Die Nominierten für die Goldenen Blogger 2021 oder Kommt, lasst uns schöne Dinge angucken

„Kommt, lasst uns schöne Dinge angucken“, diesen Satz schrieb eine ehemalige Kollegin von mir am Montagabend auf Twitter und sprach damit genau meine Gefühlslage an, wenn ich an die kurzen Nächte der vergangenen Wochen dachte. Denn obwohl es natürlich jedes Mal ein Riesending ist, rund 2000 Vorschläge zu sichten, sind es doch oft schöne Dinge, die Daniel, Thomas, Feli und ich da zu Gesicht bekommen haben.

Wer werden die Goldenen Blogger 2021? Diese Frage wird am 26. April 2021 entschieden – diesmal zwar nicht per Gala und ausgiebiger After-Show-Party in Berlin, sondern per virtuellem Pre-Dinner und Gala aus Bonn. (Hier kannst du dich schon mal für die Gala anmelden!)

In 16 Kategorien werden in diesem Jahr die Preise verliehen, plus zwei Sonderpreisen an das NDR Coronavirus-Update und die Wissenschaftsjournalistin Mai Ngyuen-Kim für ihren Youtube-Kanal „Mailab“. Die Pressemitteilung zitiert mich wie folgt: Wer wollte, war in Deutschland über die Pandemie so gut informiert wie in keinem anderen Land. Das verdanken wir diesen beiden herausragenden Formaten.
Und wie in jedem Jahr gab es beim Sichten der unterschiedlichen Projekte viel zu entdecken – das ist wirklich jedes Mal das allerschönste und wenn hier irgendwer nochmal behauptet, dass Blogs tot sind, der hat wirklich keine Ahnung.

Hier ein paar Gedanken zu der diesjährigen Shortlist.

Neue Kategorien

In jedem Jahr machen wir uns viele Gedanken, welche Kategorien wir vorgeben wollen und schmeißen diese meistens dann doch nochmal um. Denn mit den Kategorien wollen wir jedes Jahr auch bestimmte Trends abbilden – die das Jahr geprägt haben. Lockdown-Tröster ist beispielsweise so eine Kategorie. Und beim Sichten der vielen Vorschläge entdecken wir alle dann immer noch weitere Trends: Comedy war so einer in diesem Jahr, Politik haben wir so wiederentdeckt. Ein paar Klassiker sind aber in jedem Jahr dabei: Newcomer*in, Einzelbeitrag und Blogger*in des Jahres.

Wissenschaft wird auf populären Kanälen sichtbar

Deshalb gibt es in diesem Jahr eine eigene Rubrik dafür, unter den Nominierten der „Blogger*in des Jahres“ befindet sich der renommierte Wissenschaftsjournalist Lars Fischer. So viel Wissenschaft war wirklich noch nie. Und wie toll lässt sich eigentlich die Schönheit von Mathematik vermitteln?

Medizin und Pflege ebenfalls

Wir haben so viele – auch neue – kreative Projekte in diesem Bereich angeschaut. Und auch wenn es nicht viele auf die Shortlist geschafft haben, hier tut sich gerade wirklich viel und das vor allem auf tiktok. Sanitäter auf tiktok – noch so ein Hype.

Trend Berufsbotschafter

Beinahe den größten Spaß hatte ich beim Sichten der Vorschläge in dieser Kategorie – und das lag vor allem daran, dass ich hier viele Projekte neu entdecken konnte (Das Bocholter Landschwein!). Und auch hier überrascht es nicht, dass zwei der nominierten Projekte auf tiktok beheimatet sind. Und DB Cargo auf Twitter passt hier auch irgendwie ein bisschen dazu.

Politik wird endlich auch für jüngere Zielgruppen toll erzählt

Die Journalistin und Moderatorin Eva Schulz war hier mit „Deutschland3000“ eine der Pionierinnen, aber auch hier gibt es auf vielen Plattformen tolle neue Projekte, die zeigen: Politik kann verständlich und konstruktiv vermittelt werden!

Podcasts helfen uns durch diese schwierige Zeit

In diesem Jahr sind in vielen der Kategorien wahnsinnig tolle Podcast-Projekte nominiert und ich behaupte einfach mal: so viele wie noch nie zuvor. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch das ein Corona-Phänomen ist. Von Max-Jacob Ost, über Rice&Shine, Geschichten aus der Geschichte, Apokalypse&Filterkaffee, die Realitäter*innen , das Discovery Panel oder Hazel Brugger.

