FILM: Lovesong für Bobby Long

Könnt ihr bitte alle in diesen wunderbaren, kleinen Film gehen? Alle?
Purslane Will ist 17, wohnt mit einem Typen in einem verkommenen Wohnwagen, als sie erfährt, dass ihre Mutter gestorben ist, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie macht sich auf, um zumindest zur Beerdigung zu fahren – und kommt zu spät. Sie trifft auf den heruntergekommenden Literaturprofessor Bobby Long und seinen Kumpel Lawson, die sich im Haus ihrer Mutter breit gemacht haben. Von nun an lebt sie mit den beiden, die auch weiterhin ihrer Lieblingsbeschäftigung (Rauchen, Trinken, Nichts tun) nachgehen. Doch ohne es zu wollen, tut sich etwas in ihrem Leben. Sie animieren Purslane, wieder zur Schule zu gehen, kümmern sich ein wenig um sie, so wie sie es ebenfalls tut. Schon bald entsteht zwischen den Dreien eine Freundschaft. Doch Purslane erhofft sich von ihrem Aufenthalt in dem Haus noch etwas anderes. Sie will mehr über ihre Mutter wissen, sie will erfahren, wer ihr Vater ist, da sie bei ihrer Oma aufgewachsen ist, hat sie an all diese Dinge keinerlei Erinnerungen mehr.

„Lovesong für Bobby Long“ ist ein kleiner, bezaubernder Film über die Suche nach den Wurzeln eines Mädchens. Leicht bekleidet und voller Unschuld hüpft Scarlett Johansson, jaja, die Lippen, ihr Kerle, durch den Film, ergraut und völlig überzeugend gibt John Travolta den alternden, saufenden Professor – ja, es macht einfach Spaß, diesen Film zu schauen. Endlich mal wieder ein Film, der es in meine persönliche Top 3 in diesem Jahr geschafft hat.

FILM: Elefantenherz

Marco stammt aus einfachen Verhältnissen und will Profiboxer werden. Dafür tut er alles. Er hat die Schule geschmissen und einen Job als Fensterputzer angenommen, nur um möglichst oft zu trainieren. Auf seine Eltern wirkt dieser Wunsch befremdlich. Sie haben genug mit den eigenen Problemen zu tun. Andererseits wird Marco immer wieder in die Rolle des Familienoberhauptes gedrängt. Dann, wenn er seinen Vater von den nächtlichen Kneipentouren abholen muss. Oder wenn seine Schwester und Mutter wieder einmal vor den Schlägen des betrunkenen Vaters flüchten. Dann kommt die Chance, auf die er so lange gewartet hat: Gerd Hermsbach, eine zwielichte lokale Größe, gibt ihm Geld für eine eigene Wohnung und sorgt dafür, dass er sich ganz auf das Training konzentrieren kann.

„Elefantenherz“ ist – trotz des Box-Themas – ein schöner kleiner Film. Daniel Brühl hat zwar wieder vor allem einen betroffenen Hundeblick, trotzdem nahm ich ihm die Rolle des boxenden Jünglings ab. Auch wenn er angezogen – sprich außerhalb des Rings – arg schmächtig wirkte. Macht aber nix, war schön.

Film: My Summer of Love

Mona lebt in einem Dorf in Yorkshire. Ihren Vater hat sie noch nicht gesehen, ihre Mutter ist kürzlich an Krebs gestorben. Deshalb lebt sie mit ihrem Bruder, der gerade aus dem Gefängnis gekommen ist, total verändert als frommer Christ, der sogleich den Pub in einen Treffpunkt für Christen umfunktioniert.
Mona trifft auf Tamsin, einem Mädchen im selben Alter. Sie stammt aus einer gut situierten Familie, spiel Cello und interessiert sich für Freud und Nietzsche. Obwohl die beiden nicht unterschiedlicher sein können, freunden sie sich an. Bald verbindet die beiden mehr als nur eine normale Freundschaft, auf körperlich kommen sich die beiden näher.

Wie dies geschieht, könnte nicht klischeehafter sein. Die beiden tollen im Wasser herum (mit Bikini) und dann kommt der Moment, in dem sie sich tief in die Augen schauen und dann auch küssen. Mich enttäuschte diese Szene so sehr, sie wirkte wie eine billige Männerfantasie. Von dieser Enttäuschung konnte ich mich nicht mehr erholen. So plätschert der Film vor sich hin, natürlich versprechen sich die beiden, sich nie zu trennen, natürlich geht der Sommer zu Ende, der der Liebe ein Ende macht.

