Ferien in der Hof-Schule

Als es vor fünf Wochen losging mit dem ganzen Corona-Wahnsinn, da dachte ich noch: Jo, fünf Wochen bekommen wir das ganze schon hin. Haben die Hof-Schule erfunden, Struktur in die Tage gebracht und das alles in der nicht ganz so einfachen Kombination aus Vorschulkind und Drittklässler und zwei voll berufstätigen Eltern hinbekommen. In den vergangenen zwei Wochen Osterpause war das dann ein wenig anders: länger schlafen, weniger Struktur am Vormittag, um den Kindern ein Gefühl von Ferien zu vermitteln, die wir eigentlich zum Großteil bei den Großeltern verbracht hätten. So wurde das Ostereier-Suchen in die Wohnung verlegt, viel spazieren gegangen. Was man halt so macht.

Und nun? Die leise Hoffnung, dass die Kinder bald wieder mit Gleichaltrigen Zeit verbringen können, ist zumindest bei mir erloschen. Bis zum Ende des Schuljahres sind noch ein bisschen mehr als zwei Monate. Ich versuche mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass diese Hof-Schule mindestens bis zum Sommer nun zu einem Dauerzustand werden wird: Wenn in der Grundschule noch einmal Kinder beschult werden, dann wohl nur die Viertklässler, ich befürchte, dass allein das schon für viele Einrichtung eine große Herausforderung ist.

Noch düsterer sind meine Gedanken, wenn ich an die Kita denke: Da gibt es ja bisher noch nicht mal einen Plan für eine schrittweise Wiedereröffnung, obwohl das Leopoldina-Expertengremium dazu geraten hatte. Wird es für den Sohn vor Schuleintritt noch eine Art Abschied geben?

Und so starten wir also am Montag in die zweite Phase der Hof-Schule. Am Wochenende werden wir vermutlich wieder ein Arbeitspaket zusammengestellt bekommen, mit vielen PDFs zum Ausdrucken, die das Schulkind dann bearbeiten kann. Dazu Anton-App, Antolin und Bildungsfernsehen. Selbst zusammengeklöppelt und in der Hoffnung, dass wir unserer Arbeit trotzdem gerecht werden können.

Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 15

Der letzte Hof-Schulen-Tag vor den Osterferien hat dem Drittklässler nochmal ein paar Mathe-Aufgaben gebracht. Geometrie steht auf dem
Programm. Danach in der Video-Schalte mit dem besten Freund ein Thema, das sich der Vorschüler gewünscht hat: Insekten essen. Die Jungs schauen eine „pur+“-Doku und beschließen dann zusammen, doch mal so eine Grille oder sowas zu probieren. Ich bin gespannt, ob sie das so sehen, wenn sie wirklich vor ihnen auf dem Tisch liegt. Hat jemand Tipps, wo man in Corona-Zeiten ein paar gegrillte Grillen oder Ähnliches kaufen kann?

Der Drittklässler entspannt sich seit einigen Tagen verstärkt mit dem Ausmalen von „Harry Potter“-Ausmalbildern. Das darf er dann für den Rest des Vormittags. Der Vorschüler bekommt ein „Cars“-Ausmalbild und bastelt eine Voldemort-Maske. Am Nachmittag schließlich: Fußballtraining im Wohnzimmer, Turnübungen von der Turnkursleiterin und den Kita-Erzieherinnen – alles per Video bekommen. Toll.

Autor: Der Mann, während ich seit 9 Uhr ein Webinar gebe.

So war Tag 14
So war Tag 13
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13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
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Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 14

Je länger diese Zeit hier abläuft, desto weniger motiviert bin ich. Die Kids freuen sich aber jeden Morgen, pünktlich um 9 Uhr die Hof-Schule zu eröffnen. Ich deute es mal als Beweis dafür, wie wichtig Routinen für Kinder sind.

