Corona und Newsrooms: Welche Auswirkungen die Pandemie auf die Arbeit in Redaktionen hatte

Auch für Newsrooms war das vergangene Jahr besonders: Denn die Pandemie wirbelte ja nicht nur Arbeitsabläufe durcheinander, sondern es gab über eine lange Zeit ein beherrschendes Thema. Zahlreiche neue Formate entstanden so: Newsletter, Podcasts – und die meisten hatten auch das Ziel, die eigene Zielgruppe möglichst perfekt zu informieren. Doch was hat das eigentlich gebracht? Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die eigene Glaubwürdigkeit ausgewirkt? Hat die Pandemie gar das Medienverhalten beeinflusst? Eine wichtige Frage, die sich nicht nur Kommunikator*innen fragen, sondern hoffentlich auch Journalistinnen und Journalisten. Denn immer wieder zu hinterfragen, ob die bestehenden Kanäle immer noch die richtigen sind, ob es nicht doch sinnvoll sein könnte, andere Wege auszuprobieren, um (neue) Zielgruppen anzusprechen – das gehört in der heutigen Zeit eigentlich zum Tagesgeschäft.

Das Reuters Institute hat dazu eine internationale Studie veröffentlicht. Hier die wichtigsten Erkenntnisse für Deutschland.

1. 39 Prozent der Deutschen haben sich sich mit Hilfe so genannter Newsorganisationen aka Medien über die Auswirkungen der Pandemie informiert. Im April 2020 lag der Anteil noch bei 47 Prozent (Nur in Südkorea gab es hier übrigens keinen Rückgang). Die zweitwichtigste Quelle waren für die Menschen in Deutschland Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen und so genannte Expert*innen. Zwei weitere Details: Je älter, desto eher informiert man sich über Newsorganisationen und gebildeter sind sie. 

2. Bei der Frage, welchen Quellen man denn am ehesten vertraue, schneiden klassische Medien nicht so gut ab: Am glaubwürdigsten sind für die Deutschen Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen und Expert*innen, gefolgt von nationalen und internationalen Institutionen und besagten journalistischen Quellen. Interessanterweise gilt diese Reihenfolge in allen untersuchten Ländern.

3. Politiker*innen haben ein Glaubwürdigkeitsproblem: Auf die Frage, bei welcher Institution man falsche Informationen in Bezug auf Covid19 gesehen habe, nennen 31 Prozent der Deutschen „Politiker*innen“ – und nur 21 Prozent Newsorganisationen. Es gibt übrigens nur ein Land, in dem das Misstrauen gegenüber journalistischen Informationen größer ist als gegenüber Politiker*innen: Japan.

4. Weil Impfungen einer der Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie sind, hat das Reuters Institute auch untersucht, wie erfolgreich sich bestimmte Falschmeldungen (z.B. Impfen verändert die DNA oder Impfen verursacht Unfruchtbarkeit und der ganze Quatsch) über Impfungen durchgesetzt haben. Erkenntnis: Je höher der Anteil derer, die sich über klassische Medien informieren, desto geringer die Rate derer, die an Falschmeldungen übers Impfen glauben. Aber: Es besteht hier kein Zusammenhang zwischen Jungen oder geringer Bildung und dem Glaube an Fake News. In Deutschland tendieren eher Ältere dazu, solche Falschmeldungen als richtig einzustufen als jüngere.

5. Ungefähr die Hälfte der Deutschen sagen, dass Medien hilfreich waren, die Pandemie zu verstehen und richtig mit ihr umzugehen, auch wenn das im April 2020 noch mehr Menschen gesagt haben. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die meinen, dass Journalist*innen, die Pandemie übertrieben dargestellt haben, gestiegen. Hier sieht man doch eine größer gewordene Unzufriedenheit.

Fazit: Grundsätzlich kann man sagen, dass Journalist*innen und Journalisten eine wichtige Rolle gespielt haben, die Bevölkerung über die Pandemie zu informieren. Gleichzeitig war das Vertrauen in Medien zu Beginn der Pandemie größer und sie haben mittlerweile ein Glaubwürdigkeitsproblem. Viele Menschen hören lieber auf Wissenschaftler*innen und Expert*innen. Nicht ohne Grund waren und sind gerade Podcasts wie das Corona Virus Update mit Sandra Ciesek und Christian Drosten so erfolgreich, tingelt Karl Lauterbach in seiner Rolle als Wissenschaftler von Talkshow zu Talkshow. Medien fungieren hier nur als Plattform.

Hier kannst du die komplette Studie lesen.

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Plötzlich Shitstorm am Beispiel von Sat.1

Eine kritische Äußerung, eine auf den ersten Blick unscheinbare Frage, eine echte Beleidigung – und jedes Mal die große Frage: Wie soll ich, wie sollen wir darauf bloß reagieren? Kommunikation in Social Media erfordert häufig Schnelligkeit, eine präzise Wortwahl, aber oft auch einfach einen gesunden Menschenverstand. Wie man es eher nicht macht, konnte man diese Woche mal wieder erleben. Am Beispiel von Sat.1.

