Umziehen ist was Feines. Weil man beim Auspacken der Kartons ganz wunderbare Dinge findet. Zum Beispiel die DVD von Mullholland Drive. Auf dem Cover sehen wir Naomi Watts (links).

Und endlich habe ich den Beleg, dass sie wirklich nur einen Gesichtsausdruck kann.

FILM: Bella Martha

Jetzt, beim Hinterher-Googeln habe ich gesehen, dass der Film damals ja im Kino lief. Ich weiß nicht, ob er mir im Kino genauso gut gefallen hätte, wie jetzt gerade eben im Fernsehen. Aber das ist ein ganz bezaubernder kleiner Film über eine Frau, die leidenschaftlich gerne kocht, dabei auf liebenswerte Weise perfekt ist. Als plötzlich ihre Schwester stirbt, muss sie sich nicht mehr nur um sich kümmern, sondern auch um die zurückgebliebene Nichte Lena. Klar, das ist eine Geschichte, wie wir sie schon tausendmal gesehen haben, aber mich hat dieser Film sehr berührt. Ja, ihr findet es wahrscheinlich schon furchtbar langweilig, aber das lag wohl auch ein bisschen an Martina Gedeck. Aber auch an Sergio Castellitto, der den Koch Mario spielt, in den sich Martha verliebt. Hach, mehr davon!

FILM: Klassentreffen

15 Jahre nach dem Abitur trifft man sich in einer kleinen Stadt im Taunus. Was ist aus allen geworden? Wer hat etwas aus sich gemacht? Der Film „Klassentreffen“ fängt ganz gut die Stimmung ein, die auf einem solchen Fest herrscht. Dieses Posen, dieses Den-Anderen-Beweisen, obwohl man selbst ganz und gar nicht damit zufrieden ist, wie alles gelaufen ist. Oder weil das Leben, welches man mittlerweile führt, so ganz und gar nicht mit dem damaligen Träumen übereinstimmt. Dieser Abend wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt zwischen den Zeiten hin und her, man sieht den Abend aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten. Das tut dem Film gut, ohne wäre er wohl etwas belanglos.

TV-Filmvorschau (10)

Und wie jede Woche, wegen des großen Erfolges die zehnte TV-Filmvorschau vom 18. bis 24. März. Diesmal schon heute, weil morgen schon wieder ein Umzug ansteht.

Samstag, 18.3., 23.20 Uhr: „Deutschstunde (1)“ (N3)
Bildungsfernsehen für meine Leser. Für alle, die sich nicht erinnern: Verfilmung des Buchs von Siegfried Lenz. Na, klingelt’s?

Sonntag, 19.3., 20.15 Uhr: „Die Farbe Lila“ (Vox)
Ja, ich weiß: Steven Spielberg, Whoopi Goldberg. Aber ich mochte diesen Film damals. (Und dass Otto – Der Film, also der erste parallel auf Kabel Eins läuft, verschweige ich lieber. Alles Jugendsünden.)

Montag, 20.3., 20.40 Uhr: „Bella Martha“ (Arte)
Hach. Und ich kann den wieder nicht sehen, weil ich im Kino bin.

Montag, 20.3., 23.20 Uhr: „Monsoon Wedding“ (SWR)
Den hab ich im Kino gesehen. Hochzeit auf indisch. Der war ganz nett. Mehr aber auch nicht.

Mittwoch, 22.3., 20.15 Uhr: „Der Untergang“ (NDR)
Muss ich mehr schreiben? Glaub nicht. Hier nochmal nachlesen? Ach ja, und Donnerstag der zweite Teil.

Mittwoch, 22.3., 23.15 Uhr: „Rain – Regentage“ (WDR)
Der soll gut sein, sagt die Fernsehzeitschrift und auch tvtv.de.

Donnerstag, 23.3., 20.15 Uhr: „Million Dollar Hotel“ (Tele 5)
Dieser Film wird hier genannt, weil ich damals überlegt hatte, mir den im Kino anzuschauen. Aber dann doch nicht gemacht habe. Als Teaser für euch: Wim Wenders. Und für die Herren Milla Jovovich.

