus.
Vergleichen kann man die beiden nicht, sie spielen in unterschiedlichen Ligen. Also völlig unvoreingenommen.
Aber schlecht war es nicht. Die Kurzkritik: Die Themen der Anfangsgags passten zu ihr. Ein wenig lang, aber ok. Gut auch der persönliche Bezug zu Harald „Ich mache nur eine Kreativpause“ Schmidt und ihrem „Ich arbeite, er spielt Bass“ Lover. Und sie macht, was sie kann: Ob als Lisa Fitz, Angela Merkel oder Linda de Mol. Beim Roger-Willemsen-Klugscheißer musste ich wirklich lachen. Udo war etwas flach, wer außer meiner Mutter ist daran interessiert, dass der Kerl 58 geworden ist? Hier wurden der guten Frau dann doch ein wenig die Worte in den Mund gelegt. Den Bastian muss man ja auch nur da hinsetzen, dann läuft das, auch Sting sorgte für ein bisschen Lockerheit. Sowieso: Sie wirkte ein wenig verloren, an ihrem kleinen Schreibtisch in diesem großen Raum. Ein bisschen kuscheliger wäre vielleicht nicht verkehrt gewesen. Zum Schluss noch – die Brainpool-Connection funktioniert – die Herren Raab und Mutzke.
Ach, was soll ich sagen? Alles bemüht, dass es nicht zum Flop wird – und wirklich schlecht war die erste Sendung nicht. Lag aber auch daran, dass ihr so viele Menschen geholfen haben. Und warum man diese Band unbedingt die Electric Lady Band nennen muss? Damit auch Frau Schwartzer einschaltet? Ich weiß es nicht. Kann man ja noch dran arbeiten. So, und den Live-Ticker zur Show kann man hier bei Jens nachlesen. Ich geh jetzt schlafen und lese morgen die Verrisse. Endlich ist wieder was los…
Dieses Haus hat einen Drachen, einen Hausdrachen in Gestalt einer älteren Frau, die in großer Lautstärke den Fernseher laufen hat, egal, wann man bei ihr klingelt. Hört sie die Klingel, hüpft sie wie aufgescheucht an die Tür – auch gern ohne Schuhe. Kann man ja machen, jetzt. Ist ja warm. Dazu eine kreischende Stimme. Unterschwellig vorwurfsvoll, dass immer noch keine Klingelschilder an der Tür hängen – sei ja nicht so wichtig. Und Hausdrachen nehmen sich es auch heraus, morgens um halb neun hier zu klingeln. Nicht, dass ich nicht schon wach war und durchaus auch in der Lage gewesen wäre, an die Tür zu gehen. Aber seit morgens in Berlin eigentlich immer nur die Müllmänner wahllos klingelten, weil sie sonst nicht an die Tonnen kamen, gehe ich nicht mehr an die Tür.
Ganz flüchten konnte ich dann vor ihr nicht. Schließlich hat sie ja Zeit und wartete anscheinend im Hausflur, bis ich die Wohnungstür ins Schloss fiel ließ und die Treppen hinunterrennen wollte. Ich habe vorhin schon mal bei ihnen geklingelt? – stimmt, gute Frau. Da war ich wohl unter der Dusche.
Er war immer noch verzweifelt. Auch wenn es schon einige Monate her war. Das Unglück, welches sie entzweite. Er litt. Immer noch. Das Schlimme: Er rief immer wieder an. Wollte sein schlechtes Gewissen erleichtern, in dem er ihn bat, ihm zu verzeihen. Aber das konnte er nicht. Nicht ihm, der ihm die Liebe seines Lebens nahm. Nur weil er sie nicht gesehen hatte. Auf der Vespa. Im Sommer. Als sie vom See kamen und Pläne geschmiedet hatten. Sie war sofort tot, er – nach einem langen Krankenhausaufenthalt – wieder hergestellt. Aber arbeiten wollte er nicht mehr in seinem Tonstudio. Weil sie sich dort kennenlernten, es ihm wie Verrat vorkam, wenn er an diese Stätte zurückkehrt.