Matthias Distel aka Ikke Hüftgold ist Unternehmer und Schlagerstar (weiß ich auch erst seit letzter Woche). Distel sollte Protagonist in der Sat.1-Show „Plötzlich arm, plötzlich reich“ (Kannte ich vorher auch nicht!) werden. Stattdessen veröffentlichte er am Montag ein Video auf Instagram, in dem er erklärte, warum er aus den laufenden Dreharbeiten ausgestiegen ist (20 Minuten echt harte Kost, mir kamen zwischenzeitlich die Tränen). Gleichzeitig erhob er schwere Vorwürfe gegenüber dem Sender und der Produktionsfirma. Das Kindeswohl von schwer traumatisierten Kindern sei mit Füßen getreten worden. Das Video verbreitete sich in Windeseile, Online-Artikel in den Medien erschienen. Für Sat.1 also ein ordentlicher Shitstorm.

Wie hättest du reagiert?

Gar nicht reagieren und hoffen, dass sich die Gemüter von alleine beruhigen? Aussitzen? Öffentlich entschuldigen? Mal ganz grundsätzlich über diese Form von Bloßstellungsformate nachdenken und das öffentlich ankündigen? Oder zur Gegenattacke ausholen und behaupten, dass der Schlagerstar „die Familie ungefragt in die Öffentlichkeit gebracht“ habe?

Nach der Lektüre aller Statements würde ich behaupten, dass Sat.1 den Weg gewählt hat, der am wenigsten schnell aus dem Shitstorm herausführt. Der Debatte ein Ende setzt und nicht dafür sorgt, dass nun auch der Spiegel und andere Massenmedien über den Fall berichten, sich ja bereits erste Gruppen formieren, die Werbende aufrufen, den Sender zukünftig zu meiden.

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Für Twitter bezahlen? Warum ich noch skeptisch bin

Vor ein paar Wochen hatte ich 14-Jähriges auf Twitter. Ich habe es mit einem Tweet gefeiert. Ein paar gratulierten. Vor ein paar Tagen verkündete der Pianist Igor Levit, eine Twitter-Pause zu machen. Es sei unerträglich geworden, schrieb er. Immer wieder hatte er sich in der Vergangenheit politisch positioniert und war dafür angefeindet worden. Konnte sich teilweise nicht ohne Polizeischutz in der Öffentlichkeit bewegen.

Twitter hat erkannt, dass es sich nach 15 Jahren neu erfinden muss. Zunächst gab es die Möglichkeit, die Sichtbar- und Kommentierbarkeit von Tweets einzuschränken. Vor einigen Wochen der Start von Twitter Spaces, die kommende Integration des Newsletterdiensts Revue, eine mögliche Ausweitung von Shopping-Funktionen und die Einführung der virtuellen Kaffeetasse.

Vieles davon Versuche, die Erlösströme auf neue Säulen zu setzen. Und so überraschte es nicht, als die Entwicklerin Jane Manchun Wong vor einigen Tagen entdeckte, dass womöglich bald ein Abomodell namens „Twitter Blue“ starten könnte. Wong hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach neue Features sozialer Netzwerke entdeckt, bevor diese offiziell kommuniziert wurden.

2,99 Dollar könnte „Twitter Blue“ pro Monat kosten, monatlich kündbar mit ein paar für viele lang ersehnten Features: ein Undo-Timer, einer Art Bibliothek für favorisierte Tweets, um sie leichter auffindbar zu machen. Auch die Möglichkeit, Werbung aus der eigenen Timeline zu verbannen, scheint denkbar. Die Rede ist auch von gestaffelten Preisen pro Monat für weitere exklusive Features.

Die Frage, die mich allerdings in diesem Zusammenhang bewegt: Genügen diese Features, um ein solches Abo abzuschließen? Ich glaube nicht. Natürlich ist Twitter eine höchst attraktive Plattform für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, zur Meinungsbildung und zur Darstellung zahlreicher Multiplikatoren. Gleichzeitig ist Twitter attraktiv und verflucht zugleich wegen seiner Schnellig- und Schnelllebigkeit. Denn die Hürde, irgendwelchen Emotionen freien Lauf zu lassen, vor allem eben Wut, Hass und Hetze, ist aus diesem Grund nicht sonderlich hoch.

Und solange Twitter dies nicht in den Griff bekommt und sich Menschen wie Igor Levit frustriert abwenden, wird es schwierig werden, ein Abomodell zu etablieren.

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Wieviel Radikalität verträgt unsere Sprache?

„Ich gucke seit Monaten kein Fernsehen mehr.“ Einer dieser Sätze, den ich in den vergangenen Tagen vermehrt gehört habe. Ausgangssperren, Corona-Leugner, Verbote, Rassismus, Klima – macht alles nicht wirklich Spaß. Viele meiden gar den täglichen Blick in die Nachrichten und auch ich muss zugeben, dass mir derzeit an einigen Tagen die Logo-Nachrichten völlig ausreichen. 15 Minuten investieren, in denen nur das Schlechte dieser Welt berichtet wird – muss nicht sein.

Ja, wir leben in in Zeiten kräftigster Zuspitzung. Alles ist schwarz ODER weiß, aber meistens mindestens dunkelgrau. Man könnte meinen, die Welt stünde kurz vor dem Untergang. Zwischentöne, Schattierungen, um in der Farbwelt zu bleiben – nö. Und auch unsere Sprache ist geprägt von Zuspitzung, Radikalität.

