Ist Joy Fleming eigentlich auch lesbisch?

Übrigens lädt der STERN schon wieder zu einer kostenlosen Preview ein. Diesmal für Dienstag, den 14.3., 20 Uhr. Anschauen kann man sich „Transamerica“. In Berlin, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart.

Nachtrag zu „Dresden“:

Lieber Nico Hoffmann,
ist ja wirklich super, dass du es immer wieder schaffst, diese Zweiteiler für die Fernsehsender (wir erinnern uns: Die Luftbrücke, Die Sturmflut, Dresden u.a.) zu produzieren. Bringt Kohle, die Schauspieler freuen sich über die Präsenz und Quote bringen diese Dinger ja auch immer. Ganz toll. Trotzdem wäre es schön, wenn du bei deinen nächsten Produktionen mal darauf achten könntest, dass ein bisschen Abwechslung in die Drehbücher kommt.

1. Bitte, bitte, keine Betroffenheits-Große-Augen-Einstellungen mehr! Die haben mich sowohl bei Nadja Uhl als auch bei Felicitas Woll nur noch genervt!
2. Bitte, bitte, keine historischen Ereignisse mehr als Vorlage! Hat denn die Gegenwart gar nichts zu bieten?
3. Bitte, bitte, wenn du dich schon an historischen Stoffen versuchst und die Amis und Briten immer ne wichtige Rolle spielen, dann wäre es ganz große Klasse, wenn man die Englischsprachler nicht nur an dem schmucken Haarschnitt und der Lederjacke erkennen würde, sondern die Typen wenigstens deutsch mit englischem Akzent sprechen könnten. Wirkt authentischer, ehrlich, und macht es dem Zuschauer sogar ein bisschen leichter, dem Plot zu folgen, wenn man seine Augen ausnahmsweise mal nicht auf dem Bildschirm hat.
4. Bitte, bitte, keine Zweiteiler mehr! Oder nur dann, wenn es sinnvoll ist. Denn die Geschichte Mann liebt Frau, Frau irgendwie auch aus Mangel an Alternativen, Frau trifft anderen Mann, verliebt sich, muss aber noch ein paar Hürden nehmen, bis sie mit dem neuem Mann glücklich wird, kann man doch wirklich auch in 90 Minuten erzählen.
5. Bitte, bitte, keine Dreiecksgeschichten mehr! Auch nicht in der Kombination Mann-Frau-Frau oder Mann-Mann-Mann oder Frau-Frau-Frau. Danke.

FILM: Requiem

Schlau war es nicht gerade, an einem Samstagabend in das Kino im Medienhafen zu gehen. Lange Schlangen und jede Menge Deppen, die anscheinend nur ins Kino gehen, weil die Angebetete mal wieder wollte oder weil es sich eben so gehört. Bewusst für einen Film scheinen sich aber nur die wenigsten zu entscheiden. Zumindest ein Großteil derer, die sich mit dem Mann meines Herzens und mir „Requiem“ anschauten. Die setzten alles daran, dass der Abend für alle Mitseher zu einem Desaster wurde. So ganz ist das der Prollgruppe hinter uns allerdings nicht gelungen. Obwohl sie bei jedem Auto, was durch den Film fuhr, lautstark den Markennamen artikulierten und bei besonders ruhigen Momenten wie wild in ihrer Popcorntüte wühlten. Oder laut gröhlten, weil die sich ja soooo lustig geküsst haben. Alles in allem fanden die den Film dann natürlich auch scheiße. Ich aber nicht. Ich war einerseits fasziniert. Andererseits, naja, „verstört“ wäre der falsche Begriff, aber zumindest berührt. Und aufgewühlt.
Der Film erzählt die Geschichte der 21-jährigen Michaela, die an Epilepsie erkrankt ist und bei ihren Eltern in einem sehr religiösen Dorf lebt. Wegen ihrer Krankheit musste sie bereits ein Schuljahr aussetzen. Da erhält sie mit der Zulassung zum Studium endlich die Möglichkeit, ihr eigenes Leben zu beginnen. Raus aus dem Dorf nach Tübingen. Sie blüht auf, lernt sogar einen Typen kennen. Doch lange hält dies nicht an, plötzlich hört sie Stimmen. Die Angst vor der Krankheit, die sie glaubte, besiegt zu haben, kehrt zurück. Die Medikamente helfen nicht, sie flüchtet in ihre Religion.
Mit „Requiem“ hat Hans-Christian Schmid einen Film geschaffen, der auf sehr einfühlsame aber auch erschreckende Art und Weise darstellt, wie das junge Mädchen letztendlich an ihrem Glauben und ihrer Sturheit zu Grunde geht. Aus Unwissenheit, Angst und einem unerschütterlichen Glauben. Ein Film, über den man noch eine Weile nachdenken muss. Über die Rolle, die Glauben in einem Leben spielen kann und über diese Selbstverständlichkeit, mit der diese Michaela bereit ist, sich zu opfern.