Es gibt mittlerweile so viele tolle und kreative tiktok-Kanäle

Ja, sagte ich schon, aber irgendwie muss ich jetzt doch nochmal loswerden, Fan von Iris Gavric und Matthias Renger zu sein. Und von Vica Reich und Elisa Valerie sowieso. Und den anderen auch. Herrjeh.

Die Preise werden wie in jedem Jahr per Online-Voting und unserer Goldenen Blogger Akademie vergeben, die aus den Gewinner*innen der vergangenen Jahre bestehen. Sprich: Du kannst entscheiden, wer das Ding nach Hause bekommen soll.

Nicht zu vergessen: Es gibt ein paar Unternehmen, die uns dabei helfen, auch in diesem Jahr für alle Nominierte einen besonderen Abend zu gestalten: Deutsche Post DHL, Xing, Mumm – und in den nächsten Tagen gibt es hier bestimmt noch ein Update.

Du willst die gesamte Shortlist sehen? Dann empfehle ich dir unsere Webseite.

Wie digital ist Deutschland oder wer nutzt eigentlich noch ein Fax-Gerät?

Quelle: D21-Digital-Index 2020 / 2021

Wie digital ist Deutschland? Diese Frage untersucht einmal im Jahr die Initiative D21 mit Hilfe des Digital-Index und in diesem Jahr ist das besonders spannend, weil das Corona-Jahr in vielen Bereichen einen Digitalisierungsschub mitgebracht haben sollte. Viele arbeiten viel digitaler als vorher, wir könnten die Zeit dafür genutzt haben, uns mehr digitale Kompetenzen zugelegt zu haben und eigentlich sollte auch viel digitaler gelernt werden (hust). Und wie sieht es in der Realität aus? Ich habe mir den Report mal durchgelesen, nicht nur für dich, sondern auch, weil ich es wichtig finde, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie digital wir wirklich sind, welche Kompetenzen wir haben und wo es hakt, um gute digitale Produkte zu schaffen – einfach zu bedienende Apps, geringe Hürden beim digitalen Bezahlen, aber auch gut konzipierte Facebook-, Twitteraccounts oder Newsletter. Hier die für mich spannendsten Punkte.

1. Wer im Internet unterwegs ist, wird auch mobil online sein, denn die mobile Internetnutzung nähert sich dem Niveau der allgemeinen Internetnutzung. Immer noch nutzen mehr Männer als Frauen das Internet. Je höher die formale Bildung, desto geringer ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern. Spannend finde ich auch den Blick auf die typische Offliner*in: 69 Jahre alt, zu 69 Prozent niedrig gebildet und zu 63 Prozent weiblich.

2. Was machen die Deutschen im Internet? Instant-Messengerdienste sind die beliebteste Anwendung gefolgt von Online-Shopping, Dienstleistungen online bestellen oder buchen, Online bezahlen und Office-Programme. Erst auf Platz 6 folgen Streamingdienste.

3. 78 Prozent der Deutschen nutzen soziale Medien. Die beliebtesten Netzwerke sind Whatsapp (nutzen 72 Prozent), Youtube (48 Prozent), Facebook (46 Prozent), Instagram (25 Prozent), Twitter (9 Prozent), Snapchat (8 Prozent), Pinterest (7 Prozent), Xing (6 Prozent) und Linkedin sowie Tiktok (je 4 Prozent).

4. Keine Frage: Viele haben im vergangenen Jahr neue Kompetenzen erlernt – und das vor allem informell. Das heißt durch Eigeninitiative, hauptsächlich aber durch Ausprobieren und Austausch mit anderen.

5. Die Deutschen sind dem Internet gegenüber offen eingestellt: 74 Prozent sagen, dass man ohne Grundkenntnisse der Digitalisierung heutzutage kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe. Immerhin 56 Prozent glauben, dass sie persönlich insgesamt von der Digitalisierung profitieren. Und 51 Prozent sagen, dass sie daran interessiert sind, ihr Wissen im Bereich Computer, Internet und digitale Themen auszubauen. Spannend auch: Nur 26 Prozent sagen, dass sie in Zukunft öfter bewusst offline sein möchten.

Zum Schluss noch ein Funfact aus der Studie: Zum ersten Mal wurde auch abgefragt, wer ein Fax-Gerät nutze und immerhin: Es erreicht mit 20 Prozent eine höhere Nutzungsquote als das einfache Handy.

(Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

In der Pandemie leidet das Netzwerk der meisten – aber du kannst etwas dagegen tun

Wie geht es dir? Wann wurdest du das in den vergangenen Tagen so gefragt? Und wann hattest du die Gelegenheit, offen und ehrlich und nicht nur mit einem „Muss ja“ zu antworten?