Ausgangsbeschränkungen werden zu Ausgangssperren. In einem Papier des „Expertenrats“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen werden Menschen, die sich an die Regeln halten zu „Lockdown-Fanatikern“ in Abgrenzung zu den „Corona-Leugnern“. Der vergleichsweise sanfte Shutdown wird zum Lockdown, zwischenzeitlich drohte gar ein Mega-Lockdown. Wie würden wir eigentlich das nennen, was beispielsweise in Chile praktiziert wurde? Dort durfte man monatelang nicht ohne Grund und Passierschein (online zu beantragen, personalisiert und limitiert) – das Haus verlassen. Und das Militär kontrollierte, ob man seinen Passierschein auch dabei hatte. Einen Passierschein, der einem erlaubte, einmal am Tag sieben Mal die Woche, manchmal aber auch nur zweimal pro Woche, vor die Tür zu gehen. Und das muss reichen für Gassigehen, Einkaufen, Arztbesuche. Wäre das ein Mega-Superduper-Lockdown? Und erinnerst du dich noch an Armin Laschets „härtestes Weihnachtsfest, das die Nachkriegsgenerationen je erlebt haben“?

Ohne Radikalität geht es offenbar nicht. Laufen wir hier nicht Gefahr, dass uns für die Phänomene unserer Zeit die Worte ausgehen? Und warum machen wir das eigentlich?

Ich sehe vor allem drei Trends.

Erstens: Wir leben in einer Zeit, in der sich die Herausforderungen unserer Zeit nicht mehr einfach so mit Abwarten oder moderater – nicht radikaler – Politik lösen lassen. Und das spüren wir gerade jetzt sehr. In der Digitalisierung ging Deutschland einen, sagen wir mal, moderaten Weg – und wurde jetzt auf radikale Weise eingeholt – siehe die Schulen. Oder der Pflegenotstand, das Artensterben, die fast schon unvermeidliche Klimakatastrophe.

Zweitens: Wir leben in Zeiten von einer Emotionalisierung von Nachrichten. Und das wird natürlich stark getrieben durch soziale Netzwerke. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird über klare, emotionale Botschaften gewonnen und wer von sozialen Netzwerken profitieren will, muss zuspitzen und emotionalisieren.

Drittens:
Die Aufmerksamkeitsökonomie hat zudem den Nebeneffekt, dass noch mehr Medien, Unternehmen, Einzelpersonen um die Aufmerksamkeit der Menschen buhlen – und das führt dazu, dass Themen zugespitzt werden. Je einfacher die Botschaften, desto besser. Je emotionaler, überraschender die Geschichte – umso besser. Bei der Beurteilung von Nachrichten dominiert der Unterhaltungs- und Gesprächswert die anderen. Journalismus zur Bestätigung der eigenen Gefühle.

Aber ich will hier auch drei Vorschläge machen.

Erstens: Mehr Medienkompetenz für Medien.
Wie lange hat es gedauert, bis verstanden wurde, dass es vielleicht nicht allzu klug ist, jeden einzelnen Tweet von Donald Trump in eine Nachricht zu gießen, sich darüber lustig zu machen und so diesen Aussagen noch ein viel größeres Gewicht zu geben – vier ganze Jahre! Medien haben eine Verantwortung. Sie müssen noch besser verstehen, wie digitale Medien funktionieren und missbraucht werden können.

Zweitens: Emotionalisierung, wenn es wirklich sinnvoll ist.
Gegenüber Spektrum sagte Umweltjournalist Dirk Steffens: „Man braucht Emotionen, um Handlungsimpulse zu erzeugen. Im Journalismus dürfen wir emotionalisieren – vorsichtig und verantwortungsvoll. Aber vielleicht sind wir zu vorsichtig.“ Die Klimakrise wäre ein Thema, dem MEHR Emotionalität gut tun würde.
Fünf Milliarden Jahre Erdgeschichte bedeuten fünf Milliarden Jahre Klimawandel, so könnte man meinen. Mit diesem Begriff verstellen wir den Blick auf die Ursache, Dringlichkeit, er ist so schön abstrakt und schön weit weg von unserer Verantwortung.

Drittens: Wenn schon schlechte Nachrichten, dann in Verbindung mit Konstruktivem!
2019 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Studie veröffentlicht, für die sie u.a. getestet haben: „Für welche Form von Journalismus entscheiden sich Menschen, wenn sie unter Zeitdruck stehen?“ Traurige Antwort: Negatives wird eher wahrgenommen und verkauft sich deshalb auch besser. Könnte man dann nicht aber versuchen, Negatives mit Positivem in Verbindung zu bringen! Mit Lösungen und Perspektiven.

(Dieser Text ist eine Version eines Vortrags, den ich beim Creative Morning gehalten habe.)

