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    Tschüss, FTD

    06.12.12 | Link | 3 Kommentare

    Die Financial Times Deutschland war eine der ersten Tageszeitungen, die ich abonnierte. Genauer gesagt: die zweite. Die erste war der Tagesspiegel. Denn als ich Ende der 90er Jahre nach Berlin zum Studieren ging, da gehörte es noch dazu, eine Zeitung zu haben. Ich hatte wenig Geld, aber mir war es wichtig, eine Zeitung zu lesen.

    Als die Financial Times nach Deutschland kam, wollte ich wissen, wie eine neue Zeitung, die selbst antrat, Dinge anders zu machen, sich schlägt.

    Ich blieb ihr eine ganze Weile treu. Liebte die Aufteilung und ganz besonders das letzte Buch. Wie sehr ich mich immer auf den Freitag gefreut habe, wo damals per Infografik aufgeschlüsselt wurde, was bestimmte Dinge des täglichen Lebens eigentlich kosten.

    Ein paar Jahre ging das gut. Und zu Beginn habe ich sie wirklich gerne gelesen. Doch irgendwann hörte das auf. Durch den Job las ich immer mehr online, der Blick in die morgendliche Zeitung wurde zu einem professionellen. Scannen, welche Themen die anderen gemacht haben, besondere Drehs, Gedankenspiele. Was aktuell passierte, darüber informierte ich mich in Nachrichtenagenturen, im Internet. Zeitung lesen wurde beruflich, im Internet lesen Normalität.

    Mittlerweile lese ich fast alles nur noch online. Und mit online meine ich meine Definition von online. Am Rechner auf Webseiten, am Rechner in Form von E-Paper, auf dem Tablet in Apps oder mobil auf meinem iPhone. “Ich bin mobilversaut”, habe ich letztens zugegeben. Und in der Tat ist mein Smartphone das Gerät, auf dem ich das meiste lese: E-Mails (Ok, das zählt jetzt nicht), Twitter, Facebook, Google+, RSS-Feeds, mit denen ich vor allem amerikanische Seiten und Weblogs verfolge, Nachrichtenseiten, Applikationen. Wenn der Spiegel nicht eine iPhone-App hätte, ich müsste mich zwingen, mir am Montag im Büro Zeit für ihn zu nehmen. So gehe ich am Montagmorgen ins Büro und habe die wichtigsten Sachen bereits gelesen. Und der Blick in die Bild-Zeitung abends im Bett gehört ebenfalls zu diesen Routinen, die ich nicht mehr missen will. Ich kann die Medien konsumieren, wann ich will und wie ich will. Perfekt.

    Das Ende der Financial Times Deutschland ist auch eine Geschichte von verändertem Mediennutzungsverhalten. Ich glaube kaum, dass man das wieder zurückdrehen kann.

  • bloggen, leben, lesen

    Der Kindle und ich

    01.08.12 | Link | Kommentieren?

    Seit Weihnachten habe ich einen Kindle und mag ihn eigentlich sehr. Es waren nicht viele Bücher, die ich seit Jahresstart gelesen habe, aber die Mehrheit las ich digital. Weil der Kindle besser in die Handtasche passt (als beispielsweise der dicke Murakami-Schinken), weil der Buchkauf nie einfacher war, nie schneller ging.

    Womöglich würde ich noch mehr auf dem Kindle lesen, gäbe es die Kindle-App nicht. Denn immer wenn ich noch nicht schlafen kann, greife ich zu meinem iPhone. Und wenn es die familiäre Situation das Licht anschalten nicht möglich macht, ist die App einfach die bessere Alternative. (Dass ich das iPhone auch fast immer bei mir trage und den Kindle schon allein wegen seiner Größe nicht, ist sicherlich ein weiteres Argument.)

