Was schön war (15/2017)


In meiner Liste der schönsten Buchläden der Welt gib einen New Entry: Fahrt alle nach Maastricht und geht in diese ehemalige Kirche. Am Samstagnachmittag wurde dort Kaffee getrunken, Live-Musik gehört und Bücher gekauft. Also für den nächsten Maastricht-Besuch vormerken. 


Am Freitag in Hamburg aus der U-Bahn aussteigen und Flashback in ein Jahr noch ohne Kinder. Blick auf die Straßenschilder und da war die Erinnerung zurück. Beschlossen, mal eine Freunde-besuchen-Deutschlandtour anzugehen. 


Im Café mit einem Kollegen sitzen, Ideen spinnen und merken, wie viel Spaß mir das macht. 

Spargel. 

United Airlines oder David gegen Goliath 2:0

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Ich denke gerade oft an den 24. Juli 2009. An diesem Tag nämlich schrieb ich für meinen damaligen Arbeitgeber RP Online einen Text über einen Song, den der kanadische Sänger David Carroll von der Band „Sons of Maxwell“ aus Frust komponiert hatte. Der Titel des Songs „United breaks Guitars“. Er entstand, weil die Mitarbeiter der Fluggesellschaft mit seiner Gitarre sagen wir mal ziemlich unachtsam umgegangen waren. Carroll forderte Schadenersatz, keiner fühlte sich zuständig und nach einem neun Monate langen Hickhack wurde seine Beschwerde endgültig abgewiesen.

Der Song verbreitete sich schnell – innerhalb weniger Wochen wurde das Video allein bei Youtube mehr als vier Millionen Mal abgerufen – für damalige Verhältnisse eine sehr hohe Zahl. (Mittlerweile hat der Song übrigens mehr als 17 Millionen Aufrufe.) Fernsehsender meldeten sich, Carroll trat bei Oprah Winfrey auf. „United breaks Guitars“ kletterte bei iTunes und Co. an die Spitze. Und irgendwann wurde der öffentliche Druck so groß, dass die Fluggesellschaft United Airlines reagierte und bereit war, für den Schaden aufzukommen. United kündigte außerdem an, das Video von Carroll als Material für Mitarbeiterschulungen verwenden zu wollen, um „eine bessere Unternehmenskultur in diesem Bereich und eine Verbesserung des Service zu erreichen“, so Wikipedia.

Warum ich in der vergangenen Woche an diese Geschichte denken musste, könnt ihr euch vielleicht denken. Denn eben diese Fluggesellschaft geriet in der vergangenen Woche in die Schlagzeilen, weil sie zunächst auf ziemlich rabiate Weise den 69-jährigen Passagier David Dao aus einem überbuchten Flug entfernten und der United-Chef Oscar Munoz das Vorgehen in einer internen Mail an die Mitarbeiter auch noch verteidigt hatte. Erst deutlich später – und nachdem die Aktie ordentlich Federn gelassen hatte, schwenkte Munoz um, entschuldigte sich öffentlich und kündigte Konsequenzen an. Der Börsenwertverlust in Höhe von einer Milliarde Dollar dürfte zumindest so schmerzhaft gewesen sein, dass Munoz‘ Ankündigung umgesetzt wird.

David Carroll hat nach den Geschehnissen übrigens auch ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „United breaks guitars – The power of one voice in the age of social media“. Der Fall United Airlines zeigt, dass die Macht ist in den vergangenen Jahren eher noch größer geworden ist.

Was schön war (14/2017)

Dieses leicht beschwingte Gefühl nach zwei Erdbeer-Margarita beim Mexikaner. Sehr zu empfehlen: mit dem Rad nach Hause fahrend Fest&Flauschig hören.

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Kirschblüten auf dem Balkon.

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Ganz viele Familienmomente. Fußball spielen mit dem großen Sohn, Wippen mit dem kleinen Sohn. Spazierengehend die Welt entdecken. Kuscheln. Ostern feiernd gar nicht an den Alltag denken. Das war schön.