So waren die Goldene Blogger 2021

Teresa Bücker ist Bloggerin des Jahres

Rund 2.000 Einzelvorschläge aus der Community, mehr als 26.000 Menschen, die beim Online-Voting mitmachten, fast 8.000 Zuschauer*innen im Livestream, 20 glückliche Gewinner und Nominierte, die zwar nicht gewannen, sich aber trotzdem freuten, plus ein ausgewachsener Shitstorm. Die 14. Verleihung der Goldenen Blogger war in vielerlei Hinsicht eine ganz Besondere. Gesendet aus dem Green-Screen-Studio, keine Nominierten vor Ort – nur unser kleines und das Technik- und Kommunikationsteam der Deutschen Post DHL.

Ich könnte jetzt eine lange Liste der Highlights teilen, die ich an diesem Tag erlebte. Alleine das Erlebnis, mal wieder unter so vielen Menschen zu sein – getestet, mit Maske und auf Abstand, aber immerhin. Aber ich möchte jetzt darüber schreiben, was mich gestern am allermeisten faszinierte und inspirierte: Die Leidenschaft der Nominierten und Gewinner*innen: Blogger*in des Jahres, Teresa Bücker setzt sich seit Jahren dafür ein, dass sich die Rolle von Frauen, Müttern und Kindern verändert. Das Team von „Bruchstücke“ möchte einen Beitrag leisten, um den Wandel in der Welt konstruktiv zu gestalten.

Leidenschaft sorgt dafür, dass selbst Themen, die den Ruf haben, für die Masse nicht kommunizierbar zu sein, eben doch ein Publikum erreichen können – mit guten Ideen und ein paar Kniffen: “Wir wollten unsere Marke emotionalisieren und menschlich sein. Wir wollen auf Twitter mit einer anderen Emotionalität rausgehen. Damit wollen wir rausbringen, dass wir durchaus wichtige Dinge tun, gerade im letzten Jahr“, sagte der DB-Cargo-Vertreter bei uns im Livestream. 

Ebenfalls wurde klar, wie wichtig die Community bei all diesen Projekten wirklich ist. Gemäß der Regel „Was dir gut tut, tut anderen (vielleicht) auch gut und andersrum“. Ich war total gerührt, als ich sah, dass Schauspielerin Elena Uhlig in ihrem Kölner Hotelzimmer nicht nur für einen passenden Hut und Hintergrund gesorgt hatte, nein, sie streamte die Verleihung parallel über ihr Smartphone an ihre eigene Community und ließ diese so an den Erlebnissen im Backstage-Zoomcall teilhaben. „Ich bin Künstlerin, um Menschen zu unterhalten – ich mache das, was ich tue, um Menschen zum Lachen zu bringen. Ich bekomme auch viele positive Rückmeldungen, das hilft einem sehr durch diese Zeit“, ließ sie uns wissen. Wie wichtig die eigene Zuhörerschaft ist, wurde auch bei der Aussage der Macher des Podcasts „Geschichten aus der Geschichte“ deutlich: „Jede Woche eine Geschichte zu erzählen, dafür ist unsere Community ein ganz großer Antrieb!“ 

In diesem Zusammenhang freue ich mich auch darüber, dass uns Deutsche Post DHL, Facebook, Xing, Mumm und Godaddy in diesem Jahr unterstützt haben: Jede*r Nominierte konnte so eine Dinner-Box erhalten mit Gala-Dinner, Getränken seiner Wahl, Keksen, ja selbst ein Katerfrühstück war so drin plus Goldene-Blogger-Briefmarken. Und beim Nominierten-Dinner im Vorfeld auf Wonder.me hatten alle nicht nur Verpflegung, sondern auch gleich das erste Smalltalkthema als Eisbrecher.

Leidenschaft hat aber bekanntlich nicht nur gute Seiten. Sie kann zum Beispiel dazu führen, dass man den Blick auf das große Ganze verliert. Dass man zum Beispiel nicht mehr in der Lage ist, andere Positionen wahrzunehmen, bzw. auf Gegenpositionen mit Hass, Beleidigungen und Hetze reagiert. Für den Kontext: Die Nominierung des Bocholter Landschwein in der Kategorie „Berufsbotschafter*in“ gefiel nämlich nicht jedem und die Reaktionen darauf wiederum nicht den Anhängern des Landschweins. Ein konstruktiver Diskurs ist dann nicht mehr möglich, Veränderungen schon gar nicht. Unser offizielles Statement, das Thomas‘ in der Show vorgetragen hat, könnt ihr hier nachlesen.

Umso mehr freut mich, dass sich viele der Preisträger*innen dennoch für ihre (gute) Sache einsetzen so wie die Newcomer-Gewinner*innen Rosamag, Rice and Shine, Mailab oder Katja Scherers „Wirtschaft in Afrika“.

Ein weiser Mann namens Georg Wilhelm Friedrich Hegel soll mal gesagt haben: „Nichts wirklich Wichtiges ist ohne Leidenschaft erreicht worden.“ Und das Internet ist dafür eben auch ein guter Ort.

Und so wird es wohl auch 2022 wieder eine Ausgabe der Goldenen Blogger geben. Hoffentlich mit allen Nominierten vor Ort und Party danach. Es wird schließlich eine Jubiläumsausgabe werden.