Dabei ist diese Form von persönlichem Austausch wichtig und ein elementarer Faktor, wie wir Beziehungen halten und pflegen können. Auch jetzt, wo wir uns nicht bei irgendwelchen Veranstaltungen begegnen können. auf denen wir lose Kontakte auffrischen können. Im „Harvard Business Review“ schreibt Marissa King, wie sich die Pandemie auf unsere beruflichen und persönlichen Netzwerke auswirkt: Laut Studien hat sich das berufliche und private Netzwerk um ca. 16 Prozent oder ungefähr 200 Personen verkleinert.

Warum? Weil wir unsere Aufmerksamkeit eher auf die Stärkung der Beziehung zur eigenen Familie, engen Freunden und engen Kollegen gerichtet haben. Darunter leiden andere Kontakte, die aber gerade dann nützlich sein können, wenn es um Kreativität, neue Jobs oder den nächsten Karriereschritt geht. Ein spannender Aspekt: Die Netzwerke von Frauen leiden nicht so sehr wie die von Männern, da sie häufig anders netzwerken. „Instead of talking, men „do things together.“

Die Lösung? Jetzt verstärkt auf die Wiederherstellung loser Verbindungen fokussieren. Ihr Rat: „Make a list of three people you haven’t seen in a while and reach out. Your day will be better and your work will benefit.“

Der Tipp ist natürlich sehr hilfreich und ich würde mich freuen, wenn allein die Lektüre dieses Textes dazu führt, dass auch du diese Liste angehst und Termine machst. Zum Telefonieren oder vielleicht ja sogar zum Spazierengehen. Und ich möchte Marissa Kings Rat gerne um einen weiteren Gedanken ergänzen: Digitale Kanäle wie Newsletter, Social Media und Co. können dich dabei unterstützen, mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Wenn du sie nicht nur zum Senden von Botschaften, sondern als echtes Kommunikationsinstrument nutzt.

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Die Kehrseite des Newsletter-Booms

Linkedin experimentiert schon seit einer Weile mit Newsletter, Twitter hat vergangene Woche den Anbieter Revue gekauft, Facebook plant auch sowas, Journalistennewsletter über Substack sind in den USA gerade ein großes Thema, Forbes baut eine eigene Newsletter-Plattform auf und selbst die Online Marketing Rockstars schreiben drüber – könnte sein, dass sich gerade ziemlich viele Unternehmen und Medienmacher mit dem Kanal „Newsletter“ beschäftigen. Natürlich aus gutem Grund. Newsletter haben einfach viele Vorteile: Sie landen direkt beim Empfänger, es gibt keinen Mittler, der sich dazwischen drängt, ganz ohne algorithmische Einflussnahme (noch). Sie überraschen, inspirieren, unterhalten und informieren und im besten Fall verkaufen sie sogar. Das wichtigste Argument aus meiner Sicht ist aber die enge Bindung und Beziehung – ob zu den Mitlesenden oder potenziellen Kund:innen, die sich durch dieses digitale Kommunikationsinstrument aufbauen lässt.

Und das ist für mich auch der Grund, warum ich es einerseits höchst spannend finde, dass die großen Plattformen in diesem Segment jetzt aktiv werden: Zum einen scheinen sie ja nach neuen Lösungen zu suchen, um diese direkte Beziehung wieder (besser) herstellen zu können. Zum anderen besteht für Medienmachende und Creators wiederum die Herausforderung, die Macht der Plattformen geschickt zu nutzen, aber eben gleichzeitig nicht aus den Augen zu verlieren, diese wichtige direkte Beziehung nicht zu sehr von den Gesetzmäßigkeiten der Plattformen bestimmen zu lassen. Denn dann wäre einer der entscheidenden Vorteile von Newslettern, nämlich dass es eben keinen Mittler zwischen Sender:in und Empfänger:in gibt, nicht mehr vorhanden.

Egal, welches Tool und welche Plattform Newsletter-Publisher nutzen: Sie sollten sich nicht zu abhängig machen und immer die Macht über das eigene Produkt, die Inhalte und die Abonnent:innen behalten.

Lust, auch einen Newsletter zu starten? In meinem Seminar „Der perfekte Newsletter“ bekommst du all das Handwerkszeug, um loszulegen.