    Und so kam es, dass ich seit Urlaubsstart nicht nur das in Blogs sehr gehypte Buch “Sitzen vier Polen im Auto” von Alexandra Tobor regelrecht aufsog, sondern auch gleich noch den neuesten Julian Barnes “Vom Ende einer Geschichte” inhalierte. Sag nochmal einer, mit Kind käme man nicht zum Lesen.

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    Lesen 2011

    29.12.11 | Link | Kommentieren?

    Gar nicht mal so wenig gelesen, in diesem Jahr, auch wenn da keine hochtrabende Literatur dabei war. Eher leichte Dinge.

    Johnny Haeusler – I live by the river
    Wolfgang Herrndorf – Tschick
    Rike Drust – Muttergefühle
    Charlotte Roche – Schoßgebete
    Adam Mansbach – Go the fuck to sleep
    Astrid Rosenfeld – Adams Erbe
    Franz Josef Wagner – Brief an Deutschland
    Julia Heilmann, Marcus Lindemann – Kinderkacke
    Benjamin Lebert – Flug der Pelikane
    Heinz Strunk – In Afrika
    Elisabeth Rank – Und im Zweifel für dich selbst

    Gute-Nacht-Lektüre, die ich mittlerweile fast auswendig kann (Amazon-Links):
    Susanne Lütje – Der liebste Papa der Welt
    Wir sagen gute Nacht

    Nicht beendet:
    das von Dirk Stermann wegen akuter Langeweile.
    Haruki Murakami – 1Q84 wegen Zeitmangel. Hälfte hab ich schon, den Rest kriegen wir auch noch hin.

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    Buch: Rike Drust – Muttergefühle

    20.10.11 | Link | 3 Kommentare

    Hach, was für ein gutes Buch. Nicht, weil das Kind der Autorin den gleichen Namen trägt wie das Früchtchen, sondern weil es so gut tut. Sehr unterhaltsam beschreibt sie über all Gefühle, die sie als Mutter in den ersten zwei Jahren gehabt hat. Und auch wenn das Früchtchen noch nicht einmal die Hälfte davon hinter sich hat, konnte ich viele der Kapitel nachvollziehen. Die anfängliche Unsicherheit, die ersten Wochen, in denen ich mich erstmal an meine neue Rolle gewöhnen musste, naja, ich könnte jetzt fast alle Kapitel des Buches aufzählen.

    Das Buch ist ehrlich, schonungslos, aber eben auch gefühlsduselig und beschreibt ziemlich gut, wie man eben als Mama fühlt. Und es hat mir auch nochmal vor Augen geführt: Auch wenn ich noch so müde bin, genervt vom ewigen LöffelvordenMundhaltenweildasFrüchtchensichbeimEssenständigwegdreht, vom Nichtschlafenwollen, vom Haushaltschmeißen, von Whatever: Ich liebe meinen kleinen Sohn. Meine kleine Familie. Und das jeden Tag mehr. Klingt gefühlsduselig, isses auch. Aber so isses eben auch, das Mamasein.

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    Mamakram, woanders #2

    28.08.11 | Link | 1 Kommentar

    Flaschenfrust” und “Flaschenneid” – hach ja, kenn ich irgendwoher.

    “Gebärauftrag verweigert” – Sibylle Berg über das Nicht-Kinderkriegen. “Meine Bewunderung gilt allen, die mit der Kinderherstellung eine lebenslange Verantwortung übernehmen, die eigentlich alles nur falsch machen können, denn ein richtig gibt es doch kaum.”

    “Kurzes Update: Leben.” Sophie schreibt über ihre letzten Wochen. Ich bin so froh, dass sie das alles überstanden hat und freue mich schon, sie nächste Woche wiederzusehen. Zwar nur entfernt was mit Mamakram zu tun, aber irgendwie schon.

    “Das Mamma-Dilemma” – Zwar schon etwas älter, aber eine gute Fortsetzung zu dem in der ersten Folge empfohlenen Text über unsichtbare Mütter. (via Kirsten in den Kommentaren)

    Kindergarteneingewöhnungen in den Mamablogs. Zum Beispiel bei Mamamiez und Mama007.