Liebe unter Mädchen, „Raus aus Amal“ war auch so ein Film, den ich damals auch im Kino gesehen hatte. Wer auf Coming-of-Age-Dramen mit Frauen steht, sollte sich meiner Meinung nach lieber den anschauen.

Und noch einmal Promi-Content

Auch wenn es schon ein paar Tage her ist: Das Erschreckendste an dieser Sendung „Was heißt eigentlich Presswurst auf Englisch?“ mit Thomas Gottschalk war nicht etwa die Bräsigkeit von Mariah Carey, sondern der Fakt, dass sie mit ihren hohen Hacken trotzdem gerade einmal an Olli Pocher heranreichte. Und der ist schon richtig klein.

Deutscher Filmpreis

Sechs Preise für „Alles auf Zucker“, einen Film, den ich leider immer noch nicht gesehen habe. Das liegt auch an Hannelore Elsner, die glücklicherweise nicht in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ gewonnen hat.

Ich weiß gar nicht, woher meine Abneigung gegen diese Frau kommt. Kann daran liegen, dass ich sie während meines allerersten Praktikums in Berlin einmal interviewen musste. Es ging um die Deutsche Aidsstiftung, sie war das Promi-Gesicht, das die Anwesenden zum Spenden animieren sollte. Und in dieser Rolle gefiel sie sich ganz besonders. Trotzdem wollte sie nicht wirklich reden. Lieber rauchen und herumsäuseln, mit dem Kerl an ihrer Seite. Sie trug ein schwarzes Kleid und kurz nachdem ich das Aufnahmegerät (ja, beim Radio, lange, lange ist es her) angestellt hatte, bemerkte sie, dass sie kein Feuer dabei hatte. Welchen Aufstand sie daraufhin machte, nur um wenigstens an ein paar Streichhölzer zu kommen.
Irgendwann gelang es mir dann doch, die wichtigsten Fragen zu stellen. Nein, ihr aufgesetzter Charme kam nicht bei mir an. Klappt vielleicht auch nur bei Männern.

Programmtipp

Oh Mann, wenn das heute mal kein Highlight im Fernsehen ist: Herr Niggemeier bei Zapp (23 Uhr, NDR). Obwohl ich mir doch geschworen hatte, die Dauerwerbesendungen für die ARD nicht mehr einzuschalten. Er scheint ein bisschen zugelegt zu haben. Ob der mit dem Rauchen aufgehört hat?

via Spreeblick

N24 – Wir kommen zur Sache

Meine Fresse, seit Monaten mal wieder bei „N24“ reingezappt. Die 12-Uhr-Nachrichten. Erstes Thema: CDU für Mehrwertsteuererhöhung. Der Sender beruft sich auf einen Artikel aus der Süddeutschen. Frau Merkel wird nur textlich aus der FAZ zitiert. Danach Interview mit Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft. 5 Minuten sind um und gerade mal ein Thema ist abgehakt.
2. NPD will WASG unterwandern. Berichtete die Berliner Zeitung.
3. Zahl der Arbeitslosen ist laut BILD gesunken.
4. Waldbrände in den USA weiten sich aus.
5. Erste Reisewelle in Deutschland wegen Ferienbeginn. Staubilder und eine Umfrage am Flughafen Berlin-Schönefeld. Acht Minuten „Nachrichtenschau“ sind mittlerweile um.

Dann der Smalltalk zum Wirtschaftsheini, der über den über 60 Dollar gestiegenen Ölpreis berichtet. Kurzer Blick auf die Börsenkurse und ab in die Werbung. Dass die beiden Moderatoren um zehn vor zwölf zu Stefan Raab geschaltet haben und über das morgige TV total Stock Car Crash Challenge! gesprochen haben, ist nebensächlich, war ja glücklicherweise nicht zur Hauptnachrichtenzeit.

Nachrichtensender kann man wohl mittlerweile auch vergessen, hier in Deutschland.

FILM:Per Anhalter durch die Galaxis

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich sehr ungern in Buchverfilmungen gehe. Meist kann der Film nicht mit dem Buch mithalten und auch vor „Per Anhalter durch die Galaxis“ war ich sehr skeptisch. Doch da die Lektüre des Buches bei mir über zehn Jahre zurückliegt, war ich der Meinung, dass ich mich schon nicht über Details aufregen würde und ging ins Kino.

