Neues aus der Hof-Schule – Tag 22

Die Laune ist heute bei allen Beteiligten nicht die beste. Der große Sohn hat keine Lust auf die Aufgaben und jammert dementsprechend. Der kleine Sohn hat keine Lust auf Vorschulblöcke und kommt aus diesem Grund alle zehn Minuten und präsentiert seine halbherzig gelösten Aufgaben. Meine Nerven liegen blank, weil ich nicht dazu komme, die wenigen Gedanken, die ich mir für den Vormittag vorgenommen habe, zu durchdenken. Wir gehen uns also alle ein wenig auf die Nerven, irgendwann macht jeder seinem Ärger Luft und dann geht es weiter im Programm. Die Aufgaben sind alle doch schneller als gedacht gelöst, so dass der geplante Call mit dem besten Freund dann doch stattfinden kann. Es geht heute um rote Panda und danach tauschen und sortieren sie Fußball- und Ninjago-Karten. Ich nutze die verbleibende Zeit für die geplanten Gedanken, telefoniere, schreibe E-Mails und freue mich auf den Nachmittag.

Mittagessen: Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Brokkoli. Den Brokkoli durfte ich alleine essen.

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13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
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Neues aus der Hof-Schule – Tag 21

Ich habe das Gefühl, der Montag ist ein besonderer Tag. Die Kinder kommen schwerer aus den Betten, irgendwie steckt allen das Wochenende noch in den Beinen, obwohl da ja nichts Besonderes passiert ist bis auf den zunehmenden Lagerkoller, den jeden im Laufe des Wochenendes mal erwischt.

Der Tag startet mit dem Morgenkreis, in dem wir jetzt seit ein paar Tagen in die Hof-Schule starten. Wir singen, erinnern uns an das Datum, erzählen uns, was wir so vorhaben und dann geht’s los. Der große Sohn kümmert sich um seine Aufgaben, der kleine sucht sich ein paar Ausmalbilder und seinen Vorschulblock. Um 10 Uhr beginnt die Schalte zum gemeinsamen „Anna-und-die-wilden-Tiere“-Gucken, wobei es diesmal um Haustiere geht und mir der Sohn dann später die Vorzüge eines Axolotls als Haustier aufzählt. Wir planen die morgige Schalte, die verschoben werden muss, da nun auch Geschwisterkinder Videokonferenzen haben.

Zu den wöchentlichen Aufgaben sind in dieser Woche Challenges hinzugekommen – heutiges Programm: Wie viele Nudeln sind in diesem Glas?

Ansonsten habe ich Fragen: Müssen wir den Challenges-Zettel zurückschicken? Ist überhaupt eine Rückmeldung gewünscht? Warum haben wir auch eine Aufgabe für den 1. Mai erhalten? Sollen wir uns eine Mai-Nelke besorgen? Und am allerwichtigsten: Wie lange noch?

Zum Mittag gibt es auf Beschluss der Kinder Milchreis und seit 14 Uhr kümmere ich mich nun exklusiv um meine Kunden.

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 20

Für den Drittklässler gibt es heute viele Aufgaben, vor allem Mathe ist zeitintensiv und nervenaufreibend. Als Eltern stößt man didaktisch-pädagogisch dann doch immer wieder an Grenzen. Der Vorschüler hat derweil Spaß beim Abarbeiten des Rabe-Socke-Blocks.

Die beiden Highlights des Tages sind für den Drittklässler zwei Zoom-Konferenzen. Zum ersten Mal seit den Schulschließungen sieht er große Teile seiner Klasse wieder, hat die Klassenlehrerin einberufen. Die Kinder erzählen sich, wie es ihnen geht, ob es Probleme bei den Aufgaben gibt und wie es nach Corona weitergehen kann.

Später dann die zweite Konferenz – mit der Schul-AG „Jungsgruppe“. Der Betreuer lässt sich ganz coole Dinge einfallen, zum Beispiel ein Quiz und ein „Ich packe meinen Koffer“-Spiel via Zoom.

Wochenende.

Autor: Der Mann

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Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 19

Heute bin ich mal wieder „Leiter“ der Hof-Schule. In der ersten Stunde bearbeiten die beiden Jungs mit relativ hoher Konzentration Aufgaben. Der Drittklässler seinen Homeschooling-Plan der Klassenlehrerin, der Vorschüler ein paar Blätter aus dem „Rabe Socke“-Vorschulblock. Er übt Buchstaben und Zahlen, löst kleine Rätsel, zählt, malt.