    Die Blogempfehlung: I’m with Leila – ein dänisches Blog über jede Menge Selbermachkram. Irgendwann werde ich eines dieser Mobilés basteln. Die sind toll.


    #1

  • mamakram

    Mamakram, woanders #1

    16.08.11 | Link | 4 Kommentare

    Ich möchte einen Beitrag leisten, dass der ganze lesenwerte Babyelternundso-Content, der im Internet so rumwabert, auch gelesen wird. Transparenz und so. Deshalb stelle ich jetzt in unregelmäßiger Folge (ich versuche mal einmal pro Woche) spannende, interessante, schöne, rührende – halt, was mir gefällt und weitestgehend mit Nachwuchs zusammenhängt – Beiträge vor. Hier Folge 1.

    “Der Kindergarten ohne Rollenklischees” (via Fuckermothers, die noch ein paar andere Texte zu dem Thema zusammengetragen haben)

    “Muttergefühle” – Infemme hat ein Buch geschrieben, das man schon vorbestellen kann.

    “Die unsichtbare Mutter” – die Basler Zeitung hat ein Super-Mamablog. Derzeit ist da Sommerpause und es werden einige Texte aus dem Archiv nochmal nach vorne gekramt. Auch dieser Text, in dem es um das Dilemma geht, ob man nun ganz viel oder lieber gar nicht über seinen Nachwuchs redet. Wichtiges Thema, muss man eigentlich auch mal was drüber schreiben.

    “Kurze Frage” - Max Buddenbohm fragt sich, wie sinnvoll das Schreiben eines emotionalen Bericht aus der Sicht eines Augenzeugens der Geschehnisse in Oslo so hat. Meine Fresse, Pädagogen heute.

    “Liebe Verantwortlichen der Bekleidungsindustrie” Yenofa vom Windelalarm ärgert sich über die Bekleidungsindustrie – zu recht!

    Die Blogempfehlung: Melanie aus Düsseldorf mit ihrem Menschenskind-Blog. Sie ist zweifache Mama und stellt schöne Dinge für Kinder vor.

    Und was lest ihr so?

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    Mal wieder: Ich woanders

    14.08.11 | Link | Kommentieren?

    Mütter nutzen das Internet viel stärker als Frauen ohne Kinder. Zahlreiche Webseiten versuchen, davon zu profitieren. Und deutsche Verlage haben das erkannt, wie die Übernahme der britischen Elternplattform Netmums.com durch den Springer-Verlag zeigt. In Deutschland sind die größten Familienseiten in der Hand privater Investoren.

    Mein Beitrag im ZDF-Blog “Hyperland” könnt ihr nach dem Klick lesen.

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    Buch: Astrid Rosenfeld – Adams Erbe

    20.04.11 | Link | Kommentieren?

    Ich bin mir sicher, dass ich das schon mal geschrieben habe: Ich gehe unheimlich gerne in Buchläden, besonders wenn ich mich gerade gar nicht über die Neuerscheinungen informiert habe, und lasse mich beraten. Überlege mir vorher genau, welche Autoren ich als Referenz angebe, auf deren Basis die Buchhändlerin dann bitte mal in die große Wundertüte greifen soll. In den letzten Tagen vor der Geburt wagte ich dieses Experiment mal wieder: zunächst in der Mayerschen Buchhandlung in der Innenstadt. Leider waren die dortigen Empfehlungen alle mittelmäßig bis öde. Auch wenn die Cover natürlich nienienie etwas über die Qualität eines Buches aussagen, die Buchhändlerin empfahl mir nur Sachen, die mich nicht interessierten und gleichzeitig auch noch doof aussahen.

    Anders beim Sternverlag auf der Friedrichstraße. Tolle Buchhändlerin, die mir gleich drei interessante UND toll aussehende Bücher empfahl, ok, Diogenes sieht irgendwie immer gleich aus, aber ja deshalb nicht gleich ganz schlecht. Und nach der Lektüre des erste Buches muss ich sagen: der Schein trüget nicht.