Eigentlich soll Arthur Dents Haus einer Umgehungsstraße weichen. Widerstand ist zwecklos – sein Haus wird abgerissen. Doch das wird schnell nebensächlich, schließlich muss die Erde einer intergalaktischen Umgehungsstraße weichen. Arthur hat Glück im Unglück, denn sein Freund Ford Prefect ist kein Erdbewohner. Mit ihm schafft es Arthur, die Erde vor der Zerstörung zu verlassen. Von nun an reisen den beiden per Anhalter durch die Galaxis. Eine Abenteuerreise, auf der Arthur auch auf Trillian und den durchgedrehten Präsidenten der Galaxis, Zaphod Beeblebox, trifft. Dieser hat ein Raumschiff mit Unwahrscheinlichkeitsantrieb gestohlen, auf dem ein manisch-depressiver Roboter lebt.

Tja, und so geht der Film seinen Gang. Ob der Film zu weiten Teilen dem Buch entspricht, kann ich leider nicht sagen, weil ich mich nicht mehr erinnern kann. Allerdings habe ich davon gelesen, da Douglas Adams zu weiten Teilen das Drehbuch geschrieben hat. Und ja, ich hatte Spaß, zumindest zu Beginn. Der Film ist schnell geschnitten, die singenden Delfine, der „Bable-Fisch“ (uuh, wie schreibt man das?) die Animationen des Reiseführers, all diese Dinge machen den Film wirklich sehenswert. Doch nach ungefähr einer halben Stunde war leider die Luft raus. So werden bestimmte Passagen nur angerissen, wo ich doch gerade in einem Film mehr hätte erfahren wollen. Zum Beispiel die Frage, was Humma Kavula (den John Malkovich zumindest in der oberen Körperhälfte gibt) mit dieser Waffe will. Oder warum es diese seltsame schwarzhaarige Tussi Questular überhaupt gibt. Viel lieber hätte ich noch ein wenig mehr in die Raumschiffwelt geschaut, gesehen, was sich Arthur beispielsweise von der Maschine in der Küche zu essen wünscht oder so. Und kriegen sich Arthur und Trillian im Buch auch am Ende?

‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ hat mich an diesem Samstagabend unterhalten ja. Aber er hätte es noch besser tun können. Schade.

Olli vs. Moritz

Das Entlarvenste an dieser gestrigen Nacht mit Oliver Pocher und Moritz Bleibtreu (auf Arte, liebe Kinder) war nicht etwa, dass Olli Pocher nichts mehr als seine Sprüche zu bieten hat, sondern dass Moritz Bleibtreu leider genauso klein wie der Pocher ist. Und der ist klein. Sehr klein.

FILM: Garden State

Den gesamten Mai nur einmal im Kino gewesen, da fängt der Juni ja richtig gut an.

Andrew Largeman ist 26 und gescheiterter Schauspieler, so dass er als Broterwerb in einem vietnamesischen Restaurant in Los Angeles arbeiten muss. Eines Morgens ereilt ihn auf seinem Anrufbeantworter eine Nachricht seines Vaters. Er müsse dringend nach Hause kommen, weil seine querschnittsgelähmte Mutter in der Badewanne ertrunken ist. Daheim trifft er immer wieder auf neue Schnipsel seiner Vergangenheit, die er seit der Abreise vor neun Jahren verdrängt hat. Er trifft alte Freunde und weil er auch die harten Psychopharmaka weglässt, kommen auch alte Gefühle in ihm hoch, zu denen er all die Jahre nicht fähig war. Er trifft auf Samantha, einer notorischen Lügnerin und Epileptikerin, die beiden verlieben sich. Der Tag seiner Abreise naht, so dass er sich entscheiden muss.

Garden State ist ein kleiner Film, in dem es um das Erwachsenwerden geht mit allem, was dazugehört. Liebe, Verlust und die Rebellion gegen die Eltern. Scrubs-Darsteller Zach Braff verkörpert den Andrew auf sehr liebenswürdige Art und Weise und schafft die Wandlung vom abgestumpften Typen zu einem jungen Mann, der in der Lage ist, Gefühle zuzulassen und auszudrücken. Jaja, Natalie Portman ist natürlich ganz bezaubernd, auch wenn ich sie nicht wirklich mag. Doch einen großen Haken hat diese Film und der ist wie immer das Ende. Da ich nicht verraten will, wie der Film ausgeht nur ein kurzer Hinweis: Es ist unendlich platt. Genauso platt übrigens wie die schlimme Synchronisation. ‚What’s up?‘ (es kann nur dieser Satz sein) mit ‚Was geht?‘ zu übersetzen ist einfach nur bescheuert. Fehlte eigentlich nur das ‚Alter‘, um die Begrüßung wenigstens zeitgemäß ins Deutsche zu übersetzen.