Südafrika (16)

Laborie

Letzter ganzer Tag hier in Südafrika. Der Plan: nochmal ein bisschen Weinörtchen und dann so langsam nach Kapstadt. Und der Plan geht auf. Als Weinörtchen steht diesmal Paarl auf dem Programm. Fairview, KWV, Laborie (in umgekehrter Reihenfolge). Mein Favorit: Fairview, weil ich hier auch mitprobiert habe. Und es neben Wein auch Käse gab. Sowieso ein sehr nettes Weingut. Wirkt ein bisschen wie ein guter Bauernhof, auf dem Weg zum Hauptgebäude geht der Besucher am Ziegenturm vorbei – einem Turm, der von einer Wendeltreppe umgeben ist und der die Herberge für die zwei Ziegen, die da leben, ist. Der Käse ist durchaus gut – mein Favorit war ein Ziegenkäse umhüllt von Pfeffer, der ganz gut zu dem Chardonnay passte, den ich gerade in meinem Glas hatte. Auch wenn der Chardonnay ein bisschen langweilig war. Ich mochte den Chenin Blanc viel lieber.

Ziegenturm

Das ist sowieso toll. Nach diesen drei Tagen Weingütern habe ich ein ganz gutes Gefühl für Wein entwickelt. Ich meine, Chardonnay zu erkennen und Pinot Noir, Shiraz ist ja ohnehin einfach, weil so dominant im Geruch und Geschmack. Und ich merke auch, dass mir dieses Weinprobieren, dran riechen und ein bisschen was über die jeweilige Traube, den Anbau und die Zubereiten zu erfahren, mir sehr viel Spaß macht.

Weil wir es an unseren ersten Tagen in Kapstadt nicht geschafft haben und es vielerorts empfohlen wurde, halten wir im Botanical Garden. Nur um nach einer guten halben Stunde wieder zu fahren. Ich guck mir die Abteilung „nützliche Pflanzen“ an und war dann noch an der Duftabteilung interessiert – leider wird die aber gerade erst neu gestaltet. Und Pflanzen sind leider nicht ganz so spannend wie Tiere. Sorry, ihr Blumen.

Pflanze

Um in die Stadt zu gelangen, fahren wir den Umweg über die R62 nach Houts Bay und dann entlang der Küste. Noch einmal kurvige Straßen entlang der Küste, noch einmal der Blick auf die Apostel, das Meer, die Strände. Ich will gar nicht weg.

Abendessen bei Bukhara, ein offenbar ziemlich hipper Inder, festgestellt, dass man hier eher so ab halb neun einkehrt. Lustigerweise treffe ich sogar jemanden, den ich kenne: eine ehemalige Kollegin aus Berlin, die hier nun auch ein bisschen Urlaub macht.

Nur noch einmal schlafen.

Südafrika (15)

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich vom Krähen eines Hahnes wachgeworden bin. Das erste Mal um sieben (!), dann so ungefähr im Halbstundentakt. Irgendwann hab ich es aufgegeben und zu meinem Buch gegriffen, dass ich mir gestern Abend in diesem kleinen Studentenbuchladen in Stellenbosch gekauft habe. Es heißt „Country of my Skull“ und ist von der Journalistin Antjie Krog geschrieben, die als Radiojournalistin in den 90er Jahren über die Arbeit der Truth and Reconciliation Commission berichtet hat. Harte Kost ehrlicherweise, aber ich wollte es ja genau wissen, was hier alles so abging.

Doch nach dem Frühstück geht es erst einmal zu den Weingütern. Erstes Ziel: Blaauwklippen. Nett gelegen, wie ja eigentlich alle Weingüter. Ich habe mich seit gestern auf das Weinriechen spezialisiert (I’m the driver!) und gebe jedes Mal alles, die niedergeschriebenen Gerüche (dunkle Schokolade, Melone, Minze) zu erschnüffeln. Klappt mittel bis gar nicht. Tollerweise gibt es dort aber auch was Essbares: Weinwurst. Interessant.