Ich hab ja gestern „Dresden“ geschaut.

TV-Filmvorschau (8)

Und natürlich wie mittlerweile jede Woche und nur wegen des großen und überragenden Erfolges, hahaha, hier also die achte TV-Filmvorschau mit der Woche vom 4. bis 10.3..

Samstag, 4.3., 22.05 Uhr: „Rhythm is it“ (Arte)
Dann glaub ich mal Sebastian von ungedruckt.net. Nee, hatte damals kurz überlegt, ihn mir anzuschauen, als er im Kino lief.

Sonntag, 5.3., 15.50 Uhr: „Königskinder“ (Arte)
Merle und Abel sind 18, lieben sich und dann wird Merle schwanger. Eigentlich haben sie sich aber etwas ganz anderes vom Leben erhofft. Der Film bekam 2003 auch den Deutschen Fernsehpreis, ich hab ihn glaub ich auch schon gesehen.

Sonntag, 5./6.3., 20.15 Uhr: „Dresden“ (ZDF)
Er soll ja besser sein, als „Die Sturmflut“. Dann hoffen wir mal. Allein wegen „Lolle“, ;)

Montag, 6.3., 0.00 Uhr: „Taxi Driver“ (Kabel Eins)
Klassiker von Martin Scorsese.

Montag, 6.3., 20.40 Uhr: „Good bye, Lenin“ (Arte)
Lange habe ich überlegt, ob ich den wirklich empfehlen soll. Ach was soll’s. War ja ganz nett, damals.

Mittwoch, 8.3., 20.15 Uhr: „Der Vater meiner Schwester“ (ARD)
Familiendrama, ein Vater verleugnet seinen unehelichen Sohn. Es kommt zu Problemen, als sich die Schwester dann in ihren Bruder verliebt. Deutscher Film, mal probieren.

Mittwoch, 8.3., 22.25 Uhr: „Ich habe Nein gesagt“ (3 Sat)
Keine Ahnung, worum es geht. Jörg Schüttauf und die wunderbare Martina Gedeck spielen mit.

Freitag, 10.3., 0.20 Uhr: „Drei Farben: Weiß“ (ZDF)
Ist das ein Teil aus der Trilogie? Ich glaub schon, wollte ich eigentlich immer mal schauen, noch nicht getan. Ist das gut?

Außer Konkurrenz, weil kein Film, aber trotzdem muss ich drauf hinweisen:

1. Am 5.3. um 22.30 Uhr erklärt uns Dittsche endlich wieder die Welt.
2. Am 6.3. um 2 Uhr könnte man „Oscars“ schauen. Näheres wahrscheinlich bei Anke, oder?

Angucken!

Na, unter dem Titel kann ich den ja nicht finden. „The Virgin Suicides“ läuft heute im WDR mit dem deutschen Titel „Das Geheimnis ihres Todes“. 23.15 Uhr, WDR. Ein wahnsinnig toller Film.