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Neues ausprobieren oder Glücksmomente im Clubhouse

„Picknick auf dem Leuchtturm oder was gerade glücklich macht“ – das war das Motto der ersten Clubhouse-Runde, die ich gemeinsam mit der großartigen Christiane Brandes-Visbeck gehostet habe und zu der wir weitere inspirierende Frauen wie Ingeborg Trampe, Katharina Krentz, Andrea Reif und Julia Karnick und viele viele mehr eingeladen haben. Eine Stunde Glücksgespräch auf der neuen Audio-Plattform – das war das, was wir anbieten wollten. Und ja, mit keinem knallharten, sondern einem Feelgood-Thema. Und das hatte natürlich auch seinen Grund.

Wie lernst du am besten etwas Neues? Bei mir läuft das so: Ich lese viel und probiere die Dinge aus. Wie ist es, einen Raum auf Clubhouse selbst zu hosten? Wie füge ich weitere einem Event hinzu? Wie läuft das Terminmanagement? Wie hole ich Menschen auf die Bühne? Aber eben auch: Wie moderiere ich so, dass alle zu Wort kommen? Wie schaffe ich eine Atmosphäre, in der sich möglichst viele trauen, ebenfalls auf die virtuelle Bühne zu kommen? Wie kann eine Diskussion entstehen? Wie viel Vorbereitung ist nötig? All das haben Christiane und ich gestern getestet. Mit einem Thema, bei dem wir glaubten, nicht viel vorbereiten zu müssen, jeder aber dennoch etwas mitnehmen kann – für den ganz persönlichen Alltag. Zwischenfazit: kann funktionieren.

Und was habe ich zum Thema Glücksmomente mitgenommen? Was macht dich gerade glücklich? Das war eine der Fragen, die wir unseren Gästen gestellt haben. Dabei waren ein paar richtig gute Life-Hacks, um gerade glücklich zu sein. Trotz Pandemie und allem drum und dran. Eine Auswahl:

  • sich seine eigenen Kompetenzen bewusst machen (Ich kann kochen!)
  • Nachrichten ausblenden
  • Tagträumen
  • auch mal jammern als Voraussetzung, um glücklich zu sein
  • Ge(h)spräche führen (Du verstehst das Wortspiel, oder?)
  • Buch führen mit dem bewussten Fokus auf das Gute des Tages
  • ein Instrument lernen (Klavier!)
  • eine Entscheidung treffen gemäß dem Motto „Being happy is a choice“
  • in Kontakt bleiben
  • Neues lernen
  • Und weil ich Neues am besten lerne, wenn ich es nicht nur einmal, sondern öfter ausprobiere, gibt es nächsten Dienstag eine Fortsetzung der „Picknick auf dem Leuchtturm“-Reihe. Ohne Glück, aber bestimmt wieder mit hilfreichen Tipps für diese Zeit. Auf das Thema haben Christiane und ich uns schon geeinigt: Picknick auf dem Leuchtturm oder gemeinsam konstruktiv sein. Vielleicht schaust du ja nächste Woche auch einmal vorbei.

    Dieser Text erschien in abgewandelter Form in meinem wöchentlichen Newsletter. Hier kannst du ihn abonnieren.

    Woran ich denke, wenn ich zu lange auf Clubhouse war

    Am Samstag bin ich auf Instagram auf die App „Clubhouse“ aufmerksam geworden und diese App hat mich am Wochenende dann doch ziemlich beschäftigt.

    Clubhouse?

    Clubhouse ist eine audiobasierte App, auf der du dich ziemlich einfach mit allen möglichen Menschen zu kleinen Gesprächen, größeren Diskussionsrunden oder anderen Livetalks treffen kannst. Du kannst, wie in einer Fishbowl, Menschen aus der Runde aufs „Podium“ holen“ oder auch einfach alle wild diskutieren lassen. Seit Samstag wächst die Zahl der deutschsprachigen Nutzerinnen und Nutzer – wobei die App bisher nur auf iOS-Geräten verfügbar ist und der Hype sich zusätzlich verstärkt, weil jeder immer nur zwei Menschen dazu laden kann und das auch nur funktioniert, wenn du mal eben deine Kontakte freigibst.

    Es gibt mittlerweile ziemlich viele Artikel, Meinungen und Empfehlungen zu dieser App, die auf das Für und Wider eingehen. Und bei all den negativen Seiten, die diese App hat (z.B. grenzt sie große Personengruppen aus, Datenschutz ist ein Problem etc.), trifft sie den Nerv der Zeit: Zufällige Begegnungen, nach denen wir uns wieder sehnen, überhaupt Begegnungen, macht sie auf unkonventionelle Art und Weise möglich, Smalltalk, ich fühle mich dort ein bisschen wie auf einem Schulhof, auf dem Grüppchen zusammenstehen und ins Gespräch kommen. Manchmal gibt es dort tiefe Gespräche, manchmal aber auch nur Herumgealber oder belangloses Zeug.