Ausblick

Danach geht es nach Zevenwacht. Dort ist es extrem touristisch, aber zumindest haben die auch was für mich zum Testen: Käse. Mein Favorit: ein zwölf Monate gereifter Cheddar. Würzig und zergeht auf der Zunge. Ansonsten ist Zevenwacht komisch. Sehr viele Leute, sehr – ach, irgendwie nicht so nach meinem Geschmack. Deshalb brechen wir wieder auf. Das nächste Ziel lautet: Tokara – nicht wegen des Weins, es wurde uns als gute Lunch-Möglichkeit empfohlen. Womit der Empfehler auch recht hatte. Wir bekommen einen Tisch auf der Terrasse mit Hammer-Blick auf den Wein und die Olivenbäume und in der Ferne der Tafelberg. Auch das Essen ist auch super – offenbar alles richtig gemacht.

Himbeersorbet

Neil Ellis Wine ist der vorletzte Stop an diesem Tag, ein Weingut, dass vor allem tolle Weißweine macht. Das Gut liegt auf dem Weg zu einem Jonkershoek Nature Reserve und am Fuße eines ziemlich imposanten Berges. Auf dem Gelände ist ein kleiner See, in der Mitte des Sees eine kleine künstliche Insel – ein perfekter Ort für ein Picknick oder andere romantische Tätigkeiten bei Sonnenschein. Der Wein haut den Mann nicht so um, aber er hat mittlerweile ein seeliges Lächeln im Gesicht, so dass ich mir nicht sichern bin, ob er wirklich noch Unterschiede schmeckt.

Neil Ellis

Auch wenn wir eigentlich genug Wein gesehen haben, will ich es jetzt wissen: Als wir Lovane erreichen, unsere Herberge, frage ich den Hausherrn nach einer Weinprobe. Er nimmt uns mit in seinen Weinkeller, er zeigt seine Fässer und Flaschen – er versucht sich gerade an Champagner. Der Wein ist gut und auf dem Weg zum Zimmer treffe ich den Hahn. Ein Zeichen, denke ich. Mal sehen, ob er mich morgen wieder weckt.

Südafrika (14)

Müllmänner

Von Montagu weitergefahren in die Weingebiete. Wenn ihr mal da in der Gegend seid, fahrt genauso: Auf der Route 62 raus aus Montagu. Nur kurz nach dem Ortsausgang gibt es richtig tolle Berge aus rotem Stein, die Straße führt direkt durch diesen Berg – der Hammer. (Und wenn ihr Glück habt, dann sehr ihr genau da auch noch ein paar Paviane, die gerade die Mülleimer auf dem davor liegenden Rastplatz durchwühlt haben.)

Der nächste Stop so ungefähr 80 Kilometer später ist Franschhoek, ein kleiner Weinort. Wir halten aber schon ein paar Kilometer früher am Weingut direkt an der R301: Boschendal. Ein sehr hübsches Anwesen im Grünen gelegen, hier soll unsere erste Weinprobe (also die des Beifahrers, ich bin ja Fahrer) stattfinden. Leider ist das gut ein bisschen langgezogen und aufgeteilt. Im linken Teil des Gutes gibt es Entertainment-Programm wie der Besuch des Haupthauses, Gift Shops und Restaurants, auf der rechten Seite gibt’s die Weinprobe. Offenbar soll man sich also wirklich auf das reine Probieren konzentrieren, zum Glück wird zumindest ein Glas Wasser gereicht, der Käse ist um kurz vor zwölf bereits aus. Der Probierwein ist leider nicht so dolle, alle Sorten haben eine unglaubliche Säure, was uns schon zu der Vermutung hinreißen lässt, dass hier nur Weine verkostet werden, die man im Supermarkt vielleicht nicht mehr losbekommt.