Weitere Reaktionen
Was Thomas Knüwer schreibt
Was DWDL schreibt
Was der Bayerische Rundfunk schreibt
Unsere Pressemitteilung beim Tagesspiegel


Die Goldenen Blogger 2021 – alle Preisträger im Überblick

Blogger*in des Jahres

  • Teresa Bücker
  • Newcomer*in des Jahres

  • RosaMag
  • Bester Einzelbeitrag

  • Joachim Leitenmeier: Ich bin ja kein Rassist, aber halt schon
  • Ludger Wess: Wir brauchen die Kartoffelwende
  • Minh Thu Tran und Vanessa Vu: Hamburg 1980 – Als der rechte Terror wieder aufflammte
  • Beste(r) Blogger*in ohne Blog

  • Joko und Klaas für ihre „15 Minuten“ bei ProSieben
  • Bestes Nischen- oder Themenblog

  • Wirtschaft in Afrika
  • Bester Podcast

  • Geschichten aus der Geschichte
  • Bester Instagram-Account

  • Museum of Deutschland
  • Bester Twitter-Account

  • DB Cargo
  • Bester TikTok-Account

  • Elisa Valerie
  • Bester Social-Media-Account einer Celebrity

  • Die Maus auf Instagram
  • Bestes Wissenschaftsblog

  • Methodisch Inkorrekt
  • Beste(r) neue(r) Medienmacher*in

  • Sportfrauen.net
  • Beste(r) Lockdown-Tröster*in

  • Discovery Panel und ihr Quarantäne-Qast
  • Beste(r) Berufsbotschafter*in

  • 5_sprechwunsch
  • Beste Comedy

  • Hazel Brugger
  • Bestes Politik-Blog

  • Hinterzimmer-Politik
  • Sonderpreise

  • Mailab
  • NDR Coronavirus Update
  • Warum Journalismus so anfällig für Desinformationsstrategien ist

    In einer der letzten Ausgaben des Corona-Virus-Updates sprach Charité-Professor Christian Drosten mal nicht nur über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Impfen und Co., sondern ging auch auf die Rolle von Medien und Journalist*innen ein, die in der derzeitigen Situation nicht immer nur eine rühmliche ist. Seiner Meinung nach trügen Medien einen großen Teil dazu bei, dass in Deutschland „Grundprinzipien der Wissenschaftsleugnung“ zu erkennen seien. (Denkt in den Redaktionen eigentlich noch jemand nach, wenn dort „Stramme Notbremse verhindert“ in die Dachzeile geschrieben wird?). Ich fand es einigermaßen erstaunlich, dass ein Virologe im Podcast die PLURV-Strategien zur Desinformation erläutert.

    Nun ist das vor allem Drostens Eindruck, doch dieser hat natürlich eine Berechtigung, wenn man sich die unterschiedlichen Strategien einmal genauer anschaut und einordnet, wie anfällig Journalist*innen für diese Form von Einflussnahme sind. (Was (Krisen-)Kommunikatoren natürlich auch in allen möglichen Kontexten nutzen). Aber der Reihe nach und Buchstabe für Buchstabe in PLURV erklärt:

    P steht für Pseudoexperten: Eine unqualifizierte Person wird als Experte hinzugezogen.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Um den Vorwurf der einseitigen Berichterstattung vorzubeugen, sollen möglichst alle Seiten eines Problems dargestellt werden und viele Perspektiven gezeigt werden. Problematisch wenn Minderheits- bzw. nicht wissenschaftlich gestützte Meinungen hier auf gleicher Höhe präsentiert werden. Das ist umso verlockender, weil steile Thesen häufig überraschender sind und im Online- und Social-Media-Zeitalter so leichter Aufmerksamkeit bringen.

    L steht für Logikfehler: Argumente sind bei näherer Betrachtung unlogisch.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Einfache Worte, verständliche Argumente, Zuspitzung das wollen die Leser*innen, Zuhörer- und Zuschauer*innen – das kann zu Lasten der Korrektheit gehen. Personalisierung ist ein gern verwendetes Mittel, um komplexe Sachverhalte darzustellen (Gefahr der Ad-Hominem-Argumentation), Analogien können irreführend sein, mehrdeutige Begriffe können anders interpretiert werden.

    U steht für unerfüllbare Erwartungen: zum Beispiel an die Wissenschaft.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Ein aktuelles und vor allem relevantes Thema bringt Aufmerksamkeit, Klicks, Traffic, Abos, also braucht es immer wieder neue Drehs, Wendungen, Argumente. Wissenschaftler*innen können im Fall der Corona-Pandemie nur gebetsmühlenartig wiederholen, was die geeignete Maßnahmen sind. Doch der immer gleiche Hinweis auf AHA-Regeln und Co. bringt ebendiese Aufmerksamkeit nicht.

    R steht für Rosinenpickerei: Informationen werden bewusst lückenhaft ausgewählt, so dass sie die eigene Position zu stützen scheinen.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Auch hier kommen wirtschaftliche Interessen zum Tragen – verkürzt: je besser die Geschichte, desto mehr Aufmerksamkeit, desto mehr Umsatz.