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Zeit gehabt zum Bücher lesen. Mehr demnächst.

I <3 Podcast: "Missing Richard Simmons"

Was wäre, wenn dein Fitnesstrainer plötzlich nicht mehr auftaucht? Sich völlig zurückzieht, die Öffentlichkeit meidet und nicht erreichbar ist? Was ist, wenn du meinst, zu deinem Fitnesstrainer eine Freundschaft aufgebaut zu haben und nun bemerkst, dass dieses Gefühl von Freundschaft nur einseitig gewesen ist?

All das hat Dan Taberski erlebt, ein ehemaliger Produzent der „The Daily Show“. Er war der Meinung mit Richard Simmons befreundet gewesen zu sein. Und eben dieser Richard Simmons, Fitness-Guru, Motivationskünstler, Komiker und Autor, entschied 2014, sich plötzlich und ohne Vorankündigung aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Damit stieß er vielen Menschen vor den Kopf, insbesondere solchen, die meinten, mit ihm befreundet zu sein. Auch Dan Taberski gehört dazu. Drei Jahre später veröffentlichte er den Podcast „Missing Richard Simmons“. In sechs Folgen macht er sich auf die Spurensuche, trifft alte Wegbegleiter und versucht zu verstehen, was Simmons dazu bewegt haben könnte, diesen für sein Umfeld radikalen Schritt gegangen zu sein.

Ich bin nicht sonderlich podcasterfahren, aber ich sage dir: Höre dir diesen Podcast an. Er ist großartig erzählt, aufwändig produziert, persönlich und durchaus inspirierend. Er ist laut „New York Times“ ein „Hit“ und war im März 14 Tage lang auf Platz eins der amerikanischen iTunes-Charts.

Was ist Freundschaft? Taberski erzählt von seiner Freundschaft und versucht immer wieder, in das nähere Umfeld Simmons einzudringen – mal über den Manager, mal über den Bruder. Was ihm schnell klar wird: Es gibt nur noch sehr wenige Menschen, die Simmons in sein jetziges Leben lässt. Ich finde es faszinierend, wie Taberski bemerkt, dass er offenbar viel mehr aus seiner Freundschaft zu Simmons gezogen hat als Simmons selbst. Dass Simmons offenbar zu sehr vielen Menschen ein Verhältnis aufgebaut hat – was diese als Freundschaft verstanden haben – für den Motivationskünstler und Fitnessguru einfach zum Geschäft dazu gehörte. Ich glaube, wir alle sollten ab und zu darüber nachdenken, wer unsere wirklichen Freunde sind.

Was wäre der beste Abgang gewesen? Hätte Richard Simmons sagen sollen, dass er sich zurückziehen möchte? Vielleicht. Gleichzeitig kann ich sehr gut nachvollziehen, dass er eben genau diesen Weg gegangen ist. Abrupt, ohne Erklärung. Denn wie wäre eine solche Erklärung verstanden worden? Hätte er vielen seiner so genannten Freunde damit nicht noch viel mehr vor den Kopf gestoßen? Und kann es für jemanden, der immer gut drauf war, ja sein Geld damit verdiente, gut gelaunt zu sein, überhaupt einen perfekten Abgang geben? Würdest du dir nicht auch wünschen, dass sich alternde Witzbolde einfach zurückziehen? Wirken seine Auftritte nicht manchmal seltsam fremd wie aus einer anderen Zeit und wollte Richard Simmons vielleicht auch einfach nicht als peinliche Witzfigur enden?

Natürlich gibt es auf diese Fragen nicht DIE Antwort. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken. Und ich finde es faszinierend, dass dies ein Podcast geschafft hat.

Welche Podcasts könnt ihr mir empfehlen?

Dieser Text erschien zuerst in einem Newsletter, den ich seit Neuestem in einer Beta-Version verschicke. Hier könnt ihr euch anmelden.