Haute Cabrière

Danach geht es weiter in Richtung Franschhoek, sehr nettes Örtchen, doch ich fahre den Berg hinauf zum Gut „Haute Cabrière“. Auch das hat einen Grund. Das Gut gehört nämlich Achim von Arnim, einem Deutschen, über den im Reiseführer steht, dass er bei der Weinführung gerne den Champagner ganz traditionell mit dem Säbel öffnet. Heute macht er das nicht mehr so häufig (nur noch jeden zweiten Samstag, so die junge Dame von der Kellerführung), dafür hat aber heute seine Frau dieses Schauspiel vorgeführt. Ich lerne ein bisschen was über die Zubereitung von Champagner, der hier ja nicht so heißen darf, aber trotzdem ganz ordentlich schmeckt. Für die Long-Tail-Leser, die hier sicherlich über eine der Suchmaschinen reinschneien: Bittebitte esst in dem angeschlossenen Restaurant. Es ist preislich echt ok und es schmeckt herausragend! Irgendwo stand auch, dass es sich bei dieser Location um eines der besten Restaurants Südafrikas handelt. Also reingehen und genießen.

Thunfisch

Die Nacht verbringen wir in der Nähe von Stellenbosch auf einem recht jungen Weingut „Lovane“. Es gibt hier Hunde und Hühner sowie Hähne, die in den Abendstunden gerne mal in den Bäumen verweilen. Verrückt, dieses Südafrika.

Südafrika (13)

Cango Caves

Die englische Besitzerin des Bed-and-Breakfasts in Wilderness macht ein tolles Frühstück und gibt sich viel Mühe das schlechte Wetter vergessen zu machen. Das ist eigentlich nicht schlimm, weil der heutige Tag ohnehin ein Autofahrtag wird. Erst geht es (mittlerweile regnet es nicht mehr) zu den Cango Caves. Mit die tollsten Tropfsteinhöhlen der Welt. Und riesig sind sie auch noch. Wir erhalten eine launige Führung durch die Höhlen, können tolle Fotos machen und schwitzen so langsam vor uns hin. Zwar ist es in den Höhlen relativ kühl, nur 19 Grad, aber die hohe Luftfeuchtigkeit macht das ganze ein bisschen anstrengend. Wir fahren weiter an unzähligen Straußenfarmen vorbei, treffen am Straßenrand auch ein paar Affen und irgendwann haben wir die Route 62 erreicht, die gerne mit der amerikanischen Route 66 verglichen wird. Ob sie ihr das Wasser reichen kann, kann ich nicht beantworten, es geht zumindest immer wieder ein paar Pässe hinauf, bergauf und -ab, an Feldern vorbei (auch an Ronnys Sex Shop, der gar keiner ist), bis wir irgendwann das verschlafene Montagu erreichen. Hier ist nicht viel, nur unzählige Pensionen, viele Häuser im victorianischen Stil und – weil Sonntag ist – nur wenigen Möglichkeiten der abendlichen Nahrungsaufnahme.

Route 62

Das geht dann doch alles gut und ich bin begeistert, dass es trotz allem schnelles Internet gibt.

Montagu

Südafrika (12)

Heute seit mehr als fünf Tagen mal kein Toilettenpapier mit kleinen Hunden drauf gehabt, sondern Wolken. Ich weiß noch nicht, ob das eine Bedeutung hat oder ob das einfach ein Zeichen ist, dass wir uns wieder Western Cape nähern.

Ansonsten lange Autofahrt und langen Strandspaziergang gehabt sowie tolles Essen: Prawn Curry Thai Style im ‚The Girls Restaurant‘ in Wilderness. Und viel über die politischen Verhältnisse hier nachgedacht. Immer wieder ein Wunder, wie friedlich letztendlich der Wandel weg von der Apartheid hier vollzogen wurde. Da hätte viel mehr in die Hose gehen können, andererseits gibt es natürlich noch viel zu tun. Eine große Herausforderung für die noch junge Republik, in der der ANC eine Zweidrittelmehrheit hat – wie es scheint auch aus Dankbarkeit. Mich wundert immer wieder, wie die Unterdrückung der Schwarzen und Coloreds so lange andauern konnte. Und da stehen noch einige große Projekte an, die die Stimmung kippen lassen könnten. Die meisten Grundstücke gehören noch immer den Weißen, die (zumindest mich) erschütternden Townships, die hohe Zahl der HIV-Infizierten, von denen man auf so einer Reise wenig mitbekommt (es sei denn, man wirft einen Blick in die Zeitung oder ins Fernsehen). Ich will noch mehr über all das wissen, vielleicht ergibt sich das ja noch. Und Bücher gibt es zum Glück ja auch noch.