    V steht für Verschwörungsmythen: Geheimbünde, Komplotte, abstruse Zusammenhänge werden konstruiert.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Im Kampf um Aufmerksamkeit werden immer wieder neue Drehs, neue Aspekte gesucht – Hauptsache die Story stimmt. Zudem: In vielen Redaktionen gilt das Credo bei Geschichten um eine Person: Auch keine Reaktion ist eine Reaktion. Menschen, die hier nicht so erfahren im Umgang mit Medien sind, können hier ganz schnell in Ecken gestellt werden, in die sie ganz und gar nicht reingehören.

    Warum ich das aufschreibe? Weil ich hoffe, dass sich Journalist*innen gerade jetzt ihrer Verantwortung bewusst sind, auch wenn sie monetäre Interessen verfolgen.

    Grafik kennst du, oder?

    Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.

    Vier null, Medium oder Das Ding mit der eigenen Plattform

    Zwei Nachrichten haben mich in dieser Woche besonders beschäftigt, also abseits des Auftritts der Bundeskanzlerin bei Anne Will und all den anderen Corona-bedingten Meldungen oder dem querstehenden Schiff im Suez-Kanal. Die erste: Es tut sich was in Düsseldorf, der Stadt, in der ich seit mittlerweile 17 Jahren lebe. Also journalistisch. Denn vier Männer (Ja, ich hab mich auch schon gefragt, warum hier nicht wenigstens eine Frau dabei sein kann) wollen ab Mai der lokalen Medienlandschaft Konkurrenz machen.

    Zwar gibt es schon den einen oder anderen Konkurrenten für die Rheinische Post, Westdeutsche Zeitung und Co., allerdings verfügt keines der bisherigen Projekte über so gut vernetzte Lokal-Journalisten. Christian Herrendorf und Hans Onkelbach, beide lange Jahre Lokalchefs, tun sich mit dem Fotografen Andreas Endermann und dem Werber Boris Bartels zu Viernull zusammen und sammeln derzeit bei Startnext für ihr Crowdfunding. Der Plan: eigene Plattform, tägliches Videoformat plus Newsletter. Ich bin sehr optimistisch, dass sie das Geld für den Start zusammenbekommen und bin gespannt, was sie draus machen. Es scheint derzeit eine gute Zeit zu sein, ein solches Projekt zu gründen – in Düsseldorf aber sicherlich auch anderswo.

    Und das hat auch ein bisschen mit der zweiten Nachricht zu tun, über die ich in diesen Tagen eine Weile nachgedacht habe: Denn der Versuch des Twitter-Gründers Evan Williams die Blogging-Plattform Medium zu einer Plattform für bezahlten Journalismus umzubauen, ist gescheitert. Medium will kein Medienunternehmen mehr sein, Williams kein Verleger. Warum ich darüber nachgedacht habe? Weil gerade große Tech-Player wie Facebook, Revue, Substack und Co. Content Creator*innen und Journalist*innen für sich gewinnen wollen. Hier liegt natürlich Chance und Gefahr zu gleich: Schnelles Wachstum mit Hilfe der Plattformen und gleichzeitig die große Abhängigkeit.

    Mein Tipp für alle Medienmacher*innen, egal wo: Nutze die Chancen der Netzwerke, aber vergesse nicht, auch im Digitalen direkte Beziehungen aufzubauen – ob mit einer Website, einem Newsletter oder anderen Instrumenten.

    Und solltest du gerade ohnehin drüber nachdenken, einen eigenen Newsletter zu starten, dann empfehle ich dir die Teilnahme an meinem Seminar am 23. April – wenige Plätze sind noch frei.

    (Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Quelle: Internet – oder: Wie medienkompetent bist du?

    Wie gut können Menschen selber einschätzen, ob ein Post bei Facebook von einer vertrauenswürdigen Quelle kommt? Wie gut können sie unterscheiden, ob sie es mit einer Nachricht. einem Kommentar oder gar Werbung zu tun haben? Diese und weitere Fragen zur Medien- und Nachrichtenkompetenz hat die „Stiftung Neue Verantwortung“ mit Hilfe eines dafür konzipierten Tests untersucht und ist zu erstaunlichen und durchaus beunruhigenden Ergebnissen gekommen (Den Test kannst du hier übrigens selbst mal machen – schreib mal in die Kommentare, was bei dir herausgekommen ist!):

  • Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden hält ein Advertorial für eine Information und gerade einmal 7 Prozent erkennen den Hinweis „Advertorial“ als Werbekennzeichnung auf einem Nachrichtenportal.
  • Ein Drittel hält einen Kommentar für eine tatsachenorientierte Berichterstattung.
  • Immerhin 35 Prozent erkennen nicht, dass ein Geschäftsführer eines Flugreiseportals bei seiner Berichterstattung über Flugreisen evtl. einen Interessenkonflikt haben könnte.
  • Nur 50 Prozent der Befragten weiß, dass Nachrichten über einen Bundesminister ohne die Genehmigung des Ministeriums veröffentlicht werden dürfen.
  • Nur die Hälfte der Befragten weiß, dass Bundestagsabgeordnete nicht darüber entscheiden, worüber der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtet.
  • Bei 46 Prozent derjenigen, die den Test gemacht haben, liegt die digitale Nachrichten- und Informationskompetenz im (sehr) geringen Bereich – wobei Jüngere tendenziell kompetenter sind als Ältere, auch die politische Grundhaltung ist hier ein entscheidender Faktor: Die besten Ergebnisse erzielen FDP- und Grünen-Anhänger*innen, die schlechtesten AfD-Sympathisanten.
  • Liest man das alles, bleibt auch für die Studienmacher*innen nur ein Fazit: Es gibt viel zu tun. Drei Punkte werden hier vor allem genannt: eine bessere digitale Schul- und Erwachsenenbildung (oh well), mehr Transparenz im Journalismus (und mehr transparenten Journalismus) sowie bessere Plattformarchitekturen und klarere Kennzeichnungen.