    Aber darum soll es eigentlich gar nicht gehen.

    Denn ich möchte teilen, dass die Beschäftigung mit der App mir noch einmal klar machte, warum ich zwar zahlreiche Podcasts höre, warum ich Audio manchmal sehr schätze und manchmal auch wieder gar nicht.

    Denn: Audio bremst. Das ist gut: Endlich mal ein bisschen langsamer, sich wirklich auf eine Sache konzentrieren! Es ist aber dann nicht gut, wenn es schnell gehen muss oder ich eine Information nicht erst in drei Stunden, sondern möglichst schnell haben möchte. Das Gefühl habe ich übrigens oft bei langen Podcasts (Die aktuelle Folge Drosten ist auch schon wieder länger als eine Stunde!). (Und auch bei Clubhouse, denn dieses Herumwandeln, hier ein bisschen Quatschen, da mal ein bisschen Zuhören – das kostet Zeit, die gerade jetzt mit den Herausforderungen zwischen Job, Homeschooling und Co. sorgfältig verteilt werden will.)

    Und da wären wir auch schon bei dem kleinen Gedanken, den ich in dieser Woche mit dir teilen wollte und der mir durch den Clubhouse-Hype bewusst wurde: Text kann oft auch echt super sein. Schnell, scanbar, asynchron – um nur einige Vorteile zu nennen.

    (Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Wir suchen die Goldenen Blogger 2021!

    Die Verleihung der Goldenen Blogger 2019 am 9. März war meine letzte große Veranstaltung. Ich erinnere mich noch an die Tage davor und unsere Diskussionen: Können wir das noch machen? Und ich erinnere mich an den Morgen danach, als wir in Tegel am Gate saßen, müde, aber voller Adrenalin und mit uns nur wenige andere warteten, weil wir eben schon mitten in der Pandemie waren. Nun, knapp ein Jahr später, sind wir startklar: Wir suchen wieder die Goldenen Blogger! Diesmal die Goldenen Blogger 2021, denn da die Verleihung erst im April stattfinden wird und es vermutlich niemand mehr verstehen würde, wenn wir dann immer noch mit dem Jahr 2020 herumhantieren und das Jahr 2020 bei vielen ja eh nicht soooo super Assoziationen weckt, suchen wir als die Goldenen Blogger 2021.

    Blogger? 2021? Ernsthaft?

    Erst vor ein paar Monaten sprach ich mit Moritz Meyer für eine Kolumne zu genau diesem Thema: Blogger – ist das denn noch zeitgemäß? Ich finde: Auch wenn sich in den vergangenen Jahren viel geändert hat – neue Plattformen sind entstanden, diejenigen, die die Plattformen nutzen, tun dies nicht mehr nur aus dem Lass-mal-was-probieren-Gefühl heraus, sondern verfolgen dabei meist ernsthafte Ziele, ja, bauen gar Unternehmen auf: Aber diese Technik des Bloggens, die lebt.

    Eine Preisverleihung in der Pandemie?

    Wir hätten natürlich sooo gerne wieder mit euch allen bei Microsoft in Berlin gefeiert. Für uns stand ziemlich schnell fest: Auch wenn das immer noch unsere erste Wahl wäre, derzeit ist nicht die Zeit für Live-vor-Ort-Veranstaltungen in dieser Größe. Ausfallen lassen? Nö. Dafür ist die Verleihung für viel zu viele Menschen einfach ein zu großer Spaß, können wir so viele Menschen mit einem Preis für ihre Arbeit glücklich machen, also werden wir gibt es in diesem Jahr eine digitale Ausgabe der Goldenen Blogger. Und nein: Wir kehren nicht auf unser Sofa zurück, das Bügelbrett ist eh nicht mehr im Einsatz. Wir werden euch sehr bald sagen, wie wir das alles gerade planen, wer uns in diesem Jahr unterstützt (Wer noch mitmachen möchte, bitte ganz schnell Kontakt aufnehmen!), aber im ersten Schritt brauchen wir jetzt erst einmal Nominierte!

    Wer kann einen Goldenen Blogger gewinnen?

    Prinzipiell jeder, der hier nominiert wird! Die Zahl der Kategorien liegt derzeit bei 22 – das formuliere ich so, weil sich daran immer nochmal was ändern kann, denn wenn in einer Kategorie gar keine Vorschläge sind oder so viele Kandidaten zu einem bestimmten Thema, das wir bisher nicht vorgesehen haben, nominiert werden, dann nehmen wir uns die Freiheit, ein paar Anpassungen vorzunehmen.