(Thanks to the Popkulturjunkie.)

Nachtrag: Die deutsche Version der Buchvorlage (von Jeffrey Eugenides) heißt übrigens „Die Selbstmordschwestern“. Ich verstehe wirklich nicht, wieso die vom Filmverleih es sich nicht einfacher machen.

Über das Nachtmagazin

Was ist denn das für ein Dreck?

(1) Nubbelverbrennung in Köln. Da darf eine seltsame Reporterin eine halbe Ewigkeit darüber sprechen, dass jetzt die Nubbel in Köln verbrannt werden. Sie macht das in aller Deutlichkeit, haha, sie erklärt die Tradition, nicht ohne immer wieder auf die Super-Stimmung in Köln hinzuweisen, selbst der Pastor macht mit, haha, super. Genau das ist es, worüber ich im Nachtmagazin informiert werden möchte.

(2) Willi Stahlmann, Geschäftsführer von Monster.de, wird interviewt. Und mit wirklich dämlichen Fragen will die Moderatorin Anja Bröker weis machen, dass dieser Mann Ende 40 einen Job über eine Internetjobbörse einen Job finden würde? Ich lach mich tot. Sowieso: Ist das Nachtmagazin eine Kooperation mit Monster.de eingegangen, dass dieser Typ ständig den Namen seiner Firma nennen durfte? Und seit wann ist bitteschön ein Geschäftsführer ein kompetenter und irgendwie objektiver Gesprächspartner zum Thema „Internetjobbörsen“? Dass der sein Geschäftsmodell nicht schlecht macht, ist mir zumindest durchaus klar.

(3) Nur seichte Themen, das Schicksal von Herrn Ballack und, ach ja, das böse Wetter. Meine Fresse.

Hinter den Kulissen

Eben bei der Durchschau des Fernsehprogramms für die nächste Woche darüber nachgedacht, „The Beach“ wegen dieses All-Saints-Liedes in die TV-Filmvorschau aufzunehmen. Gedanken aber wegen Albernheit verworfen.

FILM: Ich und du und alle, die wir kennen

Da ist Christine, die Videokünstlerin, die sich ihren Lebensunterhalt damit verdient, dass sie alte Menschen durch die Gegend fährt. Da ist Richard, dieser Schuhverkäufer, der sich gerade von seiner Frau getrennt hat, und ein Appartment in der Stadt bezieht. Da sind seine beiden Söhne, Robby und Peter, die sich im Chat mit älteren Frauen, auf sexuelle, aber dennoch kindliche Weise unterhalten. Und da sind die pubertierenden Mädchen aus Peters Klasse, die, um herauszufinden, welche von beiden besser bläst, Peter entscheiden lassen. Nachdem sie kurz vorher beschlossen haben, den pädophilen Nachbarn nicht an sich heranzulassen.
In all diesen Episoden geht es darum, dass Menschen auf der Suche nach Nähe, vielleicht sogar Liebe sind. Bis ich allerdings zu dieser Erkenntnis kam, mussten zwei Tage vergehen, denn als ich aus dem Kino stiefelte, war ich mir zunächst überhaupt nicht sicher, was der Film jetzt eigentlich wollte. Denn die Geschichten waren zwar alle sehr nett erzählt, doch endete der Film beinahe so, wie er begonnen hatte. Klar, der eine hatte seine Liebe gefunden, der andere sie gerade wieder verloren und irgendwie hatten auch alle etwas gelernt. Aber dafür einen ganzen Film machen?
Mittlerweile ist meine Antwort auf diese Frage ein „Ja. Unbedingt.“ Denn der Regisseurin Miranda July ist ein kleiner, leiser Film gelungen, der diese Momente des Suchens sehr schön einfängt. Sie unterlegt die Szenen mit sehr schöner Musik, ein paar feine Lacher gibt es auch. Fertig ist ein Film, der zunächst belanglos daherkommt und dann doch gerade wegen seiner Ruhe gewinnt.