    Doch ein paar Fragen bleiben noch unbeantwortet und auch ich habe da derzeit noch keine befriedigenden Antworten gefunden: Wie erreiche ich die Erwachsenen und vor allem die Älteren (noch)? Und wie vermittle ich, dass Kompetenzen fehlen bzw. Defizite vorliegen und dass es ein Gewinn wäre, diese Lücken zu schließen? Gutes Storytelling ist hier sicherlich hilfreich und ein solcher Test ist wohl keine schlechte Idee. Besser wäre es, direkt im Anschluss Angebote zu erhalten, die eigenen Kompetenzen zu verbessern.

    Also: Wer hat Interesse, seine Medienkompetenz zu verbessern? Ich helfe gern – einfach Mail schreiben! :)

    (Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Die Nominierten für die Goldenen Blogger 2021 oder Kommt, lasst uns schöne Dinge angucken

    „Kommt, lasst uns schöne Dinge angucken“, diesen Satz schrieb eine ehemalige Kollegin von mir am Montagabend auf Twitter und sprach damit genau meine Gefühlslage an, wenn ich an die kurzen Nächte der vergangenen Wochen dachte. Denn obwohl es natürlich jedes Mal ein Riesending ist, rund 2000 Vorschläge zu sichten, sind es doch oft schöne Dinge, die Daniel, Thomas, Feli und ich da zu Gesicht bekommen haben.

    Wer werden die Goldenen Blogger 2021? Diese Frage wird am 26. April 2021 entschieden – diesmal zwar nicht per Gala und ausgiebiger After-Show-Party in Berlin, sondern per virtuellem Pre-Dinner und Gala aus Bonn. (Hier kannst du dich schon mal für die Gala anmelden!)

    In 16 Kategorien werden in diesem Jahr die Preise verliehen, plus zwei Sonderpreisen an das NDR Coronavirus-Update und die Wissenschaftsjournalistin Mai Ngyuen-Kim für ihren Youtube-Kanal „Mailab“. Die Pressemitteilung zitiert mich wie folgt: Wer wollte, war in Deutschland über die Pandemie so gut informiert wie in keinem anderen Land. Das verdanken wir diesen beiden herausragenden Formaten.
    Und wie in jedem Jahr gab es beim Sichten der unterschiedlichen Projekte viel zu entdecken – das ist wirklich jedes Mal das allerschönste und wenn hier irgendwer nochmal behauptet, dass Blogs tot sind, der hat wirklich keine Ahnung.

    Hier ein paar Gedanken zu der diesjährigen Shortlist.

    Neue Kategorien

    In jedem Jahr machen wir uns viele Gedanken, welche Kategorien wir vorgeben wollen und schmeißen diese meistens dann doch nochmal um. Denn mit den Kategorien wollen wir jedes Jahr auch bestimmte Trends abbilden – die das Jahr geprägt haben. Lockdown-Tröster ist beispielsweise so eine Kategorie. Und beim Sichten der vielen Vorschläge entdecken wir alle dann immer noch weitere Trends: Comedy war so einer in diesem Jahr, Politik haben wir so wiederentdeckt. Ein paar Klassiker sind aber in jedem Jahr dabei: Newcomer*in, Einzelbeitrag und Blogger*in des Jahres.

    Wissenschaft wird auf populären Kanälen sichtbar

    Deshalb gibt es in diesem Jahr eine eigene Rubrik dafür, unter den Nominierten der „Blogger*in des Jahres“ befindet sich der renommierte Wissenschaftsjournalist Lars Fischer. So viel Wissenschaft war wirklich noch nie. Und wie toll lässt sich eigentlich die Schönheit von Mathematik vermitteln?

    Medizin und Pflege ebenfalls

    Wir haben so viele – auch neue – kreative Projekte in diesem Bereich angeschaut. Und auch wenn es nicht viele auf die Shortlist geschafft haben, hier tut sich gerade wirklich viel und das vor allem auf tiktok. Sanitäter auf tiktok – noch so ein Hype.

    Trend Berufsbotschafter

    Beinahe den größten Spaß hatte ich beim Sichten der Vorschläge in dieser Kategorie – und das lag vor allem daran, dass ich hier viele Projekte neu entdecken konnte (Das Bocholter Landschwein!). Und auch hier überrascht es nicht, dass zwei der nominierten Projekte auf tiktok beheimatet sind. Und DB Cargo auf Twitter passt hier auch irgendwie ein bisschen dazu.

