Schönes Porträt über Nadja Uhl in der Süddeutschen Zeitung.

Lars Brandt: Andenken

Es ist schon eine Weile her, dass ich dieses Buch fertig gelesen habe, doch ich habe es nie geschafft, ein paar Worte zu verlieren. Liegt sicherlich daran, dass ich viel an meinen Vater gedacht habe.
Mich hat dieses Buch berührt. Weil der Sohn eine Beziehung zu seinem Vater beschreibt, die ich nicht nachvollziehen kann. Ein Vater, der mit seinen Kindern anscheinend nicht viel anfangen kann, der oft das Gespräch meidet, lieber alleine in seinem Zimmer sitzt und schreibt. Lars Brandt klagt nicht an, sondern beschreibt, wie er das Leben mit seinem Vater und im Schatten seines Vaters empfunden hat. Er beobachtet, wie V. (so wird er auch im Buch oft genannt) sich schleichend von einem selbstständigen Leben verabschiedet, weil ihm so viele Dinge abgenommen werden. Wie der Kontakt abbricht und irgendwann wieder auflebt. Kurz vor seinem Tod. Wie es immer so ist. Scheinbar.
Brandt respektiert seinen Vater, ohne Zweifel, klagt nie an. Er sorgt für Rührung. Und manchmal lässt er den Leser auch schmunzeln, über diesen eigentümlichen Mann. Ich glaube, dass Brandt mit seinem Vater und der Art der Vater-Sohn-Beziehung zufrieden war. Was auch nicht anders geht, ist eine solche Beziehung ebenso wie die zur Mutter einzigartig und nicht wirklich vergleichbar. Und es hat auf eine Weise auch Spaß gemacht, in dieses Verhältnis hineinzublicken.

(Ich mochte die vielen leeren Seiten in dem Buch nicht.)

Super Songtexte im Handelsblatt


Ja, warum bloggt die jetzt schon Zeitungsseiten? Na, wegen der Überschrift natürlich. Gelesen und sofort gewusst: Die haben bei Kettcar geklaut.

„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, in Empfindsamkeit vereint“
(Kettcar, Im Taxi weinen)

Sind wir zu dünn?

Gerade in der Süddeutschen gesehen. ProSieben hat heute ne Anzeige (ganzseitig) geschaltet, zu dieser Top-Model-Show (ich berichtete). Wegen der angeblich negativen Berichterstattung. Alles PR, aber darum soll es hier gar nicht gehen. Schaut euch nämlich mal das Foto an (bei Alex geklaut)! (Kann man hier leider nicht so gut erkennen.) Die Gesichter der „Girls“ sind so dermaßen retuschiert! Haben die das etwa nötig? Muss mich gleich für die zweite Staffel anmelden.

Schöne Worte (3)

„Was Ursula von der Leyen der Bevölkerung vorzeigt, ist ein Leben aus Vaseline, ein vollkommen bruchloses Leben. Sie raucht nicht, trinkt nicht, isst keine Königsberger Klopse nach acht, sie liebt ihren Mann, sie hat sieben Kinder, die auf den Fotos immer so aussehen, als würden sie freiwillig ihre Schuhe putzen, sie ist so klug, so erfolgreich, und sie denkt auch an die Armen.
Man neigt dazu, dieses Modell abzulehnen.“

Matthias Geyer: Die Mutter der Nation, SPIEGEL, S. 37f.

Durchsage

Nur damit ihr’s wisst: Ich bin für Milly Monkey.

(Eines meiner aktuellen Lieblingsblogs. Wollte ich nur mal gesagt haben.)

Und noch was zum Lachen

Der Protestticker bei Titanic.

Lesen

Kleine Empfehlung des Hauses. Die Rheinische Post widmet sich in einer kleinen Serie mit dem Titel „Pop-Ökonomen“ den Wirtschaftswissenschaftlern, die ihr Gesicht gerne in die Medien halten. Zuletzt mit Hans-Werner Sinn („Quadratisch, praktisch, gut.“) Aber auch Bert Rürup („Er redet über alles.“) und Norbert Walter (ich empfehle auf norbert-walter.de die Rubriken „Walters Web Winkel“, „Walter verzweifelt gesucht“ oder „Ein Fall für Walter“, ) waren schon dran.

Warten wir also noch auf Zimmermann, Raffelhüschen, Berthold und wie sie alle sonst so heißen.

Helge Schneider: Globus Dei

Unter „normalen“ Umständen hätte ich das Buch sicherlich nicht gelesen. Aber da man selbst gerne Bücher verschenkt, bekommt man dann und wann auch einmal eins. Dieses hier habe ich von meinem Bruder zu Weihnachten bekommen, und wenn es nicht von ihm gekommen wäre,…, aber das hab ich ja gerade schon geschrieben. Helge Schneider beschreibt eine Weltreise. Start ist der Nordpol, dann geht’s nach Russland, irgendwann streift er den Mount Everest, New York, Andalusien und an all die anderen Orte kann ich mich nicht erinnern. Diese Beschreibung ist häufiger sehr amüsant, weil sehr schnell klar wird, dass Schneider diese Reise niemals angetreten hat. Doch da ich noch nie ein Freund von Reisegeschichten gewesen bin, konnte ich mit vielen dieser Geschichten wenig anfangen. Hinzu kommt: Helge Schneider ist ja auch sehr speziell, immer dann wenn ich ihn irgendwo sehe, dann schaue ich auch zu und lache auch. Am besten gefällt er mir übrigens, wenn er Udo Lindenberg parodiert. Aber so ganz freiwillig und selbstbestimmt würde ich mich ihm nicht aussetzen.
Für Fans ist dieses Buch wahrscheinlich phänomenal. Und ja, auch ich habe des öfteren geschmunzelt. Ansonsten war es für mich nur ein kurzweiliger Zeitvertreib.