Bei „Anna und die wilden Tiere“ – der Drittklässler und sein bester Freund suchen sich mittlerweile gar keine anderen Themen mehr – geht es heute um Flusspferde, nach der Videokonferenz durften die Jungs noch eine Folge schauen.

Für die Stunde von 11 bis 12 drucke ich dem Drittklässler noch ein paar alte Aufgaben vom „Känguru der Mathematik“ aus. Er nimmt in diesem Jahr an dem Wettbewerb teil, über das Netz versteht sich. Ziemlich blöd: Das Zeitfenster seiner Schule für den Test in der App ist am Sonntag. Klar: Wir haben ja nach fünf Tagen Hofschule nichts Besseres zu tun, als auch am Sonntag noch Matheaufgaben zu lösen.

Autor: der Mann

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Sind die Menschen im Grunde gut?

Derzeit könnte man den Eindruck haben, dass die Welt auf Twitter besonders aufgeregt ist, alle sich ungerecht behandelt fühlen und der Weltuntergang kurz bevor steht. Selbst Menschen und Institutionen, die ich in der Vergangenheit für Sachverstand, Unaufgeregtheit und kluge Meinungen geschätzt habe, scheinen ihre bisherige Mission einer kleinen Überprüfung zu unterziehen. Kein Wunder könnte man meinen.

Wie wohltuend da im Vergleich doch das Buch ist, das ich gerade höre, ja, richtig gelesen, ich höre es. Es heißt „Im Grunde gut“, wurde von dem niederländischen Historiker und Journalisten Rutger Bregman geschrieben und versucht mir nun seit rund 160 Kapiteln (Spotify-Kapitel!) klar zu machen, dass wir Menschen gar nicht mal so schlecht sind, im Grunde sogar ganz gut.

Gerade in Katastrophen bricht laut Bregman das Beste in uns Menschen heraus. In großen Katastrophen sind Menschen nicht in Panik ausgebrochen, sondern haben einander geholfen, sei es bei Bombenangriffen, Überschwemmungen oder eben auch jetzt in der Corona-Krise. Auf jeden Hamsterkäufer kämen „1000 Krankenschwestern, die jetzt den Kopf hinhalten“, so Bregman in einem Interview.

Der Weg zur Hölle sei mit guten Absichten gepflastert, so Bregman. Der Mensch habe sich nur durchgesetzt, weil wir besonders freundlich sind, empathisch. Bregman kritisiert die Rolle der Medien, plädiert dafür unser Menschenbild zu revidieren: in ein realistisches, hoffnungsvolles. Das mag auf den ersten Blick naiv wirken, ist es aber nicht, weil er durchaus auch die Schattenseiten beleuchtet. Menschen können grausam sein, voller Hass, rassistisch – aber im Grunde eben auch nicht.

Es tut gut, dieses Buch gerade zu hören, obwohl ich schon mehrfach bereute, mir keine Passagen anstreichen zu können (Buy local und bitte nur zur Not bei Amazon). Wie Bregman psychologische Studien wie das Stanford-Experiment oder die Forschungen über die Osterinsel auseinander nimmt – es ist beeindruckend was für ein guter Geschichtenerzähler er ist. Wie er immer wieder anregt, die Perspektive zu wechseln. Es gibt viele Thesen in diesem Buch, die nachhallen und über die ich in den nächsten Wochen noch viel nachdenken werde: Management sei Schwachsinn, man muss die Menschen ihren Job machen lassen, ist eine davon. Eine andere: Nachrichten sind für den Verstand das, was Zucker für den Körper ist.

Rutger Bregman – Im Grunde gut (Buy local! und nur zur Not oder bei Amazon) und bei Spotify

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Neues aus der Hof-Schule – so lief Tag 18

Um 9.45 Uhr teilt mir der große Sohn mit, dass er das vorgegebene Arbeitspensum für den heutigen Tag bereits abgearbeitet habe. Mathe, Deutsch und Englisch – alles fertig. Ich reiße mich zusammen, damit meine Gesichtszüge nicht zu sehr entgleiten. Er nutzt die freie Zeit, um schon mal rauszusuchen, welche Folge „Anna und die wilden Tiere“ heute mit dem besten Freund geschaut werden soll.