    Politik wird endlich auch für jüngere Zielgruppen toll erzählt

    Die Journalistin und Moderatorin Eva Schulz war hier mit „Deutschland3000“ eine der Pionierinnen, aber auch hier gibt es auf vielen Plattformen tolle neue Projekte, die zeigen: Politik kann verständlich und konstruktiv vermittelt werden!

    Podcasts helfen uns durch diese schwierige Zeit

    In diesem Jahr sind in vielen der Kategorien wahnsinnig tolle Podcast-Projekte nominiert und ich behaupte einfach mal: so viele wie noch nie zuvor. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch das ein Corona-Phänomen ist. Von Max-Jacob Ost, über Rice&Shine, Geschichten aus der Geschichte, Apokalypse&Filterkaffee, die Realitäter*innen , das Discovery Panel oder Hazel Brugger.

    Es gibt mittlerweile so viele tolle und kreative tiktok-Kanäle

    Ja, sagte ich schon, aber irgendwie muss ich jetzt doch nochmal loswerden, Fan von Iris Gavric und Matthias Renger zu sein. Und von Vica Reich und Elisa Valerie sowieso. Und den anderen auch. Herrjeh.

    Die Preise werden wie in jedem Jahr per Online-Voting und unserer Goldenen Blogger Akademie vergeben, die aus den Gewinner*innen der vergangenen Jahre bestehen. Sprich: Du kannst entscheiden, wer das Ding nach Hause bekommen soll.

    Nicht zu vergessen: Es gibt ein paar Unternehmen, die uns dabei helfen, auch in diesem Jahr für alle Nominierte einen besonderen Abend zu gestalten: Deutsche Post DHL, Xing, Mumm – und in den nächsten Tagen gibt es hier bestimmt noch ein Update.

    Du willst die gesamte Shortlist sehen? Dann empfehle ich dir unsere Webseite.

    Wie digital ist Deutschland oder wer nutzt eigentlich noch ein Fax-Gerät?

    Quelle: D21-Digital-Index 2020 / 2021

    Wie digital ist Deutschland? Diese Frage untersucht einmal im Jahr die Initiative D21 mit Hilfe des Digital-Index und in diesem Jahr ist das besonders spannend, weil das Corona-Jahr in vielen Bereichen einen Digitalisierungsschub mitgebracht haben sollte. Viele arbeiten viel digitaler als vorher, wir könnten die Zeit dafür genutzt haben, uns mehr digitale Kompetenzen zugelegt zu haben und eigentlich sollte auch viel digitaler gelernt werden (hust). Und wie sieht es in der Realität aus? Ich habe mir den Report mal durchgelesen, nicht nur für dich, sondern auch, weil ich es wichtig finde, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie digital wir wirklich sind, welche Kompetenzen wir haben und wo es hakt, um gute digitale Produkte zu schaffen – einfach zu bedienende Apps, geringe Hürden beim digitalen Bezahlen, aber auch gut konzipierte Facebook-, Twitteraccounts oder Newsletter. Hier die für mich spannendsten Punkte.

    1. Wer im Internet unterwegs ist, wird auch mobil online sein, denn die mobile Internetnutzung nähert sich dem Niveau der allgemeinen Internetnutzung. Immer noch nutzen mehr Männer als Frauen das Internet. Je höher die formale Bildung, desto geringer ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern. Spannend finde ich auch den Blick auf die typische Offliner*in: 69 Jahre alt, zu 69 Prozent niedrig gebildet und zu 63 Prozent weiblich.

    2. Was machen die Deutschen im Internet? Instant-Messengerdienste sind die beliebteste Anwendung gefolgt von Online-Shopping, Dienstleistungen online bestellen oder buchen, Online bezahlen und Office-Programme. Erst auf Platz 6 folgen Streamingdienste.

    3. 78 Prozent der Deutschen nutzen soziale Medien. Die beliebtesten Netzwerke sind Whatsapp (nutzen 72 Prozent), Youtube (48 Prozent), Facebook (46 Prozent), Instagram (25 Prozent), Twitter (9 Prozent), Snapchat (8 Prozent), Pinterest (7 Prozent), Xing (6 Prozent) und Linkedin sowie Tiktok (je 4 Prozent).

    4. Keine Frage: Viele haben im vergangenen Jahr neue Kompetenzen erlernt – und das vor allem informell. Das heißt durch Eigeninitiative, hauptsächlich aber durch Ausprobieren und Austausch mit anderen.

    5. Die Deutschen sind dem Internet gegenüber offen eingestellt: 74 Prozent sagen, dass man ohne Grundkenntnisse der Digitalisierung heutzutage kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe. Immerhin 56 Prozent glauben, dass sie persönlich insgesamt von der Digitalisierung profitieren. Und 51 Prozent sagen, dass sie daran interessiert sind, ihr Wissen im Bereich Computer, Internet und digitale Themen auszubauen. Spannend auch: Nur 26 Prozent sagen, dass sie in Zukunft öfter bewusst offline sein möchten.

    Zum Schluss noch ein Funfact aus der Studie: Zum ersten Mal wurde auch abgefragt, wer ein Fax-Gerät nutze und immerhin: Es erreicht mit 20 Prozent eine höhere Nutzungsquote als das einfache Handy.

    (Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)