    “Adams Erbe” erinnert ein wenig an die großen Familienromane von Jonathan Franzen, wobei das natürlich Quatsch ist, kann wohl kein zweiter so detailliert Charaktere erschaffen mit all den unterschiedlichen Facetten. Es geht um einem jungen Mann, der mit seiner Mutter zunächst bei den Großeltern aufgewachsen ist und dort immer wieder ob seines Aussehens auf Adam trifft, den Bruder seines Großvaters. Doch welch tragisches Schicksal Adam ereilte, davon erfährt er erst, als er sich auf Spurensuche in der Vergangenheit macht.

    Die Geschichte von Adam ist gut und leicht erzählt. Schmunzelnd die Welt des naiven Adam entdecken, gleichzeitig das Schaudern über die Grausamkeiten der Nationalsozialisten. Gutes Buch!

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    Buch: Brief an Deutschland

    14.03.11 | Link | Kommentieren?

    Man kann über Franz Josef Wagner viel sagen, auch viel Schlimmes, aber eines kann man nicht behaupten: dass er nicht schreiben kann. Er ist ein Boulevard-Mann aus Fleisch und Blut, auch wenn er in seinem Buch schreibt, dass ihm das Witwenschütteln nicht so lag. Ein, ja, man muss diesen floskeligen Begriff benutzen, Möchtegern-Poet. Und noch viel mehr: der Ghostwriter von Boris Becker und Franz Beckenbauer, der von der Super-Illu, der Ex-Bunte-Chefredakteur, später dann der der BZ und irgendwann wurde er Kolumnist der Bild-Zeitung. Fast jeden Tag schreibt er da eine Kolumne, einen manchmal gelungenenen, oft auch misslungenen Brief an etwas, jemanden, das/der die Welt gerade bewegt. Und aus dieser Kolumne ist irgendwie dieser “Brief an Deutschland” entstanden. Ein Brief in Form eines Buches, in dem FJW sein Deutschland beschreibt, sein Verhältnis, das durch die Flucht seiner Mutter aus dem Sudetenland geprägt war, seine Zeit in Genf, in der er sich als Holländer ausgab. Er erzählt aus seinem Reporterleben. Geschichten, die das Deutschland prägten und die er als Journalist begleitete. Und weil er eben schreiben kann, habe ich das Buch gerne gelesen. So.

    Wer will, kann sich auch noch das Interview von Giovanni di Lorenzo mit FJW angucken.

    (Wie gut, dass man in Blogeinträgen auch mal Dinge weglassen kann.)

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    Buch: Kinderkacke

    11.03.11 | Link | 1 Kommentar

    Ich hatte das Buch schon seit einigen Monaten auf meinem Nachttisch liegen, aber war bis vorgestern nicht so richtig in der Lage, es zu lesen. Es war mir empfohlen worden bei der Arbeit, als ich einem Kollegen mitteilte, mich demnächst in Sachen Nachwuchsförderung zu engagieren (Schöne Formulierung, oder? Hat gestern jemand gesagt und ich übernehme das einfach mal ganz dreist.). Vorgestern war es dann also soweit. Ich traute mich und begann zu lesen. Wer von dem Buch mit dem Untertitel “Das ehrliche Elternbuch” noch nicht gehört hat: Es geht darum, dass die beiden Autoren aus ihrem Leben mit zwei Kindern im schönen Berlin erzählen. Sie berichten nicht nur von den schönen Dingen, sondern von ihrem Alltag, ihren Ängsten, ihren Problemen. Dabei sparen sie nichts aus: Wie das Sexleben oder überhaupt das Leben als Paar leidet, wie familienfreundlich dieses Deutschland eigentlich ist, wie Freunde und Arbeitgeber reagieren und wie man sich selbst verändert.