Südafrika (11)

Ich bin hundemüde, aber bevor es ins Bett geht, will ich doch noch schnell aufschreiben, was an dem heutigen Tag alles toll war.

Zebras

1. Buch durchgelesen. Zwar schon gestern abend, aber dennoch erwähnenswert. „Juliet, naked“ von Nick Hornby. Irgendwie erklärt dieses Buch ganz gut, wie das Internet Nerdism fördert. Hat mich vieles an dieses Geblogge erinnert. Ach ja, gibt’s den Tucker Crowe eigentlich wirklich und wie ist die Musik von dem?

Elefanten

2. Im Addo Elephant Park gewesen. Ganz viele Schildkröten gesehen und und bunte Vögel und Buffalos und Zebras und Antilopen (ohne Mc-Donalds-M auf dem Hintern) und Warzenschweinen und, oh Wunder: Elefanten. Und zwar nicht etwa ein paar einzelne sondern hunderte. In allen Größen und allen Geschlechtern. Schönster Moment: an diesem Wasserloch, wo ein kleiner Baby-Elefant gerade an der Brust der Mama saugte. Und als die eine Elefantenkuh plötzlich zwischen all den Autos auftauchte. Und die beiden Elefanten, die sich im Wasserloch tummelte und arge Probleme hatten, da wieder rauszukommen. Und die junge Schildkröte (höchstens vier Jahre), die gerade die Straße überquerte, sich auch vom Auto nicht aufhalten lassen wollte und dann einfach unten durch lief. (Und wir auf der anderen Seite schauten, wann sie es denn wohl geschafft haben mag.)

Elefantenreiten

3. Tuma und ich (und ein bisschen auch Prince) – wir waren ein Dream-Team. Der Elefant hieß Tuma (er war der Anführer, weil der stärkste und jüngste), Prince der Elefantenranger und ich liefen ungefähr eine Stunde durch den Wald. Nicht ohne dass Tuma ständig furzte, schiss und pinkelte und mich ganz schön durchschüttelte, weil ich saß mit Prince auf ihm drauf. Dann durfte ich ihn noch füttern, auf seiner Pfote posieren und in seinen Maul schauen. Gruselig aber unheimlich interessant. Ach ja: und stachelig.

Elefantenauge

4. Essen, also verwöhnt werden vom Küchenchef hier auf Hitgeheim. Und dieser Wein. Mmmh. Jetzt schlafen.

Südafrika (10)

Aufstehen, im Freien duschen und dann frühstücken mit einer absolut tollen Aussicht. Im Halbschatten sitzend schlimme Nachrichten aus Deutschland lesen. Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man nach Tagen ohne Medien plötzlich mitbekommt, was so geschehen ist.

Giraffen

Und wenn man dann selber noch ganz geschockt, einem Südafrikaner erzählt, dass ein ziemlich bekannter deutscher Torwart aus Deutschland Selbstmord begangen hat und dieser lieber über Rugby und Football und so sprechen will, weil er mit Fußball ungefähr so viel anfangen kann wie ich mit Vogelarten, dann merkt man erst, in was für einer Parallelwelt man sich gerade befindet.

Warzenschwein

Am Nachmittag tauchen wir also mit Peter ab in die Parallelwelt, um Tiere zu gucken: Zebras, jede Menge Antilopen, Warzenschweine, ein Hippo, ein Krokodil, Schildkröten, Gnus, Giraffen, Nashörner, tolle blaue Vögel und ein paar stattliche Löwen. Und das alles in freier Wildbahn, also fast. Die Tiere leben in einem Reserve, akzeptieren Autos und lassen sich auch fotografieren. Fressen sich aber durchaus gegenseitig.

Löwen

Fast sechs Stunden gurken wir durch die Landschaft, immer den Blick in die Büsche, um noch eine andere Tierart zu entdecken. Am Abend esse ich meinen ersten Springbock – gut.

Nashorn-Paar mit Auto-Paar

Morgen früh geht es dann zu den Elefanten. Ich kann es kaum erwarten.