    22 Kategorien. Darunter natürlich Klassiker wie „Newcomer“, „bester Text“, „beste*r Blogger*in ohne Blog“, „Podcast, „Instagram“, „Twitter“. Aber natürlich gibt es auch wieder ein paar Veränderungen: Wir greifen neue Themen auf: Mobilität, Wissenschaft, Storyteller*in (wegen Storys oder Fleets oder so, you know), Lockdown-Versüßung, Telegram-Channel, Youtuber*in – sind nur einige der neuen Kategorien. Und nach dem großen Erfolg wird es auch in diesem Jahr die WTF-Kategorie geben, wir sind schon jetzt gespannt, wer sich da nominiert ;)

    Also: Ran an die Tasten! Hier könnt ihr noch bis zum 31. Januar eure Vorschläge posten! Und denkt dran: Je mehr Vorschläge, desto mehr Arbeit für Daniel, Feli, Thomas und mich ;)

    Social Media 2021: Netzwerke, Strategie und Co.

    Vergangene Woche war ich zu Gast in dem Podcast „Was mit Medien“ und habe dort mit den Hosts Daniel Fiene, Dennis Horn und Sebastian Pähler über Social Media und deren Bedeutung für Medienschaffende und darüber hinaus in 2021 gesprochen. Herausgekommen ist ein launiges Gespräch, das du dir hier anhören kannst. Ich dachte mir: Da kann ich doch auch nochmal hier ein paar Aspekte für dich hervorheben.

    ? Die öffentliche Debatte um Social Media Ich glaube, die wird 2021 noch einmal lauter werden – auch wegen des politischen Drucks. Wie funktionieren die Kanäle, wer entscheidet, wer gesperrt wird? Da werden wir noch viele Diskussionen erleben.

    ? Engagement rules Hast du die jüngste Update-Ankündigung von Facebook gesehen? Auch Seitenbetreiber bekommen mehr Möglichkeiten, mit ihrer Community zu interagieren. In der Arbeitsrealität vieler Redaktionen und Abteilungen hat bisher das Erstellen von Inhalten die größte Aufmerksamkeit bekommen. Das muss sich ändern: Ein Switch zur aktiven Community-Arbeit ist nötig. Bei Instagram und Linkedin hat Engagement in und mit der eigenen Community bereits eine übergeordnete Bedeutung.

    ? Die ultimative erste Frage Was möchte ich eigentlich erreichen? Das ist sie, die Frage, die du dir beantworten solltest. Denn: Nur weil viele gerade über einen Kanal reden, heißt es noch lange nicht, dass du damit etwas bewirken kannst. Zumal du ja auch noch wissen musst, ob der Kanal dann überhaupt geeignet ist, deine Ziele zu erreichen. Gilt nicht erst seit 2021, aber wurscht.

    ? Es gibt nicht DAS Netzwerk, auf dem du sein musst Auf welchem Netzwerk du aktiv werden solltest, hängt damit zusammen, was du erreichen möchtest. Willst du vor allem Millennials ansprechen? Dann könnten Tiktok und Instagram etwas für dich sein. Willst du den gesellschaftlichen Diskurs mitbestimmen? Dann schau dir Twitter genauer an. Willst du eine breite Masse ansprechen, aber gleichzeitig in ganz bestimmte Zielgruppen kommunizieren und eine enge Beziehung aufbauen? Dann könnte es richtig sein, dich doch nochmal ausführlicher mit Facebook zu beschäftigen. Möchtest du dich beruflich positionieren? Dann könnte Linkedin eine gute Möglichkeit sein.

    ? Pinterest Für mich eines der unterschätztesten Netzwerke. Gerade, wenn es um Reichweitenaufbau geht. Und es gibt einige Medienmarken, die dort sehr erfolgreich sein könnten.

    ? Twitch Hast du die Meldung gesehen: Der spanische Twitch-Streamer TheGrefg enthüllte am Montag einen „Fortnite“-Skin und dabei schauten mal eben zwei Millionen Menschen zu. Meldungen wie die zu Otto, werden wir in diesem Jahr sicherlich häufiger hören.

    ? Discord Kein klassisches soziales Netzwerk, aber eine Plattform, die sich extrem gut für alle möglichen Dinge eignet, die vielen Kommunikatoren wichtig sind: Communityaufbau und -pflege, kollaboratives Arbeiten, Gaming usw.

    Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.

    Du willst Social Media stärker nutzen? Regelmäßig biete ich in meiner Akademie Live-Onlineseminare und Workshops an. Schau doch auf meiner Website vorbei, ob ich dir mit eins meiner Seminare helfen kann.