Da ich nach der Session noch in der Telefonkonferenz hänge, nicke ich ab, dass sie sich noch eine Folge „Was machen die Dein-Song-Finalisten eigentlich in der Quarantäne“ anschauen können. Der kleine Sohn hat heute keine Lust auf Malen und Vorschulblöcke und hat sich was zu spielen mitgebracht, während der große Sohn noch ein paar Aufgaben in der Anton-App löst. Freiwillig wohlgemerkt.

Ich zücke mein Handy, denn in der Kita-Whatsapp-Gruppe war gestern noch ein Mitmach-Video eingetrudelt. Die Tochter der einen Erzieherin erklärt, wie man flechtet. Und so flechten die Jungs fleißig, bevor wir um kurz nach 12 die Hof-Schule verlassen.

Durch den plötzlichen Shutdown vor nunmehr fünf Wochen liegen hier zwei Freundebücher rum, in die die Jungs reingeschrieben haben. Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Weg, diese zurückzubringen. „Seid ihr zuhause?“, frage ich trotzdem überall nochmal nach, was alle bejahen. Wohin sollen sie auch sonst mit den Kids im Home-Office. Bücherübergabe funktioniert, der eigentlich dringend notwendige Schuhkauf entfällt, weil es nun notwendig ist, einen Termin mit dem Schuhladen zu vereinbaren. Das geht ganz praktisch über die Webseite aber nicht im Laden selbst. Und berufliche Telefonate kann man ja auch wunderbar beim Spazierengehen durchführen. Aber ich muss wohl nicht erwähnen, dass das heute noch ein langer Abend wird, denn Konzepte aufschreiben, Antworten auf Mails durchdenken, Texte formulieren – das geht leider noch nicht so gut von unterwegs.

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 16 und 17

Nach zwei Wochen Ferien brauchen wir ein bisschen, um wieder in den Flow zu kommen. Das liegt auch daran, dass der Montag davon unterbrochen wird, die übrigen Schulhefte vom Schulhof abzuholen. Dort liegen sie nämlich in praktischen Häufchen für jeden Schüler drapiert. Aus der Ferne winkt die Klassenlehrerin. Als kleinen Gruß gibt es für jedes Kind eine kleine Packung Smarties – jedes hat aufgrund seiner Farbe eine andere Bedeutung.

Wir behalten ein paar Routinen: Unterrichtsbeginn ist um 9 Uhr, alles andere würde Stress bedeuten und darauf haben wir keine Lust. Um 10 Uhr findet auch weiterhin die Schalte zu dem besten Freund statt: Nach sehr kurzem Small Talk entscheiden sie sich für einen kleinen Film, den sie zusammen schauen und danach besprechen. Die jeweiligen Geschwister sind mit am Start. Nicht im Arbeitspaket enthalten aber dennoch im Einsatz: Ausmalbücher und Anton-App. Gegen 13 Uhr schließt die Hof-Schule für die Zubereitung des Mittagessens.

Was mir an diesen beiden Tagen bewusst geworden ist? Vor den Osterferien hatte ich das Gefühl, hier nur eine kurze Phase überbrücken zu müssen. Seit gestern ist mir klar: Das hier könnte der Normalzustand für viele Monate werden. Ich muss mich davon verabschieden, zu hoffen, dass die Kinder in dieser Zeit alleine laufen – von Seiten der Schule geht man offenbar jetzt davon aus, dass wir nun auch den pädagogischen Part der Inhaltsvermittlung übernehmen. Das nervt mich einerseits, andererseits habe ich keine Lust mehr mich darüber zu ärgern, denn es kostet Kraft, Kraft, die ich lieber für andere Dinge verwenden möchte. (So abgeklärt bin ich aber auch erst, seitdem ich heute nen schnelle Jogging-Runde absolviert habe.) Also erkläre ich, frage Vokabeln ab und freue mich auf meine Arbeitszeit, in der der Mann die Kinder übernimmt und ich am Stück konzentriert Dinge wegarbeiten kann. Und irgendwie muss ich mir noch ein paar neue Dinge einfallen lassen, die das Vorschulkind auslasten. Der hat nämlich gerade keine Lust mehr auf die bisher bewährten Vorschulblöcke.