    Nun ist es natürlich extrem schwierig, über dieses Buch zu urteilen, ohne dieses Leben “danach” wirklich zu kennen. Auch wenn ich schon jetzt eine Ahnung habe, dass mir viele Gefühle, die da beschrieben werden, sicherlich bald bekannt vorkommen werden. Doch eines kann ich auf jeden Fall sagen: Es ist sehr unterhaltsam geschrieben. Trotzdem. Wie die beiden ihr Verhältnis zu ihren Eltern und Schwiegereltern beschreiben, die natürlich eine Meinung zur Kindererziehung haben, wie Thomas zum Optiker geht und in Kindersprache seine Brille richten lassen will, ich habe teilweise Tränen gelacht. Aber: Ich habe mir auch Gedanken gemacht. Über unser Gesundheitssystem, in dem – das war mir nicht bewusst – Geburten in Krankenhäusern von den Krankenkassen offenbar so dermaßen bevorzugt werden; über die Flexibilität unseres Arbeitsmarktes; über Familienförderung bzw. -behinderung in unserer Gesellschaft; über meinen Körper und mein Gefühl für ihn.

    Ich würde dieses Buch nicht unbedingt Menschen empfehlen, die überlegen, Kinder zu bekommen. Aber hat das mit der Befruchtung erst einmal geklappt und der Countdown zum Auswurftermin läuft, kann ich dieses Buch nur jedem empfehlen. Es gibt so viele Eideidei-Bücher da draußen. Da kann ein bisschen Erdung nicht schaden.

    Aber wer weiß, vielleicht sehe ich das bald alles schon ganz anders.

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    Dieses Buch von Dirk Stermann

    09.03.11 | Link | 2 Kommentare

    Ich gebe auf. Ich bin jetzt auf Seite 147 und könnte nicht mal richtig ausführlich zusammenfassen, was ich bisher gelesen habe. Es ist anstrengend, dieses Buch zu lesen. Weil ich mich ständig frage, warum ich das lese. Nur: Stermann ist in Wien angekommen, trifft auf Wiener und Zugezogene, bekommt nen Job beim Radio und hat ein paar schräge Freunde, die auf einem Dorf wohnen und dort Schlamm schippen. Das Buch wird mit den Worten von Thomas Glavinic gepriesen, der schreibt:

    Jeder Mensch trägt einen Roman in sich. Dirk Stermann hat seinen geschrieben. Zum Glück, denn es ist ein kluger, furioser, fesselnder, drastischer, umwerfend komischer, großartiger Roman geworden.

    Schade. Ich hätte es gerne genauso gesehen.

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    Benjamin Lebert – Flug der Pelikane

    17.02.11 | Link | Kommentieren?

    Es gibt so bestimmte Autoren, die verfolgt man über die Jahre. Weil sie ein verdammt gutes Buch abgeliefert haben. Weil sie ein überraschendes Buch abgeliefert haben. Und manchmal auch weil sie ein ordentliches Buch abgeliefert haben trotz ihres jungen Alters. Benjamin Lebert passt bei mir zumindest in die letzte Kategorie. Die meisten haben wohl seinen Erstling “Crazy” gelesen oder zumindest den Film geschaut. Wie ich gerade in meinem Blog nachlese, war ich 2006 von seinem letzten Buch “Kannst du” ganz und gar nicht begeistert, na, offenbar hatte ich das beim Kauf dieses “Werks” schon wieder vergessen (Öfter im eigenen Blog lesen kann sich lohnen).

    Nun also “Flug der Pelikane”. Die Geschichte von Anton, der sein Studium abbricht, aufgrund seiner psychischen Erkrankung einige Monate in einer Klinik verbringt und dort ein Mädchen kennenlernt. Nach Klinikaufenthalt und Trennung von besagter Dame (sie trennt sich) reist er nach New York, um den Sommer bei einer verflossenen Liebe seiner Mutter zu verbringen. Sie heißt Jimmy, besitzt einen Grill und dort arbeitet Anton also den Sommer lang. Jimmy ist fasziniert von dem Gefängnis Alcatraz. Besonders angetan hat ihm die Geschichte des Ausbruchs dreier Männer in den 60er Jahren. Auch Anton begeistert sich schnell für Jimmys Leidenschaft.

