Oh nein!
Robert Gernhardt. Tot.
Robert Gernhardt. Tot.
Man glaubt es wirklich nicht, mit welchen Suchanfragen die Leute auf diese Seite kommen.
Miesepeterei seid ihr ja von mir gewohnt. Deshalb teile ich hier und jetzt auch mit, dass ich glaube, dass die deutsche Mannschaft morgen gegen die Argentinier verlieren werden. Nicht, dass ich es ihnen wünsche. Wirklich nicht. Aber diese Sicherheit, die da seit Tagen in den Medien verbreitet wird, diese Sicherheit, die teilweise schon wieder arrogant klingt, das kann doch eigentlich nur schief gehen. Aber vielleicht täusche ich mich auch und das alles ist nur ein Teil der psychologischen Einstimmung. Denkt, was ihr wollt, ich wollte es zumindest mal erwähnt haben.
(Ändert aber nichts daran, dass ich die Halbfinale allesamt aus dem Bauch heraus getippt habe. Laut Tippspiel werden also Deutschland, Italien, England und Frankreich weiterkommen. So, und nun schaun wir mal.)
Ich weiß, dass ich definitiv zu viel Fußball geschaut habe, wenn ich beim Lesen der Überschrift „Ein Bit ist ein Bit ist ein Bit“ an Bier denke.
Heute: Minolbar
Wo? Im Hafen. Wupperstraße. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine umgebaute Tankstelle.
Wie kann ich Fußball gucken? Super. Auf dem ehemaligen Gelände der Zapfsäulen ist – sogar überdacht – ein großer Fernseher aufgebaut. Davor stehen viele, viele Bänke mit Holztischen.
Was gibt’s außer Fußball? Allerlei Getränke wie Bier und so. Da wurde gegrillt. Ich hatte eine exzellente Kartoffel und einen Gambas-Spieß.
Wie war die Stimmung so? Super. Die meisten der Gäste litten mit den Mexikanern. Am Nebentisch wurden sogar noch schnell die Abseitsregeln erklärt. Leider umsonst.
Fazit: Sehr entspanntes Fußballgucken mit guter Sicht aufs Spiel und netter Gesellschaft.
Heute: Paul-Janes-Stadion
Wo? In Flingern. Hinter der Müllverbrennungsanlage.
Wie kann ich Fußball gucken? Aufm Rasen, auf den Rängen, die Leinwand ist eigentlich von überall zu sehen.
Was gibt’s außer Fußball? Allerlei Getränke, Eis, Gegrilltes, Pommes, Pizza. Nur peinlich, dass es nach der ersten Halbzeit kein Wasser, Cola und Co. mehr gab: Nur noch Pils oder Alt. Und das bei der Hitze.
Wie war die Stimmung so? Sehr gut. Ham ja auch gewonnen, die Deutschen. Schweden-Fans waren nur vereinzelt zu sehen. Sehr vereinzelt.
Fazit: Trotz Eintrittspreis in Höhe von 2,50 Euro kann man da hingehen. Gute Stimmung, keine Frage. Allerdings: Hohe Prolldichte, aber das gehört zum Fußball ja doch irgendwie dazu. Und dass es bereits nach 45 Minuten kein Wasser mehr gab, bei der Hitze…! (Aber da bin ich wohl schon wieder Miesepeter, ich weiß.)
Überall hängen diese Fahnen: an Fenstern, Autos. Manche haben sogar diese lustigen (Hahaha)-Hüte auf. Die Bilder sieht jeder, der sich dieser Tage auf den Straßen bewegt. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob mich diese Bilder befremden, ob ich mich mittlerweile an sie gewöhnt habe. Am wenigsten klar komme ich mit den Fähnchen, die zusätzlich noch den Bundesadler tragen.
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Warum überkommt mich dieses Gefühl nicht, wenn ich englische, brasilianische oder japanische Fahnen sehe? Warum geht dieses Umhertragen des Nationalstolzes in Ordnung? Warum ist es manchmal sogar lustig, die Jungs von Trinidad & Tobago mit ihren Indianerhüten zu sehen?
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In der vergangenen Woche hat einer der Spieler der deutschen Nationalmannschaft über das Gefühl geredet, das er empfindet, wenn er im Stadion die Nationalhymne singt. Zusammen mit all den Fans im Stadion. Dass es ein schönes Gefühl sei, daran erinnere ich mich. Dass es eben dazugehöre, wenn man für Deutschland spiele.
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Könnte dieses neue Nationalgefühl und diese Lockerheit im Umgang mit ihm nicht auch damit zusammenhängen, dass der Trainer die meiste Zeit im Jahr im Ausland verbringt? Wahrscheinlich wäre dies einem Rudi Völler oder Ottmar Hitzfeld niemals gelungen.
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Diese Lockerheit tut wohl nicht nur der Mannschaft ganz gut. (Nein, kein alberner Ruf nach einem Kanzler Klinsmann!)
Man könnte den täglich eintrudelnden E-Mail-Spam ja auch mal als Horoskop lesen. In der heutigen Ausgabe: „Just get a better job“. Aber ich denke, dass „The Russian Yellow Pages“ dabei wenig hilfreich sein werden.
Ende vergangener Woche wurde ich durch einen Artikel bei Alex eingeweiht: Was passiert, wenn man Mentos in eine Cola-Flasche wirft! Wer bei Youtube.com nach diesen Begriffen sucht, wird schnell fündig. Auch ich war begeistert, konnte den Mann meines Herzens aber noch nicht überzeugen, ein solches Experiment auch mal durchzuführen. In der „Euro am Sonntag“ (In Kooperation mit dem Wall Street Journal) von gestern kann man nun lesen, was Coca Cola und Mentos zu diesen Experimenten sagen.
Humorlos gibt sich Coke-Sprecherin Susan McDermott: „Wir wünschten uns, die Leute würden die Diet-Coke trinken, anstatt damit herumzuexperimentieren.“
„Wir sind hocherfreut“, wird hingegen Pete Healy, Marketing-Vizepräsident der US-Abteilung bei Mentos zitiert. Er schätze den Wert der kostenlosen Onlinewerbung auf „über zehn Millionen Dollar“.
Nicht schlecht, kann man nur sagen. Ich bin gespannt, womit die Welt demnächst experimentiert.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß die Freude war, als ich vorhin von einem meiner Kollegen die Eintrittskarte für das Spiel England gegen Schweden in der Hand hielt. Ich hüpfte und kreischte, so als ob David Beckham gerade ein Tor geschossen hatte, so ein schönes, ein Freistoß, ein langer Ball, der in der Luft die Richtung wechselt und dann oben rechts im Tor landet – unhaltbar für den Mann im Tor.
Na, jedenfalls wurde ich dann wach. Vom Rufen des Mannes, der seinen Hund Daisy nennt.