Der große Sohn lässt sich überzeugen, heute eine Personenbeschreibung von Harry Potter zu verfassen. Der kleine Sohn entscheidet sich für Malen nach Zahlen. Später lernen wir alle, wie Delfine pupsen – Anna und die wilden Tiere sei dank. Sowieso weiß ich derzeit mehr denn je Kika zu schätzen. Wie viele gute Sendungen es gibt, die den gleichzeitig was beibringen, Wahnsinn.

Zum Mittag gibt es heute schnelle Küche: Pommes und Nuggets von der Pommesbude. Muss auch mal sein.

Am Nachmittag darf ich arbeiten und entdecke, dass Zoom keinen Green-Filter hat, sondern einen Whitefilter. Lustig.

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Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 13

Wie sehr diese ganze Situation dann doch alle Familienmitglieder belastet, merkt man nicht unbedingt in den Zeiten, in denen die Hof-Schule offen ist, sondern später. Gerne am Abend. So wie gestern Abend. Bei der vorabendlichen Runde durch den Park treffen wir den besten Freund des großen Sohnes. Nach zweieinhalb Wochen Pause kicken die beiden ein wenig auf der Wiese – fast wie in alten Zeiten. Nur eben auf Abstand. Das haben sie sehr gut verinnerlicht. Am Abend dann im Bett kommen die ganzen Gefühle hoch und ich kann es gut verstehen. Jeder hier vermisst das alte Leben, auch wenn natürlich durch diese neuen Gegebenheiten auch andere Dinge möglich sind. Länger schlafen, Sport im Wohnzimmer, lernen mit Filmen, das macht auch Spaß, aber es ist eben nicht das gleiche wie mit den Schulfreunden, mit denen man dann auch nochmal über andere Dinge sprechen kann.

Der heute Hof-Schultag beginnt mit den restlichen Deutschaufgaben aus der Schule, danach ist Kreativität angesagt mit einem Osterbastelbogen. Der Osterhase soll ausgemalt und ausgeschnitten werden und kann dann mit einer Vielzahl unterschiedlicher Brillen bestückt werden, die ebenfalls ausgemalt und -geschnitten werden sollen. So der Plan. In der Realität schneiden die Jungs die Brillen aus und kleben sie sich mit Kreppband ins Gesicht. Danach wird das Kreppband angemalt und plötzlich haben die Kinder auch noch Bärte.

Um 11 Uhr schauen wir die Hai-Fütterung im Aquazoo, die heute live übertragen wird. Ohne viel Schnickschnack mit dem Smartphone. Wie schön, dass auch solche Institutionen so unkonventionell Kreativität zeigen. 2000 Leute schauen bei Facebook übrigens zu. Weil die Haifütterung dann nach zehn Minuten schon vorbei ist – Herr Hai aus dem Aquazoo beliebt nur die Rotbarschfilets zu speisen – schauen die beiden noch die Folge „Mit dem Hai unter Wasser“.

Mittags gibt es selbstgemachte Kartoffelpuffer.

14.04 Uhr. Mein eigentlicher Arbeitstag beginnt.

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Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 12

Verschärfte Bedingungen heute in der Hof-Schule. Da die Mutter im Nachbarraum den ganzen Morgen in wichtigen Telefonkonferenzen und einem Webinar steckt, müssen die Schüler besonders leise sein. Das klappt hervorragend. Der Drittklässler bearbeitet ein paar Englisch-, Mathe- und Sachkunde-Aufgaben der Klassenlehrerin, der Vorschüler versucht sich an Ausmal-Aufgaben, in denen Farbverläufe fortgesetzt werden müssen. Dank der Ruhe und Konzentration macht der Drittklässler fast keine Fehler.

Bei der Video-Schalte mit dem besten Freund des Drittklässlers geht es heute um das Thema Impfen. Die Jungs schauen sich ein Video der ARD-Reihe „neuneinhalb“ an, tauschen sich dann aus, wie Impfen funktioniert und gegen was sie schon geimpft sind. Der Vorschüler hat irgendwann kein Interesse mehr an dem Thema und baut lieber einen Zollstock. Ich glaube, er wird mal ein toller Handwerker, Ingenieur oder Erfinder.