    Tiktok, Neues Lernen und Arbeiten, Podcasts und Fokussierung auf noch mehr Digital

    Ich hoffe, dass du gut ins neue Jahr gestartet bist. Was wird uns ins 2021 beschäftigen? Jedes Jahr mache ich mir dazu ein paar Gedanken. Das Jahr 2020 war in vielen Dingen sicherlich so nicht vorhersehbar. Manches aber schon: Über Purpose wurde gesprochen, die Bedeutung von Diversität immerhin diskutiert und in neuen Studien belegt, Linkedin, Instagram und Tiktok waren die Kanäle des Jahres. Was kommt also 2021? Zehn Punkte, die im weiten Sinne was mit Medien und Kommunikation zu tun haben.

    Neues Arbeiten | Ich glaube nicht daran, dass die meisten von uns nach dieser Pandemie, wann immer das auch sein wird, wieder jeden Tag ins Büro fahren werden oder für Meetings mal eben durch Deutschland jetten. Vieles von dem, was derzeit selbstverständlich ist, wird bleiben. Aber einiges wird eben auch wieder zurück kommen. Denn wie wertvoll zufällige Begegnungen, persönlicher Austausch, aber auch der informelle gemeinsame Kaffee in der Küche sein können, das wissen wir jetzt noch viel besser. Weil sie nicht mehr selbstverständlich sind.

    Neues Lernen | Schon jetzt boomt das digitale Lernen – jederzeit und überall kann ich mich digital weiterbilden. Ich hoffe, dass auch Lehrende in den nächsten Monaten in der Lage sind sind, auf diese Art und Weise mit ihren Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu bleiben und ihnen Wissen zu vermitteln. Und in der Erwachsenenbildung? Ich glaube, dass die Scheu vor digitalen Seminaren und Workshops weiter abnehmen wird. Wenn Begegnungen wieder leichter möglich sind, werden diese sicherlich wieder in Präsenz stattfinden. Die Hürde für digital begleitete Trainings on the jobs könnte allerdings deutlich niedriger geworden sein.

    Diversität | Ich lasse das Thema „Diversität“ auf der Agenda, denn ich gehe fest davon aus, dass wir auch hier einen Schritt weiter kommen werden. Weil wir es müssen. In allen Bereichen fehlt es an unterschiedlichen Sichtweisen – ja, auch in 2021 wäre es schon ein Gewinn, Geschlechterdiversität zu erreichen. Das gilt vor allem auch für die Medienbranche. Der Kollege Thomas Baekdal hat dazu einen ganzen, sehr lesenswerten Newsletter geschrieben.

    How | In 2020 wurde viel über „Purpose“ diskutiert und da war ziemlich viel Buzzword-Bingo dabei. Dafür werden wir 2021 keine Kapazitäten haben. Denn am Ende muss umgesetzt werden. Keine große Reden schwingen, sondern umsetzen, Prozesse definieren, Best Practises entwickeln – darauf wird es 2021 ankommen.

    Polarisierung | Die Polarisierung der Gesellschaft wird weiter zunehmen – sicherlich auch durch die Corona-Pandemie befeuert und das wird sich auch auf Kommunikationsformen jedweder Art auswirken. Dabei spielen die Medien leider eine nicht unerhebliche Rolle – im Kampf um Aufmerksamkeit und Umsätze.

    Fragmentierung der Medienmarken | Anfang 2020 hatte ich vorhergesagt, dass die Fragmentierung der vierten Gewalt fortschreiten wird. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass gerade in Krisenzeiten auch die klassischen Medien eine wichtige Informationsquelle sein können. Nur leider hat hier nicht überall auch das Geschäftsmodell profitiert. Entlassungen, Effizienzprogramme und Co. werden dafür sorgen, dass die Fragmentierung sich verstetigen wird. Mit zweierlei Effekten: Es werden neue Medienmarken entstehen – spezialisierter, mit einer größeren Fokussierung auf Nischen. Und wir werden sehen, dass es auch hierzulande weitere journalistische Personenmarken geben wird, die ihr eigenes Ding aufziehen. Wer es versäumt, dabei eine Community aufzubauen und diese auch zu pflegen, wird keine Chance haben.

    Newsletter | Kann man das 2021 noch als Trend bezeichnen? Wenn ich meine letzten Seminare zu diesem Thema Revue passieren lasse: ja. Noch immer haben vor allem viele Medienmarken und Journalisten nicht erkannt, welche Kraft Newsletter entwickeln können. Und damit meine ich nicht die „Listletters“, in denen einfach nur wild irgendwelche Links verschickt werden. Im Lokalen aber auch für Fachmarken sind Newsletter sehr geeignet: Sie können vielseitig eingesetzt und automatisiert werden, um Säulen für digitale Erlösströme aufzubauen.