    Es ist also sein viertes Buch, ein Buch, das wiederum vom Erwachenwerden handelt, ein verlorener junger Mann, der nicht so recht weiß, wo er hingehört und am Leben scheitert. Spannend ist, wie Lebert die Erzählstränge verbindet. Realität in New York, die Erläuterungen zum Leben auf Alcatraz, die Geschichte des Ausbruchs und am Ende erfahren wir dann auch noch, wie es eigentlich zu der Beziehung mit Eleonor kam.

    Trotzdem ist das alles ein bisschen verworren und nicht klar ausgearbeitet. Die Verlorenheit von Anton bleibt dennoch vage, die Personen verbleiben hinter dem Schleier des Ungewissen. Schade. Vielleicht sollte ich aufhören, mich für Leberts Werk zu interessieren.

    Oh, eine Leseprobe.

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    Abschied

    10.02.11 | Link | Kommentieren?

    Die wohl kryptischsten Worte, eine Beziehung zu beenden, habe ich in einem Buch gelesen. Man kann sich nur wünschen, dass sie auf einer wahren Geschichte beruhen.

    Weißt du eigentlich, dass Schollen, wenn sie klein sind, noch aussehen wie ganz normale Fische? Erst wenn sie größer sind, werden sie platt. Und ein Auge dreht sich nach oben.”

    Benjamin Lebert, Flug der Pelikane

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    Heinz Strunk – In Afrika

    02.02.11 | Link | 1 Kommentar

    Ich mag ja eigentlich den Humor von Heinz Strunk: trocken mit ein paar Prisen Zynismus und Ignoranz. Und so habe ich mich wirklich gefreut, als ich vor ein paar Tagen sein neues Buch “In Afrika” im Stern-Verlag sah. Hey, ich bin in Mutterschutz, da braucht es Unterhaltung, waren meine Gedanken. Doch so richtig unterhaltsam ist “In Afrika” leider nicht. Eher ein sehr langer Aufsatz über Urlaub in einem fremden Land, wobei es eigentlich bis auf die letzten 30 Seite egal ist, wo dieser stattfindet. Denn Heinz Strunk ist nach eigenen Angaben – ich gehe einfach mal davon aus, dass der Autor sich für dieses Buch nicht komplett in ein anderes Ich flüchtet – ein Nicht-Erlebnisurlauber. Heißt: Solange möglichst wenig passiert, ist eigentlich alles super. Für diese Reisen hat Strunk seinen Freund C. gefunden. Sie fahren seit Jahren gemeinsam in den Urlaub und verbringen die Zeit vor allem mit Rumliegen, essen, daddeln, saufen und Spielchen, um andere Urlaubsgäste von begehrten Orten zu verdrängen (“Würdest du dich für 20.000 Euro einen Vormittag in einen Ameisenhaufen einbuddeln lassen?”). Das ist einmal erzählt, ganz amüsant, aber auf mehr als 200 ein wenig ermüdend.

    Da kann man nur froh sein, dass an den Weihnachtstagen in Kenia gewählt wird, denn so endet das Buch dann wenigstens noch mit einem Höhepunkt: Die beiden nehmen die Warnungen, an diesem Abend nicht nach Mombasa zu fahren, nicht ernst und werden mitten in der Nacht noch Zeuge von Schießereien und bekommen es mit der Angst zu tun. Wenigstens.

    Naja, ich habe das Buch wenigstens zu Ende gelesen. Bei “Die Zunge Europas” bin ich leider gescheitert. Und nach “Fleckenteufel” hatte ich mir eigentlich vorgenommen, einen Bogen um weitere literarische Ergüsse des “Heinzers” zu machen. Hab ich nicht geschafft. Und so schlimm war es nun auch wieder nicht.