Der Drittklässler liest dann noch sein drittes „Kepler 62“-Buch zu Ende, beantwortet die Antolin-Fragen zu den beiden ersten Bänden (zum dritten gibt es noch keine Fragen) und dann ist schon Mittag. Nudeln!

(Autor dieser Ausgabe war der Mann, da ich – siehe oben – heute mein erstes Webinar gegeben habe.)

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 11

Wäre es nach dem großen Sohn gegangen, hätte er den heutigen Tag nur mit Lesen verbracht. Der dritte Teil der Keppler-62-Reihe sorgt dafür, dass er sich heute morgen den Wecker gestellt hat, um vor dem Aufstehen noch ein paar Kapitel zu lesen. Ich hadere kurz, entscheide mich dann aber doch dafür, darauf zu bestehen, ein paar Englisch-Aufgaben aus der Schule zu lösen. Und das Sachunterrichts-Programm mit seinem besten Freund durch zu ziehen: Grundgesetz und Grundrechte. So wichtig in den heutigen Zeiten. Und irgendwie auch für mich noch mal ein Runterzieher: Was wir da gerade aufgegeben haben und hoffentlich bald wieder bekommen.

Das Bekloppte in Woche 3: Ich entscheide nicht mehr spontan, was heute im Unterricht dran sein könnte, sondern habe mich diesmal bereits am Vortag vorbereitet. Habe ein paar Links recherchiert, mir Fragen ausgedacht und dem Sohn eine E-Mail mit dem ganzen Material geschickt. Ich integriere also mittlerweile auch die Unterrichtsvorbereitungen in meinen Alltag und bin mir nicht sicher, ob ich mich darüber ärgern oder doch freuen soll.

Der kleine Sohn beschäftigt sich mit Malen nach Zahlen, Anton-App und seiner Matratze, die seit heute im Büro liegt. Chillen zwischendurch muss ja auch mal sein.

Zum Mittag gibt es den geliebten Milchreis mit Zimt und Zucker und das Warten darauf wird versüßt mit dem Sportprogramm von Alba Berlin.

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Neues aus der Hof-Schule – so lief Tag 10

Der Morgen beginnt mit einer AlbaBerlin-Sportstunde in der Kita-Version, das wird jetzt offenbar zu einer Routine. Keiner schlechten. Danach hat der große Sohn Lust auf eine Runde „Schöner leben“ – er will seinen Schreibtisch aufräumen, da möchte ich ihn natürlich nicht stoppen. Gegen 10 Uhr gehen wir dann doch in die Hof-Schule, ein paar Seiten im Deutsch-Buch der Schule sind noch zu erledigen, der kleine Sohn malt. Die Anton-App ist für beide mittlerweile ein gern gesehener Begleiter – sie lieben es nicht nur die Aufgaben zu lösen, sondern gestalten mit großer Begeisterung auch ihren Avatar. So vergeht die Zeit wie im Flug. Zum Mittag gibt’s Spätzle – das geht schnell und schmeckt allen.

Am Abend ist klar: Zwei Wochen Hof-Schule sind geschafft – eine Woche noch bis zum offiziellen Beginn der Osterferien hier in NRW. Bedeutet: Eine Woche werden wir hier noch rechtfertigen können, warum es sinnvoll ist, sich vormittags mit Schulfächern zu beschäftigen.

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 9

Was das hier soll? Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Heute schreibt der Mann.

Ein neuer Tag Hofschule mit einer neuen Erkenntnis: Der Kontakt zum besten Freund des Drittklässlers via Videoschalte hat noch einen Vorteil: die gegenseitige Motivation. Nachdem der beste Freund fragte, wie weit er denn schon im Deutsch-Übungsheft sei und klar wurde, dass der Freund schon acht Seiten mehr geschafft hatte, war der Drittklässler so motiviert, dass er sich direkt nach der Schalte drangemacht hat, den Rückstand aufzuholen und einen eigenen Vorsprung aufzubauen. Motivation durch fern-soziale Kontakte. Toll!