    Podcasts | Bleibt Trend. Ich empfehle hierzu den Text von Philipp Westermeyer beim Medieninsider.

    Socialmedia | Linkedin, Tiktok und Instagram – das sind die Namen der Plattformen, die 2020 zu den Gewinnern zählen werden, habe ich 2020 geschrieben. Würde ich auch für 2021 so sehen und ergänzen: Messenger. Ich gehe fest davon aus, dass sie im Wahlkampf 2021 eine größere Rolle spielen werden als dem einen oder anderen lieb ist.

    Digital first | Auch wenn es wie ein Nobrainer klingt: Ende 2021 wird sich kaum einer NICHT mit digitalen Strategien auseinander gesetzt haben. Schon gar nicht in Sachen Kommunikation. Scott Galloway, der Prognosepapst, spricht schon eine Weile von dieser Streuung – denn zusätzlich durch den Pandemie-Effekt ist es noch schwieriger geworden, Menschen auf EINEM Weg zu erreichen – es ist noch notwendiger geworden, verschiedene Wege zu gehen, um seine Zielgruppen zu erreichen. 

    Und bei mir: Ein paar Dinge bleiben, wie sie sind: Ich werde meine Kunden in ihrer Digitalstrategie beraten, coachen und unterstützen, ich werde weiter meinen Newsletter schreiben (Hier abonnieren!) und auch wieder öfter hier im Blog und die Goldenen Blogger (Gerade ist die Nominierungsphase gestartet). Ich werde meine Akademie auf- und mein Team ausbauen. Um dann noch ein paar andere Dinge umzusetzen, über die ich zu gegebener Zeit auch hier berichten werde.

    Und was meinst du? Was kommt bei dir in 2021?

    (Dieser Text war auch Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Die Frauen in „Werk ohne Autor“


    Nun endlich auch „Werk ohne Autor“ gesehen, den Drei-Stunden-Epos von Florian Henckel von Donnersmarck. Und wenn man diesen Film einfach mal als ganz normalen Film ansieht – und all die Diskussionen darum, wie viel man sich da jetzt aus den Biografie realer Künstler:innen inspiriert hat, ausblendet, dann ist das ein durchaus unterhaltsamer, ästhetischer Film, der auch nicht zu lang wird und das hätte ich eigentlich vermutet.

    Wozu mich der Film inspiriert hat?

    Erstens: Im Nachgang habe ich die Wikipedia-Biografie von Gerhard Richter und Joseph Beuys gelesen und mir vorgenommen, nochmal ein bisschen tiefer insbesondere in diesen Teil der Geschichte Düsseldorfs einzusteigen. Spannend und neu für mich: Beuys‘ Verbindung zu dem Tier-Filmemacher Sielmann.

    Zweitens: „Werk ohne Autor“ ist ein Film von Männern über Männer, weil eben viele der handelnden Personen im dritten Reich Männer gewesen sind und es natürlich auch viele männliche Künstler gegeben hat. Daher kann es natürlich sinnvoll sein, die Historie an eben solchen Männern zu erzählen. Zudem gibt es diese eine Szene in der Kunstakademie, in der die Studierenden mit „Meine Herren“ angesprochen werden, obwohl da auch sehr viele Frauen gesessen haben. Das hat mich irritiert und ich habe mich gefragt: Wäre mir das auch schon vor zehn Jahren aufgefallen? Vermutlich schon.

    Drittens: Was wäre das eigentlich für ein Film, wenn man die Geschichte solcher Männer mal aus der Frauenperspektive erzählt hätte? Wie sähe beispielsweise ein Film aus der Perspektive der Martha Seeband (der Frau des Professors) aus? Wie hält sie es aus an der Seite dieses Egozentrikers und Mörders? Wie erträgt sie seine Eskapaden? Wie rechtfertigt sie ihre Mittäterschaft an der Abtreibung?

    Oder aus der Perspektive von Elisabeth Seeband, der Frau des Künstlers? Wie lebt es sich damit, wenn der eigene Vater über Leben und Tod unzähliger Frauen entschieden und nicht mal vor dem Leben der eigenen Tochter halt gemacht hat? Wie lebt es sich an der Seite eines Künstlers nach der Ausreise in den Westen? Auch ich würde mich darüber freuen, wenn historische Ereignisse auch öfter aus der weiblichen Perspektive erzählt werden würden.