Südafrika (9)

Oyster Bay Lodge

Der Tag beginnt mit einem Klopfen oder Trampeln. Mein erster Gedanke: Toben da irgendwelche Kinder? Mein zweiter: nö. Aber was dann? Irgendwann raffe ich mich auf und öffne die Gardinen. Und blicke in das Gesicht eines Pferdes. Dieses Trampeln kommt also von den Pferden, die direkt vor unserer Lodge grasen. Der Hammer. Leider ist es erst halb acht, also eine perfekte Uhrzeit, um vor dem Frühstück noch eine Runde an den Strand und wieder zurück zu joggen. Wirklich joggen tue ich dann vielleicht 30 Prozent der Strecke, der Rest ist zu beschwerlich, weil der Weg teilweise durch die Büsche führt und zu steil bergauf und durch Sand (sind das genug Gründe, damit ihr nicht merkt, dass ich eigentlich einfach zu unfit bin?). Dafür bin ich dann aber ganz hart und wage den Sprung in den Indischen Ozean. Es ist kalt, sehr kalt, also so richtig, aber auch toll. Später liegt dann da am Strand nich eine Qualle und viele kleine Schnecken. Als ich dann zurück über die Düne Laufe, treffe ich der Rehe, ein paar riesige Grashüpfer, kleine Frösche und vieleviele Vögel.

Nach dem Frühstück (Obstsalat mit griechischem Joghurt und Müsli, Omelette mit Strauß und Blue Cheese) fahren wir los in Richtung Port Elizabeth. Der Reiseführer warnt geradezu vor dieser Stadt, sowieso ist der ne Wucht, wie er mit wenigen Worten teilweise dir Städte niederschreibt, ein sehr guter.

Hitgeheim Lodge

Irgendwann nach mehr als drei Stunden kommen wir endlich an: auf der Hitgeheim Lodge nahe des Addo Elefant Parks. Hier bleiben wir die nächsten drei Nächte. Wir sind die einzigen Gäste heute, teilt man uns mit, was ein bisschen unheimlich ist.

Das Zimmer, besser gesagt, die Zimmer sind der Hammer, ich lege nicht erstmal in die Hängematte auf der Terrasse und lese in „Juliet naked“ von Nick Hornby.

Das Abendessen preist der Koch persönlich: Kalte Gurkensuppe, danach Kudu-Salat (mit Erdbeeren und Balsamicodressing eine geschmackliche Wucht), Zitronensorbet, Kalb in einer Zitronensoße und zum Abschluss Weingelee mit Pfirsich und Custard, dazu eine Shiraz. Sehr gut und im Laufe des Abends gewöhne ich mich ganz langsam an den Gedanken, alleine auf dieser Lodge zu sein.

Südafrika (8)

Aufwachen, Sonne scheint, Obstsalat diesmal mit Erdbeeren drin. Lässt sich aushalten und spannend auch, dass wir hier in Knysna auf viele Deutschsprachige treffen: ein österreichisches Paar und eins aus dem Rhein-Main-Gebiet mit NRW-Erfahrung. Wir tauschen uns aus, berichten von dem bereits Erlebten und geben uns Tipps. Und haben danach das Gefühl, einen ziemlich guten Reiseführer zu haben. dann geht es weiter in Richtung Port Elizabeth durch den Tsitsikamma Park, einem Naturgebiet mit vielen Bergen, viel Wald und ein paar Tieren. Unser erster Stopp ist Monkeyland, eine Art Zoo, in dem es wie der Name vermuten lässt, vor allem Affen gibt. Ein Guide nimmt uns und ein paar andere mit auf eine einstündige Tour durch das Gelände. Insgesamt sehen wir sieben verschiedene Affenarten, die entweder schlafen, essen, sich necken oder spielen. Außerdem hören wir die Gesänge eines weiteren Affen, der leider nicht so gerne Menschen mag und deshalb separat gehalten wird. Doch es gibt hier sogar eine Leopardenschildkröte (Yipieh!), die gerade durch das Dickicht stapft und leider an einem der Zweige hängenbleibt. Der Guide hilft hier, wir freuen uns, weil wir so nochmal ein bisschen genauer gucken können.