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    Elisabeth Rank – Und im Zweifel für dich selbst

    04.01.11 | Link | Kommentieren?

    Wieder ein Buch, das über das Internet zu mir gelangt ist. Nicht nur dass ich es von einer Freundin mit Blog geschenkt bekommen habe, nein, die Autorin kenn ich zumindest aus dem Internet, auch wenn wir uns im realen Leben noch nie begegnet sind. Ich kann das Buch nur empfehlen, wer vorher ausführlich etwas darüber lesen will, dem seien die Texte von Isa und der Kaltmamsell empfohlen, da will ich gar nicht in Konkurrenz treten.

    Und nein, geweint habe ich nicht.

  • leben, lesen

    Bücher 2010

    29.12.10 | Link | Kommentieren?

    Jedes Jahr der Vorsatz, aufzuschreiben, welche Bücher ich im Laufe des Jahres so lese. Klappt natürlich nicht und so durchstöbere ich immer am Jahresende das Blog, weil ich über ein paar ja was schreibe bzw. wenigstens ein paar Worte verliere. Wie immer sind es viel zu wenige, was auch daran liegt, dass ich einige nicht beendet habe und weil ich so viel anderen Kram lese, dass für die schönen Geschichten auf gedrucktem Papier keine Zeit übrig bleibt. Jedes Jahr das große Bedauern, dass das doch eigentlich eine falsche Prioritätensetzung ist, aber vielleicht ändert sich das ja im nächsten Jahr, mal sehen.

    Markus Feldenkirchen – Was zusammengehört
    Jonathan Franzen – Freiheit
    Sascha Lobo – Strohfeuer
    Alexander Osang – Königstorkinder
    Birgit Utz – Weggefahren
    Kirsten Fuchs – Die Titanic und Herr Berg
    Kirsten Fuchs – Heile, heile

    Ach ja, da wären auch noch die ganzen Schwangerschaftsbücher, die hier rumliegen. Aber über die schreibe ich nochmal ausführlich. Mit Empfehlungen und so.
    Katja Kessler – Das Mamibuch
    Caroline Flint – What to expect when you expecting
    Christian Busemann – Papa to go: Schnellkurs für werdende Väter

    Und ein Kochbuch.
    Sophie Dahl – Verführerisch: Kochen mit Sophie Dahl

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    Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst

    09.11.10 | Link | Kommentieren?

    Es gibt keine Bücher, bei denen man “nur” lachen kann. Es gibt aber sehr wohl Bücher, bei deren Lektüre ich mich köstlich amüsiert habe. Das ging mir schon so, als ich von diesem Buch erfahren habe: Beim Zappen durch die Programme stieß ich auf die Lesesendung von Jürgen von der Lippe, der sich beim Vorlesen so derart kaputt lachte, dass es regelrecht ansteckend war. Ich musste dieses Buch haben. Und ich habe es nie bereut. Seitdem: Fan von David Foster Wallace. Aber an “Infinite Jest” habe ich mich noch nicht rangetraut.

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    Ein Buch, das du von jemandem empfohlen bekommen hast

    07.11.10 | Link | Kommentieren?

    Ich lese viele Bücher, die mir mal jemand empfohlen hat. Gerne auch durch gute Besprechungen von Menschen, die ich nicht kenne aber als Autoren schätze. Und wenn ich mal länger darüber nachdenke, hätte ich dieses Buch wohl niemals gelesen, wenn es mir nicht als Urlaubslektüre von einer lieben Kollegin empfohlen worden wäre. Und ich hätte es damals auch nicht gekauft, wenn es nicht ein Tipp der Kollegin gewesen wäre. Denn ich weiß noch, dass ich im Laden stand und dachte: Das soll ich lesen? Will ich das wirklich? Im Urlaub? Das Fazit: Ich wollte. Und habe nach der Lektüre noch lange gerätselt. Kann ein Buch besser nachwirken?

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