Freitag, 24.3., 23.05 Uhr: „Dancer in the Dark“ (WDR)
Der tolle Lars-von-Trier-Film mit Björk. Ein Muss für alle, die ihn noch nicht gesehen haben.

Kinofreunde aufgepasst!

Wieder einmal ein kleiner Hinweis auf die kostenlose STERN-Preview (S. 218). Der neue Film von Spike Lee „Inside Man“. Diesmal am Montag, den 20.3. um 20 Uhr. In Berlin, Bonn, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Münster und Stuttgart.

FILM: Transamerica

Und nun ein weiterer Film, der bei den Acadamy Awards eine gewisse Rolle gespielt hat, zumindest war er zweimal nominiert. Je länger ich darüber nachdenke, immerhin habe ich den Film bereits am Dienstagabend gesehen, desto begeisterter bin ich von Felicity Huffman, die wir aus „Desperate Housewives“ kennen und die in diesem Film die Hauptrolle gespielt hat. Stanley Osbourne ist transsexuell. Deshalb nennt er sich bereits seit einiger Zeit Bree und hat sich bereits einigen Schönheitsoperationen und Hormontherapien unterzogen, um sich endlich den Wunsch seines Lebens zu erfüllen: Er möchte als Frau leben. Doch kurz vor seiner letzten und wichtigsten Operation – schließlich will er auch „untenrum“ nicht mehr als Mann zu erkennen sein -, erhält er plötzlich die Nachricht, dass er während eines One-Night-Stands in seiner Jugend einen Sohn gezeugt hat. Bree fährt nach New York und nimmt den mittlerweile 17-jährigen Toby (Wer bitte nimmt diesem Typen ab, einen 17-Jährigen zu spielen?) mit nach Los Angeles, wo dieser eine Karriere als Filmstar (wenn auch in Pornos) starten will und sie sich ins Krankenhaus begeben kann.
Der Film erzählt die Geschichte von Bree, die zunächst ihre Vaterrolle verleugnet, doch im Laufe der Reise bald nicht mehr geheimhalten kann, dass sie zum einen transsexuell ist und zum anderen der Vater dieses Jungen. Diese Wandlung von der verklemmten Biederen zu einer Frau, die im Reinen ist mit sich selbst, ist hübsch anzuschauen. Der Hauptgrund dafür ist die wunderbare Felicity Huffman, der ich über die gesamte Zeit die Rolle abgenommen habe. Obwohl ich so kritisch war und den Film auch nur in der deutschen Übersetzung gesehen habe. Ganz, ganz toll. Und deshalb ist aus „Transamerica“ ein guter, ruhiger, teilweise sehr lustiger Film geworden, den ihr euch bitte alle anschauen solltet.