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Ferien in der Hof-Schule

Als es vor fünf Wochen losging mit dem ganzen Corona-Wahnsinn, da dachte ich noch: Jo, fünf Wochen bekommen wir das ganze schon hin. Haben die Hof-Schule erfunden, Struktur in die Tage gebracht und das alles in der nicht ganz so einfachen Kombination aus Vorschulkind und Drittklässler und zwei voll berufstätigen Eltern hinbekommen. In den vergangenen zwei Wochen Osterpause war das dann ein wenig anders: länger schlafen, weniger Struktur am Vormittag, um den Kindern ein Gefühl von Ferien zu vermitteln, die wir eigentlich zum Großteil bei den Großeltern verbracht hätten. So wurde das Ostereier-Suchen in die Wohnung verlegt, viel spazieren gegangen. Was man halt so macht.

Und nun? Die leise Hoffnung, dass die Kinder bald wieder mit Gleichaltrigen Zeit verbringen können, ist zumindest bei mir erloschen. Bis zum Ende des Schuljahres sind noch ein bisschen mehr als zwei Monate. Ich versuche mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass diese Hof-Schule mindestens bis zum Sommer nun zu einem Dauerzustand werden wird: Wenn in der Grundschule noch einmal Kinder beschult werden, dann wohl nur die Viertklässler, ich befürchte, dass allein das schon für viele Einrichtung eine große Herausforderung ist.

Noch düsterer sind meine Gedanken, wenn ich an die Kita denke: Da gibt es ja bisher noch nicht mal einen Plan für eine schrittweise Wiedereröffnung, obwohl das Leopoldina-Expertengremium dazu geraten hatte. Wird es für den Sohn vor Schuleintritt noch eine Art Abschied geben?

Und so starten wir also am Montag in die zweite Phase der Hof-Schule. Am Wochenende werden wir vermutlich wieder ein Arbeitspaket zusammengestellt bekommen, mit vielen PDFs zum Ausdrucken, die das Schulkind dann bearbeiten kann. Dazu Anton-App, Antolin und Bildungsfernsehen. Selbst zusammengeklöppelt und in der Hoffnung, dass wir unserer Arbeit trotzdem gerecht werden können.

Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 15

Der letzte Hof-Schulen-Tag vor den Osterferien hat dem Drittklässler nochmal ein paar Mathe-Aufgaben gebracht. Geometrie steht auf dem
Programm. Danach in der Video-Schalte mit dem besten Freund ein Thema, das sich der Vorschüler gewünscht hat: Insekten essen. Die Jungs schauen eine „pur+“-Doku und beschließen dann zusammen, doch mal so eine Grille oder sowas zu probieren. Ich bin gespannt, ob sie das so sehen, wenn sie wirklich vor ihnen auf dem Tisch liegt. Hat jemand Tipps, wo man in Corona-Zeiten ein paar gegrillte Grillen oder Ähnliches kaufen kann?

Der Drittklässler entspannt sich seit einigen Tagen verstärkt mit dem Ausmalen von „Harry Potter“-Ausmalbildern. Das darf er dann für den Rest des Vormittags. Der Vorschüler bekommt ein „Cars“-Ausmalbild und bastelt eine Voldemort-Maske. Am Nachmittag schließlich: Fußballtraining im Wohnzimmer, Turnübungen von der Turnkursleiterin und den Kita-Erzieherinnen – alles per Video bekommen. Toll.

Autor: Der Mann, während ich seit 9 Uhr ein Webinar gebe.

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Neues aus der Hof-Schule – so war Tag 14

Je länger diese Zeit hier abläuft, desto weniger motiviert bin ich. Die Kids freuen sich aber jeden Morgen, pünktlich um 9 Uhr die Hof-Schule zu eröffnen. Ich deute es mal als Beweis dafür, wie wichtig Routinen für Kinder sind.

Der große Sohn lässt sich überzeugen, heute eine Personenbeschreibung von Harry Potter zu verfassen. Der kleine Sohn entscheidet sich für Malen nach Zahlen. Später lernen wir alle, wie Delfine pupsen – Anna und die wilden Tiere sei dank. Sowieso weiß ich derzeit mehr denn je Kika zu schätzen. Wie viele gute Sendungen es gibt, die den gleichzeitig was beibringen, Wahnsinn.

Zum Mittag gibt es heute schnelle Küche: Pommes und Nuggets von der Pommesbude. Muss auch mal sein.

Am Nachmittag darf ich arbeiten und entdecke, dass Zoom keinen Green-Filter hat, sondern einen Whitefilter. Lustig.

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