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Was schön war (9/2017)

So kurz vor dem Geburtstag des großen Sohnes werde ich ja immer ein wenig nostalgisch. Mir wird dann immer ganz besonders klar, wie er sich in den vergangenen sechs Jahren verändert hat. Wie aus einem kleinen Baby eine tolle Persönlichkeit geworden ist. Und auch für mich jährt sich dieses Muttersein. Sechs Jahre schon.

Da der große Sohn am Wochenende auf einem Kindergeburtstag war, gab es auch mal wieder die Gelegenheit, mit dem kleinen Sohn ein wenig exklusive Zeit zu verbringen. Und das war ziemlich schön. Seine Freude über die Esel, Ziegen, Schweine. Ja selbst die Enten wurden ein wenig gefeiert.

Es fällt nicht so leicht, sich nur auf die schönen Momente in dieser Woche zu beschränken. Denn viele Nächte waren zu kurz, viel Arbeit liegt auf dem Tisch und dann dieses Gefühl, dass gerade alles zu kurz kommt.

Den Balkon aufgeräumt und bepflanzt. 

Goldene Blogger – der Newsletter

Christiane, Daniel, Thomas und ich starten etwas Neues damit die Zeit zwischen den jährlichen Verleihungen nicht zu lang werden zu lassen. Jeden Monat bekommt ihr von uns Blogperlen empfohlen – (noch) keine Goldenen Blogger, aber das kann ja noch passieren!

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Was schön war (6-8/2017)

Dieses Tapp-Tapp-Tapp am Morgen, wenn der kleine Sohn ins Schlafzimmer kommt, kurz die Lage peilt und dann zu mir unter die Bettdecke kriecht. 

Mit welcher Geschwindigkeit der große Sohn gerade selbstständig wird. Ja, mittlerweile kann ich mir vorstellen, dass er im Sommer in die Schule kommt. 

Besuch von meiner Mama. 

Was schön war (5/2017)

Das geht diese Woche wirklich schnell, denn das Highlight der Woche waren diese 24 Stunden in Berlin.

Obwohl: Es ist ja auch schön, im Bett liegen zu können, wenn man krank ist. Das musste ich am Donnerstag spüren, als diese Grippe die Macht über meinen Körper übernehmen wollte, ich aber wegen eines wichtigen Termins nicht hatte zu Hause bleiben können. Als es zu schlimm war, warf ich eine Tablette ein, die die Schmerzen dann erstmal wieder betäubte, bis ich dann am Nachmittag endlich nach Hause ging und mich hinlegte, zudeckte und trotzdem fror und schlief und schlief.

Ausgestanden ist der ganze Spaß noch nicht, aber das ist dann auch eher eine Geschichte für die kommende Woche.

Genesungsgulasch half übrigens auch nicht.

Goldene Blogger 2017 – ein wahres Fest!

Es wird ja nicht besser, je länger ich damit warte, über den wahnsinnig tollen Abend zu schreiben, an dem Christiane, Daniel, Thomas und ich zum zehnten Mal die Goldenen Blogger in Berlin verliehen haben.

Ich habe so lange geschwiegen, weil es mir schon alleine viel zu schwer fällt, die passenden Fotos auszuwählen, weshalb ich euch einfach alle verlinke. Aber gut, irgendwie muss ich da durch, also los geht’s.

Der Abend begann ja schon damit, dass ihr alle gekommen seid, die Schlange nicht enden wollte und immer wieder neue bekannte und unbekannte Gesichter am Empfang auftauchten. Und dann war es schon sieben und eigentlich sollte die Show losgehen. Mit so viel Andrang hatte keiner von uns gerechnet, normalerweise sind Berliner ja bekannt für ihre Noshows.

Aber gut, ihr wart alle da und vor allem auch so viele Nominierte, so dass wir beinahe in jeder Kategorie fast alle Nominierten im Raum hatten – und diese auch auf die Bühne bitten konnten.

Das führte zu wunderbaren, skurrilen und durchaus auch witzigen Begegnungen.