Auch der Vorschüler ist weiter motiviert: Er malt Buchstaben nach, rätselt, malt nach Zahlen, hat in den knapp zwei Wochen so viel in seinen Übungsblocks gemacht wie vorher in einem ganzen Jahr nicht. Nebenbei hat er Bilder für Oma und Opa gemalt, die zusammen mit einem Brief des Drittklässlers am Wochenende verschickt werden.

Am Nachmittag dann zwei weitere Videos von „Albas täglicher Sportstunde“ und im „Schöner leben“-Block das Aufräumen und neu ordnen eines der beiden Kinderzimmer. Ein guter Tag für alle Beteiligten.

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 8

Ich schreibe jetzt keinen langen Absatz darüber, wie ich versuchte, eine Stunde lang ein Video zurechtzuschneiden, während mein Sohn mir ständig Fragen zu diesem Video stellt, weil er zwar eigentlich sein Malbuch ausmalt, aber dann diese Stimme in meinem Rechner doch viel spannender findet. Deshalb beginnt dieser Text doch mit dem, was vorher auf dem Programm stand: das morgendliche Sportprogramm mit Alba Berlin.

Ansonsten haben wir uns einigermaßen eingegroovt. Bis 10 Uhr beschäftigt sich der große Sohn recht selbstständig mit Mathe- oder Deutschaufgaben – heute ein Kapitel in Harry Potter lesen und danach die dazugehörigen Antolin-Aufgaben beantworten. Um 10 Uhr schalten wir uns für den Sachunterricht mit dem besten Freund zusammen, in dem es heute um das Thema „Läuse, Wanzen und Zecken – wen juckt’s?“ ging. Danach gibt’s wiederum ein Mathe-, Deutsch- oder Englisch-Programm und danach wird’s irgendwie kreativ. Der kleine Sohn malt, schreibt erste Buchstaben in der Anton-App und malt später Bilder für die Großeltern. Ich hingegen schreibe ein paar E-Mails, lade ein gekürztes Video hoch, gebe Grafiken frei und freue mich auf den Nachmittag, an dem der Mann die Kinder übernimmt.

Was richtig schön ist? Wenn ich ein bisschen länger darüber nachdenke, dann kann ich die Mittagessenzubereitung nennen: Hier helfen (mittlerweile) alle mit und haben sogar ein bisschen Spaß dabei.

Was das hier soll? Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war.

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 7

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Wie Tag 7 lief, schreibt heute der Mann.

Der siebte Tag der „Hofschule“ bringt einen neuen Startpunkt: Beginn ist nun um 9 Uhr und nicht mehr um 8.30 Uhr. Das bringt ein bisschen Entspannung in den Start in den Tag. Die von der Lehrerin geschickten Arbeitsblätter enthalten Aufgaben für die Klassen 1 bis 4, die Aufgaben für Erstklässler amüsieren den Drittklässler, er macht sie besonders gern.

Sein persönliches Highlight ist an jedem Morgen die Live-Schalte zu seinem besten Freund. Immer wieder antwortet er auf die abendliche
Frage, auf was er sich morgen freut: die tägliche Videoschalte. Empfehlung also an alle anderen Eltern: Schafft soziale Kontakte zu den Freunden Eurer Kinder – per Hangout, Zoom, Skype oder sonsteinem Tool. Es lohnt sich.

Der Vorschüler bildet sich unterdessem mit dem „Tierarzt-Check“ und dem „Gift-Check“ weiter – „Checker Tobi“ und Kollegen sind einfach immer sehenswert für Jung und Alt. Später bastelt er eine Flaschenpost und zum Abschluss des Tages geht es mit gebührendem Abstand zu anderen Menschen für eine Familien-Partie Fußball in den Park. Diese kleinen Ausbrüche zur Verhinderung des Decke-auf-den-Kopf-Fallens sind wichtig. Die vielen „Bleibt zu Hause“-Kampagnen treffen daher nicht den Kern des Problems: Ja, man sollte so viel wie möglich zu Hause bleiben, aber gar nicht mehr raus zu gehen, ist kontraproduktiv, macht am Ende womöglich auch krank.

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