Und dann stand er plötzlich vor seiner Tür. Mit ihr, seiner Therapeutin. Er wollte weglaufen, flüchten. Und konnte es nicht. Weil sie ihm dem Weg versperrten. Mit Worten beschossen, er nicht mehr konnte. Er wolle alles tun, alles, damit er verzeihen könnte. Ihm. Der alles nicht gewollt hatte. Und in seiner Verzweiflung schreit ein musikbegeisterter Tontechniker: „Hören Sie täglich 14 Stunden Modern Talking!“ Sie verschwanden um die Ecke, stolpterten hastig die Treppe hinunter. Das saß. nachlesen in Thommie Bayer – Das Aquarium
Den ersten Teil damals in Berlin gesehen. Mit einem lieben Freund. Begeistert waren wir von diesem kleinen Film um diesen doch sehr autistischen Mann, der nicht einmal in der Lage war, ans Telefon zu gehen. Aber eigentlich möchte ich ja über diesen neuen Film schreiben.
Elling – Nicht ohne meine Mutter erzählt die Vorgeschichte zu dem ersten Film. Ellings Mutter lebt noch, man muss jedoch sagen: In den letzten Zügen. Der Film erzählt von dem kauzigen Elling, der mit seinen 40 Jahren immer noch bei Mama wohnt und sein ganzes Leben auf sie ausgerichtet hat. Besser gesagt: Er hat kein eigenes Leben. Zum Einkaufen gehen sie gemeinsam, er hat keine Freunde und als seine Mutter auf die Idee kommt, auf ihre letzten Tage nach Mallorca in den Urlaub zu fahren, ist er alles andere als begeistert.
Sie plant diese Reise nicht ohne Grund, ist sie doch durch ihr Alter gezeichnet und will sie, dass ihr Sohn endlich lernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Auf dem Weg nach Mallorca wird Elling nun mit den anderen Menschen konfrontiert. Ein ungebetener Gast gesellt sich zu ihnen, die Stewardess, die Reiseleiterin – eine fremde Welt für den doch fremdelnden Elling.
Immer wieder eckt er an, benimmt sich wie der letzte Depp und erzählt uns in dem Film seine Sicht der Dinge. Das ist mitunter sehr unterhaltsam, doch im Laufe des Films geht einem diese autistische Sicht der Dinge doch gehörig auf die Nerven. Ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass im ersten Teil des Films weniger erklärt wurde und der Film doch vor allem durch die Leistung der Schauspieler seinen Flair hatte. Sowieso sind mir Filme lieber, die von alleine wirken, ohne dass mir lang und breit erklärt wird, was hier gerade passiert.
Aber gut. Wirklich gelungen ist die Szene, in der Elling durch die weiblichen Schönheiten am Strand doch recht körperlich reagiert, sich ins Wasser stürzt, um sich dort sagen wir mal seinen Gelüsten hinzugeben. Sehr witzig anzuschauen. Sehr liebenswert die Mutter, die man eigentlich gar nicht mögen mag, weil sie Elling zu dem gemacht hat, was er ist: Ein unselbstständiger Mann, der älter wirkt als er eigentlich ist.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendwelche Menschen einfach noch ein bisschen Geld verdienen wollten und deshalb auf diesen zweiten Film bestanden. Manchmal ist es einfach besser, wenn man die Dinge lässt wie sie sind. Ohne noch einmal zurückzublicken.
Ernsthaft darüber diskutiert, ob Männertoiletten besser ausgestattet sind als Damentoiletten. Den Punkt vertreten, dass Männer viel besser gestellt sind, weil 1. mehr Kerle am Pinkelbecken Platz finden und 2. es viel schneller geht. Weil nur: Hose auf, Schniedel raus, Hose wieder zu. Beipflichtender Kommentar eines Mannes: Wir haben ja auch viel mehr Platz im Klo. Ah ja.