Auf dem Foto: Die Kategorie „Mama/Papa“ – die diesmal wirklich außergewöhnliche Blogs hervorgespült hat: Missionmamapapa – Ilona Utzig erzählt, wie sie ihre Eltern von Düsseldorf in den Norden verpflanzt, Christine Finke erzählt auf Mama-Arbeitet.de seit Jahren über die Herausforderungen von Alleinerziehenden in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und natürlich Jason und Mirco von Wochenendrebell.de, die dort erzählen, wie Vater und Sohn (Aspergerautist) ihre Wochenenden in Fußballstadien verbringen und dort ihren Podcast Woche für Woche präsentieren.

Mich hat auch gefreut, dass „alte Hasen“ wie Stefan Niggemeier einen Goldenen Blogger mit nach Hause nehmen konnten (auch wenn die Kategorie in diesem Jahr für ihn vielleicht nicht ganz so schmeichelhaft ist).

Kein alter Hase, aber auch klassische Journalisten räumten ab – zum Beispiel in der Kategorie „Politikblog“. Florian Eder von Politico bekam den Goldenen Blogger für seinen Newsletter – und auch das macht unsere schnuckelige Show aus: Axel Springer gratuliert und die Bild hebt ihn auf Seite 1.

Doch auch wir in der Jury mussten diesmal richtig ran. So spielten Daniel und ich ein Ehepaar im feinen London, damit Vassili Golod seine liebsten Snaps nachstellen konnte

Und auch bei Evas Schauspielerei half ich gerne mit – nichtsahnend, was da noch auf mich zukommen würde…

Denn Heimatpott-Juli bat Christiane, Daniel, Thomas und mich dann wenig später, ihre Laune nachzustellen – Daniel und Thomas als Augen, Christiane als Nase und meine Wenigkeit war der lachende Mund – und ich bin seitdem doch irgendwie stolz auf meine Bauchmuskeln!

Ein Highlight gab es dann noch nach der Gala – denn Dunya Hayali kam danach noch mit Hund Emma vorbei, um sich ihren Goldenen Blogger persönlich abzuholen.

Wir konnten Ute feiern, dass sie vor zehn Jahren den kleinen nackten goldenen Jungen gemalt hat,

wir konnten Thomas und Christiane danken, die uns in ihrem Elementarteilchen für so viele Jahre in Düsseldorf beherbergte.

Es sind diese vielen Momente, die die Goldenen Blogger diesmal noch besonderer gemacht haben. Weil wir so viele waren, konnten wir gemeinsam noch viel besser herüberbringen, wie toll und vielseitig diese Netz- und Blogkultur in Deutschland wirklich ist. Ob ihr nun Suppe kocht, über Turnschuhe schreibt oder wunderbare Technikgeschichten erzählt.

Und politisch sind wir auch: In einer Zeit, in der alle über Fake News sprechen, wird Mimikama Blogger des Jahres.

Nicht zu vergessen: Unser Showact-Star Tino Bomelino.

Zum Schluss möchte ich einfach nur Danke sagen. Danke, dass wir vor zehn Jahren diese Idee hatten und dass wir zehn Jahre daran festgehalten haben. Danke, dass ihr uns jedes Jahr wieder so viel Vertrauen schenkt und mit uns gemeinsam diese Perlen im Internet entdeckt und feiert.

Hier die Liste der Preisträger 2017:

Blogger des Jahres
mimikama.at

Blogtext
Torsten „Pixelaffe“ Schmitt für „#1000Gummibears – einfach helfen“

Newcomer
Kreuzberghilft

Blogger ohne Blog
Dunja Hayali

Blogger mit Blog und mit Newsletter
Johannes Klingebeil

Blocker
Das Landgericht Hamburg für sein Urteil in Sachen Linkhaftung

Flauscher
Juli von Heimatpott (Snapchat-Flausch!)

Politikblog
Florian Eder für den Politico-Newsletter

Food&Wein
Freiknuspern

Lifestyle
sneaker-zimmer.de


Livestream

Jan Böhmermann für seine Redaktionskonferenz

Fakenachricht
Stefan Niggemeier vor dem Trump-Tower

Techblog
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Heimatpott

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