Affe

Auf der anderen Seite des Parkplatzes gibt es viele Vögel zu sehen, wollen wir aber nicht. Es geht weiter auf der N2, an einer Brücke gibt es ausgezeichnete Bedingungen für Bungeejumping, but Not for me.

Der nächste Halt ist Storm River Village, weil ich ja unbedingt eine Canopy Tour machen will. Auf Seilen, wie früher auf dem Kinderspielplatz, kann man durch die Baumwipfel fahren. Es macht riesigen Spaß. Guide Carmen erklärt viel, aber um Vögel und andere Tiere zu sehen, sind wir alle eindeutig zu laut. Selbst die beherrschte Engländerin lässt sich zu einem Schrei hinreißen, als sie die 98 Meter hinunterrauscht.

Nach drei Stunden Spaß fahren wir weiter nach Oyster Bay, denn da wollen wir die Nacht verbringen. Ich weiß gar nicht, ob unsere Autovermietung all die Schlaglöcher in den Straßen hier kennt, irgendwann erreichen wir die Lodge, auch wenn man das Nummernschild ob des Drecks an unserem Auto kaum noch erkennen kann. Zwischendurch landen wir noch mitten in einer Rinderherde, die gerade zur nächsten Weide gebracht wird. Sehr respektvoll halten die Tiere Abstand zu dem Auto, ich halte ebenfalls aus Respekt das Fenster geschlossen.

Kühe

Angekommen erklärt uns Alison sehr überzeugend, dass es wohl ein Fehler gewesen ist, nur eine Nacht hier einzuplanen. Das Gelände ist ein Traum, der Strand nah, die Pferde bereit für einen Ausritt und Picknick könnte man auch überall und zu jeder Zeit auf dem Gelände machen.

Oyster Bay Lodge

Wir laufen noch schnell zum Strand, also beinahe, ich nehme vor dem Essen schnell ein Bad in der allein stehenden Badewanne mit Blick aufs Meer und gehe zum Abendessen. Der Mann ist zwar fit genug für die Canopy-Tour aber nicht für ein leckeres Essen. Mein Favorit ist das Straußen-Capacchio mit einem Blue Cheese, der der absolute Hammer ist.

Was ich ehrlicherweise aber immer wieder interessant finde, ist die Art und Weise, wie die Leute reagieren, wenn man alleine essen geht. Nie wird man häufiger gefragt, ob man das Essen nicht doch lieber auf dem Zimmer essen will oder ob alles in Ordnung ist. Ich mach das ehrlicherweise ab und zu ganz gerne, weil ich es spannend finde, die Leute um mich herum in ihrer Zweisamkeit zu beobachten, zu sehen, wie glücklich sie sind oder wer die Hosen anhat. Oder einfach nur zu lauschen, wie Mike am Nebentisch den Merlot mit einer Antilope vergleicht, den Shiraz hingegen mit einem Löwen.

Südafrika (7)

So, dann halt noch der heutige Tag.

Wilderness

Der beginnt leider nicht so super, weil der Mann klagt: wenig Schlaf, flauer Magen (Chickenschnitzel mit so Pfeffersoße???). Das wird leider schlechter, als wir nach Mossel Bay reinfahren. Er reißt sich zusammen, wir fahren nach George (Mmh, bisschen langweilig.) und dann weiter nach Wilderness. Sehr schön und eigentlich würde ich hier am liebsten eine kleine Kanufahrt mit Vogel- und Naturgucken machen, aber der Mann kann nicht mehr. Deshalb geht es direkt weiter nach Knysna zu unserer Unterkunft. Alleine fahre ich später entlang der R339 zum Riesenbaum (extrem alt und deshalb groß und dick mit sieben Meter Umfang!) und auf den Spitskop hoch (Schotterpiste at its best!).

Riesenbaum an der R339

Danach wieder runter und in die Innenstadt was essen, danach kurzer Zwischenstop am Krankenbett und an die Küste zu The Heads. Hammer-Aussicht!

The Heads

Eigentlich doch noch ein guter Tag. Könnt ihr jetzt bitte Daumen drücken, dass der Mann morgen wieder fit ist? ich würd so gerne eine Canopy-Tour im Tsitsikamma Park machen…