FILM: Brokeback Mountain

Dass ich anscheinend ein Problem mit Hollywood-Produktionen habe, erwähnte ich ja schon bei „Walk the Line“. Und auch diesmal saß ich im Kino und wartete darauf, dass endlich mal wieder die Tränen kullerten und ich am Ende des Films völlig mitgenommen aus dem Kino tapse. Nichts von beidem hat sich eingestellt. Die Geschichte um die zwei Cowboys, Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal), die sich in einem Sommer in den frühen sechziger Jahren beim Schafe hüten kennen lernen, hat bei mir keine Gefühlsstürme ausgelöst. Was ich natürlich sehr schade finde, weil der Stoff des Films ja geradezu dafür gemacht ist.
Die beiden, der eine arbeitet immer wieder als Aushilfe, der andere versucht sein Glück eigentlich als Rodeo-Reiter, kommen sich in der Einsamkeite der Berge von Wyoming näher. Nach diesem Sommer geht jeder seine eigenen Wege. Beide lernen eine Frau kennen, mit der sie auch Kinder bekommen. Bis sie sich nach drei oder vier Jahren wieder sehen. Natürlich können die beiden nicht voneinander lassen und so kommt es, dass sie sich in den folgenden Jahren alle paar Monate in die Berge verziehen und sich ihren Gefühlen hingeben. Doch für ein gemeinsames Leben kann sich besonders Ennis Del Mar nicht entscheiden. Auch nicht, als seine Ehe in die Brüche geht. Das mag daran liegen, dass er sich nicht wirklich traut, aber auch ein Erlebnis aus der Kindheit könnte der Grund dafür sein, dass er sich verpflichtet fühlt, seine Gefühle für diesen Mann in der Öffentlichkeit zu unterdrücken.
Ja, dem Regisseur Ang Lee gelingt es, auf einfühlsame Weise die Geschichte dieser beiden Männer zu erzählen. Er tut das weitgehend ohne sich irgendwelcher platter Klischees zu bedienen. Und beim Erzählen legt er unheimlich viel Wert auf Ästhetik. So hat man das Gefühl, das in jeder Einstellung das perfekte Bild gesucht wurde. Doch wie gesagt, ich bin nicht warm geworden mit dem Film (haha). Die 20 Jahre hin und her ziehen sich ewig in die Länge, es ist ein Plätschern mit viel Liebe, Schmerz, Trauer und Sehnsucht. Es ist wirklich schön anzuschauen, keine Frage. Ein weiterer Grund für meine Unzufriedenheit ist die Tatsache, dass dieser Film für mich ungefähr zehn Jahre zu spät kommt. Wir hatten Anfang der Neunziger bereits Schwule, die an AIDS gestorben sind, warum erst jetzt die schwulen Cowboys?
Keine Frage, „Brokeback Mountain“ ist ein guter Film, aber ein brillanter, herausragender, wichtiger? Für mich nicht.

FILM: Liebeslocken

Ganz netter, französischer Film über Martine, über 40, die keinen Job mehr findet und kurzerhand einen Imbisswagen in einen Friseursalon umbaut. Ihr 18-jähriger Sohn und ihre Familie findet das doof, das ist ihr aber egal und am Ende hat sie sogar noch einen Mann gefunden.

FILM: Königskinder

Die beiden 18-jährigen Abel und Merle lieben sich und leben in einem Dorf in Norddeutschland und haben große Träume. Abel will am liebsten in die USA gehen und dort auf eine Stuntschule gehen. Dann bemerkt Merle, dass sie im fünften Monat schwanger ist. Um die Schwangerschaft zu verheimlichen, gehen sie nach Hamburg, weil es dort die Möglichkeit gibt, Neugeborene anonym in der Babyklappe abzugeben. Ernstes Thema, sehr bezaubernd umgesetzt. Schön. Aber fürs Fernsehen gemacht.

TV-Filmvorschau (9)

Machen wir’s kurz: Wegen des großen Erfolges hier die neunte TV-Filmvorschau mit der Woche vom 11. bis 17. März.. Guckt und werdet glücklich!

Dienstag, 14.3., 22.45 Uhr: „Nói albinói“ (Arte)
Den wollte ich damals im Kino gesehen. Verpasst. Jetzt aber.

Mittwoch, 15.3., 22.25 Uhr: „Spiele der Macht – 11011 Berlin“ (3Sat)
Politdrama aus einem fiktiven Kanzleramt. Und wenn ihr lest, wer mitspielt (Martina Gedeck, Axel Milberg), wisst ihr auch schon, warum ich den empfehle. Aber wenn ich ehrlich bin, interessiert mich auch die Handlung.

Donnerstag, 16.3., 22.25 Uhr: „Angst essen Seele auf“ (3Sat)
Klassiker von Rainer Werner Fassbender mit Brigitte Mira als verwitwete Putzfrau, die sich in einen marokkanischen Gastarbeiter verliebt und diesen heiratet. Ich erinnere mich dunkel, den schon einmal gesehen zu haben.

Freitag, 17.3., 0.35 Uhr: „Drei Farben: Rot“ (ZDF)
Letzte Woche war „weiß“ dran, diese Woche also „rot“. Doof, hab natürlich „weiß“ wieder nicht gesehen…

Freitag, 17.3., 23.05 Uhr: „Elefantenherz“ (WDR)
Ach ja, das war ja der gar nicht mal so schlechte Film trotz des Hundeblicks von Daniel Brühl. Lohnt sich.

Kann sein, dass ich einen vergessen habe.